Lyrik.
10.000 Aufschläge
Band 3: Aufschläge 1000
– 1501 (2. Version)
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ISBN 3-937264-65-5
"Es lohnt sich, einmal einen
heutigen Dichter kennen zu lernen, der mit der deutschen Sprache einen
faszinierend fremden Weg betritt und trotzdem dem Leser Freiraum lässt für
eigene Gedankengänge, ohne dass die Probleme in erhobener Zeigefingermanier zu
zeitkritischen Trampelpfaden werden." (1986: Gutachten).
Harald
Birgfeld, von Beruf
Diplom-Ingenieur, schrieb seine Gedichte während der morgendlichen Fahrt mit
der Hamburger S-Bahn zur Arbeit. Seine
Texte entstanden fast immer bereits in endgültiger Form.
Copyright 2009
beim Autor, Harald Birgfeld, alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser
Veröffentlichung darf ohne schriftliche Erlaubnis des Herausgebers, Harald
Birgfeld, reproduziert werden. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen,
Übersetzungen, Verfilmung und Einspeicherung sowie Verarbeitung in
elektronischen Systemen.
Herausgeber, Autor, Redakteur: Harald Birgfeld.
e-mail: Harald.Birgfeld@t-online.de.
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Die sommerliche Hitze Ritt auf meinem Krankenlager, Und von weitem schnitt das Klappern von Geschirr ins Lachen meiner Wärterinnen, Und die sanften Hände prüften oft, Wie fest der Dorn saß, Der mir durch das Schädeldach getrieben, Streichelnd deine Brüste maß Und stach doch unter mir ins Holz. |
Dazwischen legte ich Antennen für ein Spielzeug, Und die Jugend Reichte mich auf diese Weise fort von hier, Und ich gestand, Auf einer Fensterbrüstung liegend, Doch noch fiebrig Und am Ende dieses langen Drahtes, Nicht den Sprung zu Wagen. |
Als ich mich der Gesundung näherte Und sich die Gärten, die dir wuchsen, Von den Augen preisen ließen Und mein Lippenpaar Darauf im schnellen Lauf nach süßen Disteln suchte, Und du über mir in halber Höhe hocktest, Ließ mich doch der Fallstrick, Unter dir hinweg, zum Tanzseil Werden. |
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Wenn es sein muss, Will ich dafür sorgen, dass dein Tod zum mindesten in Würde Mit dir sterben kann, Und auch das Eichhorn Soll den braunen Rock zum Fliegen durch die Lüfte tragen, Und ich füge die zerfetzten Glieder Wieder an den Leib, Um all die Grausamkeiten falscher Sternenbilder Abzumildern. |
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Und ich sage, es ist wenig, was du hast, Und immer weniger, je voller deine Himmelsnetze werden, Und du fängst so viel Und nutzt die Felsen nur, das Werk der Maschen Zu beschweren, Und in deinem Fragebogen steht, So, wie bei mir, Ein treues Hundetier Bringt stets die Beute ganz in deine Nähe, Und ich knüpfe meine dünnen Fäden, So, wie hier, Und auch nicht regelmäßig. |
Nachts sah ich dich über flache Dächer schreiten, Und es war, Als inspiziertest du die Dunkelheit Und hieltst die Lampe hoch, Zu sehn, wie schnell ihr Schein gefressen würd, Und ich schlief fest, um diese Zeit in dem Geäst des Apfelbaums Und stand im Licht der weißen Blüten, Und hier fraß mein Schlaf sich satt an Helligkeit. |
Ich merkte auch, dass du mein Briefpapier benutztest, Und du schriebst ja oft auf mir, Und diesmal konstruiertest du Schablonen einer Tätowierung, Die du der Berührung meiner Schreibarbeit Auf deinem Leib Entnahmst. |
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Es war schon Tage nach dem großen Fieber, und die Stange Ragte immer noch zu beiden Seiten meines Kopfes aus den Schläfen, Und man ließ mir gern die Ruhe, Die ich brauchte, zu genesen, Und ein Sägeblatt, Das über unsre Häuserreihe Schnitt um Schnitt sich lustig machte, Riss an einer allzu harten Stelle. |
Wenn du mich sehen wolltest, Oder irgendetwas, Oder irgendwen, Griffst du in deine Taschen, Und dort trugst du deine Augen in den kleinen Schutzgefäßen, Und sie waren ohnehin aus Glas, nur ein Ersatz, Und du warst sicher, Dass dir deine Blindheit Ferner wäre, als den anderen, Und immer weniger würd man erfahren von den Eingeschlossenen. |
Dann gab es für die Könige ein neues Spiel und Völkerscharen sahen zu, Und mit nur einer nackten Hand versuchten sie den Kreisel, Der sich auf dem Boden rasend drehend Langsam fortbewegte, Einzufangen, Und das Ding, Das etwas größer war, als die Distanz vom Daumen Der gespreizten Hand zum königlichen Mittelfinger, Konnte seine Schlüpfrigkeit Vor aller Augen nutzen, Und an vielen Straßenecken wuchsen neue Königskinder. |
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Die Märchen meiner Zeit erzählte niemand, Und die Kinder stahlen uns das Wort vom Mund Und sie verlangten dauernd Wiederholung, Und die Kleinsten Suchten in der leeren fest verschlossnen Faust Das unsichtbare, winzig klein gezauberte Versprechen Aufzufinden. |
Ich lebe in der Not Und hätte helfen und mir sehr gut raten können, Und ich schrieb mir aus dem Filigranschmuck, den du grade trugst, Nun Satz für Satz die Verse ab Und trug die Zettel in der Tasche, Und beim Einkauf, Den ich oft besorgen musste, Richtete ich mich genau danach, Und las, Was ich in Biegung feiner Drähte Aufgefunden hatte, Und es ging doch nicht, Dass mich die langen Zettelbänder schmückten Und ein jeder, bei dem ersten Regen, Meine Einfalt sah. |
Ich erschien in deiner Praxis deiner Medizin, Weil man es wollte, Und ich war doch krank Und hätte lieber nichts getan Und wäre lieber unter meinem Dielenholz geblieben Und hätt dort mein letztes Stündchen Vor dem einen Spalt verbracht, In dem du dauernd Operiertest. |
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In einem gelben Sandgebiet in flacher Wüste Maltest du an eine blaue Rückwand Jenes strahlende Objekt, Wir sollten in der Sonne leben, Und die scharfen Schatten, Die wir warfen, Sollten wir zusammenlegen, Und das Haus der Dunkelheit draus bauen, Und fortan würdst du mit uns im Licht Und unsre Dunkelheit Würd in uns Leben. |
Und ich meine dies: Wer Leben In dem andren Leben sucht, Der sucht umsonst, Und alle Reisen in die größten Fernen Führen nicht vom Fleck, Und es wird die Ameise nicht zum Menschen machen, Wenn du sie mit deinem Fuß zertrittst, Und fändest du den Schlüssel, deine Zeit Mit meiner zu vergleichen Und den Unterschied darin, Zu gleicher Zeit, So fändest du das andre Leben Gleich in dir. |
Ich sah, wie sich ein Sandbehälter Langsam füllte, Und es war ein Trichter, Ganz aus Glas, Und in dem Boden waren Löcher, Und der Nebel Dieses frühen Morgens Stieg hier aus und rieselte den Hang hinab, Und wem durft ich vertrauen, Wenn der Rand, am Morgen etwa, Seine feinen Körner freigab, Oder wenn der Sturzbach Sich in kleinen Wolken Heben würde. |
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Dies war ein Tag aus Glas, In seine Masse eingeschmolzen, Schlug der Künstler seinem Nachbarn, Für die eigene Verwendung, Beide Beine ab, Und draußen stand ein Arzt Und der betrachtete, Mit dem Gesicht Und ganz und gar im Schnellzugfenster, diese Wandlung. |
Du hattest dich in das Gewehr verbissen, Und das Vogelweibchen War davor Und ließ nicht zu, dies Instrument zum Hausbau Zu verwenden, Und der Nachbar, Der danach die Wand der blauen Teller sah, Gab uns die Glaskaraffe, Die er übrig hatte, Um das Blau daraus, so oft es ging, Zu tränken. |
Früher, als ich noch nicht frei war, Gab ich dir oft einen freien Tag, Und nun leb ich fast gänzlich hinter Glas, Du kommst und gehst Und kommst und gehst Und kommst und gehst, Und ich stehvöllig unter deiner Freiheit, Und auf jeder Reise Sitzt du zwischen meinen Flügeln, Und du bist schon dort, Wenn ich mich nähere. |
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Aufschläge 1019 -
1021 Es hängen immer noch die Katzenbilder An der Wand, Und mit den Augen kämpfe ich, Nicht hinzuschaun, Wohin sie schaun, Und meine Augen sind Soldaten, die im Gleichschritt Patrouillieren, Und sie salutieren vor geringsten Augenblicken, Und mir bleibt die Fähigkeit mich noch vom Dach zu stoßen, Auch bedenke ich die Möglichkeit Jetzt zu verlieren. |
Eine Zeitung schrieb, Dass die Gefahr von hohen Türmen ausgeh, Weil von hier die Weitsicht Wohl am besten möglich sei, Und wir begruben etliche von ihnen, Und wir stießen andere ins Meer Und wälzten große Brocken An die alten Stellen, Nun ein Mahnmal für die Ahnungslosen, Und im Erdreich Und im offnen Wasser, Sagte man, Wären wieder andere, die unsre Türme Täglich und in Ehrfurcht Fütterten. |
Ein ausgedienter Frachter Wurde aufgesägt und, offen wie er war, als Tisch zur Speisung großer Massen nun von Land zu Land gesandt, und Gärten, die die Nahrung brachten, Wuchsen in den Laderäumen, Und es kam kein Mensch, der diese Speisekammer Transportierte, Und auch niemand kam und aß, Und niemand war, der irgendeinen der Gedanken nur berührte, Und es standen Tausende, Die waren außerhalb Und wachten ruhig und gelassen Jahr um Jahr. |
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Das Seil, auf dem du tanztest, War gespannt in flacher Höhe, Und ich sah dir zu Und nicht zu dir hinauf, Und lächerlich schien mir dein Anstieg in die Todesstrecke, Die sich steiler von der Gleichgestelltheit abhob, Und, ganz nah an meinem Ohr, ließt du die Stange der Balance nun fallen Und erklärtest mich zu deinem Kompagnon, Und, wenn du stürztest, auch im Ritt von einer Todesstrecke in die andere, Stürzt ich mit dir, Und selbst der nahe Boden Könnte nichts verhindern. |
In meiner Jackentasche Fand ich eine Schachtel, Angefüllt mit kleinen Zeichenfedern, Die du mir erst kürzlich sandtest, Und ich spielte sie in meinem Mund, Nun die feinen Drähte heller Saiten, Und du warst in mir Und klangst aus mir, Und in dem Spiegel Sah ich dich mich aus der Ferne Zeichnen. |
Die Wissenden, Die mit mir wussten, Ließen ihre Blitze in die Ahnungslosen Häuser schlagen Und errieten jede noch so komplizierte Drehung meiner Zahlenschlösser, Lang bevor ich sie erfand; So stand mein Haus in hellen Flammen, Und ich brannte aus, Und auch den Wissenden Verbrannte alles, Und wir lebten friedlich bei den alten Leuten, Die für uns ein wenig nur Zusammenrückten. |
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In deinem Zimmer Lagen große Eisenkugeln, Herrenlose Monde, die ihr Zentrum suchten, Und sie rollten und bewegten sich auf deinen Zuruf Hin und her Und kamen näher und verließen diese Nähe wieder, Und wir stiegen ein Und fanden keine Räder, Und sie trieben ihr Gewicht Allein Und waren ihre eigne Herkunft Und begnügten sich damit um dich zu Kreisen. |
Als ich dich nach einem neuen Regen fragte, Gabst du aus dem Heu, in dem du schliefst, Ein wenig von der Leidenschaft der Leuchtkraft deiner Farbplakate ab Und ließt die weißen Blitze deiner Augen schießen Und vertriebst die Wolkenwand, Die über deiner Trockenheit Gestanden hatte, Schon bevor ich kam, Und alle Farben dieses Bildes Waren räumlich und zum Greifen vor der Leinwand. |
In den Sommertagen Spie der grüne Brunnen Wieder, Und der höchste Bogen seines Strahles stand im Raum Und bog das Eis, Und an ihm windete ein Ziergewächs, Das trieb dort oben Blüten, Und man sah von deinen schlanken Armen, Dem gebognen Glasleib, Kaum noch die Lebendigkeit. |
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Der Friedensadler Ging im Hermelin spazieren, Und die langen Fänge Stachen tief ins Federkleid der Taube, Und der Ast, Auf dem du schliefst, Musst sich von unten stützen, Und es griff die ungewaschne Hand In deine Last, Es mocht auch sein, Dass sie sich daran fest hielt. |
Eisendraht Umspannte den Balkon, Der freie Sicht verkaufte, Und ein Feierabendlied, Das ihr von dort ins offne Zimmer sangt, Entsprang weit außerhalb Und über euch hinweg, Und eigentlich verklang es nur in euren Mündern. |
Eines der zwei Herzen, Die du in dem Herzen trugst, Schnittst du heraus, Und auf dem Tisch durft es nun schlagen, Und du stauntest, weil sich niemand traute, Dir das Schlagzeug Abzufragen, Und es schlug Und schlug Und schlug im Sturm Nach neuen zweitem Herzen. |
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Ich wurde nicht hinein gerufen, Und in letzter Nacht verbrachte ich die Stunden in dem Urtal, Mitten unter meinen Brüdern, meinen Schwestern, Und ich wollte keine Ordnung schaffen, Und in schwerelosen Zeiten Würde der verwachsne Fuß Mir nicht in stolpernden Geräuschen Über diesen Boden Schleifen. |
Vieles war normal Und ging an uns vorbei, Und auch ein junges Mädchen Mühte sich, und unentgeltlich Alteleutebrei Zu füttern, Und sein Weg in die Kasernen Führte durch die unsichtbaren Stellungen der Straßenräuberei Und auch vorbei am Starrsinn der Gebrechlichen, die unbeholfen Fallen stellten. |
Dir blieb der Rückruf, Der doch täglich kommen sollte, Und du warst schon lange nicht mehr hier Und schriebst uns von den neuen Sorgen, Und die Post, die für dich käme, Wäre leer, Das mussten wir bestätigen, Und täglich lebtest du in unsrer nächsten Nähe Und gingst ruhelos spazieren, Und die Blätter, um dich her, Die von den Bäumen fielen, Konntest du noch nicht Entziffern. |
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Dein
blaues Kleid erstrahlte in der Kälte
deiner Augen, Und
der Künstler, Der
dich malte, War
ein rücksichtsloser Arzt, Die
Körperpflege, Die
dir eigen war, Lag
lässig auf dem Küchentisch, Und
früher ging in eben diesem Raum Und
auch zur gleichen Stunde Blau
das Licht des ersten Abendsternes
auf, Und
seine Kälte Wärmte
damals jene Runde. |
Abends
war die Zeit in der man still am Tisch
die Völker tötete Und
pflegte den von Meeresbrandung
angeschwemmten Zwitter Zwischen
Mensch und Tier Und
hielt entfernt von dieser Tür die Menschlichkeit,
Die
frische Beute witterte, Und
liebte sich Und
war bereit zu teilen. |
Dann
spürten wir, wie uns Propellerwind Und
später Ströme Aus
den heißen Düsen Überall
erfasste, Und
wir standen still, Und
die Collagen, deren Mittelpunkt wir waren, Fraß
der Rost, bevor das Werk sich abhob, Und
von deinem Weib erfuhren wir, Dass
du ein Leben unter Wasser
führtest, Und
es war wohl dieser Druck, Der
dich so presste. |
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Jeder Ort, durch den wir kamen, Hatte einen König, Und die langen Adern traten aus Und tasteten im Anschluss hin zum Nachbarort, Die vielbefahrnen Wasserstraßen, Und die Häuser, die im Vorhof standen, Mengten sich und hielten Ausschau, Hand in Hand. |
In dem Tunnel Wachten eiserne Gestelle, Und sie zählten jeden Wagen der entkam, Und wir, die drinnen saßen, Ahnten nichts von unsrer Flucht Und hätten gern ein wenig mehr erfahren, Und es waren wieder deine Augen, Die auf fremden Schienen reisten, Und ich müsste diese Fahrt doch irgendwie Alleine wiederholen. |
Man besann sich erst, als arme Menschen Gummimotortauben steigen ließen, Und sie waren wirklich und lebendig, Und man konnte sie dressieren und zum Briefe senden Jederzeit verwenden, Und die Bank, auf der ich saß, Stieg auf und trug mich, bis ein Habicht niederstieß Und uns die Fälschung Nun ganz deutlich werden ließ. |
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Die Fenster unter mir Vergisst das Licht, Und eine Frau, Die sich dort rauchend lieben lässt, Sieht nicht zu mir herauf, Und säh sie mich, Würd sie mich leis beiseite winken, Und ich käm und spräche flüsternd in ihr Ohr, Und ich, auf ihr, bemerkt es nicht Und reiß das Blatt von meiner Staffelei Und lass den Schuh in jenem Fenster stecken Und zertrete auch die
Glut, die nun zu Boden fällt. |
Dreizehn Meter über meiner Straße Lehnst du dich ans flache Gitter Und verliebst dich in die Sonne, Und die Füße stecken in der Regenrinne, Und es kommt kein Wasser, Dich zu tragen, Und in Wahrheit Lässt du dich im Glück der Wärme In den eignen Schoß Hernieder sinken. |
Dann sah ich ganz genau, wie sich die Schatten Handgedrehter Gitter über deinen Körper schlängelten, Und wirklich häutetest du dich in deiner
Unberührtheit, Und von andren Frauen, Auch noch jungfräulich wie du, Wusst ich, dass sie die Schöße einem Weltensperma Sonntäglich und voller Glauben auf den Sonnendächern Offen hielten. |
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Schöne rote Blumen Wuchsen deinem Haus aus seinem Mund, Du weißt, dass man im rechten Augenblick die Heimatlosigkeit sich selber ernten lassen muss, Und traurig lässt dein Blumenmeer die Köpfe wieder hängen, Und es ist, dass dir im Rücken Obendrein bei deiner Heimkehr Alles auseinander bricht, Und keine Tür wirst du mehr leise in den Rahmen Drücken können. |
Du sagtest auch, Dass alles, was gewesen wäre, nun in Keilen in dir
säße Und dich spalte, Und du zeigtest öffentlich, weil es verboten war, Die abgeplatzten Reste, Und es wurde ein Skandalbild, Und die Regenrinne, Die dich in das Sammelbecken Spülen sollte, Brach im Rost Und mischte sich mit dir. |
Wenn ich den Sprung ins fremde Gitter Wagen könnte Wäre ich in dir Und hörte, wie dein Herz jetzt Melodien Aus deiner unbekannten Heimat sänge, Und du maltest deine Händerücken rot Und deine Füße wären golden, Und die aufgeklebten Straßenraster würdest du als holperige Pflaster Mir zu Füßen legen, Und du sprächst mit einem, der sich um dich Wände. |
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Vierfach stand die Reihe schmaler Säulen junger Bäume, Und vom Sonnenlicht Fiel nichts herunter, Und das Frauenbein, das tänzelte, erstrahlte in der
ausgestreckten Männerhand, Und Blatt um Blatt ließ sich nun Kuss um Kuss drauf fallen, Und vom Scharren deiner Finger unter meiner Haut Stieg wolkenartig Straßenstaub Empor. |
Auch ließt du dich im Kuss zu nichts bewegen, Und die Arme Hingen schlaff herab, Und stärker liebte mich dein Puppenkind, Dass du aus jungen Tagen Mit dir brachtest, Und es konnte, wie ich früher schon beklagte, Nur mit angelehntem Rücken Aufrecht stehn. |
Andre aßen, was sie brauchten, Und verhungerten daran, Und mir gelang es, nicht zu speisen, Und ich sollte neueste Geräte ausprobieren, Und ich war doch schwach Und ohne fremde Hilfe, Und ich sah, Dass wenige am Feldrand ernteten Und auch nur einen Korb voll mit nach Hause brachten, Und es war zu viel Für lange, lange Zeit Darin. |
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Mir war der dunkle Raum durch deine Fensterspiegelung gesperrt, Und du bewegtest dich darin, Und ich saß gegenüber auf der andren Straßenseite neben dir, Und auch das Kind, das du liebtest, War ein Teil von mir, Und näher wart ihr mir im Gegenüber, Als nun hier, So nah bei mir. |
Ein Mann fegte den Salon mit einer Gartenharke, Und er wisse nichts von schönen Dingen, Und wir wüssten, dass er hier, an dieser Stelle, einst die Schlange fing, Die wir vermissten, Und die Blumenbank, Auf der wir säßen, Wäre auch sein Werk, Und, ja, dem Rasen Und den Pflanzen, Die hier wüchsen, Wäre er der Herr. |
Dann trat der Tod der Spielgitarre ein, Als du das Fenster öffnetest, Und dieser Mensch, Der ein brach, wurd ihr ungelenker Henker, Und sie spielte nun, Und auch die nächsten Nächte, Nur noch außerhalb Und wagte sich nicht heim, Und ich verfluchte diesen Tag Und sehnte meine Hände, Die im Freien waren, Wieder in mein Kämmerlein. |
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Mit einer Flut aus überweißen Lampen Fuhr dein Schiff auf überweißem Wasser, Und es brach die Nacht entzwei, Und wir, am Ufer, Waren lange von dem Weiß im Weiß geblendet, Und, ein wenig abgewendet, Schaukelte dein erster Traum sich ein im Grün der Dunkelheit. |
So warm wurd keine Luft, um deine Wellen ganz zu dämmen, Und kein noch so lauer Abend Ließ dich jenes feine Schwingen Fühlen, den mein Atem brachte, Und auf deinem Leib war ich zu Hause, Und ich kannte jeden Steg, Und jede Brücke, Die mich zu dir führen sollte, Schwankte. |
Als du an mir vorbei gingst, Sah ich nur ein Teil von dir Und riss es aus aus dir, weil ichs erkannte, Und du schenktest alles, was du sonst noch hattest, Anderen, Und ich durft ganz von dir Besitz ergreifen Und zerteilte dich noch unter Hunderten, So voller Angst ließ mich zurück die Bettelei der Armen, Die ich führte. |
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Die Sprache dieser Kinder War die frische Spur im Ufergras, Und nur die schnellen Flüge ihrer Hände Ließ sie wirklich sein, Und konnte man sie besser deuten, Als es schon die Brunnen taten, Die sich drehten, überschlugen, Und Fontänen der Bewegung in zueinander trugen Und sich gegenseitig speisten? |
Zehn der Wassertropfen trug ein Windstoß an die Glaswand, Und ich zählte, wie zehnfach das Rufen Nicht zu mir gelangte, Und ich stand dahinter, Und ich sah, wie jeder Aufprall Lächerlich zersprang, Und etwas weiter war das Meer Und es schlug wirklich nur ganz selten in mein Zimmer. |
Unter den Portalen trafen sich die kleinen
Steinfiguren, Und ein Wasserspiel Umspülte sie mit dem geraubten Leben, Und die Köpfe Trugen zeitgemäße Apparate, Die sie fremde Sprachen unterrichteten, Und unsre Kindeskinder, sagte man, Würd dieses märchenhafte Dasein Freuen, Und ich ritt zum Spaß oft stundenlang auf ihnen, Und es war nicht so, Dass sie mich schwimmen lehrten. |
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Vielleicht denkst du, dies sei der Augenblick, In dem man besser schweigt, Und grüßt und legst mir den Karat, An dem du hängst, zu meinen Füßen, Und mein Kommen Beißt in jene Zeit, in der dein Schweigen So wie heute war, Und war doch damals Wirklichkeit. |
Dem Tagesgott, Dem du die Nacht verbotst, Legst du nun deine Hände in den Schoß, Wie er dich damals lehrte Und du weißt nicht mehr, das Heute von dem Gestern abzutrennen, Und das ist der Augenblick In dem man dich der Nacht Beraubt. |
Fast wärst du mir entkommen, Und ich sprech dich an und seh, Du lässt nun Schweigen, Und in offner Tür Erklär ich dir, dass viele Punkte eines Kreises, Mögen sie sich noch so weit entfernen, Teile eines Ganzen sind Und uns so eng verbinden, Und der Zwischenraum Ist angefüllt mit allerhand, Und du, von nebenan, Und ich, von nebenan, Begegnen sich am nachbarlichen Zaun. |
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Nun fand ich endlich vor, in Wirklichkeit, Was tausendfach mich vorher fand, Und ich betrat den Saal ein zweites Mal, Und mir zur linken Hand Verlangtest du, noch ganz im Glanz des Sonnenlichts, Den Strahlenball dir einzufangen, Und der Wasserfall, Der dir im Rücken stand, War Spielgefährte, Und die Weidenzweige meiner Arme, Griffen nach der Glut zu beiden Seiten. |
Du setztest dich nun Punkt für Punkt zusammen, Und in deiner nackten Schulter Steckte noch ein Pfeil aus alter Zeit, Und mir erklärte man, Du liebtest dieses Zeichen der Beständigkeit, Und nah am See, Der dich verkehrt und klarer in den Farben wiedergab,
Zerschmolz der Augenblick, Als sich der Wind, der Äste nieder bog, den Stock ganz sacht aus deinem Körper zog. |
Ich will nie wieder davon sprechen, dass das Brot sich auf dem Dreieck deiner Schenkel Besser aß, als deine Liebe, die, ein Nimmersatt, der Hagerkeit die Wangen küsste, Und die Wiesen, Die du pausenlos bereutest, Grünten immerfort, Und ich erlernte noch im Speisen Gänseblümchen mit den Zehen zu ergreifen, Und die weißen Küsse mir im Kranz ums Tor zur Welt zu legen. |
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Am Tag zuvor Entstandst du mir aus kleinen Flächen, Und von deiner Haut fiel lautlos jeder Tropfen ab, Bis du so vor mir standst, Wie ich dich kannte, Und im selben Augenblick Warst du noch schneller, als ein Eichhorn springt, In meinen Ästen, Und mein Rufen hörte nicht, Wohin dein Sprung dich Rettete. |
Danach beließ ich dich im Tropfenkleid Und zog mich an mit dir, Und deine Feuchtigkeit, Die mir nun um die Schulter schwang, Verdampfte in dem Sonnenlicht, Und ich empfand dich nicht als Last, Und ich versprach noch alles, dich zu halten, Und es war nur Sand, Der trocken durch die Finger Rann. |
Auch Sandgebilde, Die ich schuf, die Armut zu beweisen, Ließen dich nicht ruhn, Und um mich her verwehtest du Und legtest mir die Kieselsteine bloß, Und jeder, der mich sah, maß meine Unbeholfenheit daran, Wie lang ich brauchte, Sie dir wieder in den Schoß zu graben, Und wir waren doch am Meer, Wo königlich die Flut versteckte und entdeckte, Was die nasse Brandung Fand. |
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So ging es mir schon einmal, Als ich alt war und in fremdem Land die Jugend meiner Heimat misste, Und hier zähle ich im dürren Blätterkleid mir meine Rippen, Und in Wahrheit Trage ich die bunten Federn meines Sommerkleides, Und ich putze die Gedanken, Die so achtlos auf der Straße Liegen. |
In meine Eitelkeit Stach scharf dein Bilderwort, Auf einem nackten Weib ritt bäuchlings jener, Der dich reiten durfte, Und die Krallen schärfte sich ein lang gestrecktes Katzentier an deiner Brust, Und alles war zugleich gemacht aus einem Grünen samtnen Stoff: Das Weib, das Tier, das deinem Arm entkam, Und streichelnd griffst du noch nach ihm, Und auch der Mann, selbst Teil von dir; So schriebst du Sätze deiner Leidenschaft Mir auf. |
Die Halle Barg wohl zehn mal tausend Menschen, Und es war doch keiner dort, Und jenes Dachgewölbe zog sich eine eigne Sonne auf, Und dünnste goldne Kettchen Stießen sich herab Und ließen so die falschen Strahlen nieder, Und ich dachte nur an das Gebot, Und ich verließ die Wiese Und bedachte die Natur der Überlebenden. |
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In deiner Brille war ein Sprung, ein Splitter fehlte, Und gewiss war dies der Grund, dir neuerdings ein Herz aus großer Masse zu erwählen, Und es sollte schön und geistreich sein, Und du verließt dich ganz auf uns und unsre Auswahl, weil, Wie oft an hellen Tagen, kleinste Splitter Funkelnd sich verraten, Und du wolltest sehr viel später erst die Herkunft wissen Und nach männlich oder weiblich fragen. |
Es war auch gut, dass selbst die Käfer die Gesetze kannten, Und ein Teil von mir verschwand, Als ich mich wieder einmal sammelte, Und das Prinzip bleibt grade, Während sich auf allen Schienen Wirklichkeiten hin und her rangieren lassen, Und ich sollte vor dem Eingriff Unterschreiben. |
Dann, ich wollte schon bezahlen, Fing mein Ring im Zufall deine Locken ein Und hielt sie unabsichtlich fest, Und deine Augen Unterdrückten einen Schmerzensschrei, Und ich zog alles, was ich aus den Händen geben wollte, Wieder ein, Und du, du brauchtest mir nicht erst zu zeigen, Dass die heute weißen Tempel Früher farbenfroh gewesen seien, Und du batst mich zu verzeihen, Und wir lebten beide von dem Wechselgeld. |
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Ihr sagtet, ich sei groß, Und ich frag euch, Wie groß ist jemand, der vor Augen seines Sieges
stirbt, Und hängt man nicht an dem Geweih das Jagdglück auf, Und krümmt sich nicht der Leib um seine Frucht, trotz Hilfe, zu gebären, Und es stimmt, Und ich bin groß, weil das gebrochne Rad sich dreht in meinem Arm. |
Dann erfuhr der Krieg, Dass ihr ihn töten würdet, Und die Aquarelle, Die ihr maltet, gingen um die Welt nachdem ihr noch ein Opfergeld bezahltet, Und die Frauen, Die ihr liebtet, regelmäßig, Liebten euch nun, regelmäßig, in dem Eisengarten, Dem ihr folgtet. |
Die Dielenbretter, die euch trugen, waren
spiegelglatt Und konnten so den Rückweg offen halten, Und ich tauchte ein, Und einzig mir verschwand das Spiegelbild, Ohne fort zu sein, Und über mir, zu meinen Füßen, Ging ich aufrecht und genau, wie all die anderen, Und wo ich mich befand, War niemand. |
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Gestern Abend Löschte ich zufrieden aus das Kreuz des Südens, welches über meinem Nachtschrank Pausenlos gestanden hatte, Und es war nur eine Schnur, Die man zu sich herunter zog, Und die Bewegung, Welche deine Marionetten Machten, war zugleich die Hand, mit der ich deinen Nacken bog, Und von dem Bett aus konnten wir den Tanz der Puppen unter freiem Sternenzelt Betrachten, Und ich lag, mit dem Gesicht nach oben, Tief in deinem Schoß. |
Andre, sah ich, ließen schwarz die Flächen ihres Daseins stehn Und konnten sich davon nicht lösen, Und die Sonne schien doch schon seit allen Zeiten senkrecht auf die Erde, Und die fremde Frau, Die ich besuchen sollte, Würde ich des nachts begrüßen und ihr Lügen in die Ohren flüstern, Und mein Schatten Würde ihren Schatten decken, Überall und ringsherum würd sie mir Glauben Schenken. |
Es war auch so, dass dir das alte Weib die langen roten Haare Kämmen musste, Und der Umhang, Den du einzig trugst, Blieb offen an den Brüsten hängen, Und dein Leib stand rücklings angelehnt An einen Stuhl, Und der Betrachter Durfte ruhig mit den Nägeln die Begrenzung des Terrains abstecken, Wo er schürfen wollte, Und die Rechte Teiltet ihr zu gleichen Teilen Auf. |
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Mit deiner ausgestreckten Hand Schnittst du dir Fenster in die Landschaft, Und das Stirnhaar Schob ich sacht beiseite, Und ich spielte auf den Saiten dieses Vorhangs was du hören, Was du spüren wolltest, Und von außen gaben die bizarren, Leicht gebognen Stützen meiner Arme dir den Halt. |
Wir standen an der Mauer, die den Fluss von Tagesarbeit trennte, Und du lehntest weit darüber, Und von mir erfuhrst du, Dass ich selten nur das Nass verlassen konnte, Und ich griff nach dir Und fraß an dir Und zwang dich anzuwachsen Und versprach dir, meine Lebensweise Deinem Durst, der dich bestimmte, anzupassen, Und man ließ den Schwarm der Tauben Hier zur Tränke Landen. |
In dem Fenster gegenüber Sah ich, wie du dich von einem Mann gern teilen ließt Und brachst die Kleidung ab, Und deine Körperteile Fielen links und rechts von mir zur Seite, Und die Augen, Die ich von dir übrig ließ, Vergaß ich nicht und fasste sie in schöne Diamanten. |
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Wenn du mich annimmst, Nimm mich, wie ich bin, Denn der ich bin, Der bin ich nicht, Und immer werde ich in andrer Haut erscheinen, Und ich suche mich Und finde mich am ehesten bei dir, Und ist es doch ein Fremder, Den du unter deinen Händen birgst, Den du vor mir versteckst, Bin ich es auch Und auch zugleich dein Hilfeschrei, Wenn du den Mord an dir Entdeckst. |
Es ist auch nicht, dass das Gewölbe, Das uns überdacht, Sich endlos dehnt, Und gleich in meiner Nähe wünsche ich ein Instrument, zu musizieren, Und ich weiß, dass grad Gesänge dieser Art eines fernen Tages Tag und Nacht ersetzen werden, Und in Not lernst du die Not zu lieben, Und du läufst ihr hinter nach. |
Man sitzt auf hartem Holzgestühl Und dankt, ich weiß nicht, wem, Und nicht, wofür, Und kniet und lässt die Unfalltoten Draußen einfach liegen, Und man sieht, dass meine Inschrifttafel, die doch meine Lieben zählt Und die ich selber schrieb, Die größten Lücken zeigt, Und heilig sind mir diese weißen Fliesen, Die man täglich putzt und scheuert, Ehe man darüber geht und Steigt. |
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Der Windzug trug die Feder durch die Tür, Und bis ich dich erkannte, Lagst du neben mir, ein Sonnenfleck auf dunklem Boden, Und ich griff ins Leere, Und es war auch kein Geräusch, Das mich verriet, Und deine Windabhängigkeit konnt ich nicht fassen, Und ich griff dich heftig erst, Dann atmete ich tief, was noch im Raum war, Ein. |
Und hinter mir, Du warst die erste, die es merkte, Standen wasserklare Sterne, Und du hingst sie zu, Und mein Gesicht verschwand, Und vor der Wand, Musst ich erfassen, was du botst, Ich riss von dir die Dunkelheit, Mit der du mich beschertest, ab, Und viele sahen so die trocknen Zweige, Deren weiß bemalte Spitzen Nacht für Nacht im Licht erblitzten. |
Kaum konnt ich sehn, was sich im Wasser tat, und Schattenfische huschten, Und du klagtest hundertmal, Ich sollt mich aus dem Fischschwarm lösen, Und die Fütterung Aus meiner Hand versandete im Uferlosen, Und du warst mir doch ein zappelnd Fischweib, Das mit mir im Becken Schwamm. |
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Auf dem Vorhof lagen weiße Trümmer übergroßer Säulen, Und das Fundament, Sagte man, sei schief vom Anfang an gebaut Und habe auch nichts senkrecht tragen können, Und in einem Bruchteil war ein Haus verblieben, um
den Fall dann jedem, der es wünschte, zu erklären, Auch, warum die Säulen einst die Fundamente Hatten trägen können. |
Drinnen war es warm, Und Sonnenstrahlen wehten durch den Raum, Und alle Teppiche, die sonst die Schritte dämpften, Hingen von der Decke, Und, um dich zu treffen, Schwammen wir sehr weit hinaus zur ersten Sandbank, Und du legtest deine Finger, uns zum Zeichen, Hier zu schweigen, Auf die Stirn, Und wir gehorchten gerne Und berichteten nur dir alleine Und nur dir in deiner Gegenwart. |
Einerseits bemaltest du die Wand mit Blumen, die in tausend Töpfen standen, Andrerseits, und diese Seite gab es nicht, Verkörperten Geräusche Qualvoll deinen Schrei nach Wachstum. Und die tausend Hüte Trugst du täglich auf der Wanderschaft, Und immer weniger vernahmen wir von dir, Je weiter sich die Gärtnerei von uns Entfernte. |
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Klar und gläsern bog sich über jedem eurer Köpfe eine Glocke, Und ihr spracht in eignen Farben, die die Innenwände trugen, Und so schient ihr rot und blau und gelb, Und eine von euch Frauen stillte gar ihr Kind, Und, ich sah es auch, die großen Bäume, ganz in eurer Nähe, die euch in den Armen hielten Und euch Männer waren, Überdachten euer Haus aus bunten Blasen. |
Auch Momente gab es, Da ich deinen Atem nicht mehr hörte, Und mein Ohr lag eng an deinem Puls, Und hörte wie die Trommeln schwiegen, Und ich musste in dem Bergwerk neue Schächte graben, Bis ein Luftrohr kam, Und laut vernahmst du endlich wieder meine Zeichen, Und ich hörte ebenfalls aus weiter Ferne leises Klopfen. |
Ratlos blieb dein Augenblick An einem meiner Augenblicke hängen, Und im dünnen Faden, Den das Tier der stummen Worte spann, Schwang langsam hin und her die Schwere, Und sie sank und sank und sank Und blieb doch in der Mitte Und entschwand, noch eh der Boden ihm Gelegenheit zur Flucht gegeben hätte, Aus den Sinnen. |
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Letzten Endes Quälst du dich umsonst, Und sieh dir an, was von dir ist, im Spiegel, Und du darfst die Wand, dahinter, Ruhig fragen, Und die Reflexionsschicht, die dein Bild ermöglicht, Löst sich doch schon auf Und fällt mit dir zu Boden, Und die armen Kinder Drückst du tot mit dem, was dich verlässt, Und deine Schönheit wächst Und wird mit tausend Worten Aufgewogen. |
Wenn dich keiner sieht, hebst du die Brüste an Mit beiden Händen Und du küsst den Leib an seinen spitzen Enden, Und du würdst in diesem Augenblick der Welt verraten, Wie man dich betrügt, Wenns einer hören könnt, Und lügst dich an Und summst ein Lied, Und wieder siehst du in den unscheinbaren Boten, Der dich nicht berühren kann, Und nähmst du ihn zu dir, Ja, speisest du ihn auf, Er bliebe nur das Teil von dir, Das du ihm gönnst. |
Der Mann, Den du ins Zimmer führtest, Kam dir recht, Und seine weißen Federn, Die ihm überall am nackten Körper wuchsen, Wolltest du ihm lassen, Und er dürfte ungeschoren, ja, du botst es an, Sich aus dir tränken Und sich seine Körner aus den Mulden holen, Die du sonst verstecktest, Wenn er dich nur für sein Vogelweibchen hielte, Und der Käfig, Der euch beide zeigte, Klebte mir im leicht vergilbten Fotoalbum |
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So kam eine Kleinigkeit zur anderen Und sie verschmolzen, Und ich kannte dich Und du erinnertest mich auch, Und morgen würden wir uns erstmals treffen, Und das Schlafabteil, Das nur uns beide aufnahm, Teilte auch zugleich Und machte mich zum Hüter deines Schlafes, Und zuvor, ich hätte schwören können, War ich unter Plünderern gewesen, Und aus deiner Nacht nahm ich mir alles. Was ich brauchte. |
Auf den Schwellen, Die du täglich abschrittst, waren deine Schritte Unnatürlich klein, Und dauernd ließen dich die Reisezüge Unterbrechen, Und du musstest tausendmal Auf völlig schwarzer Fläche Eines Ölgemäldes Stehen bleiben und den Abdruck deiner Schuhe übertragen. |
Drittens wohnten wir im selben Haus Und waren unbekannte Künstler, Und hier konnte man auf Anschlussgleisen reiten, Und die Kommenden Verfehlten absichtlich die Gehenden, Und würden wir, wie manche es schon kannten, Hier verbleiben, Würden wir zum Personal, Und keine schnellen Rehe Dürften grasen, Und die Jäger Hätten nun auch anderes Getier in Wolkenfeldern Zu erlegen. |
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Es kam, wie ich im Sommer prophezeit: Man stellte alte Stühle auf das Dach, Es war die Zeit vorbei, da man auf ihnen saß, Und trotz der Brüchigkeit Bestellten sie ihr Altenteil Und ließen sich dort oben tragen, Und die Wälder Hatten manches junge Wild zu jagen. |
Viel zerbrach in jenen Tagen unter meiner Hand und wurde neu, Und andernorts stand man nach Wasser an, Das heilen sollte, Und nicht einen dieser Tropfen Konnte man letztendlich wirklich mit den Fingern
fassen, Und man gab die Feuchtigkeit an Pflanzen weiter Und begann die Heiligkeit der Gärten Auszurufen. |
Manches Schuhwerk Hatte nie den gelben Staub gefressen, Und du schnittst mir aus behenden Ohren neue Sohlen, Und ich trug sie ständig im Gepäck Und fand auf meiner Wanderschaft In aufgebrochnen Koffern und in Säcken und in Taschen Immer wieder unbenutzte und zurückgelassene Sandalen dieser Art. |
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Zwei gleiche Zahlen Standen auf dem Blatt Papier, Und du, das hörte ich, versandtest so, auf diese Weise, deine Grüße, Und ich konnte sie nicht lesen, Und, was ich als Antwort hinterließ, Verstandst du nicht, Und beide standen wir vor der Plakette, Die uns zahlenmäßig grob erfasste, Und zur Sicherheit die gleiche Zahl daneben schrieb Und inhaltlich auf große unerforschte Flecken wies, Ein Lied, das einst ein geisteskrankes Mädchen sang Und das man pausenlos studierte. |
Wenn deine glatten Ringe Schräge aufeinander lägen, sagtest du, Käm bald ein Schiff, Das man verloren glaubte, wieder heim, Und niemand war, den wir vermissten, Und du standst am Strand Und grüßtest in die Ferne, Und du trugst ein Namensschild, Damit man dich sofort entdecke Und auch wüsste, wer du seist; Sonst gingst du selten aus der Wohnung, Und man kannte dich mit Namen, Und Besucher kamen kaum, Und deine Kranken, Die du pflegen solltest, deren Schonung Man dir anvertraute, Hielten dich für den Patienten, Und die Parks, die endlos schönes Wetter produzierten, Waren bis zur Regenzeit, Die hier nie kam, Geschlossen. |
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Das Kleid der Könige Entdeckte man nach tausend Jahren, Und es war der Leib, den Jadeplättchen bildeten, ein hohler Goldverband, Der dir im Grab die Räumlichkeit Erfand, Und eines dieser Schilde hing Von damals noch, an deinem Hals, Zu zweit vertanzten wir den ganzen Abend auf der Unbegrenztheit dieser Fläche. |
Als du dann, ein würdiger, ergrauter Mann, Hoch in den Bäumen wohntest, Und den kalten Frost mit einem Mädchenkörper jagtest, Ließ man dir auch noch den Wein, Und grüne Blätter, Dunkle Zweige, Starke Ästen, die zum Schluss Mit euch verwuchsen, Durch euch drangen Und euch ineinander brachten, Würden sicherlich ein neues Lied im Volk begründen, Und man sang schon immer eine unbekannte Melodie Und suchte ihren Ursprung. |
Dann schenktest du mir eine Dienerin, Und ich war unbeholfen, Und ich sah ihr Dienen nicht, Und sie befahl mir meine Wünsche Und verlangte, dass ich ihre Dienerschaft verstand Und machte mich zum Bettler, Und die Augen Hielt sie tags mit ihren Händen überschattet, Und ich zwang sie so zur Unterwürfigkeit. |
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Als ich den Reisezug betrat, Erschrak das zweite Herz, Das ich stets bei mir trug und welches einer Frau, die in mir wohnte, schlug, Und überall erblühten herbstlich schon die Blumen, Und mein Mund war gleich bereit, im Kuss sich nun von mir zu trennen, Und ich teilte mich und ging von mir. |
Drüben, auf der andren Straßenseite griff ich in die Hand, die sich im Zufall Öffnete, Und man bestand auf schnelle Zahlung dieser Pflicht, Und ich gewann doch nichts dabei Und hielt mich fest Und sang ein Kinderlied mit mir Und konnte mich nicht von mir trennen. |
Ich wagte nicht, von hier mich zu entsetzen, Und ich hätte außerhalb der Nägel, Die mich an die Bretter schlugen, Kaum den Platz gefunden, Eng an eng mit mir zu leben, Und zur Abendzeit Studierte ich die alten Lieder, die von Doppelherzen redeten. |
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Aufschläge 1111 -
1113 In deiner Kunst ertrugst du nicht die Augen, Und die Wand der Spiegel hatte keine Schuld, Und tief in jede Augenhöhle Legtest du ein Glas, das beim Hineinschaun, Nun ein Reißverschluss, Sie wie zwei Leben fasste und Zusammenfügte. |
Der Tag verging, Bevor wir uns entschlossen, Und an diesem frühen Morgen Traten wir zusammen, Und es war, dass sich Bekannte, Die sich lang vermissten, wieder sahn, Und keiner sprach ein Wort, Und jeder hing dem andren in den ausgestreckten
Armen, Und so blieben wir Und ließen uns lebendig in die Steine Schlagen. |
Umgekehrt entstand ein See, so sagte man, Weil früher Berge wanderten Und schoben wahre Meere vor sich her, Und in dein Abbild, Dass man auf die Straße malte, Traten andere, voll Sympathie für dich, Und sie verschwendeten ihr Blut bis unter Steine. |
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Ein ausrangiertes Puppenkind Fuhr langsam in den Hafen, Und du sahst ihm zu, Und dich, das wusstest du, betraf es nicht, Du warst zu alt, ein solches Liebesding im Arm zu halten, Und du wusstest auch, die Küste zu erreichen, Bliebe dir nur wenig Zeit, Und gäbe es dein Gott, dass dir ein Platz zu ankern wär, … du schwammst und schwammst und schwammst. |
Aus deinem Suppenteller Führte ein Vogelspur vom Tisch fort, Niemand war bei dir, Mit dem du hättest teilen sollen, Und dann gabst du dir die Hälfte ab Und freutest dich, dass man noch Mitleid mit dir kannte, Und den Rest nahm dir ein Unbekannter, Dem du dafür zahltest. |
Auf der Sonnenliege, Die vom Tageslicht im Gras entstand Und um sich griff Und schon ein schönes Herz barg, Hätte ich zu gern gelegen, Und du sprachst mich an Und ludst mich ein, Und überall, wohin ich kam, Warst du bereits in mir, Und winzig nur war deine Hand und zart ihr Knochenbild Vor heller Glut. |
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Im Blätterwerk des Weines blieben Sonnenflecken hängen, Und mit deiner rechten Hand strichst du durchs Haar, es neu zu ordnen, Und ich war der Berg, den eine Grünheit Überwucherte, Und du die Sammlerin, Und deinen braunen Korb für eine Ernte, Ließt du stehen. |
Ein Schiff, Das ganz und gar aus Glas gebaut, befuhr den Fluss, Und Passagiere konnt ich sehn als gingen sie
spazieren, Und das Kind in deiner Hand Sprang hüpfend durch ein Seil und schlug die Wellen, Die ans Ufer Spülten. |
Sonst neigten sich die Zweige Nur ganz selten, So, als eine Stille mächtig in der Krone lastete Und sich dein Nacken Weit nach hinten bog Und ich dich stützte, Deine Füße, die im letzten Halt sich umeinander schlangen, Wurden eins. |
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Immer wieder wird ein Schrei der Angst die Hand vor deinem Mund durchleuchten, Und es brechen kleine Äste der Verlassenheit hervor, Und selten wächst daran ein Blütenzweig, Und irgendwann vergisst er seine Trockenheit Und wird sich zieren. |
Über meinen alten Schuhen Lag ein grauer Staub, Und ich erinnerte mich ganz genau An deine festen Haare, Die mit eignen Füßen um die Schultern liefen, Und für meine Füße Konstruierte ich die Nachtlaternen. |
Es war auch eine Zeit, in der die Frauen sich verhüllten, Und die Männer Ließen es geschehn und waren ratlos, Und die Forscher Fanden etliche der Hüllen leer Und wohl verlassen, Und die Kriechspur mancher Wesen Führte nicht in die Behausung. |
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So
verging die Zeit und meine Zeit mit mir, Und
du beherrschtest dich und hattest keinen Anteil,
Und
der größte Teil von dir Lag
doch schon auf dem Tisch, Und
Einkaufstaschen, die du schlepptest, Waren
leer, Und
niemals würde deinetwegen noch so spät ein Laden
Öffnen. |
Jede
der Stationen hatte einen Namen, Den
ich nicht verstand, Obwohl
ich lesen konnte, Und
es war verkehrt, dass man die Bilder Immer
wieder in vier Ecken rahmte Und
sie titulierte, Und
von dir verstand ich, dass die schnellen Züge
ihre Gäste Lange
schon nicht mehr befragten nach Personendaten. |
Als
du mir den Rücken wandtest, War
die Kleidung nass im Schweiß, Und
in der Erde, wenig unter dir, Befand
sich eine alte Steinfigur, Die
dort verschüttet lag, Und
du warst Wünschelrutengänger, Der
von diesen Dingen nichts verstand, Und
eine Wasserader lag ja immer hinter dir Und
nicht darunter. |
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In Dunkelheit stand ich am Fenster, Und ein Vogeltier der Nacht schrie ohne Unterbrechung, Und es war die Sorge, Die dich unnütz auseinander brach, Und abgestürzte Trümmer Lagen rundherum verstreut, Und ich vermochte nicht sie dir zu Numerieren. |
Es trafen sich an deinem Bett die Boten, Und sie mussten lange auf dich warten, Und du sprachst von Pflanzen, Die sie dir zu bringen hätten, Und der Garten ringsumher War leer, Und wenn dein Schlaf die ersten Blüten Treiben würde, Könnte man dir alles nehmen, was noch wäre, Und du verzogst in eine Höhle, ganz aus Stein, und maltest kleine Blumen auf die Felsen. |
Sicher war es auch verkehrt von dir, die Malerei auf Packpapier zu bringen, Und es gab kaum ein Motiv, Das sich auf der Bewegtheit Hätte halten können, Und die Zeit, die das verhindert hätte, Wartete vergeblich, dass sie eingeschlagen Würde. |
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Als du am Morgenfenster standst, fiel aus dem Ring ein Stein, Und du erkanntest wohl darin ein Zeichen, Und ich musste deine Herzen zählen, Und du hattest recht, Von vielen, die du liebtest, fehlte keines, Und dein eignes durfte ich nicht Finden. |
Dann riefst du laut nach mir und ließt die Suche über alle Möglichkeiten schnell verkünden, Und ich sagte dir, Woran man mich erkennen könnt Und ich würd immer deutlicher, Je länger wir zusammenlebten, Vor dir stehn. |
Es war dir auch kein Trost, als du von mir erfuhrst, Dass du gefunden wärest, Und die Dienerschaft, Die dich umgab, war herrenlos, Und du verschwendetest nicht deine Zeit auf sie, Und letzten Endes Waren viele liebe Tiere Einzelgänger, Und sie bauten sich für jede Nacht ganz neue Nester. |
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Ihr schlugt das Tuch der armen Leute aus dem Stein und ließt es an der Stange auf dem hohen Berg wehn, Niemand kam vorbei, den schönen Faltenwurf zu sehn und aufzufangen die Signale, Die man hierhin sandte. |
Draußen, wo sich die Giganten trafen, War die Ruhe eine ihrer Waffen, Und sie war so tödlich still, Und täglich ließ man sie sich einmal unterbrechen Und gedachte all der Vielen, die am Rande lauschten Und die Fäden dieser Stille Spannen. |
Dann fragte ich, ob man Gedanken sehen könnte, Und es war der schnelle Weg des Elektronenstrahls, der über einen Bildschirm Huschte, Und wir fanden diese Zeichen Auch auf alten Siegeln, Und in meinem Kopf, das wusste ich, Befanden sich die kleinen Kugeln überall Und waren nicht graviert Und auch nicht übertragbar. |
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Du fragtest mich, warum das Tuch der armen Leute in den Stein geschlagen wäre, Und du sahst doch, dass mein Reisezug In wenigen Minuten starten würde, Und ich sagte nur, dass du es regelmäßig gießen
solltest, Und es käm bestimmte ein Abgesandter, Der den Stand der Dinge Von dir wissen möchte. |
Was du auf dem Leib an Kleidung trugst, War nicht die Gleichung, die mir fehlte, Und es war ein Gen, das Antwort wusste, Und es konnte mich nicht lesen, Und Verständigung wie ich sie liebte, war Unmöglich. |
Wir hofften immer wieder auf den Zufall, Der uns helfen könnte, Und das Frühstück, Das wir morgens regelmäßig nahmen, Kam mir recht, Und oft verbrachte die Gewohnheit Jahrelang ihr Leben in der Zelle, deren Tür Noch nie verschlossen war, Und du trugst immer noch die Kleidung eines Wärters. |
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Aufschläge 1138 -
1140 Verschiedentlich lag früh am Morgen eine Reihe neuer Wörter auf dem Boden Und verschoben sich und gaben ihren Sinn nur frei an unscheinbaren Stellen Und bewiesen so den Unnutz ihrer Nützlichkeit. |
Auch im Freien kam es vor, Dass ich den Ausgang suchte, Dass ich rückwärts in den Autospiegel Schaute und mich vergewisserte, Ob meine Wohnung wirklich leer war, Und bei dir verstand ich nicht die unbemalten Bilder. |
In einer andren Stadt Stand ich auf einer Brücke, Und das Wasser Spiegelte mich zweifach, Manchmal dreifach, wider, Und ich sah mich um und konnte den Verrat entdecken Und erschlug die Brüder neben mir Und zwang mich täglich zu marschieren, Und ich hatte mich doch doppelt schon Davongestohlen. |
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Dagegen sprach, dass du vor deinem Haus auf der Treppe saßt, Und eine Kette lag im Weg davor und wand sich Glied für Glied im Sand Und heizte langsam auf, Und wenn du etwas näher tratst, begann das Schloss sich von allein zu öffnen, Und du musstest doch die Unbedachten Warnen. |
Wenn ich dich sah, entstandst du erst aus kleinen
Punkten, Und du setztest dich zusammen Und verlorst doch völlig die Gestalt, Aus der du kamst, Und manchmal brachen Teile wieder ab Und ich, so meintest du, Sei wie die meisten anderen Und völlig unsortiert. |
Und als ich von der Reise sprach, Fiel mir die fremde Rede leicht, Und ihr verstandet diesmal jedes Wort, Und als ich schwieg und euch berührte, Wart ihr nur aus Kunststoff, Und in euren Augen lief der Film vergangener Minuten Rückwärts. |
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In deinen Briefen Schriebst du immer wieder über aufgequollne Leiber der Maschinen, über jene Schwangerschaft der Kessel, Und du lebtest unter ihnen, Und sie hatten eigne Namen, Und die Brote eurer Frühstücksrunde nahmen sie Und teilten sie Und legten alles dann zurück Und tranken nicht Und hießen dich, Sie nicht zu stören. |
Meine Briefe, Die ich dir nie schrieb, beklagten sehr das Metronom auf meinen Augen, Und gefährlich war sein Schlagen Für die anderen, die mir in offne Lider schauten, Und es war doch ihre Melodie, der ich ein wenig Sichtbarkeit Verlieh. |
Und zwischen diesen beiden Punkten lag das Ende, Und die Enden dieses Endes waren sie, Und niemand konnte mich besuchen, Und wer dennoch käm, Der käm zu mir, Und würd ich diese Falle Nur noch einmal öffnen, Lauerte ich mir, das weiß ich, Wie zuvor und endlos auf. |
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Du siehst es gern, wenn sich das Meer der Poesie an deiner Küste räkelt, Wenn die letzten kaum gesprochnen Farben ohne Hinterlassenschaft in weißen Sand versickern, Und du stößt das zappelnde Getier, Das liegen bleibt, ein wenig weiter mit den Füßen, Und auch diese Spur treibt mit dem Wasser fort vom Strand. |
Nachts, das wusste ich, entließt du die Gedanken, sich die Worte einzufangen, Die sie brauchten, sich vor dir zu zeigen, Und bei mir verspielten sie die Stunden Und beraubten mich Und ließen mich am Morgen ihren Blinden bringen, Und sie führten mich zu dir, Und ich nahm die Gelegenheit zu Klagen. |
Eine Frau kam aus den Büschen, Und sie war dem Leben weit entrückt Und hungerte, Und auch die tagelange Reise Hatte sie nur wenig abseits von dem Weg gemacht, Und vielen lag das Opfer auf den Schultern, Und die Futternäpfe eures Terrors Waren täglich frisch gefüllt. |
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Auf meinem Leib versteckt, befand sich der Prospekt Und pries die Länderein, die dir zu Füßen lagen, Und ich fand ein Fuhrwerk, Das zwei Pferde zogen, Und dir war die Landschaft Kühl und trübe und verlassen, Und die Einkehr In die muntren Handbewegungen der Winkenden Vertstandst du nicht, Auch nicht, dass ich aus kleinen Fensterscheiben sah und mir die Karte deiner Schönheit zeichnete, Und nichts brach sich vor Scham den Hals. |
Die Zügel, die dir um den Nacken lief, War viel zu lang, Und vorn am Kopf hing sie mir als Girlande, Und ich schmückte sie Und richtete das Fest, Und wir ergriffen dich und mich Und ritten eine Nacht auf dieser Schaukel. |
Auch war die Zeit, da sich das Schwarz und Weiß der Elstern aus den Bäumen löste, Und es war ein Fallen und ein Steigen ringsumher, Und unbekannte Hügel störte nicht, Dass wir uns bei den Händen hielten, Und wir waren sehr verschwiegen Und verschwiegen nichts vor uns. |
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Du kamst zu uns, Und schon im Nahen Sahen wir dich sich von uns entfernen, Und du kamst zu uns, Und immer größer wurde die Distanz, Und, als du vor uns standst, erkannten wir dich kaum,
Und klein zum Punkt schmolz, Was du zu uns herüber riefst, Und stolz warst du Und warst dein Wagen und dein Lenker und dein Gast zugleich. |
Mir genügte es, ein wenig auf dem Instrument zu
spielen, Und es war Musik nach alter Weise, Und ein greiser Mann beschwor mich, So, wie er es aus der Jugend kannte, Und zum Selbstverständnis musizieren, Und von ihm sprach eine Frau; "Er ist ja noch ein Kind, Er kann es doch nicht besser wissen, Und es freut mich, wenn ihr so zusammensitzt Und eure Zukunft Noch einmal vorüberzieht." |
Von verlassnen Städten Hörte ich, dass ihre Trümmer neuen Häuserbauten dienten, Und es war, dass man die Reste Numerierte und sortierte und vergrub, Und wirklich baute man bald eng an die zerbrochenen Paläste Hütten ganz aus Lehm, Man hatte Dienerschaft Und tafelte auf goldnen Rücken, Und es herrschte jeder neben allen anderen Alleine über sich. |
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Du warst noch viel zu jung, Als du dich schon von deiner Asche trennen musstest, Und es ging dein Heim verloren, Und die Bilder, Die du von dir maltest, waren so: Ein trockner Sand Fiel dir aus deiner rechten Hand in deine linke, Und, was diese Hand erfasste, Ließt du in die rechte laufen und zurück, Und dreizehnfach verringerte sich so die Habe, Und es nützte nichts, Dich zu beschenken. |
An einem andren der nächsten Tage Legtest du in deiner eignen Wohnung Feuer, Und es breitete sich nicht auf Nachbarhäuser aus, Und deine Flammen blieben kalt Und auch die edelsten Metalle schmolzen nicht, Und keiner kam, Dies Fest mit dir zu Feiern. |
Selten hattest du in Wahrheit Gäste, Die du auch bewirten durftest, Und man lud dich oft Und aß von dir Und war dabei nicht roh Und fragte, ob man dich probieren dürfte, Und es sprach ja keiner deine Sprache, Und es fehlte viel an dir, Wenn du dich mühsam neu Zusammensetztest. |
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Aufschläge 1159 -
1161 Im Suchen Tastetest du an der weißen Wand, Und keine Tür entstand und auch kein Durchgang, Und es schob sich tödlich kalt der Knauf in deine Hand Und ließ sich sinnlos drehen, Und es war das Laken Frisch gespannt in deinem Bett, Und du lagst darauf. |
Du fasstest auch den kalten Marmor an Und ungewöhnlich schien dir die Begegnung, Und der Hammer und der Meißel, Die daneben lagen, schlugen voller Glut in das Gestein, Und niemand zeigte dir, die Hand zu führen, Und der Funkenflug Berührte deine Augen. |
Dann trafst du dich in einer Straße und erschrakst, Und andrerseits Erkanntest du dich überhaupt nicht wieder, Und du fragtest nichts Und du begrüßtest nicht dein Gegenüber, Und ihr gingt vorbei, Und heimlich ließt du später alle Spiegel töten, Die dir Wahrheit brachten, Die dich zum Gespött der Leute machten, Und verzogst in große Sonnennähe. |
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Schon früh am Morgen Irrte ich durch liebgewordene Gewohnheiten Auf schmaler Kante meines Tagesmondes, Der am höchsten Himmel stand, Und das war mir gewiss; Die abgestreiften Ketten Würden nicht verzichten Sich erneut um meinen Hals zu betten, Und die Sonne stünde wieder Über mir. |
So ging ich tief gebeugt Und irgendjemand reichte mir ein Holz, um mich zu
stützen, Und es war ein Kind, das nur in Sorge war um seine Sandgebilde, Und es ahnte nicht, dass Kind, Und Sand und das Gebilde allesamt mein Handwerk waren, Und den Stock als Stütze Musste ich mir selber Reichen. |
So verlor sich mein Gefühl für mich Und ließ mich sein, Und viele Drähte, Die sich sonst in meiner Nähe spannten und Signale transportierten, Funktionierten nicht und rissen durch Und hingen bis zur Erde, Und das Grundstück, das mich lebte, zeigte Wildwuchs,
Und versiegte bis zur Unbegehbarkeit. |
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Du teiltest dich Und hängtest deine Liebe in den Baum, um zu trocknen,
Und du überließt dich mir auf mein Verlangen, Und es war mir gleich, Und nur Sekunden Zerrte ich an deinen Zweigen, Die sich nicht bewegen ließen, Und es rissen auch die Arme unter meiner Last, Und nichts war, Das ich zu beklagen hätte. |
Deine Ringe waren golden Und sie fassten deine Augen ein, Die blitzten aus den edlen Steinen, Und ich sprach mit ihnen, Und sie stimmten mir in allem zu, Und deine weichen Körperlinien waren mir genug, Und was du sahst
Und was ich sehen konnte, Trug ich in die Schmuckkassette, Und ich schloss dich zu. |
Wenn ich dich zu mir bat, Wenn sich mein Rücken nach der Rundung alter Bäume sehnte, Wenn auf meinem Nachttisch Deine Monde spielten, Wenn du dich, bevor du kamst, Schon zu mir legtest, Also, wenn ich nichts von dir in meiner Nähe fand, Gestand ich deinem Schiff, das über kurze Wellen fuhr, Den blinden Passagier an Bord. |
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Ihr wart zu zweit und noch im freien Raum Und ließt euch ruhig treiben, Und ihr wart zwei Frauen, Die sich vor den Versen, vor den Zeilen der Entdeckung fürchteten Und flüchteten, Und jede hielt sich an der Hand Und könnte doch die Reihe ungereimter Worte selber schreiben, Und ich ließ das ganze Bild, Wie ihr es zeigtet. |
Es warnte mich ein Horoskop vor Glück und vor Vertrauen, Und das Feld des unbekannten Bauern Pflügte man in Kreisen um die Insel ganz aus Steinen, Und in Wahrheit Wurd mein Name kalt Und ließ sich in die Erde fallen, Und es waren große Siebe, Die mir halfen. |
Was ich dir zu sagen hatte, schrieb ich auf, Und meine Speise Musste schnell verzehrt sein, Und ein Bettler kam Und war im Dienst der armen Leute, Und er konnte nicht für andre essen, Konnte nicht für andre leben oder sterben, Und die Gärten meiner Worte Schienen ihm nicht hell genug, Und, wie ich später hörte, Kamst du oft, wenn man dich eilig rief, So, wie du warst. |
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Man wollte, dass sich die Maschinen die dein Innerstes bewegten, Auch nach außen zeigten, Und man sprach nicht von Organen, Die ersetzbar waren, Und in jeder Zeitung stand in diesem Herbst zu lesen, Dass die Sommerhitze Schon vor Wochen schrecklich ihre Trockenheit Verbreitet habe, Und für Steine Wäre dieses eine gute Zeit gewesen. |
Dann saßt du in dem schönen Kleid Mir gegenüber auf der Bank, Und, wie ich gestern hörte, würde auf den Gleisen zwischen uns Der Schwarzrand einer Sonnenfinsternis vorübereilen, Und im Scherenschnitt Erkannte ich tatsächlich erst Im Gegensatz zum weißen Bogen, Dass du unbekleidet warst. |
Auf der Erde lag das Stroh, an welchem jene Körner hoch gewachsen waren, die das Brot der Sorge schufen, Und die Künstler Fraßen sich an allem satt, Und unsre Betten Waren auch ein Teil der rostig braunen Brücken, Die sich nur nach oben wölbten, Und ich läge gern in deinen Mulden, Mich im Stroh zu Betten. |
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Mit den Birkensamen Baute sich in deinen Haaren Punkt für Punkt das Scherengitter auf Und ließ sich leicht bewegen, Und die Finger, die sich Korn um Korn herunter pickten, Hörten nur noch ganz entfernt den Riegel einer Falle Schnappen. |
Deine Hände flochten sich den Zopf, Du hieltst, ganz leicht geneigt, Mir dein Gesicht entgegen, Und in Wahrheit Gabst du oft in einer Rückenlage deiner Augen Deine Liebe Fort. |
Eines Tages wuchsen weiße Blindenstöcke regelmäßig an dem Weg Und konnten mich nicht führen, Und ich sah sie nachts, Und wenn ich rückwärts ging, Erkannte ich, woher sie kamen, Und ich war doch blind, Und niemals gäbe ich dem toten Holz Von meinem Namen ab, Um mich zu rufen. |
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Auf einer Balkenwaage Stand in rechter Schale lichterloh ein Traum von dir in Flammen Und war größer als das Haus, Das ihn zuvor entlassen hatte, Und verzehrte sich und wurde leichter, Und zur andren Straßenseite neigte sich das Gegenüber, Und im letzten Augenblick Erkannte ich den Sturz. |
Es galt auch wenig, Dass sich alles über dich ergoss Und jeder kannte dich in deiner roten Bluse, Und in Wahrheit Floß schon heute mancher Fluss in voller Absicht In die falsche Richtung. |
Wenn ich meine Demut Manchmal zeigen musste, Wenn ich mich verborgen hielt Und offen falsche Götter in Gehegen fütterte Und mich vermisste, Wenn ich also unter meinen Thronen Wählen sollte, Grub ich, um mein Dienen zu beweisen, Nur ein wenig Taschengeld besitzend, Eure Gärten um, Und ich blieb pünktlich, stündlich, euer Glöckner. |
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Es war ein Liebesdienst, Den tatst du, Und du fragtest nicht nach Liebe, Und den Dienst würd niemand wagen außer dir, Du nahmst den Stein, Der halb schon mit dem Lehm verwachsen war, Und gabst ihn wieder in die Berge. |
Vieles tatst du so Und manches war verkehrt, Und mit der Post erklärte dir ein Mädchenkind seine Schwangerschaft aus der Gewalt, des eignen Vaters, Und es schrieb auch von dem Weib, das alles sähe Und es schmähe, Und es sei doch ungerecht, dass alle Felsen der Gebirge talwärts rollten Und sein Grauen Rücksichtslos verdeckten. |
In der Nacht schriest du im Traum Und bliebst im Gitter stecken, Welches man benutzte, groben Sand zu sieben, Und an beiden Seiten zerrten Rabenvögel An dem Bissen, Und sie standen stundenlang hoch überm Waldesrand In Kanten eines harten Windes. |
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Von uns aus konnte niemand zu uns sehen Und, was unter uns geschah, Blieb uns verborgen, Und wir waren außerhalb, Und langsam senkte sich die andre Seite unsres Schaukelbalkens, Und ein Glas schob sich mit seinem schrägen Rand an meinen Mund, Ich sah in das Getränk Und fand die Oberflache Ganz gerade. |
Es standen alle Gläser auf dem Tisch, In jedem spiegelte sich eins im anderen, Und deine weißen Zähne Hielten sich gesperrt, Und wortlos irrten deine Worte Zwischen ihnen hin und her Und ließen sich nicht fangen Und in keines der Gefäße Bringen. |
Unsre Gäste gingen leer aus Und verloren alles, was sie sich noch wünschen
würden, Und beluden sich Und trugen gegenseitig Last zu ihren Lasten, Und ich wartete Und kannte auch den Weg, auf dem sie kommen mussten, Und sie sahen mich Und sprachen mich, Und meine Kompassnadel Drehte sich sofort in eine falsche Richtung. |
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Du wartetest den ganzen Winter Auf die armen Tiere, Und du suchtest selbst ein Heim, Es war der Vorhof, wo dir Zeit verstrich, Und drinnen, in dem Schlossgebäude Hattest du genügend Zimmer, Die du viel zu schnell mit deiner Armut Fülltest. |
Als die Wärme später Tage spürbar anstieg, Gönntest du dir einmal nur den unverschlossnen Käfig Und du saßt darin, Noch viel zu unentschlossen, Und du hattest es verlernt den Dreifuß deiner Schusterlehre zu gebrauchen. |
Als die Stürme endlich tobten, Wurdest du zum Spielschiff für die Kinder, Und sie hingen alle an der linken Seite deines Rockes, Und sie hielten sich und neigten sich in
Atemlosigkeit, Und deine Rufe standen rechts im Raum, Und in der Halle konntest du die Säuleninschrift längst vergangner Tage Endlich deuten. |
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Täglich sah ich wie du in der Liste deiner Liebe neu radiertest, Und der Dorfplatz barg nur wenige der Stände, die dir Ware boten, Und du hattest Diener, Die für dich bezahlten, Und es war, wie man in ungeschriebnen Büchern Lesen konnte, Wirklich wahr, dass sich die kahlen Winterbäume gerne Krähentiere in die Äste setzten. |
Dort begegnetest du auch den abgestorbnen Statuen, Und viele Leute tränkten sie Und hatten Hoffnung, Und die Kinder fingen sie Und sperrten sie in Käfige Und waren stolz auf ihre Sammlung, Und es war, dass einige der Kinder Überlebten. |
Neben dem Gemüse, Das du feilhieltst, hattest du ein Tagebuch kopiert Und fragtest laut nach Käufern, Und hier schriebe jemand, der die weißen Fliesen dieses Marktes Sauber hielte Und die eingravierten Namen Dauernd überprüfe und auch revidiere, Und normalerweise könnte man von diesen Dingen Nirgends etwas lesen. |
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Von weitem sah ich dich mit den Gesichtern blasser Frauen segeln, Und dich trieb ihr Wind sehr stark, Und sie erfassten dich Und zwangen ihren Willen dir zum Herrn Und ließen dich in allem über sie bestimmen, Und du musstest dich nun auch in allem in sie teilen,
Und du lebtest ganz allein, Und oft begegnete ein blasses Segel deiner Irrfahrt. |
Wenn du diese eine Straße, Die sich zwischen eure Städte legte, Überquertest, Musstest du dich ganz verlassen Und du bliebst zurück, Und drüben trafst du dich Und kanntest dich genug, dir zu begegnen, Und an Feiertagen Gabst du die Verbindung auf Und fügtest dich zusammen, Und du blättertest in Jugendbildern. |
Lange war in dir die Überlegung Unter einem Schirm zu leben, Und du hattest ja das helle Leinen schmaler Frauenhände, Und die feinen blauen Adern Könnte man als Speichenrad Verwenden, Und du wusstest auch, Dass dich der schwere Stahl, Der dauernd auf dir ruhte, Nicht entlassen würde. |
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Der Spiegel zeigte alles außerhalb Und auch, dass Regen fiel, Und innerhalb blieb alles trocken, Und der Montag Sollte allen gelten, auch den Vielen, die den Montag Längst vergessen hatten Und in ihren selbst gebastelten Maschinen Überleben lernten. |
So gering war mein Vertrauen, Dass ich nicht an dieses kleine Wunder Glauben konnte, Und es war doch nur die Unterschiedlichkeit, Mit der man sah, Und ich vertraute meinem Gott und einem Wasserglas Auf meinem Tisch, Und ihr schwurt mir, dass Universum hier, In dieser Plasmablase Eingefangen sei. |
Als ihr das Kartoffelkraut verbranntet, Schmerzte es mich nicht, dass Flammen Mich umschlossen Und die allzu trocknen Äste meines Augenblickes Feuer fingen, Als ihr also Abschied nahmt Und dieses Haus noch kleiner wurde und die Räume sich nun endlos dehnten, Gab ich meine neue Freiheit zur Versteigerung Und musste alles überbieten, Um mich Freizukaufen. |
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Es war doch eine Frauenstimme, die das Tageslied begann, Und überall entstand die Frühe, Und der Handel Um die nächsten Stunden Wurde heftiger, Und auch zugleich gewann der Sang an Deutlichkeit, Und von dem Marktstand Flehte er: "Lasst frei den Tag, Lasst los den Tag, " Und: "Löst den Tag nun endlich ein." |
An mir vorbei schob sich der Schaukelflug, das Auf und Nieder eines Weiß- und schwarzgefleckten Vogeltieres, Und es war ein Teil des Liedes, Das wir grade sangen, Und die Strophen Drückte uns der Sturm zurück in unsre Münder, Und von dort war es nicht schwer, das Nest Hoch oben in dem Wipfel zu Erkennen. |
Weit entfernt bewegte sich ein Reifen, Wie man ihn benutzte, Kinder für uns Menschen einzufangen, Und er war allein Warf lange Schatten weit ins Tal, Und Eltern Banden ihre Kinder an an ihn Und warteten auf den Beginn der Reise. |
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Es war in einer Nacht, In der ihr mit den Kindern feiertet, Und auch die Kleinen Hieltet ihr beim Tanzen in den Armen, Und der Augenblick schob an der Zeit, Und wirklich konnte man die Kinderträume durch die Spalten angelehnter Türen nun Belauschen. |
Man stickte auf das blaue Tuch der Tagesdecke, falls es einer sähe, Winzig kleine weiße Blumen, Und die Nadelstiche blieben sichtbar, Und der Waldesrand, Im Irgendwo verborgen, War vor diesem Kinderzimmer Nicht zu finden. |
Das Grün der Blätter Wurde nachts betrogen von dem Mondlicht, Und vor meinem Bett fand ich des Morgens, Die im Traum erschlagnen Träume, Und ich stellte mich als Räuber und als Mörder, Und es war nicht durchzukommen Durch die frische Wildnis. |
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Die beiden Mädchen Spannten mit den Armen Und gemeinsam einen Bogen, Und es sehnte sich mein Leben, Das ich unter einer Brücke führte, Nach dem Leben, Und bis hier sprach man von einem Wundergarten voller Schattenspiele, Und ich saß doch unter denen, die die Puppen Führten. |
Viele Kinder
wurden vor dem Wald von Bären Überfallen und zerrissen, Und in einem alten Buch las ich von einem Fluch, Der lastete auf ihnen, Es war wirklich so, dass sich nur nachts, Und auch nur zwei der Tiere, an dem Himmel trafen, Und die Kinder Ahnten nichts von ihrer Existenz, Und ich erzählte ihnen viel von nie gelebten Leben. |
Manche Teile, die dem Tag ganz unbemerkt verloren gingen Oder abgeschlagen wurden, Landeten bei mir Und eng und enger wurd der Augenblick, Die Möbel repariertest du Auf beinah gleiche Weise, Und die Nachricht, Die wir suchten, Gaben wir zu gleicher Zeit aus unsren Händen. |
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Es legen sich die Ringe einer Trauermelodie um dich, Und im Gespräch erfährst du, Wie sich alles selbst verrät, Und Fleisch, so hörst du, Schneidet sich aus seinem Fleisch, Und Leben Schneidet sich aus seinem Leben, Unter uns lebt nicht der Tod, Und sein Zuhause garantieren Wir. |
Eines dieser kleinen weißen Taubentiere blieb Und war doch grade deiner Stirn entflogen, Und es sah an dir empor, Und, als du dich zum blanken Kiesel bücktest, Kam ich dir zuvor und trat den Stein tief in den Sand, Das Meer im Hintergrund Schrie auf und ließ dich nicht auf Wellenkämmen landen. |
Es fehlte dir an Bildern, Die dich zeigten und dich schützten, Und wer dich vergrößerte, Würd dich nicht treffen können, Und von dir aus reichte es, an Nachbarzügen die Geschwindigkeiten zu vergleichen, Und die Kollisionen Könnten nie genau erkennen, Wer nun wen zuerst getroffen hätte, Wer nun wen beraubte. |
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Die Eingangstür war überdacht, Und deine Gäste sollten hier empfangen werden, Und du bliebst allein, Und deine Hand, die andre Hände schüttelte, Griff ausgestreckt ins Leere, Und du klopftest lange, Und du lenktest auch die Schüsse, Die euch jagten, in die Erde, Und man ließ euch trotzdem draußen Stehn. |
Viel zu oft war eine Sperre, Die man öffnete, das Ende eines Weges, Und von andrer Seite bog man Sträucher, Die noch hinderten, beiseite, Und die glatte Straße Tat sich auf, Und wirklich lebte einzig noch der Mittelpfeiler Einer alten Überbrückung. |
Würde ich von Liebe sprechen, Oder säße ich nun in der Reihe gleicher Uhren, Die sich um die gleiche Zeit bemühten, Wer, so frage ich, könnt mir die ungesehnen Sternenbilder deuten, Wer, so frage ich, begäbe sich zu mir, Dass ich mich an ihn wendete. |
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Aufschläge 1213 -
1215 Viele Räume waren in der Wohnung, Und wir wohnten nur in diesem einen Raum, Soldaten gab es, Die uns überwachten, Und sie würden uns entlassen, wenn wir wollten, Und zur Heimkehr Auf uns schießen, Und wir konnten doch das Losungswort, Das ihre Kugeln in die Lüfte schrieben, Gar nicht wissen. |
Viele standen an den Fenstern, Und man sagte, dass der Tod Sich mehrfach töten ließe, Und dies sei ein Schauspiel ohnegleichen, Und der Regisseur entwarf ein Bühnenbild, Das viele Menschen in den Fenstern zeigte, Und die Taschen deiner Heimkehr Blieben leer. |
Später sah ich die versteinerten Geschenke Aus der Jugendzeit, die in Regalen standen, Und wir wussten, dass die Heimkehr Viel zu lange währte, Und vor meiner Haustür lagen Meilensteine, Auch aus einer Jugendzeit, Die wurden von den Wachmannschaften Regelmäßig grell und leuchtend weiß Gestrichen. |
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Du übtest deine Kunst mit undressierten Tieren, Und du füttertest mit dem Klavierspiel Nachts die Sterne und die vielen Bilder, Und sie gaben deinen Räumlichkeiten ihre Weiten. |
Auf die Sitzbank legtet ihr die Zeitschrift, Und die Seiten gaben ihre Druckerschwärze und die Farben ab, Und als ein hochbegabtes Kind daneben saß, Sang es sogleich die Noten dieser reinen Blätter, Und wir hörten vielfach seine Stimme Durch uns gleiten. |
Später batst du deinen Garten um Verzeihung, Und du lebtest doch in ihm Und spanntest Wäscheleinen hoch, Und du behängtest sie als Flaggenzeichen, Und sie hüllten alles ein Und schützten dich in ihm, Wenn du, getrennt von ihm, Dich in ihm leugnen musstest. |
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Langsam wuchs die Hecke meines Rückens Wieder zu, Und wenn die Stille schwieg, Drang auch zu mir das Zwitschern Grüner Spatzen, Die dort nisteten, Und keiner dürfte hier die Fäden ziehen, Die mich an die jungen Vogeltiere Banden. |
Auch sagte man, dass meine Dummheit Grade reichte, Wildgehölze unsres, Gartens zu zerschneiden, Und man hatte recht, denn meine Ohren waren taub Und schraken auf bei jedem Laut, Sie hörten nur die Schnitte, die in Nachbargärten wuchsen, wo man alle Opfer in die Kirchen trug Und sie auf Bahren Bettete. |
Eine Frau, die du am Abend Kennen lernen solltest, Durfte jetzt schon durch die Reifen deiner Neugier springen, Und sie setzte diese Kränze selbst in Brand, Das Feuer schlug im Augenblick des Durchsprungs über deine Zunge Auf euch drei: Die Gegenwart, die Neugier Und die späte Stunde. |
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Ich sah das Bild, das dich als Tänzerin am Rande einer Badewanne zeigte, Und es fehlte dir, wie diesem Instrument, der
Anschluss, Und ihr wart in Partnerschaft Und stahlt den Brunnen von der Oberfläche Alles was sie sahen, Und es ahnte niemand eure Tiefe. |
Jede Tasse, die du leer trankst, Füllte sich vom Boden her, Und auf der Mauer stand ein König, Der erfuhr in diesem Augenblick den Tod von seiner
Krone, Eine Frau erzählte ihm, dass nun die Armut seines Landes kleine Kinder Schlachte und verzehre, Und man suche nach dem Trinkgefäß des Königssohnes. |
Schon morgens mischte sich die Sucht nach hohen Türmen und, Am andren Ende eures Frühstückstisches, nach
verstaubter Erde in das Essen, Und aus beiden wuchsen Schlösser, deren Schlüssel ihr zuvor Verschlungen hattet. |
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Man rief dir immer wieder zu: "Wach auf wach auf, " Und Schlaf, wie wir ihn kannten, Konnt dich nicht erreichen, Und ein Forscher Lebte jahrelang im tiefen Eis des Pols Und brachte nichts mit heim als eine Sammlung, und er bot nun aller Welt zum Kauf das umfangreichste Sortiment an an Schlaf. |
Dass ich dich nahm, war dir nicht recht; Du sagtest auch, es müsst so sein, Und wolltest wenigstens auf einer Decke liegen, Und du brachst den Koffer meiner Heimlichkeiten auf Und zogst den Wintermantel, Den ich lang vermisste, gleich daraus hervor Und decktest damit zu die Richtungsschilder, die ich brauchte, Mich zu orientieren. |
Du sprachst in einer fremden Sprache, Und man konnte dich verstehn Und legtest doch die Worte, die du trugst, In meiner Nähe ab Und warfst sie an den Kleiderhaken, Und die Sprache, die ich sprach, War fremd, Und jeder konnte sich aus meinem Wäscheladen selbst Bedienen. |
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Aufschläge 1228 -
1230 Oben, an dem Ende einer Treppe saß dein Kopf, Auf dem Geländer, etwas höher, Saß ein andres Haupt von dir, Und häufig gingen dir die Welten so verloren, Und der Kopf war blutig und von langen Nägeln durch die Stirn gestochen, Und das andre Haupt war heil und führte nichts Und war allein Und auch die Rümpfe Irrten irgendwo umher. |
Man rief in alle Straßen, Und man bat um Unterstützung für die Dinge, die ins Erdreich sinken, Und man machte so den Untergang Zum festen Fundament, Die Jugend ließ nicht ab, Sich motorlose Segelschiffe Immer wieder nachzubauen. |
Auch die Frauen strickten einfach ihre Zeugnisse der Liebe selbst Und kamen so ins Leben Und verkauften nichts, Weil nichts davon mit irgendetwas Zu bezahlen wäre, Und sie suchten alles zu verschenken, Und die letzten Mittel einer Heilung Ließ sie an dem Liebesmarkt Ersticken, Und sie freuten sich, Nun endlich heimzukehren. |
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Du warst mir Brief an mich, Und deine Worte waren meine Zeilen, Und ich sandte dich zu mir, Ich sandte dich an mich, ein Liebesspiel, Das dich für mich zum Boten machte, Und von allen Briefen, Die ich an dich schrieb, erfuhrst du nie ein Wort, Wir standen eng an eng in unsren engen Häusern Und berührten uns, Und nicht einmal ein Trinkgeld Gabst du dem Gesandten. |
Deine Leiden zeigtest du ganz unverhohlen, Und sie blieben auf der Bühne liegen, Und uns störte die Verlorenheit, Die übrig blieb, und Ärmere als wir, Versuchten sich noch Schätze Von dort abzuholen, Und ein Mädchen Saß nun gänzlich unbekleidet auf der Eisenleiter, Und es war der Rost, Der sie gefährdete. |
Alles, was uns halten, binden sollte, Machten wir aus Gold, Und allem, was uns schützen sollte, hängten wir die Amulette um, Und diese brauchten nicht aus edlem Sinn zu sein, Und alle Nägel, Die mir meinen Leib zerstachen, Sah ich nicht und wollt sie auch nicht fühlen, Und man sagte von dem Bösen Blick Er sei ein Wilderer, der unter andren Wildrern Jage. |
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Man konnte uns die weit entfernten Sternenräder
zeigen, Und die rechte Hand, an der sich die Juwelen priesen, Zog ein überschneller Muskel aus dem Licht, Und übrig blieb von dir ein Glitzern, Das aus morgendlicher Asche brach und stach, Und rundherum war alles abgedeckt im frühen Nebel. |
Du hieltst ein Buch in deinen Händen, Und vor Armut blichen schon die Zeilen aus, Und nur am Ende, Auf der letzten Seite, blieb ein Preis noch deutlich stehen, Und er hatte dreifach dir den Hals gebrochen: Gold blieb nur als Spiegelung, die Mädchenehre Stahl ein längst vergangner Wilderer, Und Sternennächte konntest du von Anfang an Alleine finden. |
Du warst so sehr verspätet, Und du wolltest dich alleine treffen, Und die Frau an deiner Seite blieb zurück, Blieb stehn Und ließ dich ungern frei, Und aus der ersten Dunkelheit Ergriffst du sie und spanntest dir das Netz im Netz
aus ihrer Gegenwart, Und ihre Arme hingen schlaff herab, Und frauenartig schmiegte sich ihr Unterleib in deinen, Und im Rücken Stützte euch der Abstand Zweier Nachtlaternen. |
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Es stachen dich die scharfen Kiesel Und du dachtest lange an die Worte, wie: "Warum," "Weshalb," und
"Lohnt es sich, die Wunden eigner Schuld zu lecken," Und die Werke neuer Meister gaben dich nicht auf, Und sie verpflichteten den Alltag Barfuß weiterhin zu laufen. |
Immer, sagtest du, seist du zu zweit, Und einmal gäb es dich, Dort, wo du dich befändest, Und das zweite Mal wärst du schon außerhalb, Dich zu betrachten, Und zu Hause war es ähnlich, Alles teilten wir in gleiche Hälften, Wegen der Gerechtigkeit, und, Was mir blieb von dir, Das ließ ich irgendwo in einer dieser Stuben liegen, Wenn ich ausging. |
Meine Sonnenstrahlen konnte ich befahren, Und das gelbe Morgenlicht Wich nicht von allen abertausend Gleisen, Die der Horizont in Händen hielt, Es wich nicht von den goldnen Spießen, Die mich auf die Erde stachen, Und die Medizin Verwendete das edelste Metall, um ihre Steuerung An völlig andrer Stelle mit Sensoren zu Verbinden. |
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In deinen Gärten harktest du die Zahlen deines Tages bis zum Feierabend, Und der Herbst warf viel von seinem Laub auf dich, Und wärest du ein Blatt, Ließt du dich über ein Jahrhundert der Gedankenlosigkeiten tragen, Und vom Leben alter Gläser, sagte man, Es zähle doppelt. |
Andre suchten überall nach Scherben Und begriffen sie mit ihren Händen, Und du kanntest hohe Berge, deren Risse Waren weithin sichtbar, Und man mied die Spalten Und verstopfte sie Und nähte große Mäntel, Die sich um die Inseln legten, Und von allem blieben nur die ausgeblichnen Rettungsringe auf den seichten Wassern schwimmen. |
Ich entschied, dass sich mein Leben endlich nach Stationen richten sollte, Und ich fuhr zurück Und teilte auf und ein, Hielt an, Und ich begann den Tag, der morgen kommen würde, Ganz genau zu prüfen, Und die kleine Fliege, Die ich mit mir nahm, Entkam schon tags zuvor. |
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Irgendjemand musste mir mein Leben ausgeliehen haben, Auch mein Tod Konnt mir nicht selbst gehören, Und so war es: Wenn die Kinder Nicht mehr lachten, würden wohl die Steine reden, Und du sollst die Dinge nach den Namen fragen. Wenn sie sie nicht nennen. |
Der alte Mantel, Den ich so sehr liebte, ging in Fetzen auf, Und viele trugen ihn nach mir, Auch hatte ich ihn nie getragen, Und ein Flusslauf drängte seine Wasser über Unsichtbare Spalten, Und die Fluten stürzten jedes Jahr einmal zu Tal, Die Frau gebar ein Kind, Und es war Erntedanktag. Und sie wusste, Bald würd sie den alten Flicken, Wenn er nass und schwer genug geworden wäre, Wieder auf die kalten Fliesen Drücken. |
Dann kam der winzig kleine runde schwarze Augenblick,
Der tags im Auge stand, Und ließ dich unbewacht, Und selbst dein Tagesschatten löste sich von dir Und ging nun eigne Wege, Und er kam nicht heim zur rechten Zeit, Und irgendjemand hatte ihn auf seiner Flucht Erschossen. |
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Heut, zur Dunkelheit, So war die Botschaft, Sollte eines dieser Sternenbilder mitten durch mein Zimmer gehn, Und ich blieb wach und stehn, um dem Ereignis Nah genug zu sein, Und wirklich las noch spät nach Mitternacht Die junge Frau aus meiner Hand Und schrieb die Verse in den Himmel, Und ich stieß mit meiner Stirn daran. |
Der Augenblick in dem man mich vertauschen würde, Rückte immer näher, Und je loser ich mich band, Je häufiger verschwand ein anderer darin, Und eines Tages Würde ich mich nicht erkennen Und ertrinken in der Milch, die aus den Brüsten Meiner tausend Mütter Nach mir spritzte. |
Die tiefen Wasser ließen mir nicht Luft genug Und zählten die Sekunden, die ich blieb, Auch zeigte sich bei mir nicht eines dieser Tiere, Die uns auf dem Buckel dulden Und zu retten suchen, Und die Schwärme meiner Rufe Standen viel zu eng, Um einem nur die Freiheit zu Gewähren. |
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In deiner Kunst Verwendetest du einen übergroßen Mund, Der war aus Blech, Du liebtest aber mehr das Tier Und liefst dir deine Pfoten blutig, heim zu finden, Und dem Mann, gefertigt ebenfalls aus Blech, Entrisst du über diese eine Quelle seines Lebens das Geschlecht Und ließt ihn weiterleben unter seinem Leben. |
Du warst ein junges Ding, Fontänen deines Überschusses stiegen Tag und Nacht empor, Und die Beklommenheit der Alten und der Stummen Und der sonst so Neidischen Ertränktest du Und stahlst von jedem Stück um Stück, Und eine Halle stand noch angefüllt mit
Dampfmaschinen, Und sie schwiegen, Und das Rascheln irgendwelchen Kleingetiers War überall zu hören, Und kein Nagel hielt die Warnungstafel an der Wand. |
Du ließt dich in der Bücherhalle Vor dem offnen Fenster lieben, Und es schauten Kinder zu von draußen, Und es lag der Mann zerteilt auf dir, Du nahmst auch seinen Schmuck Und warfst ihn für die Kinder in den Garten, Und sie suchten ihn, Und was du dir behieltst von ihm, War unsichtbar, Und du entließt ihn unversehrt Und unbrauchbar für Haus und Garten und für Zimmerpflanzen. |
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Mit deinen Augen, sagtest du, säh ich genug, Und ich sah nichts, Und nur, was meine Augen sähen, sei genug, So sagtest du, Und weit entfernt erkannte ich ein Opernglas, Das hielt ein langer Arm vor mich Und zwar verkehrt herum, Und nichts sah ich darin und kaum das Glas, Und du standst gleich dahinter. |
Dann flogen wir zur nächsten Stadt, Und die Minuten, die ich auf dem Friedhof weilte, Zeigte mir die Herrschaft der Ameisen, Und ich sollte nicht verachten Kinderspielzeug, Und die Tiere lebten nun schon fünfzig Jahre. |
Nichts sah ich darin, wenn meine Augen hängen blieben, Wenn die langen blonden Haare Meer und Schiffchen spielten, Wenn ein Lächeln, Das mich traf, das Rot des Peitschenschlags um meinen Hals warf, Ich sah nichts darin, an diesem Faden, Der mich festhielt, zu Kristallisieren. |
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Es wär wohl die Begegnung wert, Und von dem kleinen Felsvorsprung Stieg ich herab zu dir, dem sanften weißen Rücken einer Morgenwolke, Und es ließ ein unsichtbarer Fall Mir Milch und Honig ineinander fließen, Und es spielten Hand im Faltenrock Verstecken, Und dein Mädchenleib bog sich weit vor Und frech zu mir und fiel mir in die Sonne. |
Und ich sprach von allerhand, Und über mir, im Kreis der hingehuschten Himmelsweißer, die ein Schwindel drehte, Stand das Taubentier Und zog den Bogen ohne jeden Flügelschlag, Und von dort oben sah ich, Wie ich deinen Fuß in meine Hände nahm Und ihn versilbern ließ Und fassen ließ zu meiner Krone. |
Alles währte, wie ich früher einmal sagte, Nur den Bruchteil einer Panik, Und es blieb das Seil das meinen Hals Schon viel zu eng umschloss, Und meine Augen sahen auch den Draht, Der rücklings durch die Hände stach Und sie gefesselt hielt, Und hier erhängten wir die Träume alter Männer, Die in jungen Leibern steckten, Gleich vor Ort. |
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Als du die Schranktür öffnetest, Entdecktest du ein lang vermisstes Märchen, Und es lagen die Figuren alle tot in ihren Betten, Und nur eine Rose blühte auf in diesem Augenblick, Und deine Kleidung trugen sie, Und deine Wäsche Hatten sie genommen, Und sie lebten in der Wohnung so wie du Und selbst dein eignes handgemaltes Bild, Das du am Morgen erst beginnen wolltest, Hing an ihrer Wand. |
Die Knöpfe deiner Jacke lösten sich, Ein Faden, sah ich noch, Verließ in Eile Loch um Loch, Und einem Schiffchen, dem die Segel fehlten, Stach ein schiefer Mast in Fahrt, Und oft zerbrach die aufgeregte Menge Stab um Stab, Und im Gedränge Ahnte niemand etwas von der Nähe all der Menschen. |
Vieles, was du ganz verschwiegst, War offenbar, Und rücklings sah man durch die Scheibe Und erkannte dich Und sah auch, dass dich Bilderbücher faszinierten, Und die leere Faust, den Kindern hingehalten, Fraß man schnell in Neugier ab vom Baum, Man gratulierte dir Und ehrte dich mit Preisen, Und du hattest alles augenblicklich zu Begreifen. |
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Die Eile, Die mich zwang, den Zeilen, Die ich schrieb, die Sitze abzusägen, Gab uns später nur das Holz für eine Altenbank, Und käme einer, der hier Hochzeitssträuße liegen
ließe, Würden wir ihm eine Braut beschreiben, Der er in dem Haus begegnen könnte, Welches wir so armlos hinterließen. |
Damit du es verstehst, sag ich es noch einmal, Und unser Haus besaß nun keine Arme mehr Und lud auch nicht mehr ein , Und Junge, die vertraute Tiere warfen, Konnten wir hier nicht behalten, Und wir töteten den Eingang Und die Fenster, Und das Brautgemach Blieb leer. |
Und unsre Zeit bezahlte auch den jungen Mann, Der sich ganz still verhielt und der die Mädchen Nicht bedrängte, Und die Gleise, Die wir lange pflegten, senkten sich im Sand, Und ängstlich hinderten wir alle Züge am Befahren, Und du siehst nun dreifach, Dass sich alles trennte: Kopf vom Rumpf und Mann vom Weib und Arm vom Haus. |
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Vom Rot des Autolacks Tropft doch noch Blut herab, Und von der Häuserwand fließt die Geranie straßenwärts, Und in der nächsten Kurve Steht der Wind und wartet hinter jedem Baum, Und er hält den Atem An. |
In meinem Mund Lässt du die Schranke nieder gehn, Und überschnell schießt Unverständlichkeit an mir vorbei, Und wirbelnd steht noch lange Zeit der Staub zerbissener Gespräche in der Luft. |
Und drittens löse ich das viel zu harte Band von
meinem Handgelenk, Die andren führen immer noch die Stiere an den Nasenringen um zu samen, Und ganz hinten, Viel zu weit von mir entfernt, Schlägt wiederum ein Schmied schon neue Ringe, Die er glühend heiß ganz Fremden auf die Zunge Legt. |
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Wenn ich richtig sah, zerriss die Trockenheit das Fachwerk deiner Reise, Und die Straßen deiner Heimat waren leer, Und nie zuvor vergaßen sie dich so wie jetzt Und überließen dich der Heimat um so mehr, Und vor die Füße fiel ein Flaum der Taube, Die von alters her auf deiner Stirn saß Und sie pickte immer noch das Korn von dort vom Feldrand. |
Du fandst auch in verborgenen Geschäften deine Kindermelodien zurück, Und hier lief dir dein eignes Kind, das du zu Hause
wusstest, Schon entgegen, Und es lief an dir vorbei, dein Fleisch und Blut Und sah dich nicht, Und es vergaß, dich zu begrüßen, Und du sammeltest ihm hinterher die Glöckchentöne,
die von Krämerladentüren fielen, die den Eingang und in diesem Falle auch den Ausgang Sperrten und geschlossen Hielten. |
Links zerbrach ein gelbes Glas, dahinter eine Sonne
stand, Es hätte immer fehlen können, Und ganz rechts saßt du, Und erstmals fiel das Licht dir in den Schoß, Du warst so lange fort gewesen, Und du würdest nun nach dieser Rast das Glaserhandwerk lernen. |
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Ich seh dich vor der leeren Leinwand stehn, Und auch die Rückwand Bleibt wie immer unbeachtet, Und es gähnte eben dein Modell Und sieht dich an, Ob es so richtig sitzt, so nackt, Und nur das Schwert in seiner Hand Und hockt auf einem Menschenkopf, Der dir aus deinem Bild gefallen war, Den du nicht halten konntest, Den es dir mit einem Schlag von seiner Fraulichkeit vom Rumpf Hieb. |
In andrer Hand spielst du auf der Gitarre, Und du greifst die Saiten, Und du hältst noch mit derselben fest Das Instrument Und singst dazu Und rauchst das Feuer, Welches wir aus trocknem Küstenholz, Vielleicht den Resten des zerbrochnen Schiffes zündeten,
Und brauchst die freie Hand, jetzt Zeiger einer übergroßen Uhr, Die dauernd hängen bleiben, Nachzustellen, Und sie andrerseits zu halten, Wenn sie haltlos niederfallen. |
Es kam auch vor, dass du dir Wörter maltest Und erfandst die Sprache glatter Zahlen, Die, ein wenig feucht, der See entnommen, Kieselsteinen oder Seetang gleich, Den Sinn für sich behielten, Und sie galt, bis du dich von dem Stuhl erhobst, Und ich dich sammeln durfte. |
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Es war ein Wunder, Dass uns die Karaffe nicht zerbrach, Und die Glasur trug tausend feine Risse, Und die Haut, die dich umspannte, Ja, die Haut bekam nun Jahr um Jahr ganz frische Spalten, Und du grubst den fremden Garten, Trotz des hohen Alters, Eigenwillig um, Und alle Sträuße Hängtest du zum Trocknen An die Stelle ihrer Ernte in die Luft. |
Sonst schlug dich die Krankheit Mit dem Kupfernagel an ein Brett, Die Kirchentür davor War immer noch ein Werk von dir, Und Menschen Steinigte man nach wie vor mit Brocken, jedem Werfer an die Hand gebunden, Und man konnte Wurf um Wurf so Wiederholen. |
Von außen war dein
Alter königlich, Und Apfelblüten Standen jährlich neu auf deinem Leib, Und als man die von dir gepflanzte Weide, wegen eines Blitzschlags Fällen musste, Fand man auch die Krone unversehrt im Stamm, Und auf der Suche nach dem Rest der Schätze Schlug man auch die Apfelbäume, Als sie aus dem Bücherschrank Entflohen. |
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Wenn ich danach ginge, was ich sehe, Ginge ich zu mir, Und du verstehst die Nacktheit meiner Hände nicht Und auch nicht, wie gering der Wert der Kleidung ist, Und, sucht der Mann nicht seine Wahrheit in der Jagd auf deiner Flur, In kleinen Inselwäldchen und im Sturzbach deiner Haare? |
Läg ich neben dir, Wie nah könnt ich dir sein, Doch so, wie ich das Haus bewohne, Steh ich in der Tür und halte Ausschau, Und von Rabenvögeln Hört man, dass sie Rindern durch die Augen fliegen, Und sie so zu Tode bringen. |
Schließlich lag ich neben mir Und ging mir nach Und hatte auch ein Seil, Mich aneinander anzubinden, Und es hinderte mich wirklich nur die Blöße dieses Drahtes Drauf zu tanzen, Und an beiden Enden Stand ich länger schon Und spannte mich, mich endlich in der Luft zu Finden. |
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Als ich mich bei dir meldete, Als ich mit meinen Sinnen deine Sinne fassen wollte, Als ich dich beim Kämmen weckte, Waren deine langen blonden Haare Längst vergriffen, Und du standst vor dir mit einem Werkzeug in der Hand Und ordnetest die unbeherrschten Apparate, Die sich unentwegt, wie Kinder, Die dich liebten, Vor dich stellten. |
Du hängtest eine Kette um dein rechtes Bein, Und ließt sie auf der Erde schleifen, Und statt eines Ankers Hing daran die Menschenhand, Die, wie du sagtest, aus dem Ausland stammte, Und sie griff, ganz ohne hinzuschauen, Wo du gingst und standst ins Leere. |
Die Reise, Die ich täglich machte, Kürzte sich um jeden Morgen, Der mich festhielt, in dem Zug zu bleiben, Und ich flocht aus deinen schönen Haaren, dir im Nacken, Einen schweren Zopf, Und alle Zeit, die mir Maschinen stahlen, War die Zeit, Die ich mit dir verbrachte, Und du kämmtest dich unendlich lange hinter meinem Rücken. |
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In einem Waldstück ragte ein Geweih hervor, Und stundenlang stand mir die späte Sonne überm Strand, Ich streute, wie du es befahlst, von meiner Habe Alles weit hinein ins Meer Und ließ mich, so beladen, von den Jägern treiben, Und, so dacht ich, Läge ich schon aufgebrochen, ausgeschlachtet, dort, Würd wohl ein anderer in meiner Decke Über abendliche Wasser Laufen. |
Kurz danach fand ich den Goldring doch im Magen eines Fisches, Und es war ein Zeichen, Das ich nicht zu deuten wusste, Und das Eheweib, das Knöpfe an die Wäsche nähte, Lachte laut, weil es verstand, Und kochte mich Und nahm mich auf in sich Und hängte mich zu vielen andren Reifen an der Wand. |
Der Spott biss mich ins Fleisch, Durch die Zerstörung all der Spiegelbilder, die im Doppelglas Mich blutend zeigten, Änderte sich an der Wahrheit wenig, Und ich fand mich so: Von mir hatt ich mich reuelos verlassen, Und die Wunde Klaffte weit entfernt Und würd sich niemals ohne meine Hilfe Schließen. |
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Ich sage so: Du prüfst mich, ob ich sitze oder stehe, Ob ich weine oder Tränen andrer folge, Ob ich schreibe oder in den Steinen lese, Und ich sage so: Du sahst mich schon zuvor, bevor die Kiefer ihren grünen Schatten Auf mich warf, Und lange schon bevor mein Fuß den Mutterleib verließ, Und sahst mich hier, ein Teil von den Ruinen. |
Die Jugend rodete die Tempelsäulen, Und ich ließ es nicht mehr zu Und spülte alles ein mit Sand der Meere, Und man suchte lange in Legenden, Die sofort entstanden, Und ich schwieg Und hielt die eine Kinderhand Ganz fest umklammert, Die sich aus dem jungen Boden Zu mir streckte Und mich liebte. |
So zerbrach man die Portraits, Wie man den Fischleib Schlitzte und zerschnitt, Und in den Därmen Suchte man den Goldring, Und es deutete ein altes Weib den Flug der Wasservögel, Die sich unter jener Brücke, über deinen Augen, in der Tiefe Widerspiegelten. |
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Eingeschnitten in den Stein lag heute noch die Fahrspur Und stieg, glatt und warm vom Sonnenlicht, Nun links und rechts die Haut, die deine Brust umspannte, Hügelan, Und meine Finger liefen hier Und kauften sich dem viel zu jungen Blumenmädchen seine Sträuße Sämtlich ab, Sie neben sie zu legen. |
Wenig Schatten Hatte uns die alte Zeit gelassen, Und die Frauen Ließen sich aus Angst vor Vergewaltigung Die Brüste amputieren, Und die Dunkelheit, So sah ich deutlich, machte keinen Unterschied auf den Planeten, Und sie ließ die Krater Ganz genau die gleichen Schatten werfen, Wie die Berge. |
Auch die Bronzestatuen Erlebten, als ich sie erkannte, ihre Zeit Und ließen nicht von mir Und fragten mich Und gingen mit mir speisen Und verkehrten auch mit einem Weib Und sie verstanden sich auf alles, was erhärtete, Und mich goss man im Sandguss, Und mein Rücken Zeigte tiefe rohe Löcher, Und ich flehte dich, sie mir mit deinem Leib zu Füllen. |
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Mich quälte lange jener Tropfen, der ins Glas, aus dem mein Mund trank, fiel, Und keinen Schluck nahm ich zu mir, Und leerte es in einem Zug, Der Tropfen Brannte in der alten Partitur, Aus der heraus er seinen Weg Zu mir genommen hatte. |
Der Ruhm der Schönheit, dachte ich zuerst, wär jene Wasserperle, Die mir alte Pforten Ölte und sie öffnete, Und meine Schritte, Viel zu hastig dort hineingetan, Bescherten mir den Sturz ins Leere, Bis ich aufschlug. |
Endlich war ich auf dem glühend heißen Blech, Und rollte hin und her Und stieß mich ab Und ließ mich sein zugleich Und wurde aufgelöst Und sprang als harter Kern, Ich glaub, man deutete es falscherweise als die Wunde in dem Fleisch, das lebte, Und ich sprang auf einer schrägen Platte Endlos lange talwärts. |
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Es war doch ganz verkehrt, dass ihr ein Schiff aus Stein in eure Straße setztet, Und ihr fülltet es voll Wasser, Und man stieg hinein Und wartete auf andere, Die alles besser wüssten, Und von außen legte man den Steig aus mit Mosaiken, Und an euch vorbei Und lange sang ein Chor euch zum Gedenken. |
Außerhalb der Felder war die Ernte schon beendet, Und ihr suchtet immer noch in trocknem Sand Und sammeltet Vergessen, Und selbst diese Früchte Musstet ihr noch mit den Obrigkeiten Teilen, Und nur wenige erhielten Wohnraum dort Und durften länger bleiben. |
Auch konnte man dich nicht entdecken, Und du sprachst zu uns ganz deutlich Und warst überall Und musstest dich, wie in den andren, Auch in mir verstecken, Und so fand ich mich Und ließ dich sein Und sah dich nun Und ging mit dir, Und alles, was wir sprachen, War das Heben Einer flachen Hand. |
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Ein weißer Draht zog sich und spannte über Felsen in die Hügel, Und ein Dohlenpaar Flog diese Spur, Und deine Finger Spielten auf der Saite, Die du zwischen unsren Beinen Spanntest. |
Weiter oben lag noch Schnee und es gab Eis, Die tief gefallnen Wolken Hüllten uns so maßlos ein Und trennten das Erkennen ab, Und Jahre, Die uns danach schmolzen, Zeigten schließlich völlig neue Angesichter Und verschwiegen auch, Woher du kamst Und deine spröde Kälte, Die bei jedem Klang, Der an dich rührte, Hart vibrierte. |
Der Weinberg
hält das Gräberfeld Bedeckt mit grünem Blattwerk, Und den roten Saft trägt ein Gewässer fort, Die scharfen Kanten spitzer Steine schlitzen deinen Rock, Und Sonnenlicht Und nie benutzter Felsenweg Tun dir Gewalt an. |
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Ihr standet beide in dem Spiegel, Und die Blicke, Die ihr zu uns sandtet, waren in Gefahr zu sehen, was sie sahn, Und über euch und rundherum Verbrauchte man unendlich Kunst, euch darzustellen, Und man wusste auch von Heckenschützen, die nur töteten, Und neben euch war mancher blicklos, Der durch seine Blicke Zu entkommen suchte. |
In dem großen Saal der Blicke Hieß man uns zu schweigen, Und die Menschenmassen standen still Und ließen sich von ihrer eignen Stummheit überraschen Und besprachen sich, Und sie beschlossen eine Stummheit ihrer Sprache, Die sie laut verkünden würden. |
Du schwiegst für dreimal dreißig Jahre, Und das erste Mal bis du geboren wurdest, Und das zweite Mal bis du verstandst, Und dann schwiegst du erstmals, Und sangst ein Kinderlied in ganzer Länge. |
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Am frühen Morgen Gingen wir zum Vorplatz, ganz im Freien, Und nur wenige der Taubenpaare kannten uns, Und links und rechts begrüßten uns die feuchten Hände großer Brunnen Und dazwischen lag der Marmor, Der noch unbehauen war wie wir, Und wartete auf das Zerbrechen Und wie wir auf einen Steinmetz. |
Nichts blieb, wie es war, Und auch die Brust, an der ich lag, Wurd alt von einem Augenblick zum anderen, Und meine Kraft zerfiel, Sowie die Splitter dich verließen, Und um mich herum befanden sich, schon im Erwachen,
die Gesänge all der Vielen, die sich ganz vergeblich Sorgten. |
Wir konnten unsren Abstand nicht verringern, Und wir steckten doch schon ineinander, Und das Kirchenschiff
verlangte mehr, Und neben uns, so hörten wir, Läg wirklich aufgebahrt der Rest von einem anderen, Der nie gestorben wär, Im Abstand, Den er selber maß, Und deine Stiefel Zogst du nicht mehr aus, Und auch der enge Kasten in der Erde Konnt dich nicht von ihnen trennen. |
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Nur Tauben Brachen in die alte Festung ein, Und niemand war, der einen Kampf Mit hingehuschten Schatten wagte, Und die Tränen, Die ich meinetwegen weinte, Weinte nur mein Leib, Die Trauben, Die in meinem Garten wuchsen, Brächten niemals Wein, Der mir zu trinken wert genug gewesen wäre. |
Auch der Schmutz in unsrer Straße Wuchs hinauf an Häuserwänden Und an Bäumen Und an mir, Und als man uns gefunden hatte, Als man uns nach Jahren Endlich ausgrub, Flogen immer noch die rosa und die weißen Vögel Aus den Oleanderbüschen, deren Wurzeln Standen in der Werkstatt, Wo auch ihre Blätter Ganz und gar vergoldet wurden. |
Bei den Kindern Dachte man ein wenig anders, Und von den gefundenen Versteinerungen ihrer Gegenwart Polierte man die einen, Und die anderen bestätigte man in den Farben, Und nur ausgewählte Exemplare Führte man den jungen Eltern Heute schon im Dünnschliff vor, Und manche Frau empfing erneut Davon. |
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Das Glas der Türen Reflektierte noch einmal den Säulengang, Und eine Hand zerschlug mit einem Stein die Spiegelei Und stach die Scherben, Nun als wahre Spieße, in die Erde, Und es brach sofort das schwarze Blut aus dem verletzten Hals. |
Nie zuvor gewann ein Garten Schneller einen Dornenkranz, als sich die Reste alter Zeiten im Gesicht des Mädchens Wandelten in Traurigkeit, Und nie zuvor verstand ich schneller Was ich sah Und pflückte keine dieser Wasser Von der trocknen Wand, Die leise schon die ersten Risse Zeigte. |
Auch das Gold der Decke, Die uns nachts noch wärmte, Wurde tags zum blinkenden Gewölbe unsrer Zuflucht, Und wir standen lang Und hielten unsre Hände hoch, Und jeder formte aus dem Tau der Nacht die Stätte seiner Andacht, Aufrecht sich zu halten, sich im Tau zu Waschen. |
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Ich selbst stand tief im Schatten, Und das Licht, das mich auf Erde brannte, Zündete zugleich den Schwarm der Mücken, Der sich um die Wärme wendelte und zog, Und rundherum verband ein wunderbarer Säulengang das Licht der Erde mit der Obhut, Die sich uns so einverleibte. |
Über uns schritt man im dunklen Umhang Über jene Kordel, die das Kleid ein wenig raffte, Und man sang ein stummes Lied In klingender Gebärde, Und man hob die Hand Und wies sie ausgestreckt und flach zur Erde, Und die Spitze Eines aufgeflammten Auges Warf den hellen Schein uns Weit voraus. |
Aus dem Rasen, den der Kreuzgang einschloss, Trieb ein wilder Spross die Zweige, Und man goss von völlig unbekannter Seite Immer neu die vollen Eimer unverträglicher Gewässer über ihn, Und nebenan erkannte mancher kniend, Wie sich Tausende Verdurstender mit bloßen Händen Davon schöpften, Und nicht einer sah das Grün. |
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Bedenk das Beispiel, Das ich gab, als wir mit den Motoren ahnungslose Menschen Jagten, Denke an das Beben in dem Schoß von deiner Frau, als sie die Jugend von sich gab, Und denk an dein Erschrecken, als die Teile deines Körpers Um dich her im Gras lagen Und die Welt dein neues Kunstwerk fand Und dich so ließ Und keiner nach dir fragte. |
Ähnlich ging es den zwei Köpfen, Die man abschlug, um sie zu bewahren, Die man vorher fragte, um der Frage willen, Die in übergroßen Glasvitrinen zu Regenten wuchsen, als ihr Fleisch Schon lange aufgezehrt war Und sich täglich neu zusammenfügte Und zur Speise wurde, Immer wieder. |
Bedenke auch was dich betrifft, Und denke einmal nicht an dich, Bedenke einfach, dass die Risse der Glasur in allem sind Und dazu dienen, nicht mit gelben Kugeln Zauberkraft zu üben, Und der Trunk, den man dir feierlich in Freundschaft reicht, Mag wirklich, wie man vorher sagte, Gift Enthalten. |
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Aus deiner Karte, die du schriebst, Schlug rötlich braun die Flamme deines Herbstes mir in beide Augen, Und ich sah nicht mehr die Worte, die mir in die Hände fielen, Und ich brach aus Langeweile Mir vom aufgebauten Zaun die roten Fingerblätter wilden Weines ab. |
Neben mir stritt man noch immer um die Todeswaffen Und sie trugen schon, wie ich, den Staub, der sich nach einem Einsturz immer auf die Trümmer legt Und der den kleinsten Atem Klarer zeigt, Als je zuvor die Luft es war, Um die wir stritten. |
Ein Finger fiel zuerst von meiner Hand Und ließ im Raum den Umriss stehn, Und ich begann mich zu verzahnen, Und die Räder, Die sich sonst so nutzlos an mir rieben, Trieben mich nun lückenhaft voran, Und neben mir lag manches Teil. |
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Aufschläge 1321 -
1323 Als ich dich mordete, Warst du mir völlig unbekannt, Und fern warst du Und standst zu meiner rechten Hand, Und hätt ich dich gekannt, Nur etwas mehr Und nur ein wenig länger, Hätte ich gespürt, wie das Metall In dich gedrungen ist Und wär mit dir gegangen durch den Schmerz, Und meinen Tod, Den ich von dir empfangen hatte, Hätte dich gerührt. |
Man fand in Segeltuch verpackt Den Blumenkranz, Die Trauer, die er schmückte, Flog beim Öffnen auf Und breitete die Flügel aus, Dass wirklich alles unter ihr erstickte, Und die mitgebrachten Segel Blähten sich Und suchten irgendwo Geselligkeit. |
Die Dichterin, Die nachts den Schatten zu dem Vater in die Kammer schickte Und sich zu ihm legte Und von ihm empfing, Und ungeachtet ihrer Mutter, Sich von ihm zu Tode lieben ließ, Die also, wie das tote Armenkind die Risse an der Zimmerdecke zählte, Ritt die Tiere blutig, Die uns tags die Wachheit Hüteten. |
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Ich rief dich an am frühen Morgen Und betrat den leeren Raum, Und suchte dich vergeblich, Und ich sprach trotzdem zu dir Und machte halt am Ende meiner Kriechspur abendlichen Denkens, Und den Zettel hielt ich dir entgegen, Und ich bat dich immer noch um eine milde Gabe, Wie es dort geschrieben stand in goldnen Lettern, Kaum zu tragen. |
Lange sprachst du von den Freunden alter Zeit, Und lange glitt ein blankes Holzteil Aus der einen Hand in deine andere, Und vor dem Fenster stand die Jugend mit der Urne ihres Schwesterleins Und folgte jeder der Bewegung Ganz genau. |
Der Flur, Den du so herrlich schmücktest, öffnete an einer Stelle seine Wand Und brach sich ohne Tür den Weg ins Freie, Und von nun an reparierte ich die Vielzahl deiner Arme außerhalb, Und unter deinen Kleidern Wuchsen mächtig Fruchtbarkeitssymbole alter Steinfiguren. |
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Dagegen halt ich, dass die Fahrradspur, Die durch die Pfütze führte, Später über meinen Tisch, an dem ich saß, Und über meine Zeitung lief, in der ich las, Und du, wie könnt es anders sein, Ließt deine schönen Arme mit den Astern an den Enden in der Vase stehn Und reichtest mir den Ellenbogen, Meinen Kuss dort ab zu legen. |
Ich legte auch die süßen Worte in die Mulden, die die Blätter deiner Hände an den Stengeln bildeten, Und stand als Wanderer Und angelehnt an eine warme Felswand In den Fingerspalten, Und der Ring, das goldne Band, War zwischen mir und mir. |
Auch hörte ich, als du zu reden anfingst, Viel von deiner Angst, Die dir noch tief im Körper saß, Und deine Finger griffen, Sich zu vergewissern , in den Schoß Und sie berührten jede Stelle deiner Weiblichkeit Und prüften auch den dünnen Faden, Der sich mitten über deine Brüste legte Und im Rücken spannte Und der tiefe Kerben schnitt Und dich in dir zu Trennen suchte. |
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Schade, dass die Ruhe, die uns blieb, Sich in die Schere deiner Zeiger zwängte, Schade auch, dass dein Klavierspiel aus dem Fenster fiel, Dass niemand da stand und dich auffing, Schade auch, dass deine Anmut sich an mir die Strömung der Bewegung brach, weil ich in deinem Flussbett Wohnung nahm, Und schade auch, dass grade jetzt die Sonne Unterging. |
Wäre ich dort drüben auf dem hellen Fleck, Der uns in eins, zwei Stunden Und in Nacht erscheinen wird, Würd ich vielleicht beklagen, dass das blaue Ding doch stehen bliebe Und sich in sich selbst die Zeit vertriebe, Und man sähe mich tagein, tagaus In irgendwelchen Schößen liegen, In den Wimpern deiner Augen, Der Mechanik eines Todes, In den asymmetrischen Gedichtmaschinen, Oder wirklich noch im Mondlicht. |
Ich schnitt die Zeit, die zwischen dir und mir bestand, ganz kurz Und kam zur Treppe, weil du riefst, Und vor mir stand, bevor ich kam, Ich selbst schon neben dir, Ein anderer, der eben schneller war, Und du warst still, weil ich dir reichte, Und es war genug, Und diesmal wäre mehr zu viel. |
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Jede Stille, die sich in mein Zimmer schlich, Verschlang der warme Teppich, Und gedämpft vernahm ich nun Und allerlei der Spielerei, Die ihr mit eurer Herrin triebt, Und Gift war in der Tasse, Die ihr ihr zum Trinken botet, Und sie hütete sich einen Glauben ohne Nachtlaterne. |
In der Stadt, Die hier in meinem Vorhof lebte, Zeigte man den Frieden, Den man suchte, Und die lange Reihe Menschen, die sich an den Händen hielt, Wurd nun zur Fackelkette, Als tatsächlich meine Nachtlaterne Auf sie niederfiel und Licht auf ihre Sache Brachte. |
Meine Herrin Half mir stets mit Liebe ihre Fallen zu betreten, Und ich liebte um so mehr, Und endlich ließ sie eine Karte ihrer Launen fertigen Und ließ mich damit gehn Und wünschte mir das Glück, Das ich ihr lang genug beschert hätt Und begleitete mich nun auf allen Wegen, Mit den Händen voller Nachtlaternen, die sie auf hing, Wo ich auf sie traf. |
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Die Tage meiner Gärtnerei an dir Vergingen schnell, Und in den letzten Augenblicken zeigtest du mir noch,
Aus langen Frauenhaaren sich ein Saiteninstrument zu bauen, Das man nach den Blütenfarben, so wie man sie
züchtete, Zu stimmen habe, Und der Künstler Sah in allem, was uns musizierte, viele, viele Kreise der Radierung. |
Deine Kleider Waren immer lang und elegant Und hatten nie ein Oberteil, Und jede deiner schönen Formen War zugleich ein Teil von dir, Und alles um dich her floss dir entgegen Und umwarb dich, Und du löstest dich fast darin auf, So schmiegsam konnten sich die Fingerspitzen auf die Blicke meiner Augen Legen. |
Abends blies der rote Mond sich auf Und hielt sich nur in Häuserhöhe überm Horizont, Und meine Tänzerin begann den Herbsttanz, Und sie drehte mich so schnell, Und zwischen ihrem Stirnband Und dem Himmelskörper Zündete sie eine lange Spur, Auf der wir liefen Und uns an den Händen Hielten. |
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Schon als Kind trugst du die roten Beeren, Und du standst am Waldrand, Und als deine grüne Krone weite Schatten langsam über deine Füße wandern ließ Und sich Ruinen fremder Häuser dort versteckten, Wuchs dir erst die Brust, Und später, als du mit den Röcken deiner Früchte Schützend und gewaltig schirmtest, War der große Garten eines Hofes um dich her, Und jeder malte dich und pries die Sanftheit deiner Stimme, Und es war doch alles nur die Märchenoper, Die ich aus dem Hartholz meiner Hand Erfuhr. |
Ein andrer zog auf einen dünnen Draht die trocknen Blätter, Und er machte sich daraus Girlanden, Und ein junges Paar sprach miteinander über einen
ganzen Tag nicht kein Wort, Und war sich fremd Und nahm sich auch nicht wahr Und ließ sich auch nicht aus den Augen, Und ein junger Mann aus bestem Haus Schloss seine Füße an ein Tischbein, Und er ließ sich von dem Mütterlein Versorgen. |
Auf dem Bettrand Saß ein Kinderkopf Der heftete den Blick an dich, Und musstest du den Raum verlassen, Nahmst du ihn im Puppenwagen mit, Und deine Liebe zu dem einen Wesen Sei dir so viel wert, Und erst in Dunkelheit, Wenn du es selbst kaum unterscheiden konntest, Tauschtest du mit ihm Was tauschbar war. |
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In dem Fenster stand das Gitter schneller Regentropfen, Und auf meinem Weg hierher Ließ ich die trocknen Blätter Sich im Wind verwehen, Und mein Federkleid Musst ich sehr mühsam an mich drücken, Und du standst dort drüben, zwischen Glas und Wind und Regen, Und auf meiner Seite Eilte trocknes Laub Vorbei. |
Heute war es schon das vierte Mal, Dass du befahrnen Gleise Auseinander bogst, sie spreiztest, Und ich hatte viel zu tun, die Wege deiner Räuberei zu pflegen, Und du warst doch nicht der einzige, Der in den Jahreszeiten lebte, Und ich las in einer Tageszeitung, Dass man in besetzten Ländern schwangre Frauen schlitzte, Und der Mord An sich einem selbst nahm ständig zu, Und Nachbarskinder Legten neben die gefangnen Mäuse Wilder Katzentiere auch ihr Lieblingsspielzeug. |
Einer grünen Bank Zerbrach man eine Sprosse, die zum Sitzen diente, Und die Wiese nässte deine Kleidung, Und mein Weib zog ein unscheinbares kleines
mörderisches Wesen bis zum Wahnsinn groß, Und ich bedrohte mich Und fürchtete den Augenblick der eignen Freiheit. |
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Der Tisch, An dem ich täglich speiste, Brach entzwei, zerfiel in seine Tageszeiten, Und ich gab von meinem Dasein Einen großen Teil der Leere, Und es riss sich der Gehorsam aus der Reihe der Soldaten Fast den ganzen Rest heraus, Und draußen vor dem Fenster Pickte jeden Morgen eine Spatzenschar Die hin gestreuten Frühstückskrumen, Die ich nicht verfallen ließ. |
So geteilt, Besuchte ich die Mosaikenschule, Und man brauchte keine neuen Farben, Und die Leere des Gehorsams spielte vor der Tür mit Lieblingen der Götter, Und für die Besucher Blieb die Kammer meines Daches zu Entdecken. |
Nichts von dem traf die Intressen, die du hattest, Und du hobst Gewichte, Und ich lebte neuerdings nicht mehr, wie ihr es
lerntet, In der Schwerkraft, Und die größten Eisenteile Schob ich mit dem einen Finger in den Raum, Und suchte einen Totenschädel, Der genau, wie diese Lasten, Schwerelos und ganz in meiner Nähe Leben musste. |
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Gestern sah ich den Bericht von deinem Unfall, Und man fegte wirklich nur mit einem Besen Und ein wenig Späne diese weiße Masse deines Kopfes von dem Straßenpflaster, Und ein junges Mädchen Hatte nicht gehört, Dass in der offnen Tür sich Regenschirme spannten, Und es kleidete sich sommerlich Und las noch einmal die Geschichte von der Reise in das Eisgebirge. |
Aus dem Himmel fiel ein Sternenbild aufs Meer, Man fuhr noch auf dem Lande mit den Kutschen, Und deine Arme, den du für die Taufe dieses unbekannten Wesens Aus dem Fenster strecktest, War in Gold gefesselt, Und ein viel zu schwerer Anker hielt die milden Worte, Die du sagen wolltest, Fest. |
Dann konntest du das erste Mal dies Vogeltier in Wahrheit sehen, Das mit seinem Doppelkopf nach allen Seiten blickte, Und es teilte sich ein mörderisches Märchen, als es einem Kinde Wahrheit wurde, In die Spiegelwand, Durch die hindurch man doch Von rückwärts schauen konnte, Und die Mutter, die es suchte, Lag dahinter, Und trug falsche Haare Und blieb unerkannt. |
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Du sagtest mir, der Tag, auf den ich wartete, Sei längst vorbei, Und auch im Telefonbuch, das uns alle führte, Fand ich euch nicht mehr, kein Name war hier unter gleichen Namen, den ich kannte, Und ich ging zu dir Und stand vor dir Und sah dich an Und fragte nach dem Weg, Den gabst du richtig an. |
Es blendete die Sonne, Als ich dich erreichte, Und die Hand Hielt ich vor deine Augen, Und du warfst nach mir Und schaltst mich einen Dieb, Die Fremden, die dir helfen wollten, Wehrtest du von dir und sagtest, Dass es nur die Sonne sei, Die dich so blende. |
Dann sagtest du, Glaub alles, was du siehst Und traue niemals deinen Augen, Lies mich ganz genau Und deute was du weißt, Und in dem Fenster hängen gläserne Gestelle, Die tatsächlich in dem Luftstrom Lautlos aneinander treffen, Und ganz leise läuten, Leise, lautlos läuten, Lautlos läuten, Läuten. |
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Du liebtest die Geräte, Die dich häuslich werden ließen, Und den Löffel küsstest du nach jedem Essen, Und man fand auf einem Bergesgipfel den Altar, auf dem die Opfern deines Feldherrn Hingerichtet wurden, Und ich, der ich bettelarm, ein Gräber war, Der, wie ich oftmals sagte, in der Tageserde schürfte, Wohnte in der kleinen Hütte Unter deinen Füßen, Und hielt haus mit den Gefühlen, Die mich speisten. |
Selten nur durft ich die windgemachten Klänge eurer Gläser reinigen Und stimmte sie ganz neu Und fing die Töne ein Und trug sie dir zusammen, Und ein alter Mann, versteckt und hinter langen Bücherreihen, hütete die blanken Schätze, Und mein Eheweib verbot es mir, So schwärmerisch in warmen Haaren junger Mädchen zu verweilen. |
Harte Früchte schlug ich mit der Axt entzwei, Und was wir wussten, Lernten wir zu langsam Und begriffen erst, wenn sich der Frost Auf unsre Dächer niederließ, Und von den meisten Säften, Die ich trank, brach mir ein Fieber aus Und ließ mich kalt und in geschnittnen Scheiben auf dem Tisch zurück Und dort verrosten. |
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Es ist so leicht gesagt, ein "Ja", ein
"Nein", Und beides könnt es sein, Vielleicht auch nichts von beidem, Und es ist nicht zu verstehn der Übergang von einem Land zu dem anderen, die Brücke, die besetzt von Wachsoldaten, deine linke Hand Von deiner rechten trennt, Ich kann auch nicht verstehn, Wer nun die Späne Deiner durchgesägten Worte Aufliest. |
Was ich tat, tat ich umsonst, Und tats mit Freude, Und der Raum war voll mit mir Und überall stand ich herum Und tats und schuf es, Schlug es aus nur einem Stein, Und andre ritzten ihre Namen Heimlich in die nackten Sohlen meiner Wege, Und ich trug die Falschheit Immer weiter, immer weiter Und sie wich nicht einen Fingerbreit Von mir und nicht aus meinen Spuren. |
Manchmal, wenn ich tödlich krank Und offenbar gesund, die Räume meiner Gegenwart verließ, Verließ ich mich auf diese Leere, Und sie könnte doch nicht zu zerstören sein, Und kam ich wieder heim Und suchte für Sekunden zu genesen, Brach ich ein in diese Falle, Die ich vor dem Eingang Übersah. |
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Weil ich so überlang geboren war, Mit unverwechselbaren Stecken an den Beinen, Hatten mich die andren, immer, wenn ich gehen wollte,
Richtig hin zu stellen, War ein Käfertier auf glattem Rücken, Das sich mühte, zu verstehn und einzusehn, Und manchmal bog der Wind den Halm in meine Nähe, Und ein fremder Mechanismus richtete die Schranke Wieder auf. |
Die Kinder bauten winzig kleine Häuser, Und sie zogen ein Und sagten mir von drinnen Wie es draußen sei und riefen mich Und standen an dem Fenster meiner Wohnung, Und sie waren lieb und fügten sich Und nährten sich von Krumen, Und der Schirm, der mich nach meinem Absprung Tragen sollte, Blähte sich und stieg empor Und ließ mich in die andre Richtung Fallen. |
Die Steinfigur stieß ich zur Seite, Und der Rücken ihrer Sohlen War ganz glatt und rund und unbenutzt Und schön geformt; Ja, als ich mich zur Seite stieß, Aus meinen Armen fallen ließ, Nahm jeder, der vorbeiging an, dass meine Zeit vorüber sei Und ließ mich liegen, Und man staunte, dass bei dem Gewicht Nichts in die Erde drang Und Wurzeln Schlug. |
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Heute glaub ich dass ich lebe, Und ich lebe wirklich, Und vom Südmeer Wird berichtet, dass man dort die Toten massakriert, Und hier, in meiner Manteltasche stecken alle Worte meines Trostes, Und im Garten der Nationen gibt es keine Richter, Und es lebt der Königsmörder mitten unter uns, Ja, schlimmer noch, Er nagelte sein Leben an die Krone, Die er täglich einem andren Schenkt. |
Vom Stirnband schwamm ein goldner Fisch in deine Augen Und begrüßte abertausend seinesgleichen, Und an diesen Schwesterseen Stand niemand mit der Angel, Und die Uferränder waren sanft und etwas grün Und bargen viel Getier, Und diese Wasser sahen wirklich aus der Ferne Nicht wie liebevolle Augen aus, Die in die Ferne Blickten. |
Auf dem Weg stand manch ein Zeichen, Und es hatte eine fern bediente Schaltung für verschiedne Positionen, Und die Kinder hoben ihre Hände, Und sie ließen eine Mauer Nicht zusammenfallen, Und ich kam an deine offne Tür Und traute mich doch nicht hinein Und winkte dir und rief dich an Und sah das Mondlicht Nacht für Nacht in deine Zimmer Scheinen. |
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Noch klebt das Spinnweb an den Händen, Und die nackten Äste Zünden wieder schwarze Lampen, Die mit Flügeln schlagen Und sich, breit gefächert, vor den Himmel stellen, Und in warmer Stube Steht ein nackter Mensch, Ein nachbarliches Kind schreibt an diesen König von den Flügeln junger Mädchen, Die in blätterlosen Bäumen Leben. |
Früher, als ich nicht zu denken wagte, Ließ ich die Propellerspitzen tief in meine Schädeldecke dringen, Und es brachte nichts, Und heute traut sich keiner mehr, mit mir die Instrumente, die wir zum Sezieren brauchen, Messerscharf zu halten, Und im Eismeer Sank ein Schiff, als du dir deinen Oberkörper Pflegtest, Und du sagtest, dieses Unglück Sei, genau genommen, schon vor einem Jahr geschehen, Und dein eignes Leben Sei erst halb am Leben. |
Wenn du anhieltst, sah ich, Dass du dich als Doppelstern Um deine Mitte drehtest, Und du zeigtest deine Weiblichkeit Mit mannskopfgroßen Brüsten, Und auch das Organ verschlang die ganze |