Buchtitel,
ISBN 3-937264-26-4
Lyrik.
10.000 Aufschläge
Band 15: Aufschläge
7000 - 7500
"Es lohnt
sich, einmal einen heutigen Dichter kennen zu lernen, der mit der deutschen
Sprache einen faszinierend fremden Weg betritt und trotzdem dem Leser Freiraum
lässt für eigene Gedankengänge, ohne dass die Probleme in erhobener
Zeigefingermanier zu zeitkritischen Trampelpfaden werden." (1986:
Gutachten).
Harald Birgfeld, von Beruf Diplom-Ingenieur, schrieb seine
Gedichte während der morgendlichen Fahrt mit der Hamburger S-Bahn zur
Arbeit. Seine Texte entstanden fast
immer bereits in endgültiger Form.
Copyright
2007 beim Autor, Harald
Birgfeld, alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Veröffentlichung darf ohne schriftliche
Erlaubnis des Herausgebers, Harald Birgfeld, reproduziert werden. Das gilt
insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Verfilmung und
Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Herausgeber, Autor,
Redakteur: Harald Birgfeld, über e-mail:
Harald.Birgfeld@t-online.de
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Klettere nach oben, klage an Und klage uns, Denn unermesslich ist dein Schmerz, So klettere nach oben, Höre unsre Klagelieder an, Sie machen schließlich schmerzfrei, Und sieh hinter dich und finde Schatten, die sind nicht mehr dunkel
sondern Licht und bunt gekleidet, Ja, sie fielen von dir ab Und gehen ihrer eignen Wege, Und der tiefe Schmerz lässt sich nicht einfach
wiederholen, Und ich hörte, dass die Herzverletzten große Narben in sich
trügen, Die versorgt kein Blut. |
Nachts, das sah ich nun, als ich mich Wieder zu dir legen wollte, Weil du mir begehrenswert erschienst Und weil du mir entgegen kamst, Ja, nachts schob ich die Säule hellen Lichtes mit dem Bettgestell in eine große Höhle, die entstand im Zimmer, das war viel zu klein Und weitete sich unermesslich aus für
diesen Zweck, Des Nachts erstarrtest du und ließt sich Andre zu dir wenden Und ich musste auf dich warten, Und der Lichtstrahl, der dich trug, Fuhr viel zu langsam wieder ein. |
Unter uns befanden sich auch Puppenmenschen, die erfand man, um uns zu
bevölkern, Und ich lebte all die Jahre unentdeckt und wechselte den Standpunkt häufig, Und ich hüte mich noch heute sorgfältig Vor jeder Art Verletzung. |
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Man schrieb das Jahr, das diesem folgen würde, Und du hattest mir noch nichts erzählt Von deinem und von deinem Leben, Heute wusste ich davon, Ich würde es erfahren in dem Jahr, das diesem folgen würde, In den Bildern deutetest du alles an Und ich entdeckte, wie geschickt du die Gesichter deiner Zukunft zu verstecken
wusstest, Ganz natürlich fehlte ihnen die Lebendigkeit, Es war ja lang noch nicht das Jahr, das diesem folgen würde, Und ich stand am Ende, So, wie du dich gabst, Würd ich dich nicht aus einem Kaufhauskatalog erwerben wollen. |
Einmal dachte ich zurück soweit ich
konnte, Machte vieles ungeschehen Und befinde mich nun hier, Und habe die Erlaubnis über meine Zukunft
nachzudenken, Die geschieht gewiss, Und ich spiel darin keine Rolle, Und ich spüre einen Ruck, weil man an diesen Reisezug ganz unvermutet neue Wagen hängt, Die kann ich zwar nicht sehen, Doch ich weiß, dass sie mich etwas Angehn.
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Gestern schlug ich mit der Spielzeugpeitsche einen Kreisel aus der Jugend, Und ich sag es nur, weil mir die Dummheit meiner Handlung heute auffiel Als ich aus dem Kreisel kletterte, Der stand noch in der letzten Drehung aufrecht, Und es wurde Zeit für mich. |
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Manchmal wurd
es dir zu viel, Und vieles wurde viel zu schwer für dich, An deinen Armen zog ein Auftrieb, der dich oben
hielt, Die Schwimmbewegung deiner Beine war ganz ungeübt, Und auch umsonst stießt du das Eine und das andre Mal in Tiefen wo der Boden fehlte, Und dein Anruf wurde falsch von mir verstanden, Ich benahm mich in der Hilfestellung, die du abriefst, völlig
ungelenk, Du wusstest nicht, dass ich die Angst vor offnem
Wasser niemals überwinden würde, Und ich sah auch nicht genau, Was unter deiner Oberfläche stand. |
Im Bahnhofseingang lag ein junger Mensch, Und andre beugten sich zu ihm, Man legte ihm den eignen Kopf in seinen Nacken und die Arme unter seine Füße, dass das Blut so besser zirkulieren könnte, Seinen weißen Blindenstock warf man zur Seite, weil jetzt andre für ihn sahen, Das war besser, Und man dachte, dass man ihn mit etwas Glück würd retten können. |
Draußen trafen Sommervögel ein, Das freute mich, ich zog zu ihnen auf,
weil eine kleine Freude größer war als keine Freude, Und sie waren aus der Nähe nicht die Gäste aus dem Vorjahr, An die Alten konnte man sich kaum
erinnern, Und ich spräche eine längst vergangne Nestzeit
an, Die wäre wirklich zweimal abgetan. |
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Hätt ich nicht auf dich gewartet, Wär mein Raum jetzt leer, Du siehst auch, dass der Regen später fiel, denn unter mir ist trocknes Straßenpflaster, das biet ich dir als
Beweis, Du aber blickst hinauf zur Wolke wilder Tauben, Und ich kann es nicht verstehen, wie sie Antwort geben sollen, Woher willst du wissen, dass sie dort
schon flogen, Als ich ankam. |
In der Jugend fesselte ich einen Baumstamm an sich selbst, Ich hatte dafür auch ein Urteil fällen müssen, Und das Seil fand ich auf einer Straße, Damals nahm ich es als Fingerzeig, das war erlaubt, Und alles war gerecht und richtig, Und ich lebe heute völlig anders Und notiere alle Nachtgeräusche, die ich auf der Tagesbrücke höre, und zur Tarnung geh ich aus mit einem Blindenstock, den hänge ich mir auch im Gehen lose an den Arm, weil ich mir
sicher bin, Dass mir wohl niemand in so später Nacht begegnen wird, Und die, die mich verfolgen, Lassen sich nicht täuschen. |
Ich musste mich als Diener unter Dienenden verkleiden, Und ich lebte so die Tage und die Nächte und so fort Und war in Wirklichkeit ein Diener unter Dienenden, Der brauchte sich nicht zu verkleiden, Den erkannte man sofort, Und Dienende hätt man mit ihrer eignen List niemals betrügen können. |
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Ich konnte gehen, wann ich wollte Und wohin ich wollte, Und ich lebte völlig in der Symmetrie, Wuchs ich nach oben, ging es auch
gleich in die Tiefe, Wenn ich aß, begann schon die
Verdauung, Dachte ich, traf mich sofort die Flüchtigkeit, Und war ich höflich, nutzte ich
mich schamlos aus, Die Freiheit, die ich eingoss, floss
aus einem Bodenriss als Sklaverei ins
Tischholz, Und den Rand, der dann entstand, war kaum
noch zu entfernen, Und ich liebte schließlich den Verzicht so sehr wie die Erfüllung. |
Täglich legte man mir Zahlen in den Schoß, die ich
sortierte, Und man goss mich ein in eine neue Nachricht, legte gleich darüber
eine neuere, Und es entstanden viel zu viele
Schichten, Und nur einmal, als ich mich in
einem schwarzen Kasten nicht zurechtfand, Wurde alles zum Erlebnis und ich selbst zum Mittelpunkt des Weltgeschehens, Das erzählte ich und oft genug und
immer wieder neu Dem kleinen Zimmervogel, Der war jung und lernte grad das Singen. |
Nachts erkannte man kaum die Kanäle unsrer Stadt, Ich orientierte mich nach Spiegelungen heller Punkte und
nach ihrem Flackern auf den kurzen Wellen, Alles sah ich von dem Fenster meines Zimmers aus, Mit meinen Füßen war ich auf der Straße, Die Kanäle zogen sich durch Riesenaugen, Und ich stand ganz dicht vor
ihnen. |
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Von meiner Langeweile riss ich wahllos ein
Kalenderblatt Und schaute, ob ich einen dieser Sprüche darauf finden würde, Aber es war leer, Ich rollte eine Perle, die war wertlos, Hin und her in meiner Hand, Die schlug an meinen Fingerring, In dem schoss eine ganz geheime Rohrpost rund, die hatte keinen Ausgang, Und ich kannte den Empfänger nicht, Und drüben stand die Frau vor einem Sprechgerät Und sang ein Klagelied aus ihrer fernen Heimat, Und der Text blieb unverständlich, Und es nützte nichts, dass sie ihn wiederholte, Und ich dachte, wenn man nur noch seine Freiheit zu verlieren hätte, Hätte man doch nichts mehr zu verlieren, Und die Freiheit wäre nicht mehr abzureißen. |
Andre trugen Fahnen, die an Stangen hingen, Und auf ihren Spitzen steckten mörderische Spieße, die ganz nutzlos in den Himmel stachen, Und erst später, als der Aufmarsch längst vorüber war, Entdeckte ich die Wunden über mir, Es tropfte Blut aus einer langen Straße, Die war ganz unmöglich zu betreten, Und sie war der Fußweg unsrer Köpfe. |
Außerdem besaß ich einen kleinen Namensstempel, Damit war es einfach, einen Abschied nicht gleich zu vollenden, Und ich stempelte die eigne Hoffnung immer wieder auf ein winziges Papier, das ließ ich nur für mich dort Liegen. |
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Ich lebte in Bescheidenheit und wich mir aus Und las nichts über mich, weil es mich intressierte, Und ich wollte mich bezwingen, Und die zweifache Natur wurd immer deutlicher, Die Kunst ging mir verloren, Und ich hatte alle Hände voll zu tun und schwankte zwischen
mir und mir Und wusste nicht mehr, wem ich galt, Die Frau an meiner Seite riss mich aus dem
Schlaf, Sie spürte instinktiv Gefahr in ihrer Nähe, Und ich war nicht dankbar, Und es ging ja wirklich nicht um sie, Ich fragte nicht ein Wort und suchte vor dem Bett nach Resten. |
Als ich mich zum Essen an den Holztisch setzte, fand ich
einen Brief, der war ganz unbeschrieben, Lag auf meinem Platz, und er galt mir, Ich las ihn bis zum Ende und verfiel in eine Starre, Dass ich mich dort sitzen lassen musste, Und ich staunte, dass mich diese Kleinigkeit so treffen konnte, Und ich aß woanders. |
Neben mir saß dieser Mann in einem festen Kunststoffmantel, Und ich hörte dessen Stoffe aneinander reiben, wenn er sich
bewegte, Es entstand darin ein Rhythmus, der mir auffiel, Und ich sprach ihn an, um ihn zu fragen, Doch er war in Angst, denn dieser Mantel würde unter einer ganz bestimmten Wärme, die er noch nicht kannte, in sich
selbst Zerfallen und im letzten Augenblick geräuschlos werden. |
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So sah ich dieses Frühjahr mit zwei Augen, Und die Bilder lagen ineinander, Dass ich glaubte, mich zu irren, Und vor unsrem Haus stand eine Birke, der das zarte Grün noch fehlte, Andrerseits wuchs es schon unter jeder Knospe, und der ganze Baum erstrahlte bis tief in die Nacht, Die wurde nicht mehr schwarz, Sie nahm das Blattgrün an wie alles ringsumher. |
Die Frau in meiner Nähe ließ mich sein Und wandte ihren Blick nie mehr auf mich, dass ich
erschrak, Ich weinte über mich und kroch in einen Schrank, damit mich niemand sah, Und ihre Augen hatte ich gegessen und
verschlungen, Und sie sah mich aus den Händen an, Die hatte ich mir vors Gesicht geschlagen. |
Es war auch so, dass meine Augen es erlernten, Bilder, die sie nur am Rand erkannten, Ganz genau zu sehen, Und ich sah ja nicht dorthin, Ich sah daran vorbei und achtete nur auf
das Äußere Geschehen meines Blickfelds, Das entzog sich später raffiniert in
einen Raum direkt vor meinen Augen, Und es machte mich zu seinem Mittelpunkt. |
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Es dauerte sehr lange, Und die Fahrt, die ich mir vornahm, nahm an einem Kreis, den ich mit einem Stock in weichen Boden schrieb, den
Anfang, Und sie endete in einer Wüste, die war leer, Und leicht war es für mich nun die Bedeutung zu erkennen, Und sie sollte Zuflucht sein, Ich war der Flüchtling, der in seiner neuen Heimat
stand, Es folgte niemand, niemand war vor mir, Und meine Spur lag unentdeckt noch unter meinen
Füßen, Und ich sah: Was an mir endete, blieb Unvollendet. |
Aus dem Fenster fiel ein Blatt Papier, Das sollte mir nun weiterhelfen, weil die Stimme, die mir etwas sagen wollte, Unterwegs verloren ging, Sie hatte nirgends Spuren hinterlassen, Und das Echo, das man kannte, traf nicht jedes Ohr. |
Ich sollte ein Vermächtnis hinterlassen, Und ich hatte wirklich keine Zeit, Und würd ich stehen bleiben, keilte sich
ein Abstand ein, Der trennte mich von mir, Der bräche mich wohlmöglich auseinander, Und ich schrieb in Hast, dass ich voll Zugeständnis sei und sehr darunter litte. |
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Ich gab dir einen Gruß auf deinen Weg, Darüber lachtest du, Es gab ja keinen mehr, An den du ihn entrichten konntest, Und die Luft um dich drang ein in
dich und mich Und kannte keinen Unterschied, Und später, als du fort warst,
blieben die Gedanken an die Leere hier bei
mir, So konnte ich dir etwas helfen. |
Als ich aufsah lag ich bäuchlings
vor der hellen Wand, Und die war nicht aus Stein und nicht aus Mauerwerk, es
war ein Strahlenvorhang, der stand
senkrecht bis in eine Ferne, Mit den Blicken, die das Ende suchten, rief ich laut: „Was soll ich tun, Ich habe ja bereits getan Was ich noch machen soll Und kann nur machen, was ich tat, Und hätt das Ende gerne
abgesehen,“ Das, so wusste ich genau, Lag nicht dort oben sondern dicht
vor mir, Und mit dem Kopf stieß ich an seine Kante. |
Jemand lebte lange Zeit im Hohn, Zu mir sprach er: „Grüß mir den Atem, den du liebst, und halte ihn
nicht fest, Und lass ihn frei für mich,“ Ich dachte auch, dass ich wohl
sterben müsste, Bliebe er bei mir Und stand auf einem Salzsee, der war ausgetrocknet, Und vor mir, auf einem Schreibtisch lag die Bilderkarte,
die bewies, dass dieser See tatsächlich existierte. |
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Wenn ich rückwärts schaute, sah ich mich
auf einer Oberfläche, die war stramm gespannt als Tuch und sie verdeckte eine Wahrheit, die war schlecht zu sehen, Und das Tuch, das federte, warf jeden Sprung und jeden Fall zurück, Dass man sich kaum getraute, Und ich schrieb ins Tagebuch, das lag nun auch zurück, Ich schrieb, dass ich den Wahnsinn der vor mir Getöteten, Nun übernommen hätte, Und er wäre mit der Welle über mich gekommen, Die war durch ein Meeresbeben ausgelöst Und hatte lange angedauert. |
Man brachte mich in dieses überweiße Zimmer, dass ich ganz allein mit meinem Leiden sei, das war nicht schlimm, weil
mich die gleiche Farbe quälte, Und sie löste sich nun auf, Und über meinem Schlafbett hing ein Werbespruch, der mahnte mich zur Ruhe und empfahl: „Leg du dein Herz beiseite, aus dem Längsschnitt über deiner Brust Tropft reichlich Blut, Das reicht für zwei.“ |
Zwischen meinem Raum und dem dahinter fielen meine Worte an die Glaswand, Und dahinter sah ich Menschen leben, Und sie sahen mich und trieben so
geräuschlos in der Schwebe, dass wir nicht mehr aufeinander
hörten, Und es war die Perversion gemalter Und bewegter Bilder hinter Glas. |
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Keines von den Bildern ließ mich aus, Wir lebten in der Zeit, die nur in Bildern sprach, die Worte wurden blätterarm, Man schlug sich auf und andere Und sah hinein Und schlug sich wieder zu und legte sich
beiseite, Und für illustrierte Leben zahlte man den Reichtum aus, So wurde man verdient, Man bildete auch farbig Lippen ab, die spitzten sich ein wenig
wie zum Kuss und, wie die andren sagten, Formulierten sie den Richterspruch, den hing man auf in Galerien. |
Hinter meinem Wohnhaus fing ein Wäldchen an, Das war sehr klein und lebte von den Pinselstrichen, die die Stämme, Äste, Blätter strukturierten, Und ich selbst trug beim Betreten eine Sichtschutzbrille. |
Über mir begann die Hörigkeit, die schlug sich auf die Erde nieder, Und ich rechnete mir die Entfernung aus, die nötig wäre, um die Luft, das Wasser, um das Feuer und die Erde zu vergessen, Und der Abstand reichte bis zu mir, Und in die Falle war ich nur geraten, weil dies doch
ihr Wesen war. |
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Ich begann die Briefe neu zu lesen, und ich las der Reihe nach, wie du es damals dachtest, Nichts von dem war eingetreten, Deine Wünsche lagen eingeschlagen zu Papier Und waren ungeöffnet, jede Zeile blieb versiegelt, Und ich las nun alles rückwärts noch
einmal, dass ich zum Anfang fand, dort stieg ich in das Bergwerk ein, ich übersah es seinerzeit, Erst jetzt entdecke ich den Einstiegstunnel, Der war menschenleer und endete in tiefer Dunkelheit, Du hattest mir nichts hinterlassen, Und ich staunte über deinen Einsatz, der war ohne Schranken, Heute hörte man nur Wassertropfen, die in Seitengängen aus
der Decke fielen. |
In dem Wohnhaus wuchs der Ruhepilz
und breitete sich aus, Ich ging in eine Bodenkammer und durchbohrte dort die Decke, dass ich unter mir ins Zimmer, das ich grad verlassen hatte,
gucken konnte, Und es war noch immer leer, Ich richtete mich ein, die Ruhe würde sich verraten wollen, wenn ich Wiederkommen würde, Und ich wartete. |
Ständig hörte ich die fremde Stimme über mir, sie kündigte Stationen an und brachte einen Hinweis, eine Möglichkeit, sich zu verhalten, Etwas nicht zu tun, Sie ignorierte meine Existenz und dass ich als Gefangner
mitfuhr. |
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Du erklärtest allen, die Natur sei voller Unschuld, Und sie werde schuldig nur durch
uns, Auch schweige sie zu allem, was an
ihr geschehe, Und du sagtest auch, Dass wir uns selbst beringten, wenn wir an dem Waldrand stünden und nach innen
lauschten Und dann außen auf ein Echo warteten, Und ganz unnötig wusstest du, dass
dieser Baum schon damals, als das große Töten stattfand, wuchs und seine Augen offen hatte, Ganz umsonst gemahntest du Und blicktest in die falsche Richtung. |
Die Natur ist ohne Kunstherz, Und sie lebt ganz ohne die Gerechtigkeit, Und damals, als du Bilder maltest, Nahmst du amputierte Glieder, Und du stelltest sie gewaltlos in
die Malerei, Ich fand auf diese Weise auch heraus, aus wie viel
fremden Teilen ich bestand. |
Manchmal brach ich ein in meiner
eignen Sprache, Und es war der Untergang in einer Eigentötung, Und du riefst mir nach, ich sollte
meine Augen offen halten, dass ich heil
nach Hause kommen würde, Und die Worte steckten mir im Halse. |
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Mein Wohnhaus hatte ich verlassen, Und ich sah zurück, Es mochte sein, und ich stand still, Es mochte sein, dass dies mein letzter Rückblick war, Ich blickte in die Runde, ob wohl jemand neben mir erwuchs, Den ich nicht sehen konnte, Später sollte man von mir nicht sagen
können: „Jahrelang stand er daneben und bemerkte
nichts,“ Auch wollte ich nicht, dass man sagen
würde: „Das ist einer dieser Richter, die auf
fremder Unschuld wohnten,“ Und an meinem Handgelenk befand sich immer noch der abgeschlossne Ring von der Gefangnenkette,
Und ich zog den Ärmel meines Mantels über ihn. |
Ich war zu wahr zu mir, dass ich mir
glaubte, Und gab alles auf, Man hatte mir den Tag schon lange prophezeit, Und würd ich jemals wiederkommen, Müsste es ein Tag vor diesem sein, Der war bereits vorbei. |
Die junge Frau nahm keinen Platz an meiner Seite, setzte sich nicht
neben mich, Sie sah mich schreiben, Und sie hatte, wie ich aus ihr las, die Angst, ich würde sie verbrauchen, Und ich schrieb sie auf, Und nichts von ihr blieb übrig, Und sie hatte es bemerkt Und brach noch in derselben Nacht in meine Stube ein Und holte sich zurück. |
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Nichts erfasst der Mensch, der Tropfen löst sich kugelrund vom Wasserhahn, ich halte meinen Finger unter
ihn Und bringe ihm das Ende, das ist glaubhaft, Und die Tänzer in dem aufgeblähten Bauch des Pferdes sieht man nicht, Man sieht sie einfach nicht, man sieht
sie nicht, Und niemand traut sich mit dem Messer den Kadaver aufzustechen. |
In der Stadt, lief ich mit meinem Körper gegen ein Relief, das war aus
dünner Bronze und so hoch als große Hauswand, Und ich war mit meiner Schulter angestoßen, dass ich niederfiel, Ich schlug auf schmale Bretter, die das ganze stützten, und der Wind fiel in das stramm gespannte Segel, Und das Kunstwerk fuhr mit mir davon, Es hatte mit der Abfahrt bis auf den Zusammenstoß Gewartet. |
Jemand sprach mich an und wollte Kieselsteine von mir haben, um den Heimweg zu verschönern, Ja, er wollte sie erst waschen und dann Links und rechts die Zufahrt damit zieren, Und ich hatte nichts, was ich ihm hätte
geben können, Und er sagte gleich, dass er nur wenig
brauche, Und es sei genug und wusch vor meinen Augen alles aus, Das nahm er mit und war zufrieden. |
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Spät am Abend sandtest du mir deine Grenze in mein Haus, Sie ist ein schmaler Brief, den ich zu öffnen hab, Ich hätte heute Morgen noch
gesagt: „Mir bleibt ja keine Wahl, denn dieser Tag, den du gern
Ungeschehen machen möchtest, hat
begonnen,“ Aber nun weiß ich mir keinen Rat,
die Grenzverletzung wird mich töten,
wenn ich sie gestatte, Und vor mir erlaube ich dem Bildschirm, dass er hinter seine
eigne Wand tritt, mir von dort
berichtet, Und es dauert lange, lange, Und ich höre keine Zeichen mehr Und gebe auf. |
Drei der Seiten meines Zimmers haben einen falschen
Platz, Es ist die Frage nach dem Zwischenraum ganz unrichtig
gestellt Und ist an einem Sitzstuhl zu erkennen, der steht
dreifach hier: Er selbst, sein Schatten, der erst auf den Boden
und dann weiter über eine Rückwand fällt, Und drittens bildet er sich ab in
einem Spiegel, Und die Existenzen liegen in der
rechten Hand, die ruht auf einem
Lampenschalter Und kann frei entscheiden. |
Später höre ich dich lesen, Und du sprichst von einem Nagelschild, mit dem du kämpfen
willst, Und keiner, der dir zuhört, wagt
zu lachen, Weil man noch nicht weiß, wie es
auf deiner Seite wirklich aussieht, Und ich stehe hinter dir Und könnte sagen, dass dort alles
leer ist, Dass du gar nicht Existierst. |
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Du redetest zu viel Und machtest alles käuflich, Und der Helm auf deinem Kopf war Erde, die man über eine Unschuld häufte, Weil sie ohnehin nur unter einem Schutzschirm leben konnte, Und du hörtest die Musik darunter, die war ganz aus Leichtmetall und fiel auf dich; Ein räuberischer Mörder, der an dir vorbeiging und sich
auswies: „Ich hab eine lange Strafe abgebüßt, weil
ich in Tötung lebte,“ Konnte dich nicht irritieren, deine Gleichgewichte waren angeschraubt Und standen fest. |
Etwas weiter drüben ging ich in ein Gotteshaus, das nenne ich nur so, damit
ich weiß, Wovon ich spreche, Und in Wahrheit war es eine große Kuppel, die im Echo lebte, Und man schwieg darin, Und als ich eintraf, war es so, dass ich
noch aus dem Raum der Kuppel stehlen konnte, was sich
in der Deckenwölbung selbst gefangen hielt Und sinnlos an die Rundung prallte, Und hier durfte niemand reden, Nur zu hören war erlaubt. |
Schmerzlos musste alles sein, Und schlimme Dinge wurden aufgeführt in einem Katalog, den hatte jeder vor sich liegen, Um darin zu blättern und um nachzuschaun, Und meine rechte Hand war diese Nacht am Armstumpf eines völlig fremden Menschen angenäht, Es hatte alles seine Richtigkeit, Und in dem Katalog war nichts zu Finden. |
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Ich stand in einem Wartezimmer und es stach ein
leuchtend roter Sonnenstrahl herein, der schnitt
die Schwebeteilchen aus dem Raum, dass
sie nun Deutlich wurden, Und man rief mich auf, weil ich
nun an der Reihe war, ich sollte diesen
Strahl bewachen und sofort die Meldung machen, wenn ein Teilchen ausschied oder eines neu
hinzu kam, Und ich war der falsche Wachmann, weil ich außerhalb der Straße meine Augen offen hielt,
und lange, meinte man, Müsst ich noch auf die Heilung warten. |
Man hatte mir vom Nebenraum erzählt und ihn
beschrieben, Und er wäre später nur für mich, Und bis man ihn errichten konnte,
würde viel Verständnis nötig sein, Er musste, weil er nur für mich
sei, ohne Wände sein und sollte hier in
dieser Höhe an dem Hochhaus hängen Und mich wirklich isolieren. |
Vor meine Sonne hielt ich eine grüne
Scheibe, Und sie schien hindurch und
spielte selbst ein Spiel, Und ihrerseits nahm sie nur einmal
eine Hand vor ihre Augen, Und die Scheibe wurde unnütz. |
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Man lockte mich mit einer Alltagsforderung, ich öffnete die Tür zum Eingang, Die fiel hinter mir unsichtbar in die Mauer, Und ich stand in einem Turm mit einer Wendeltreppe, die galt
mir, Ich stieg hinauf und hatte kein
Verständnis, Meine Blicke suchten schon im Voraus um
die Kurve, Und es war nichts abzusehen, Und ich war es leid, Die Fische, die hernieder fielen aus dem
blauen Himmel, sagte man, entließe nur eine Wirbelsturm weit über uns, Der hatte sie zuvor dem Meeresarm entrissen, Und ich wurde es noch einmal leid, ein Bild zu sehen, Das bestand aus falsch herum gesetzten Buchstaben, aus lückenhaftem Text, Ich sah, die Grenze des Erträglichen war
nicht gerade, Wie ich immer dachte. |
Dann sah ich ein Blatt Papier am Boden liegen, das war
nicht mehr weiß, Und irgendjemand hatte irgendetwas
unterschrieben, Und ich dachte an die Selbstbefriedigung, die lag in jeder
Unterschrift, Und zwischen braunem Samtstoff lag ein loser roter
Seidenfaden, Den sah ich mir voller Misstraun an und wollte ihn entziffern, Und ich las an ihm. |
Hinter einer Glasvitrine standen Taubenvögel, Und ich sah hinein und auch hindurch Und achtete auf eine Stimme der Vitrine, die war schwach und
schwankte, Und ich dachte an das Glas, das es zerbrechen konnte und auch
an die Malerin davor, der sah ich auf die Finger und ins Werk, Die Tiere standen vor dem Abflug, Und kein Träger kam, Mir etwas abzunehmen. |
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Blütenweißer Wasserfall der Rispen schlägt auf Steine deines Gartens, Meine Hand verfärbt sich unter einem Tropfen Bittermilch des
Löwenzahns, Aus deinen Brüsten trat einst andrer Saft Und stand in kleinen Quellen, Damals nährtest du ein Kind, Und heute wirfst du deine langen Haare über deine Stirn in einen Frühling, um sie besser
auszukämmen Und den Sonnentanz in deinem Nacken zu
genießen, Und es fällt das Blatt von deinem Mund, weil es
sich dort, in dieser Stellung, nicht mehr halten
konnte. |
Kurz vor dir verwandelt sich mein Kuss in Bitterkeit des Ginsters, Dass ich mich erinnern soll, Ich falle nicht zurück, Es ist, ich weiß nicht was, und
warte auf den neuen Wandel, der schlägt diese Wolke um in eine Lust, mich an dem Gelbbusch zu vergreifen, Deine Zähne bleiben völlig rein Und in der Reihe, Und du siehst mir zu und wartest. |
Ich weiß von deinem Leben, dort auf dem Balkon, Du siehst, du hörst, du riechst
ganz anders als die Menschen, die weit über dir in
unbekannten Höhen wohnen und die Füße nie auf diese Erde setzen, Und sie gehen, sehen, riechen,
hören, Soviel weiß man, alles umgekehrt. |
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Heute, als ich nicht mehr daran dachte,
sprang ein Ball ganz plötzlich auf mich zu, Ich musste reagieren Und ihn fangen oder schlagen oder laufen
lassen, Und ich dachte, dass es wohl derselbe Ball von gestern war, denn der ging mir
verloren, Weil ich ihm nicht nachsah, als er sich
im Flug abhob, Ich saß ja immer noch im Baum, inmitten Blüten wilder Kirschen, Und ich führte ein Journal von ihrem Aufbruch an bis zum Zerfall, Dann würde ich mich wieder zeigen, Doch auch dieser Ball ging mir verloren. |
Tags darauf war es ganz anders, weil ein
rotes Blütenblättermeer in einer Flut anstieg und dann sofort verebbte, Und in einer Gabel saß in hohen Ästen jener Zufall, der mich gestern so bedrängte, Und nun langte ich nicht mehr hinauf, Ich hatte das Journal beendet. |
Irgendjemand machte ohne Worte eine Häusermalerei an großen Wänden, die erklang in unsrer Straße als
ein Echo das sich dauernd wiederholte, Und man könnte Glockenläuten darin hören, wenn man es
nicht Besser wüsste. |
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Man hatte diesen Neutag
ausgerufen, das war gut, Ich sah mich um und fand den kleinen Blumenstrauß verwelkt, Den hatte ich ganz frisch vor wenigen Minuten in das Glas gestellt, Ich fand auch einen Kletterer mit nackten Füßen im Gebirge, Der stieg schnell empor, Man sagte mir, dass hier der Stein ganz weich sei und man hinterlasse
seine Spuren, und es wäre gut so, Und ich hatte nur gesehen, dass die Höhe ständig zunahm, wie zum Trost warf ich dir Münzen über eine
mörderische Spalten zu, in deinen Schoß, Du saßt dort drüben auf dem Nadelkamm, Ich wagte nicht daran zu denken, dass die Felsen unter dir schon endeten, Und du stiegst weiter auf. |
In der Haustür standen Männer, die verglichen
die Maschinen, Und ich ahnte nicht, wovon sie sprachen, Und sie setzten sich am Ende völlig falsch zusammen, Und man fragte mich und wies auf einen
kleinen Vogel über uns, der zog dort seine
Kreise: „Ob ich gläubig wäre,“ Und ich sah zu meinen Füßen graue Krähenvögel an dem
Felsvorsprung im Aufwind stehen, Und sie waren unbegreiflich nahe. |
Drüben stürzten Bäume um, die hatten ihre Wurzeln nur auf nacktem Fels, Das erste kleine Echo, das auch nicht aus
diesen Bergen kam, ja dieses erste kleine Echo packte sie am Stamm Und brachte sie zu Fall. |
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Über mich rollt schwer und scharf
der Knall des Überschalls, Und tief im Feld steht hoch ein
Einzelbaum Im gelben Grün der jungen Triebe, Weit darüber schiebt sich eine
Lerche Mit den kurzen Flügelschlägen
ihrem hohen Lied beständig näher, unterbricht
den Flug und fällt ins Nichts, Man will mich etwas fragen, und
ich weiß nicht was, Und mit den Worten springt ein Erdtier dicht an mir vorbei, Es sieht mich gut, und es verharrt
ganz kurz, Dann laufen alle Farben wieder ineinander. |
Vor mir liegt das Tagebuch auf meinem Tisch, Ich seh
es an, und es zerreißt sich, ohne meine Hilfe in sehr schmale Streifen, Die befestigt irgendjemand
irgendwie als Vorhang vor dem Ausgang, Und es ist jetzt schwer geworden Nachzulesen, was der Vortag
brachte, Und fürs Heute müsste ich dort
erst Hindurch. |
Wenig Zubehör liegt draußen, und man
sagt, die Silberfolie soll die Vogeltiere von der Jungsaat scheuchen, Und es kann nicht sein, Denn tausendfach gestaltet und
zerknittert Spannt sich ein metallner Himmel über uns Und alles, Und die Diebe haben gar kein
Mitleid, Und mit langen Stangen brechen sie
noch Glasvitrinen auf und sehen doch
auch so hinein Und könnten sich von deren Leere
nur mit ihren Augen, die nichts sehen, Überzeugen. |
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Man schrieb die ideale Landschaft aus und hängte die Entwürfe in die Galerie, Und ich hing unter ihnen, Und es schmerzte nicht, man nahm
auch Rücksicht auf die Menschlichkeit,
die haftete an mir, Und andre hatten außerordentlich
Verständnis, Und sie streuten, von dem Eingang kommend, einen Sandweg, eine schmale Spur bis hin
zu mir, Und jeder der Besucher setzte
seinen Fuß ein wenig nur daneben, Und man ahnte gleich das
knirschende Geräusch, Das wollte man vermeiden. |
Unter unsrer Auswahl war auch die Entscheidung, Irgendeiner musste sie noch
treffen, Und man ging von Saal zu Saal, Ich selbst vertrieb mich aus dem Wohnhaus, das befand sich noch am
Anfang, Und zur Zeit befand ich mich ganz nah und
unter einem Zimmer mit der Nummer Dreizehntausend. |
Fremde Menschen kamen zur Besichtigung, Man durfte sie nicht fragen, Und ich fragte doch und drang auf
eine Antwort, Und man drängte sich um mich und
sprach von einer Neuerung, die andrerseits
verwirrte, Und man hob die Kinder hoch, damit
sie mehr Und besser sehen konnten, Und man ging davon, Und nicht einmal die Fragen schrieb man auf Für später |
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Die Sonne fiel ins Zimmer und beleuchtete die goldne Schlangenhaut, es war kein Tier in
ihr, ihr Schweigen stand im Raum, und
niemand hörte zu, Sie wand sich und gebärdete sich
lebend, Rollte lautlos hin und her im
warmen Licht, Und irgendjemand müsste sich wohl
damit gürten, Sie um seine Nacktheit legen, Und ich wollte es nicht sein und
war es nicht, Und auf dem Boden lagen Silbertropfen ihres
ausgespritzten Giftes. |
In dem Großraum spielten in verschiednen Nischen gleiche Instrumente
gleiche Melodien, Man hörte alles falsch, Von beiden Seiten kam der
Eindruck, Und man konnte sich nicht wehren, Und so sperrte ich in meinem Kopf die Räume zu und legte
schwere Balken der Gedanken vor die Tür, Und die verrieten mir, Dass außerhalb der Frieden brannte. |
Es fiel ein Tanzkostüm auf einen Stuhl, Das war so leicht, ich blies es
mit dem Atem hoch, Es schwebte über mir, die Tänzerin entstand ganz neu darin
und tanzte ihre Farben, Alles handelte vom weißen Blut,
von schwarzem Eifer und dem roten Willen, Und es reichte meine Zeit nicht aus. |
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Das Unterholz war dicht, Und meine Haare hielten sich ganz fest
darin, Wenn ich sie überstrich, sie
glätten wollte, Unterschied ich sie nicht mehr von Nadeln trockner Blätter, Unter mir lag Trümmerschutt, Hier war von einem Augenblick zum anderen das Kirchendach herabgestürzt, ich
ging auf den Verschütteten, auf Lockenschöpfen
und auf Grauhaar, meine Sohlen brannten, Und das Kirchenschiff, in dem ich
stand, Frohlockte über einen freien
Himmel, Und ich konnte mich nicht mehr
entscheiden, Meine Flügel klebten fest als Teer auf sie hernieder tropfte. |
Draußen zündete ein Mensch die Flamme an und dankte, Und es sprang ein Funke auf die Steine, Und es war nicht einer unbehauen, Und man sah auch zwischen den Reliefs die Abfahrtzeiten, die man
mit dem Meißel damals eingeschlagen hatte, Und ich war verspätet, Und das Lesen hatte ich verlernt Und stand armselig über mir. |
Mir blieb nur das Problem, mich mitzuteilen, Und ich fragte dich, Du riefst mir zu, es wäre nicht
genug, Und andre lachten über unsren
großen Abstand, Du standst zwischen mir und mir, Und ich stand zwischen dir und
dir, Wir waren uns sehr nahe, und das Pfingstfest klopfte an, Wir wussten vorher, Dass es kommen würde. |
|
Ich sandte meine Ohren aus, die lauschten an dem Stein, der sprach vom Wasser, Das hätt ihn hierher gebracht, Und nirgends sah ich einen Fluss und keine Küste, Und der Stein sprach, dass es gestern
schon gewesen sei, Und damals hätte es mich nicht
gegeben, Und ich stünde auf dem Boden eines Meeres, Alles ginge viel zu schnell, Es fiel ihm auch noch ein, dass er
zuvor zum Baustein eines Gotteshauses
auserkoren war, Das mochte nun geschehen, Und ich richtete ihn aus, dass
seine Stirn in Richtung seines Glaubens
zeigte, Darum bat er mich und dankte, Alles andre läge nicht in seiner Hand. |
Hinter deinem Wohnhaus würdest du dir einen
Garten bauen wollen, Und du schriebst mir einfach, dass
du in die hinterste Gelegenheit den Teich gestalten
möchtest, Und du wolltest nur verstehen
lernen, Dass man in die Tiefe eines Wassers schauen musste, um den Himmel zu begrenzen. |
Diesmal hatte ich mich
vorbereitet, Und der Regen würde nicht umsonst an meine Fenster schlagen, Und ich lag in meinem Bett und wachte, über alles
spannte sich ein großes Zelt, der Regen würde darauf
treffen Und mich warnen, denn das Wohnhaus würde mich nicht Ewig schützen können. |
|
Gestern schrieb ich dir vom Himmel, der war zu begrenzen, Ich vergaß dabei die Dunkelheit, sie ist ein Teil von
ihm, Und über meinen Tisch weht eine
leichte Fahne Maiglöckchenduft,
die schwebt ganz ohne Schatten, Und der Blütenstaub der Kiefer
wäre ihr ganz ähnlich, Meinte man nicht, dass man alles
besser wüsste. |
Meine Sorge ist, dass ich mich
teilen müsste, Und was wüsste ich von mir, dem
anderen, Wir träfen uns vielleicht als Fremde wieder, Und die Schwarzschrift bricht, wenn man zu
lange darauf starrt, In eine Farbe auf, Sie wird ein wenig rot, Und auf der andren Straßenseite gehe ich von mir
getrennt, Und schmerzlich ist es,
zuzuschauen, Meine Arme reichen nicht hinüber, Und die Straße, die dazwischen liegt, Wird viel zu schnell befahren, ist
besetzt Und duldet keine Unterbrechung. |
Von der Wasseroberfläche steigen Schwäne
auf, Sie brauchen lange, um sich
abzuheben, Und ich kenne das Geräusch, das ihre Schwingen
machen, Wenn ich bete, spreche ich genau
die gleichen Worte, und die Tiere fliegen tief, tief über mich
hinweg, Man wird mich sicherlich erhören. |
|
Zwei Vogeltiere saßen an der Tränke,
warmer Wind umspülte meinen Nacken, Vor mir fiel ein kleiner Wasserfall ein wenig aus dem Garten über einen Kunststein, Und ein feiner Regen blühte auf zum Diamanten, Aus dem Baumdach
über mir, beträumten mich die Blütenblätter, Jedes, jedes, jedes war für sich, Und irgendwo lag unter einem Stein, ganz nah, vielleicht auch
weit entfernt, ein Gruß, der war für mich bestimmt, Ich musste warten und geduldig
sein, Und dieses Flüsschen litt ganz
einfach unter Erdenschwere, die es abwärts
rinnen ließ. |
Die Luft, in die ich atmete, verlief
in Strudeln, Auf der Oberfläche drehten sich
die Tagesreste, und der eigne Abfall kam nicht von der Stelle, Und ich pflanzte endlich Gärten der Geräusche darin an, Die würden zart beginnen, Und in ihren Wurzeln würden sich
die Netze knüpfen. |
Zwischen allem standen bronzene Figuren, Und ich fand ein freches Mädchen unter ihnen, das sprach
mich gleich an, vom Künstler habe es auch einen Namen mitbekommen, der sei in dem
Sockel eingeschlagen, Und ich sollte suchen, Und ich fand nur eine Ordnungsnummer, die las ich nicht
vor, Ich schämte mich und ging in
seinem Rücken fort, Es konnte mich nicht sehen. |
|
Du trugst ein Stachelhalsband unter einem
hingehauchten Tuch, das deinen Körper weit
umschlang, Und es versteckte eine
Dornenreihe, Und es roch an dir der Regen dieser Nacht, Die Äste waren grün bemoost Und feucht und glatt, Dies war der Treffpunkt, den wir ausgemacht, Den wir vereinbart hatten, Und du warst bewaffnet gegen dich, Und meine Arme waren mir umsonst gewachsen. |
Der Regen hatte aufgehört, die Seufzer schliefen langsam ein, Die Schlafnacht trieb in schwüler Hitze durch die Zimmer, Der erwachsnen
Frau entglitt das Stofftier, Und ich lehnte mich an ein
Geländer, Das gab endlos nach Und ließ mich doch nicht fallen. |
Wir luden Freunde ein, die aßen Abendbrot mit uns, Und einer sprach vom roten Licht und einem Leuchtstaub der
Verheißung, Die läg über dieser Runde, Und wir tranken nichts als Tee Und aßen Brot, Ja, wir betrafen uns einander, Und ich hatte meine Ungeduld bekundet, die mich
lähmte, Und ich wurd
von euch Gefüttert. |
|
Gestern fiel ich in ein Schlangennest, man nahm mich
freundlich auf, Ich fand den Frauenleib, von dem ich träumte,
unter einem kühlen Kleid, das locker hing und weit, So schloss Verrat die Treue doch nicht aus,
ein Kuss sprang mir blitzschnell auf
meine Wange, Und sein Gift war süß, es drang
durch meine Haut Und legte sich auf meine Zunge, Und ich würde niemals mehr dem Blinden in die Augen sehen wollen, Meine Spucke schäumte hinter den geschlossnen Lippen. |
Mit dem Eisen schlug ich in das Holz, dass ich erschrak, Ich sah erst jetzt, was vor mir
lag, Vielleicht sollt ich es spalten
oder mit dem Eisen vor den Trockenrissen
schützen, Oder sollte ich vielleicht ein Schnitzer werden, der die Sache
falsch begann, Und aus den hundert Bildern wählte
ich das eine aus, Das dir sehr ähnlich war, Du stauntest über meine Meinung
und dein Lächeln blieb im Ansatz stecken. |
Früh am Morgen schnitt ich Flieder ab, Der Regen saß noch auf den Blättern, Und ich kletterte von einer Leiter
in den Baum Und schnitt Und schnitt Und schnitt, und las am andren Tag von einer Katastrophe, die das
Meeresbeben an dem fernen Küstenstreifen unter
hunderttausend Menschen angerichtet hatte. |
|
Das Frühjahr war vorbei und du
entdecktest es im Nachhinein, Nun erst wärst du geboren, Von den Schmerzen in dem Mutterleib hätt
man dir nichts erzählt, Und jahrelang war jede Einzelheit an dir vorbeigerannt, Und alle Menschen, die du lange
kanntest, Waren auferstanden, Und du schautest voll Erwachen in die Welt, die war dir
neu, Und jemand drehte an Geräten, und
man sprach von Dingen, die du nie gesehen
hattest, Sicher waren sie entstanden, als
du noch mit ihnen Lebtest. |
Als du dich in deiner neuen Sonne sahst, erhobst du dich, Ich sprang herzu und schnitt die Drähte, die dich in der Fassung hielten,
durch Und feilte auch die spitzen Rest nieder bis auf deine Haut, Es sollte dich nichts mehr
erinnern an die Gegenwart, die solltest du als
erster liegen lassen, Meine Augen schweiften ab von dir, Ich gab es zu, sie schweiften
allzu oft im Nacken junger Mädchen, die an mir
vorüber gingen, Ihre spitzen Füße rissen mich mit fort. |
Im Stadtbild, ganz in meiner Nähe,
stand ein junger Brunnen, Täglich sah ich ihn und saß auf
seinem Rand, Ich freute mich, wenn ich mich
dort entdeckte, über die Begegnung, Und zu meinem Liebweib
sprach ich über mich Und gab nicht zu, dass ich mit
meinem Rücken viel zu nah am Schachtrand stand. |
|
Du lebtest immer in der Freiheit und du merktest nichts
davon, Und neben dir schlug jemand einen Sklavenleib aus Stein, den Kopf jedoch beließ er unbehaun, Das war die Ohnmacht, die der Künstler nicht
aus ihren Augen schauen ließ, Und ich in meiner Sklaverei
genieße jede Freiheit, die ich habe, Und als ich in Freiheit lebte, lebte ich in Sklaverei und streckte meine Hand nach einer gelben Traube aus, die wuchs an dem Goldregenbaum in seinem Gift. |
Man rief dich auf, du warst im
letzten Jahr verstorben, Und man hatte dich geehrt Und wollte dich noch einmal ehren, Und ich stand im Garten auf dem Rasen, der war
sauber, Und man hatte eigentlich die Samen dieses Grases auf den Menschenleib gestreut und ihn
verklebt, Er war bei guter Pflege
aufgelaufen, Und er grünte nun in allen Farben. |
Drüben sollte ich mich an der Pforte melden und mit einem Messingreifen klopfen, Und ich sah genau, dass hinter
dieser Pforte, die ein Rahmen hielt, sich weiter nichts
befand, Es stand dort kein Gebäude, Und es war kein Mensch zu sehen, Und man sagte mir, dies wäre eine Sache des Vertrauens, Und ich ging und klopfte an, Es war natürlich ganz umsonst, Und auf der andren Seite fühlte sich nicht einer Angesprochen. (2011:Aufschlag 7101, Frankfurter Bibliothek der
Klassikerausgabe …) |
|
Die Tischuhr steht auf einem Buch, Ich sehe über meine Schulter zu dem Tisch, Und ich verstehe nichts von dem Zusammenhang, der zwischen Uhr, dem Buch und mir und einem Rückwärtsblick zum Tisch besteht, Daneben liegt das braune Hundetier im Sonnenfleck und ist
der Schlüssel, den ich suche: Ich entdecke zwischen Zeit und Denkgewohnheit, Eigenheit
und Suche keinen Unterschied, Und auch der Stahldraht, der in
meinen Reifen stach, weil ihn die Straße
freigab, lebt in der Berechtigung, Man bog ihn längst beiseite. |
Aus dem Nachbargarten dringen Bilder bis in meine Stube, Und sie existieren hier, Ich schließe alle Fenster, und sie bleiben, Und ich gehe fort, Sie folgen mir, sind überall Und werden schließlich schwächer, Diesmal waren sie noch ohne Farben, das wird sich bald ändern, Und Geräusche hören mich nicht
mehr |
In einem Schreibgerät saß eine Prüfungskommission, die lebte in
der Dunkelheit, Und sie erfasste alles, was zu
schreiben war Und klagte nie, Sie war nicht festzustellen und
erfüllte ihren Auftrag ganz unmerklich und Vollkommen. |
|
Es hing ein Bügel an der Wand, der war aus
Draht, Man hatte ihn geformt, um Kleider aufzuhängen, Er war leer und schaukelte sich in
ein Gleichgewicht, Wie sollte ich ihn je erreichen, Und ich stieß ihn immer wieder vor
dem Stillstand an und wagte nicht,
mich zu entfernen, In den kurzen Pausen schrieb ich den Bericht,
dass man in meinem Rücken schon von meiner Not
erführe, Und ich dachte an das Gleichgewicht, an den Bericht und
an die Leute hinter mir, Von denen wusste ich nicht einmal, Ob sie wirklich existierten. |
Eine Lösung fiel mir ein, die Schrauben, die uns fest am Boden auf dem Sockel hielten, Konnte ich entfernen, Und ich ging zunächst alleine
fort, Es war ein Fallen und ein Stürzen über
unbekannte Dinge, Und von euch, die ich nicht löste,
blieb mir kaum mehr die Erinnerung, so schnell war ich so
weit gekommen und Entfernt. |
Ich musste Gegenstände pflegen, das verstand
ich gut, Und machte meine Arbeit, wie man es verlangte, Und nur einmal, als ich mich zu
sehr vor meiner Pflege fürchtete, erteilte ich mir
Hausverbot, Das galt solang ich lebte, Und ich hielt mich streng daran Und ließ mich nie mehr sehen, Und ich lebte oft in dem Verbot und merkte nichts davon. |
|
„Buschwindröschen, weiß und rosa, Nun weiß ich genau, wozu ich fähig
bin,“ Und werf
mich in den Sand zu ihren Füßen, küsse unsre
Erde, Unterbreche das Gespräch Und male mir das Himmelsblau,
wahrhaftig, wie es ist, Es taucht sich selber ein in eine Morgenröte, Heute Abend ziehe ich es dort
heraus, Und zwischendurch gieß ich den Eimer gelber Farbe über alles hin, Darunter, weiß ich, schwimmt ein
kleines Körnchen Gold, Wird blendend blinken, Und ich werde warten bis heut
Abend. |
Es war nicht dieses Selbstgefühl der Macht, das mich
erhob, Es war der mürbe Stoff, der meinen Blick durchließ, Dahinter sah ich einen Fluss, der über scharfe Grate in
die Tiefe fiel, Ich hörte auf die Stimme dieses Wassers, das mich
warnte Und mir zeigte, wie mich Einsamkeit erschrecken könnte, Und ich sah zu einem Fressnapf, der stand auf dem Boden und versorgte unser Tier, Ich fand ihn noch gefüllt mit Nahrung. |
Abends traf ich mich mit fremden Leuten, denen gab ich meine Kleidung, dass ich nackt vor ihnen
stand, Man lobte meine Bravheit, Und man fragte, ob ich von der Brücke springen würde, Unter mir der Fluss sei völlig unbefahren Und kein Schleppkahn und kein Boot sei weit und breit, Ich sollte einzig das Geländer überwinden, Alles andre stünde mir dann frei. |
|
Ich hatte ganz vergessen, dir von
meiner Erdbeerfrucht zu schreiben, Von dem Saft, den ich erträumte, lange vor
dem ersten Biss
ins warme Fleisch, der lag in meinen Ohren, Und es war ein ganzes Feld noch nicht geerntet, Und es lag und reifte unter blauer
Sonne, Und dies war kein Urteil, das mir
jemand vortrug, Sondern frei war ich mit allen Sinnen. |
Hinter mir brach dann dieselbe Sonne durch das Grünglas
hoher Blätter, Und sie selbst hielt sich
verborgen, Über ihrer eignen Helligkeit stieg, weißer noch, ein Strahlenbündel auf, Das zierte diese Bäume, setzte
ihren Kronen eine eigne Krone auf. |
Dein Vorwurf traf mich deshalb schwer, Das Quälen hatte doch schon längst ein Ende, jede Qual bei weitem
überschritten, Und du folgtest mir, Und du bespucktest meine Fußspur einzeln, so verhasst war
dir der Duft von frischen Erdbeerfrüchten, Und ich konnte diese Schuld nicht mehr ertragen, Und ich hinterließ mit jedem Schritt den neuen Abdruck, Der, so sagtest du, entstünde
absichtlich von mir, Um dich noch weiterhin zu quälen. |
|
Durch die Farbschnur trennte man den Straßenbau vom Sommergarten, Rot wuchs Mohn aus schwarzem Gras, Und ich blieb unbeteiligt, weil
man mich auf diese Weise hintergangen hatte, Rotes Mohnblatt konnte ich mit
roter Kreide nicht beschriften, Und es blieb kaum Zeit, Die ersten langen Stiele fielen in
die Bauarbeiten, Und die Blumen ließen ihre Röcke aufgeschlitzt zu Boden
sinken, Und es war ein Zwischenfall, der schien mir nur
belanglos, Und er zwang mich zur
Bescheidenheit. |
Du hattest einen Eisenbügel ganz verbogen, Und er zeigte in die falsche
Richtung, In der Zeitung las ich von dem Unfall zwischen einer Mähmaschine und dem Menschen, der
war fest im Kornfeld eingeschlafen, Und ich bog die Demut an der schwächsten Stelle
hin und her, Das hatte ich mit Kupferdrähten oft gemacht, Ich wusste auch, wie sehr manch Kerkermeister an dem Häftling
hing, Und trotzdem war ihm keine der Erniedrigungen groß genug. |
Ich schwieg aus Höflichkeit und sah mich um in
diesem Haus, Es war ein großes Haus, das lud
mich ein, Ich fand nicht einen Hinweis auf die Kunst, so dass die Angst, die Kunst könnt mir zur
Falle werden, Größer wurde, Und die Türen hielt man fest verschlossen, Und die Gäste müssten jeden Augenblick, so sagte man,
erscheinen, Und man fragte auch, ob ich mit
etwas Vorbereitet wäre. |
|
Es las mich eine Frau, die lag in einem Krankenhaus Und fand mich ganz normal, Und anderswo las mich ein Mann, weil er mich töten wollte, Das fand ich normal, Und alle andren, die mich lasen,
lasen mich Normalerweise, Und sie sprachen meinen Tod im Leben aus, Ich aber blätterte die Seite um, Das kostete mich noch ein Jahr. |
Im Schlaf, vielleicht, es mochte
sein, dass ich erwacht war, Fasste ich mich an, Die eigne Hand wurd
nun zur fremden Hand in eigner Hand, Ich wachte auf, dass mich der Schlaf so überraschte, Und ich fand nun doppelt Glück, ja zweifach Glück, Und alles schrieb ich auf in
dieser Nacht Und grub die Worte ein in dem
Papier, Das fand ich später nicht mehr
wieder. |
Sonst war ich verspätet, Und es fiel nicht auf, Ich hatte keine Eigenliebe wie die anderen Und lebte ohne Regeln, Alles was mich band, erreichte
mich von außen, Und ich hielt mich daran fest so
gut ich konnte, Trotzdem fiel mir manches losgelassne Seil in meinen Schoß, Es wäre ohne jeden Sinn, würd ich nach Gründen dafür suchen. |
|
Heute wohnen wir in Kugelhäusern, die sich irgendwie
bewegen, Und sie rollen unsichtbar und
unbeweglich Über alles hin, Ich wusste wirklich nicht bis
jetzt, Dass in die andren Häuser, neben
mir, das Leben überspringen konnte, Und die Kapsel riss entzwei, Ich hörte aus der Nachbarkapsel eine frohe Stimme Lieder singen, Sie war ganz allein, besang die
runden Wände, Und sie sah mich plötzlich vor
sich stehn, Und sie erschrak und schwieg und
hatte nie den Riss aus einer fremden Kapsel
miterlebt, Hier drang nun Leben ein und aus, Und lange sprach ich schon mit
dir. |
Hinter mir band man ein Bündel langer Rohre fest zusammen, Und sie hingen an dem Seil, das drehte sich ganz ruhig, Und ich sah durch sie hindurch Und sah mit einem Aufschrei in die Sonne, Der würd schon nach Augenblicken auf ihr landen und
verbrennen, Und das Bündel drehte sich Gefährlich langsam frei vor meinem
Himmel. |
Jemand störte mich und fragte nach Reserveteilen, Und es war im Grunde eine Falle, die mich, weil
ich sie erkannte, Gleich in Panik trieb, Ich gab mich aus Versehen selber
her Und wurde so verwendet wie ich
war, Und schlimm, schlimm, schlimm war
mein Verständnis für die Leute, die so handelten. |
|
Meine Worte, sage ich, sind wahr, nur
deshalb kann ich sie Begreifen mit den Händen, Und sie liegen hier, Ich kann sie wägen, und ich fülle
sie in Kleinen oder großen Mengen ab, Sie sind auch transportabel und
verschiebbar, Meine Worte existieren von
alleine, Und ich nehme mir davon so viel
ich brauche, Überall sind sie das Fußbett,
das ich hinterlasse, Und sie liegen auf dem Weg, den ich begehe, Und im Garten zimmere ich mir aus Hölzern eine Nackenstütze, Dort hinein leg ich den Kopf. |
Du schriebst auf geschriebnen Büchern Ungeschriebenes Und schriebst auf Katalogen, Prüfberichten,
Übersichten, Und es stieg der Wert von jedem einzelnen ins Unermessliche, Man machte neue Listen, um sie alle zu erfassen,
die du so erfasstest, Um die alten Listen zu ersetzen, Die bedeuteten dagegen gar nichts. |
Jedes meiner Worte war zugleich ein Unwort, Liebe war Besitz und Speise war Verderben, Hunger, Strafe und Verbannung
waren Bündel, die zum Himmel stachen und
nie rosten würden, Rost, so sagte jemand, sei Betrug von Anfang an, Er sitze jedem unter jedem
Fingernagel, Und es bliebe nur die Mühsal ihrer Pflege, die sei eine Lüge. |
|
Fensteraussicht und zwei
Fensterflügel, Und ich sehe die Entfernung meines Raumes, eines Raumes, den ich selber einnehm, mit dem Kopf in Wolken, Mit dem Kopf in Kronen hoher
Bäume, Mit dem Kopf auf meinen Schultern, Und ich frage nach dem Zeitvergleich, der kann nicht
gegenständlich sein, Und doppelt leben ist nicht
zweifach leben, Und was danach kommt, vermag ich
nicht zu sagen, Könnte sein, dass einem Tod ein zweiter folgt, Vielleicht sogar ein weiterer. |
Man wollte mir in einer Wohnung das Museum zeigen, Das sei so bei jedem Menschen, jeder habe sein Museum, Und man ging mit mir zu mir, Ich wollte gar nichts glauben, Und in meinem eignen Zimmer war nichts mehr vertraut,
die Möbel waren fortgeschafft, Wie stießen auf drei Stühle, die in einer Reihe
standen, Und auf jedem ihrer Sitze brannte Feuer, das ein wenig
rauchte, Und es legte niemand nach, das Feuer ging nicht aus, die Stühle konnten nicht verbrennen, Und es war ein kaltes Feuer, das dort loderte. |
Ich sah mich trotzdem um, Ich wollte ja nichts glauben, Und vielleicht befand ich mich zur
Zeit in einem Dreifachbild, das brauchte ich nur
Aufzuklappen oder zuzuklappen, Ja, vielleicht sollt ich nur
einfach darin Weiterleben. |
|
Im Wald sang eine Nachtigall, Zu ihren Füßen lehnte sich ein Maler an den Baumstamm, Und er sammelte die Melodien, die über ihm entstanden,
auf, Sie waren Hölzer, die er unter einem kleinen
Nachtlicht gleich bemalte, Nicht ein einziges war wie das
andere, Er dachte an sein Triptychon, das stand in einem
Atelier, Das war sein eignes Werk, Und es beschrieb das Recht, und die Gerechtigkeit und
in dem Mittelteil das Urteil, Jetzt in dieser Nacht erschien ein Mond und
spiegelte die eigne Blässe in dem Rotblech,
Weißblech, Blaublech wider, Die benutzte er darin als Fenster. |
Einsam wurde es als der Gesang verstummte, Morgentau schlug sich in einem Glasbruch nieder, dass ich mit dem Finger diesen Hauch für mich
erspüren konnte, Und es war in jedem Fall zu wenig, viel zu wenig, Und die Stadt, der ich zu dienen
hatte, wurde eng Und gab auch nachts nichts mehr. |
Unter weißer Sonne ging ich an denselben Platz, Wo nachts die Nachtigall gesungen hatte, Es versammelten sich hier weit
über hundert Menschen, die erkannten in der Malerei das Nachtgeschehen, Und sie sprachen über Tat und Wahrheit und versuchten
ein Verbrechen aufzuklären, Und mit mir, das sagte man mir
gleich, hätt diese Untersuchung nichts zu tun, |
|
Wir mussten alle warten, Und ein sanfter Wind, vielleicht auch eine
unnachahmliche Bewegung deines Kopfes, hob die
langen Haare hoch und schlug sie zu mir
hin, ergoss sie über mein Gesicht und in den offnen Mund, Du warst entsetzt, Es war doch wirklich weiter nichts
passiert, Und zwischen uns verschoben sich
die Wolkenfelder nur unmerklich, Beide sahen wir dorthin und staunten über deren ungeheure Weite, die würd jeden von uns
tragen, Selbst zu zweit entkämen wir darin
Ganz ungesehen. |
Jemand fragte mich, warum ich sei
an diesem Platz, zu dieser Zeit, warum
gerade ich, Denn vor mir sei ein anderer
gewesen, Und der Frager war erschöpft vom
vielen Fragen, Und ich war der letzte, Und ich nahm ihm das Papier, den Schreiber aus der
Hand, Entließ ihn um der Würde willen,
das verstand er gut, Er ging sofort und hatte seine Pflicht erfüllt. |
Auf meinem Weg verlor ich einen Augenblick, Der blieb zurück auf einem weißen Fleck, das war die an die Wand
genagelte Visitenkarte, Und ich hatte schon von ihr
gehört, Man hatte den Besitzer noch nicht ausgemacht, Und auf der Karte las man: „Ich bin nur ein Stuhl, den halte ich besetzt,“ Und meine Angst war unbegründet, So würd man mich niemals finden. |
|
Schreie, schreie, schrei, schrei,
schrei, Und schlimm ist die Verführung durch die Dankbarkeit, Und auf der andren Seite weckst du das Gefühl von Zärtlichkeit im Morden, Einer Frau stieß man die Eisenstange in den Unterleib, Die drang durch ihren ganzen
Körper, Grausam ist das Zartgefühl der Mitleidlosen, Und der Abend schaltete in
festgefügter Automatik seine Nachtlaternen an, Die suchten immer noch den Lichtkreis ihrer Nachbarlampen zu Erreichen. |
Jemand sprach in aller Heimlichkeit zu mir von Ohrenwächtern, Die vermittelten die Selbstgespräche, Und sie schirmten alles ab, was
sich von außen drängte, Ihre Träger konnte man daran Erkennen, dass sie dauernd mit den
Augen etwas suchten, das
vermuteten sie in der Nähe, Und sie deckten alle möglichen Verstecke dabei auf. |
Weil ich eine Wirklichkeit erfahren wollte, saß
ich einen Abend später unter einem Bild, Es blieb mir nichts, als hier, an
dieser Stelle das Gemäuer zu durchstoßen, Denn das Himmelsblau begann in Wahrheit schon bei mir, Ihm fehlte nur noch die Verbindung, die zum Sichtbarwerden
Nötig war. |
|
In das Stubenfenster rankte eine
Rosenschlaufe, Ihre Blüten standen noch
geschlossen, regennass im Sommersonnenlicht, statt ihrer
blühten nun im Augenblick die Tropfen auf, Sie klammerten sich vor dem Sturz an jeder Rundung fest Und hingen noch an jedem Ende, das nach unten wies, Und rissen ihre Strahlenfächer
auf, So sprach ich auch zu dir am Telefon, mein Hilferuf wuchs aus
zu einem Eiskristall, das stach in deine
Hände, dass dir das Gerät entfiel, Ich wünschte ohne dich den Untergang, Du wusstest wirklich nichts von
mir Und wärest dabei keine Hilfe. |
Drüben ragtest du nun reglos,
fassungslos in deinen Tag, ich stand dicht neben dir,
umfasste deine Schulter, die brach ein, Es blieb die Starrheit während einer ganzen
Nacht in dir, mein Trost war dir kein Wohnschloss, das dich aufnahm,
meine Worte wurden keine Diener, denen
du Vertrauen schenktest, Und es lag an deiner Hand, die war schon völlig
abgegriffen. |
Später ließ ich dich genesen,
deine Wutanfälle machten aus zerbrochnen Gegenständen Stätten deiner Wonne, Und du lebtest neben mir als die Verwandlungstänzerin, Die führte ich mit prahlerischer Lust geladnen
Gästen vor, Du wurdest mir nun doch Behilflich. |
|
In einer Eisenschale brannte noch ein
spätes Feuer, Und das Holz, von mir darein
geworfen, zeugte Rauch, der senkrecht durch die Äste naher Bäume stieg, Das Volk, das sich versammelt
hatte Und sich nicht verschwenden lassen
wollte, Zog in langer dünner Reihe, Und die Flucht und Zuflucht fielen
ineinander, Und die Blicke stiegen ohne Umkehr mit dem Rauch nach oben, Und in deinen Augen las ich Strophen deines
Klageliedes, Die verstanden Menschen jeder
Sprache, Und ich warf die Tageszeitung auf die Flamme, Die schlug gleich Alarm und schoss
empor, Ich hielt die Hände vors Gesicht,
das Oper konnte nie von außen kommen. |
In meinem Fingerring befand sich eine
Siegelschrift, Die wollte ich benutzen, Über mir stand eine Möwe, die sah auf mich nieder, Und ich hatte mich entschieden, Und mit einem Tuch zog ich mir meine Zunge aus
dem Mund, Mit einem schnellen Handgriff brannte ich auf sie die
Initialen, Das befriedigte die Möwe, meine Zunge und den Ring. |
Ich nahm ein kleines, blaues Lineal, das legte ich zum
Unterstreichen an ein Wort, Es deckte, weil es undurchsichtig
war, die andren Wörter zu, Entsetzlich war die Isolierung, die entstand, Mir nützte nun das Wissen um die Dinge, die ich nicht
erkannte, Gar nichts. |
|
Alles hatte seine Richtigkeit, Und deine Blüten blühten dir auf deinem
Kopf, Und deine Füße sogen Wasser, Ich kam zu Besuch, du sagtest
noch, Ich sei der letzte Gast, Und nach mir würde keiner mehr
erwartet, Vor mir wäre niemals jemand hier
gewesen, Und mein Schritt in eine Zukunft sei
zugleich mein Schreiten rückwärts, Das traf mich nicht schwer, Ich war um deinetwillen
angekommen, Und ich traf genau die Gegenwart, Die legte mir den Duft in meine
Arme. |
Soviel hatte ich gelernt, am Ende brennt doch überall noch
Licht, Ich sehe, dass die Räume leer, verlassen sind, dass
die Maschinen ungewartet
auf den Fluren stehen, Niemand kümmert sich um sie, Und niemand ist zurückgeblieben, Keiner ist zurückgetreten, Und man feiert überall und tummelt
sich in diesen leeren Zimmern, dass sie überquellen, Und ich sehe immer wieder, dass am Ende niemand daran denkt, die Lichter auszuschalten. |
Ich setzte meinen eignen Fuß als Keil in eine Tür, Die stand nun unbeweglich fest, Sie konnte sich nicht öffnen Und nicht schließen lassen, Und ich tat es nur für alle Fälle, Überdies ging ich so oft hindurch Und wusste nichts von dieser oder
jener Seite zu berichten, Irgendjemand wusch die weißen Kacheln diesseits, jenseits an den Wänden unablässig. |
|
Ich höre ein Geräusch im Holz, so schlägt die Uhr, die misst nicht unsre Zeit, Und neben mir steht eine Frau, mit einem Kind an ihrer
Hand, Und ihren Leib spannt eine neue Schwangerschaft, Und hinter einer Hündin, die trägt auch, drängt
sich ein Hund, sie zu besteigen, Und ich sehe fort, Man zählt so oft die Leben, die man kennt, die Menschen lernen es, sich zu
vergleichen, Jemand sagte auch, als er den Stein mit seinem Fuß aus weicher
Erde stieß: „Euch Würmer wollte ich beileibe
nicht erschrecken,“ Und er legte einen anderen noch
größeren darauf, Der passte nicht, und trat ihn
fest. |
Ich schrieb mit einem Regenschirm, der war ganz nass, Und schrieb auf einen trocknen
Tisch, Dann, als die Schrift versiegte, zog ich ihn
durch Sand, Und ich versuchte auch zu lesen
was ich sah, Und lang war seine Spur, das Hundetier erfuhr als erstes das
Geheimnis, Und es roch die ganze Schrift, die Zeichen, die sich mir
entzogen, Und das Hundetier ließ ich zurück,
Den Schirm dort liegen, wo er war, Im nächsten Augenblick jedoch trug mir das
Tier den Schirm entgegen, auf dem Boden blieben Spuren des Zusammenhangs, Die waren gut zu lesen. |
Man sprengte eine Kirche, und das ganze Kirchenschiff fiel ein, der Turm zerbarst uns stürzte
senkrecht tiefer um die Höhe seiner fortgerissnen
Fundamente und stand still und
blieb so stehen, Und ich sah mit eignen Augen wie ein starker Mann den Nagel mit den eignen Zähnen aus
dem Holzbrett zog, Er ließ sich von dem Publikum dafür bezahlen. |
|
Du schlugst den Nagel seitlich in das Holz, Er blieb halb darin stecken, Und man konnte an ihm zupfen, Es entstand ein dumpfes Trinkglas der Musik, In deinem Atelier bedeutete noch
das Geringste etwas, Speise fand ich hier im Überfluss, Du selbst warst aber schwach vor
Hunger, Deine Werke stülpten das Gedärm
nach außen, Irgendwo, so wusstest du mir zu
berichten, Putzte wiederum ein Zwerg mit seiner Spucke und dem
Wolltuch einem Riesen seine übergroßen Stiefel, Und der Wicht, der kleiner als die
Schuhe war, hielt große Reden, die
verhallten im Profil der Sohlen. |
Alles, sah ich, war Produkt der Phantasie, Ich hielt mir nur ein Auge zu und sprach mit euch, das
irritierte euer Denken, Und ihr fühltet euch gleich
hintergangen Und auch unter meiner Obacht, Und mit dem verdeckten Auge sah ich alles gut und machte Augenblicksaufnahmen, die ich zu
bewegten Bildern aneinander reihen würde. |
Von einem Stuhl aus sollte ich dann eine
Rede halten, Und ich sollte jemandem, von
dessen Schuld ich gar nichts wissen
konnte, Gegen euch verteidigen und sprach,
weil ich’s Nicht besser wusste, so, als ginge
es um mich, Und redete mich wirklich frei, Man nahm mich ab vom Haken, Und man ließ mich laufen Und man rief mir nach, mir sei das Glück ganz unverdientermaßen in
den Schoß gefallen. |
|
Heute
Morgen stieg ich aus dem Bett, Mich
überfiel sofort die Frage
nach dem Sinn des Schönen, War
es sinnvoll, wenn die Axt
aus Eisen und der Haublock ganz aus Holz
gefertigt waren, Und
verbarg sich hier, auf ihren Oberflächen
eine Antwort, War
es statthaft, nach der Unterdrückung
nachzugeben, Konntest
du die Reiterin
auf einer ausgezogenen Spirale sein, die Tänzerin
auf einem Stahlseil, Und
ich sagte auch: „Du
hast es gut, weil du dich immer bei dir hast,“ Ich
muss hingegen immer auf mich warten.“ |
Dieser
Zwischenfall
war so belanglos, Und
durch mich erfuhrst du eine Spaltung,
die dich doppelt werden ließ, Das
war nicht meine Schuld,
ich selbst war tausendfach geteilt verteilt, Vielleicht
erhöhte sich für dich nun automatisch die Gelegenheit,
mir zu begegnen. |
Ich
las in einem Buch
von Bäumen, die versteinert in der Wüste
lagen, Und
sie standen unter schwerem Schutz Und
niemand durfte sie berühren, Und
in einem Wohnhaus
türmten sich die Bilder
feiner Schnitte operierter Seelen, Die
erkannte ich sofort an ihren Blank
polierten Seiten, Ja,
man konnte sich in ihnen spiegeln, Und
das Eigenbild fiel tief in ihre Poren, Und
man musste lange warten, bis es dort Herausfand
und sich wieder sehen ließ, So
dass man fortkam. |
|
Ich habe oft gehört, dass man den König unter Bettlern wählte, Und er blieb ein Herrscher unter Bettlern, trotz
der vielen Mörder um ihn her, zum Königsmantel nähte er sich seine Schwächen um, die schützten ihn
vor den Verbrechern, Er blieb so ein Dummkopf seiner
Tage, Und man dachte auch, wenn er die Sache besser machen würde, Könnte er sie nur verschlechtern, Und er war nicht klug, Er zählte ungeniert vor der Versammlung der Minister seine Rippen auf dem nackten Leib, Das Hemd darüber hochgezogen. |
Eines Tages fing man einen blanken,
nassen Fisch, den trug man vor die vielen
Leute, die verlangten den
Propheten, Und in unsrer Zeit war alles festgelegt und
damit alles möglich, Und man starrte auf das Maul des Fremdlings, dass sich
öffnete und schloss, Und man verstand ihn nicht, Der redete noch lange und bewegte
sich bis zur Erschöpfung, Irgendjemand übersetzte seine
letzten Worte, die verliefen sich jedoch
in dieser Menge. |
Dann standst du vor einem Kochherd, der war alt und hatte in
der Mitte eine Öffnung, darin loderte
ein Feuer, Das schlug über deren Rand, Du hattest es in diesem Augenblick entdeckt und fasstest
nach der Flamme, Die verbrannte deine Hand, Du rochst ein schreckliches Erlebnis wieder, Das war dir nicht neu. |
|
Dies blieb von dem Gespräch mit dir: In meinem Schuh ein Steinchen, das sich dort
Nicht lange halten, sicher gleich
am Rand unmerklich werden würde, Und dann könnte ich vergessen, Deine Landschaftsmalerei stand noch im
Raum, Die Fenster, die du weit mit
ausgestreckten Armen in die Luft geschnitten
hattest, Waren noch geöffnet, Ich sah schnell hindurch, die
blauen Wolken hatten sich zurückgezogen, Und in einer Glasvitrine stand die winzige Symbolfigur der Fruchtbarkeit, die
war in ihrer Weiblichkeit viel ausgeprägter als
der Wahntraum meines weißen Himmels. |
Mein Schlaf war mein Geheimnis, und
dein Anruf in der Morgenfrühe ließ mich
meinen Zauberspruch vergessen, Und verräterisch schlug eine Zimmertür ins Schloss, Ach, hätte ich doch einen Fetzen meines Traumes über sie
gehängt und meine Hände fest auf sie gelegt… Und nun die glatte Mauer, Niemand kannte außer mir das Wort, dass sie sich öffnen lassen
würde, Und ich stand vor dem Geheimnis des vergessnen
Zaubers. |
Du erholtest dich in dieser Nacht und fegtest deine Straße, Das sah ich durch Zufall, Und du sprachst mit mir, es ginge
dir um eine neue Spur von mir, die müsstest du
beseitigen, So viel ich sah, war alles rein
gefegt und sauber, Und du sagtest auch, man dürfte
nicht auf die Getäuschten hören, denn sie
könnten es nicht besser wissen, Und ich sei im Augenblick das Laub, das dir den Weg verdecke. |
|
Regentropfen fallen auf den Schirm in meiner Hand und um mich her in
Sand, Ich höre ihren Aufschlag, Und ich unterscheide sie an dem Geräusch, Wenn ich nun gehe, bleibt ein trockner Weißfleck, Dort hinein könnt eine blanke, blaue Birke, die im Wetterhimmel kopfsteht,
ihre Wurzeln schlagen, Zwischen mir spann ich die Schnur und halte aus und still, Und eine Wasserperlenkette bildet sich Und reiht sich daran auf. |
Ein alter Mann lehnt sich an einen Zaun, Und ungewollt stützt er sich auf die Regeln, die ihm gelten, Und ihn ängstigt der Zusammenbruch, der kommen könnte, Und er denkt an Mittelmäßigkeit, Den Zaum hatt
man nicht tief genug gesetzt, Der Alte ist kein Springer mehr, In seinem Schweigen liegen Schreie hoher Unvernunft, die wird man
noch Metallisch rahmen. |
Während deiner Rede sah ich nur auf deine Hände, Deine Worte ließ ich durch, Du bogst herum an einem Drahtknäul, Und du suchtest für den Anfang nach dem Ende, Beide waren unauffindbar. |
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Du liebst es, wenn du liebst, Und legst das Ohr auf einen Instrumentenkörper, Und du jagst die Resonanz, die flieht und kann doch
nicht verhallen, Und allein dein kurzer Atem ist ihr immer neue Nahrung, Und du reißt an deiner Hand, Dass sie dir frei zum Biss wird, Eigentlich, denkst du, dürft dich
die Sonne gar nicht schrecken, Und es ist die Panik, die du
fürchtest, Deine Augen hältst du nicht, wie
sonst, Wenn du dich zehren lässt,
geschlossen, Und es ist in dir, dass du
empfängst Und dort hinein gebierst. |
Von deinen Lippen reflektierte eine
Spiegelei, der Kopf auf deinem Hals sprach jedes
deiner Worte mit, Es gab nun endlich diesen völlig
glatten Lippenstift, der ließ den Mund erstarren in der Blankheit, Und man lief, so könnte man fast
sagen, mit den Lippen Schlittschuh, Stand mit eignen Lippen auf den Kufen andrer Lippen, Und es war ein Rausch, der alle trieb, Wir würden uns zu gerne an den
scharfen Kanten schneiden, als an einem Blatt Papier, Das wäre fast unmerklich und
zugleich Verheerend. |
Unsre Schritte machten wir geschickt, Sie waren ja der Hauptteil unsrer Pantomime, Und wir gingen aufeinander zu Und durften uns nicht nähern, Und wir merkten bald, dass wir
trotzdem der Not der viel zu engen Räume folgten, Und wir standen mit dem Rücken hin zur Wand. |
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Auf meinem Mund stand Wind, der hielt die Hand ganz fest darauf, Ich schrie umsonst nach Atem, drehte mich und fand die Lücke, die mich durchließ, dort
versteckte ich die Albernheit des Schreckens, Hinter mir erhob sich jemand Und er lachte auf, Er konnte nichts erfahren haben, Und der Wind lag plötzlich still zu meinen Füßen, Und ich redete mir Großmut ein, Von nichts war nichts für nichts Entstanden. |
Jemand sprach mich an und zeigte
in den Himmel, und ich sah dort hin und
meinte in der Tiefe kleine Kiesel zu erblicken, Dort war sicherlich der Grund, Die Heere schneller Taubenvögel flögen noch viel
höher, sagte er, Und an den stillen Tagen hörte man den Flügelschlag
bis hier, Dazwischen stand die dicke Schicht, die konnte man sich nicht
erklären, Und die Oberflächenwellen waren viel zu
weit entfernt, Die waren nicht zu finden. |
Mir erging es so: Ich malte auf die weiße Fläche einen Schwarzpunkt, der
bestand aus Nacht, Gleich hinter seiner Grenze lag
der Tag, Und in Vergrößerung, die tausend-,
tausend-, tausendfach geschah, Lief beides ohne scharfe Trennung ineinander, Und ich sah die Grenze nicht mehr ab und stach mit
einer Nadel zu, die öffnete mir einen Ausgang im Papier, Der wäre niemals ohne mich
entstanden. |
|
Man kaufte Helme internationaler Unvernunft, Die trug man nicht, die legte man
auf einen Sonntagstisch und unterhielt sich
über sie hinweg, Ich sprach von einem Weg, auf dem ich morgens geh Und dass ich dabei einen Fingernagel über die Geländerspeichen
springen lasse, dass ich das Geräusch verherrliche, Es läuft dabei ein Speichenrad so neben mir und dreht
sich nicht Und kreist vielleicht in einer Ebene, die läuft durch mich
hindurch, Vielleicht, wer weiß es besser,
bin ich selbst die eine Speiche, die heraus gebogen an den
Zaun schlägt, Und ich drehe mich dabei
unmerklich. |
Ich stand vor dem Gesetzesstein, der hatte recht, Es stand ja dort geschrieben, Und er wollte mich zum Wissenden bestimmen, Und ich lernte schnell und viel
und fasste Mut, Und ich erweiterte die Texte um die Worte: „Jeder Blinder darf mit Recht die Strafermäßigung erwarten.“ |
Drüben stand die Aufsicht und sie blickte
unerbittlich Und belehrte mich, Erst als ich, selbst zu einem Gegenstand geworden, über sie
befahl, Wurd
sie so redlich wie ich selbst, Ich machte sie trotzdem zur Herrscherin der kleinen Insel, die ich für sie kaufte, Und entließ sie dorthin als Verbannte und verzichtete auf sie, Wir wurden beide so zu einer Frage nach der Zeit. |
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Alles würde so geschehen, wie es
hier geschah, Man wusste nicht, von wem sich das Geschehn
geschehen lassen ließ, die Bosheit wandelte sich um in Liebe,
Und das Unglück wurde Zufall, dem man
alles danken musste, Schwer zog dieser Schleppkahn an der Last, er stand
fast still, Ich ging am Ufer nebenher, er
stürmte durch das Wasser, wenn ich auf die
Schnelligkeit des Stromes achtete, und Unaussprechlich unaussprechlich lag die Wasseroberfläche an der Grenze. |
Alles ließ ich los, das freie Fallen trat nicht ein, Wir drifteten ganz ruhig
auseinander, Und es war ein Glück, denn unsren neuen Abstand nutzten nun viel
schnellere Geschosse als wir selbst, Sie hätten uns vernichten können, Gerne hätte ich geglaubt, dass
nichts dem Zufall überlassen war, dass es den
Zufall gar nicht gäbe, Und wir konnten auch nicht ahnen,
dass es das Geschehen, dass den Zwischenraum
betraf, Nicht geben konnte. |
Viele Boten standen mir zu
Diensten, Und sie saßen oft gemeinsam auf der Fensterbank und sprachen ruhig,
ausgeglichen Und besonnen miteinander, Und den einen Fenstersturz erklärten sie mir
später als den Selbstmord, der war lange
angekündigt worden, Und er hatte sich nun wieder wegen
der Gelegenheit geboten, Wäre auch ein Dienst an dem Geschehen, Und ich hätte nichts davon geahnt. |
|
Ich legte meine Hand ganz sanft auf deinen Mund, Und deine Zunge redete dagegen an, sie stieg
aus ihrem Becken, und sie schlängelte sich
in das Rund, Und du warst nahe dran, die Tür lag tief im Boden, Und sie wäre auch zu öffnen,
könntest du erkennen, Und du fragtest zwanzigmal das
gleiche, Fragtest immer wieder nach dem
Grund, Ich sagte dir, ein Dichter ist ein Medium, Das ist nicht eine Schuld, Und ich bin Dichter, darum bin ich selbst kein
Dichter, Sonst würd ich die Zunge fangen
und sie meinen Ohren schenken, Die sind sehr bedürftig. |
Mein Kopf, aus Leuchtdraht
nachgebildet, Hing nun abgeschlagen über mir im
Raum, Es war die eigne Köpfung, Und es tropfte aus dem Nichts ein zäher, roter Saft, den ich verleugnete und
fallen ließ, Und meine Augen sahen in das Brunnenloch
daneben, Und ich lauschte angestrengt
hinein, Es würde niemals einen Aufschlag geben können, Und ich griff mit einem langen Arm in seine Tiefe, Meine Schulter schob ich nach Und holte alle Rufe wieder, Keiner durfte mir verloren gehen. |
So entkam, ich schäme mich, es
zuzugeben, So entkam mir die Bewölkung, die ich hüten sollte, Die, ganz eng gedrängt, in einer
meiner Fäuste Platz gefunden hätte, Und sie war entwichen, Und sie breitete sich endlos aus Und ordnete sich ohne meine Hilfe, Und Geräte reichten nicht dorthin, Ich hatte auch erwarten müssen, Etwas aus den Händen zu verlieren. |
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In deinem Mund stand Melodie im Zwiespalt, Und du hörtest sie genau, Und ließest du sie frei, wär sie
verloren, Und du müsstest auf ein Echo
warten, So, in dir, blieb sie nun ungehört
Und würde irgendwann den Fluchtweg durch die Ohren finden, Niemals hattest du zuvor den
eignen Leib in Feindlichkeit betrachtet, Auf dem Laubblatt, dass der Wind in seinen
Händen schaukelte, hielt sich ein
Wurm, Ihm war der Wind das Grün, das ihn so reizte. |
Es gab auch unbesetzte Zonen, die man irgendwo vermutete, Das war zu ihrem Schutz, Man sollte an sich selbst nicht
forschen, Und den Brief, den ich voll Zweifel
schrieb, Müsst ich vielleicht als
Tagessuppe löffeln, Und ich rollte ihn und schnitt ihn Scheibchenweise auf Und hatte alles so zurecht gemacht
Und vorbereitet. |
Ähnlich war es mit Maschinen, die bewohnten wir von
innen, Sie erhoben sich als Häuser,
ließen alles hinter sich Und stiegen auf, Ich konnte nicht entscheiden, ob
wir in die Meerestiefe wichen oder längst
kopfüber über unsren Köpfen standen, Es verging viel Zeit, weil alle von uns
nacheinander… ... nacheinander… …nie zugleich… …nie zugleich… |
|
Eine Rose fiel mir wegen ihrer Farbe
auf, Ein zusätzliches Blut, das unter Atem stand, Ich rutschte mit den Füßen über eine kleine, dünne Stange, die war hartverchromt, und
riss mich fort, Ich wollte an ihr stehen bleiben, Und ich brach im Spreizschritt ein, Die tote Sonne ging schon wieder
unter, Viel zu hart war die Beschichtung dieses Rolleneisens
unter mir, Es funktionierte einwandfrei. |
Dann verschlug es mich in einen Stadtteil, wo die Menschen ineinander wohnten, Und sie schnitten sich mit spitzen Fingern Fenster in die Räume, um hinauszuschauen, Und sie hielten ihre Aussicht
frei, Und regelmäßig putzten sie die
Scheiben, Die benutzten alle, wegen dieser
Enge, von den beiden Seiten, und man öffnete sie auch
in beide Richtungen. |
Während meiner Reise fuhren immer wieder fremde Züge hier durch mein Abteil, Das kam bei anderen nicht vor, Man glaubte mir auch nicht, Obwohl ich alles zeigen und
beschreiben konnte, Ja, ich hielt einmal den Fernzug an, stieg um und fuhr
davon, In meinem Abteil änderte sich
nichts, Uns alles blieb das gleiche. |
|
Ich warnte dich, du wuschst die Haare in dem Becken, Vorgebeugt standst du, Und alles wurde zum Gemälde, Das hing so vor mir, das würd ich
gerne malen, Meine Farben würden dich direkt
betreffen, Und sie trafen dich direkt, Ich stand gelähmt an diesem Anblick, sah dir zu und zeichnete
mit meinen Augen deine Linien grob vorab, Von unten stachen deine Blicke zu mir hoch, sie waren
voller Zweifel, Du warst ausgeliefert, Und ich lieferte mich deinem
nackten Oberkörper aus, die Lähmung war
auf beiden Seiten und hielt an, Ich reichte dir das Tuch, Darin warst du vorher genauso wie
zu allen andren Zeiten abgebildet. |
Aus dem Armstumpf tropfte Harz, Doch das war lange her, die Tropfen klebten aneinander, Waren überhin gelaufen ohne sich
zu regen, Und sie würden den Beginn der Tropfsteinhöhle bilden, Unten lag eine Spiegel, das
Gesicht nach oben, Der sah anfangs gut, was über ihm
geschah, Dann wurd
er blind und schwieg Und tropfte seine Blindheit in die andre Richtung,
einfach nur entgegen, Und es würde einer wohl den andren
Finden. |
Man sandte mich an eine Tür und gegenüber schlug die
Turmuhr, Ich trat ein und hatte keine
Absicht, Und die Klänge zwängten sich mit
mir hindurch Und nahmen gleich Besitz von jedem
Winkel, die erzitterten, Ich hatte euch, das sagte man mir
später, so aus der Genüsslichkeit zu wecken, Und ich klopfte alle Wände ab und fand euch nicht, Und die Geheimtür blieb verborgen. |
|
An einer täglich neuen, andren Freiheit stellte sich die
Unfreiheit, Man hielt die eigenen Gerüche gar für Wohlgerüche, Und es ging dabei um weiter
nichts, als um den Fadenschein des dünnen
Morgenkleides, Dieser Tag würd ganz gewiss sehr
lang, Mit meinen Schuhen klebte ich am Boden fest,
dort hatte man vom Süßgetränk verschüttet, Und die Leute, die ich traf Und die ich lange kannte, Lernte ich nun kennen, Und sie wurden fremd. |
Ich ging spazieren und verließ die Straße, als ein Sandweg seitlich abwuchs, Vor mir her entstanden meine
Spuren, Denen gab ich nach und folgte
ihnen, Hinter mir blieb alles glatt und
unberührt, Es waren umgekehrte Wege, die ich ablief, und die Deutlichkeit verblasste schnell, Auf hartem Pflaster wäre ich an
mir Vorbeigegangen. |
Es gefiel mir nicht, Und jemand wollte wissen, was mir
nicht gefiel, Ich hatte darauf keine Antwort, Und man dachte für mich nach, Man wollte helfen und fand alles
in der Ordnung und in rechter Reihe, auch
die Dinge, die ich nachlässig
behandelte, erkannte man als gut Und hielt sie für sehr wichtig, Und man hielt mir alles vor Und alles hätte seinen absoluten Überlebenswert, man hatte auch die Spielerein
mit einbezogen, Und man wollte morgen weitersehen,
Und dann übermorgen Und so fort Und fort Und fort… |
|
Ich lebte im Verzehr, Du hattest das Besteck gestohlen, Meine Leidenschaft war unsichtbar, fraß
sich von einem Tod zum anderen, Sie schleppte sich durch eine Landschaft, die war voller Boten zwischen Beute und dem
Jäger, Dir gab ich ein neues Spielzeug, das war schlimmer als
zuvor, Ich sandte dir die Freundin, die lieh dir und mir ihr
Ohr und sprach zu dir mit meiner Und zu mir mit deiner Zunge, So versprach ich uns ein Überleben, Und wir durften uns nicht sehen. |
Schweiß stand mir auf meinem
Körper, Meine Kleidung saß zu eng, Und unter meinen Mitgefangnen
war ich nur ein kleiner See, der lag in einer großen
Seenplatte, Und die Lyrik meiner Zelle war das Lagerleben einer Großstadt, Ich erinnerte mich auch in grellen Farben und verfolgte keine Lügen mehr, nur um der Wahrheit eine Leuchtspur zu
verschaffen, Und die Tage hinterließen weniger an mir
als einen Wandstrich, Ausdruck größter Eile. |
Das Lächeln kam zu Unrecht, und du hattest nichts
entdeckt, Du wusstest auch nichts über mich Und brauchtest dich und mich nicht
zu entschuldigen, Und Freundlichkeiten traute ich
dir nicht mehr zu, Und alles, was dich rührte, waren
die Gedanken an ein Unrecht, Das entstand dir täglich neu, Das fügtest du mir täglich zu, Das war der Brief, den jeder unbedingt zu Ende lesen wollte. |
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Ich lebte ganz in der Mechanik, meine Arme waren
Greifgeräte, Und ich liebte sie, und es
entstand ein mäßiges Vergnügen, wenn ich sie bewegte, Meine Welt bestand aus einem Gummiband, das zog ich zu mir hin Und sah im letzten Augenblick, Dass es sich auf der andren Seite
löste, So entstand kein Halt, ich machte mich durch mich
betroffen, Nirgends gab es einen Ausverkauf der Arme. |
Mit meiner Stirn schlug ich an eine Wand, Und eine sonderbare Leere kehrte
ein, In mir wuchs eine Ruhe vor dem Schmerz bis beides
explodierte, Und mein Schrei war längst vergeben, Meinen Kopf, da war ich sicher, Trug ich unter meinem Arm, Ich sollte warten, hieß es,
warten, warten, Dass die Köpfe an die rechte Stelle rücken würden. |
Meine Augen tanzten, Und sie sprangen auf den Anblick eines jungen
Silbermädchens, Meine Reue warf ich hin als Vogelfutter, Und der Hunger hatte alle Sattheit
überwunden, Mit dem Mund aß ich den Sand, Es war unmöglich noch zu reden, Meine Sprache sprach woanders Weiter. |
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Es war noch nicht genug, Und der Triumph blieb aus, Du stelltest deine Beine auseinander, es entstand der Bogen, der war gut genug für Kinderspiele, nicht für mehr, Nach oben gab es nichts zu
greifen, keine Nationalität und keine Phantasie,
an der du Halt gefunden hättest, Dieser Spreizschritt ließ dich
unterscheiden Zwischen großem Fleiß und
übergroßer Unumgänglichkeit, Kein einziger würd sich so vor dir
bücken, Um mit einem Kinderlied hindurch zu schlüpfen. |
Niemand opferte sich für ein Bild, das war schon tot, wenn es
entstanden war, Und mir im Kopf entstanden tausend Bilder, Jedem einzelnen hatt ich mein Leben zugesagt, Am Gartenausgang wuchs die Blume, und die Hochzeit stand
bevor, Auf diese Weise würde sich die Kunst nicht mehr vermehren können. |
In meinem Herzen saß ich unablässig zu
Gericht Und wollte mich davon befrein, Es fehlte mir auch das Verständnis, über mir den Sternenbogen räumlich zu erkennen, Alle weißen Punkte standen
unverrückbar Und gleich weit von mir entfernt, Mein Urteil reichte hier nicht aus, Es war nicht aufzufinden. |
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Gestern noch stand hier mein Haus, Und heute blüht ein Flieder auf demselben Platz, Dazwischen liegt nur eine Nacht, Es raubte eine Wohnung eine andre aus, Ich trug den Frühstückstisch, er war gedeckt,
auf meinem Kopf und stellte ihn in einen Innenhof, dort waren alle Fenster offen, auf mich schaute
alle Welt, Es war die Anstalt, wo man Freiheit nur
vergab, wenn man mit seiner Freiheit büßte, Und von mir erwartete man nun die
ganz besondre Art des Selbstmords, Und man ließ mir Zeit, Und niemand drängte mich. |
Versagen war nicht zu befürchten, Ich war offen und porös Und kannte keine Schliche, steter Wind durchspülte meine Poren,
kühlte mich Und brachte auch ein wenig Feuchtigkeit, die schützte vor der
übergroßen Hitze, Andre Felsen um mich her
zerbarsten unter einem Tempraturgefälle
zwischen Tag und Nacht, Und ihre Schuld erweckte bald in mir Beredsamkeit, verlieh sie mir,
wohl weil ich nicht ihr Opfer werden konnte. |
Den ganzen Tag verbrachte ich im Stehen unter
einem Torbogen, Und alles blieb belanglos; Außer diesem Bogen, der mit jedem Fortschritt alterte, geschah hier
nichts, Und aus den Wolken fielen helle Masken wie man
sie im Schauspiel hatte, und sie fielen
schnell, ihr Porzellan zerbrach am Boden, ihre Scherben lagen weit verstreut und Durcheinander. |
|
Du gabst mir ein Getränk, das sollte mir die Schmerzen aus dem Kopf vertreiben, Und ich winkte ab und trank es aus
und hätte lieber diesen Eisenreifen abgenommen, Der lag fest als Stirnband, das
war eingewachsen, Nicht mehr aufzufinden unter
harter Rinde, Ja, selbst, wenn ich’s mir
entfernen ließe, Bliebe doch die eingeschnürte
Stelle, Davon konnte ich nichts sagen, Und wir reichten beide nicht
dorthin, Und ein Getränk vermochte es vielleicht
als einziges sich durch die Ritzen einzuschleichen. |
Ich suchte in der Stadt nach einem handbemalten Porzellan, es sollte nur ein
kleines Schmuckstück sein mit weißem Grund Und sonst in reinen blauen Farben, Und ich schnitt mir vor dem Spiegel in ein Ohr, wie es sonst andre an mir
taten, Und das Blaulicht tropfte auf mein Weißhemd, Bis es irgendwann versiegte, Und ich hätte mir von uns aus
nicht geholfen, Meine Suche war vergeblich. |
Der Künstler spielte eine Violine, Die lag seitlich in dem Kasten, Und es war ihm recht so, Und ich kaufte eine Zeigeruhr, die hatte eine Eigenart, Sie lief dem Sinn entgegen, Und die Zeit, die sie einteilte, blieb wie
überall Und irritierte den Betrachter, Mir hing ich sie vor den Spiegel, das war wegen ihrer
Zahlen Auch nicht richtig. |
|
Du stolpertest auf deinem Weg, und als kein Halt dich mehr erreichen oder
halten konnte, Bliebst du fallend stehn, du wünschtest dir zu sehr, Dass dich der Stillstand retten
würde, Die Figur aus dir wurd
nun zum angegebnen Bahnhof, Zwischen allen Gleisen wuchsen Büsche, Gräser, selbst das Namensschild geriet schnell ins
Vergessen, Als ich von der Reise wiederkam, sie dauerte den
andren viele Jahre, war der Eingang, der in meine Wohnung
führte, zugenagelt, Und dahinter sah ich die zerfallne Tür, Die Dielenbretter waren morsch und
aufgerissen, Und es lag auf allem eine Staubschicht. |
An die Rückwand zielte eine Lampe ihren Lichtschein, der war rund und weiß Und irrte hin und her Und suchte etwas, Und der Schwarzpunkt, den ich zu dir
sandte, Den du nicht entziffern konntest, War nur die verkleinerte Verkleinerung vom Rätseltext, Den hättest du natürlich vielfach
erst Vergrößern müssen. |
An diesem Tag vernahm ich kein Geräusch, die Ohren hatten mich verlassen, Und ich sollte meinen Mund statt ihrer nehmen, Der war weit geöffnet, Und die Ärzte lobten mich für braver
Haltung, Und sie würden sich nach meiner Rückkehr weiter um mich kümmern, Und ich saß im Wartezimmer ohne mein Gehör, Das war noch in Benutzung. |
|
Ganz aus Versehen öffnete ich gleich das
erste Zimmer, darin waren die drei Eingeschlossenen, die brauchten
keine Tür, Und wenn sie läuten würden, wäre
das, So sagten sie, der Augenblick in welchem sie sich
selbst verschlössen, Dann stünd mir der Zugang frei, Ich ging zurück und durch den
eignen Schatten, das war schmerzfrei, Und dort drinnen ging man jedem Schatten, wegen großer Schmerzen aus dem Weg. |
Ich baute mir ein Haus, das schnell und leicht
errichtet war Und riss es wieder ab in Sorgfalt,
Alles musste gut verwendbar
bleiben, Und ich baute alles wieder auf und
übers Jahr riss ich es wieder ab und
wohnte nicht darin, Zur Zeit, so glaube ich, befinde
ich mich in der Aufbauphase, Was danach kommt, lässt sich nicht
bestimmen Und im voraus sagen. |
Neben mir las man aus einem
übergroßen Buch, es stand auf einem Pult, Ich sah ihm über seine Schulter ins Gesicht, Das war noch völlig unbeschrieben, Und ich würde lange warten müssen, Über uns stand dieser rote Drachen aus Papier im Himmel, Der zog an dem Faden, der durch meine Hände lief Und hielt dort oben Ausschau. |
|
So bestimmte eine Tür aus Holz den Eintritt, Und ich hörte auch den leisen Unterton von Ungeduld, der in ihr
schwang, im Öffnen und im Schließen, er betraf
die beiden Seiten, Früher einmal sprach ich ihr das Recht ab, eine eigne Existenz zu
haben, Heute war der Höhepunkt des Durchgangs eine
Drehtür, Darin fand ich einen Angelpunkt, um den herum nahm ich
die Wohnung. |
Eure beiden Köpfe legtet ihr aufs Eis des zugefrornen
Sees, Und zwischen euch befand sich eine Wasserstelle, war ein Luftloch,
das gefror sehr schnell, Und ganz genau bedachtet ihr in
keinem Augenblick den Sinn der Öffnung
sondern nur den Vorgang, der sofort nach euch Auch alles andre überziehen würde, Und es wäre an der Zeit sich selbst mit einer Glashaut abzufinden. |
Auf den Straßen fuhren selten Motorwagen, Und auf einem graden Stück befand
sich eine Stelle, Dort gab jeder ein Signal, den Warnton ab, der war so
völlig sinnlos Und wurd
doch von jedem bei der Durchfahrt eingehalten, Und bei mir, ich stand am Straßenrand, entstand der Eindruck
einer wiederholten Köpfung, ja ich spürte selbst das Brechen des Genicks, das war sehr
angenehm Und völlig unerklärlich, Und man sprach auch nicht darüber. |
|
Ich stand vor einer andren Tür, die war ein Spiegel, Und ich suchte noch, da tratst du
ein Und gingst durch mich hindurch,
ein Künstler kämpfte irgendwo ums Überleben seiner Kunst, Er wurde sehr, sehr krank dabei,
das Nahrungsangebot lag den
Verhungernden in Stahlbehältern vor dem Tor und war
geschützt vor dem Verderben, unerreichbar fern, das Hauptziel wurde einem Regenwurm, von einem Spaten
durchgeschnitten, nun zur Nebensächlichkeit, es wechselte
das grüne Licht sich regelmäßig ab mit einer
hoch erhobnen roten Hand, die wurde uns zum Zeichen. |
Etwas weiter fiel der Schmetterling durch eine Luft, die ihm gehörte, Und mich hatte man der Mitpflicht
allen andren gegenüber ganz enthoben, Und ich sah ihm zu, es kam kein Vogel, der ihn schnappen wollte,
meine Eigenliebe jagte sich den Kupfernagel durch die Mütze in den
Kopf, so dass sie Oben bleiben musste, nicht mehr
niederfallen konnte, Wenn ich mich vor mir verbeugte. |
Mochte sein, dass auch die Gegenstände ihre Richter hatten, Dass sich unberührte Mädchen mit den Jugendträumen
quälten Und die Qualen Jahr um Jahr ertrugen, Mochte sein, dass diese Brücke unter meinen Füßen gar
nicht existierte, Weil ich dieser Narr war, der dem größren Dieb, als ich es selber war, in
alle Taschen
schaute und ihm dienen wollte. |
|
Unvermutet ging ein Schlagbaum vor mir nieder, Und die Hand, die ihn
herunterließ, war meine, Zwischen mir und dem Gerät bestand sonst keinerlei
Verbindung, es geschah die Untat unversehens, Sie verlief so reibungslos, dass
ich erschrak, Ich fühlte mich in einer Puppenwohnung, die bediente ich
von außen Und sprach ernst mit mir dort
drinnen, Schwierig wurde es, aus einer Ebene des Denkens in die Andere darüber liegende zu
wechseln, Ich dort draußen lauerte auf jeden Einfall, den ich haben würde, Einmal war mir dieser Wechsel ja bereits gelungen. |
Es war ein altes Treppenhaus, das ich emporstieg,
auf den Stufen blinkte irgendeine Sauberkeit, die setzte sich in Wänden und in dem Geländer fort, Es roch nach ausgesperrtem Sonnenlicht, ich schaute
unwillkürlich nach den kleinen Fenstern, darin wohnten schon die Leute dieses Hauses, Mir war jeder Aufstieg gleich, ich kannte
keinen, Wollte niemanden besuchen, die Etagentüren standen offen, Hier war niemand anzutreffen, Und in einem dieser Zimmer sah ich eine gelbe Spielzeugeisenbahn, die fuhr auf
einem Kreis und hielt nicht an. |
Vor dem Stadtrand zog ein Deich in langem
Bogen hin, Und ich ging dort spazieren, eine Wolke ferner Taubentiere ging als
Regen nieder, Das Gespräch, um dessentwillen wir
die Kieselsteine einzeln drehten, um
das Untere zu sehen, dies Gespräch lag nun ein wenig überspült
auf meiner linken Seite, Du warst fort, und ich erinnerte
mich gar nicht mehr An dich. |
|
Ich sagte etwas aus- Und überhaupt- Auf meinem Weg bis hin zur Straße, die mich
führen sollte, kam mir der Gedanke an ein Lagerfeuer, an den Rauch, der sich nach oben
kräuselte und aufstieg, Und es roch nach Feuchtigkeit und Trockenheit, ein
unbekanntes Heimweh, dass mich nirgends
hinzog, lag darin, Und, wiederum am Straßenrand, lag,
abseits vom Drogisten aufgestapelt, die Ruine eingestampfter Pappkartons, Ich warf ein Streichholz brennend in das Reisig, das ließ man nicht zu, Und Rettung war im Ursprung immer die
Vernichtung, Haushoch schlugen Flammen auf. |
Neben mir lag trautes Alltagsglück, Und jemand sagte, so sieht einer
aus, der in Extremen lebt, Ich sollte mich wohl danach
bücken, Und ich hob es auf, das brachte Beifall, meine Lippen standen im Reflex, ich hatte höchstes Gut den
andren Gütern vorgezogen, Und ich war verspätet, wie man
sah, Und nichts davon war Wiederbringlich.
|
Wir lebten ja in Sprechgeräten, die benutzten wir,
um über weite Ferne nah zu sein; Mit dir in einer Haut das Leben auszuleben wurde
leicht gemacht, Durch diese Hilfe konnten wir uns manchmal
tagelang in der Begegnung nicht mehr
auseinanderhalten. |
|
In deinen Augen stand ein körperlicher
Schmerz, Die andren sagten, das sei nur ein
Aufruf, Ich hob meine Hand und streichelte
dir deine Wange, sonst bliebst du mir fremd, Es war so, dass ich schnell
begriff Und es auch spüren wollte, Helfen konnte ich dir nicht Und half dir sehr, Man hatte also recht, wenn man dir
einen Aufruf unterstellte, Und ich sah auch hinter dir den
wirklich Kranken, der rief nicht mehr auf, An seinem Lager brannten rote Augenkerzen, Die sich selbst bewachten. |
Früher sprachst du, wenn du mit
mir sprachst, Direkt mit mir, Und heute sandtest du mir die Kopie der Rede, die du an mich
richtetest, Ich wollte wissen, wem du dich
original Verkauft, verschenkt, vergeben
hattest, Und du standst vor mir Und sprachst und sprachst und
redetest von dir Und über dich Und warst dir dabei fremder als
die Atmung, die du brauchtest, Die ging an dir ein und aus. |
Dann stelltest du dich auf den Felsen, weil du weiter sehen
wolltest, Und erhöhtest dich Und redetest dir so die Gipfeleinsamkeit der kargen Berge
ein, Die würden dir das Echo spenden, wenn du reden
würdest, Alles, was du dachtest aber, blieb
Verloren. |
|
Ich kam zu spät, die laue Nacht war längst in Dunkelheit
verzogen, Viel zu leise gingen meine Fenster auf, Ich sah hinaus, Und unter mir entdeckte ich zu
meinem Trost den Sternenhimmel weißer
Rosenblüten, Die bewegten sich auf keiner Bahn und zeigten keine
Sternenbilder, Aufgerollt war jeder Laut und keine Zeit verging, Das war die Schuld der vielen Einzelheiten, Die ich so nicht sehen konnte, Und ein Satz in meinem Ohr erzwang Gehör: Die Nacht ist nur das Gegenteil
des Tages, Das war ganz gewiss nicht wahr. |
Morgens zog ich einen Mantel an, darunter trug ich
nichts, Man fragte mich, warum ich in der Wohnung nur in einem Mantel lebte Und warum ich mich bei niemandem Und auch nicht, wenn man mich
besuchte, aus dem Mantel schälte, Mir war jede Frage recht, Zum Schluss blieb einzig diese
noch nach meinem Mantel übrig, Und ich sah, dass man mich schnell
verwechselte. |
Deine Schuhe hinterließen eine schwarze Schleifspur auf dem Zimmerboden, Keiner konnte sie entfernen, Deine Kette schwärzte sich von einem
Augenblick zum anderen, Als ich sie dir im Nacken küsste,
deine Zähne rollen über rosa Zungensamt Und sie verfingen sich darin, mein Sternenhimmel zog sich hin in Schwarzen, weißen, rosa Straßen. |
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Vor mir stand die Blumenkanne voller Wasser, sie
erlitt die Einengung des Mundes, Meine letzte Nacht versandete im Traum, Der war noch nicht beendet, Und ich sprach das Lippengedicht für Nichthörende, Ich sprach die Dialoge zwischen Traum und Blumenkanne, Deine Finger tasteten derweil den Hals hinauf und mündeten an
scharfen Kanten, Offenbar war mir die Nähe des geheimnisvollen Glückes,
das man nicht Erklären konnte. |
In dem Wohnraum hingen Bilder, Die bewegten sich in ihren Farben zueinander, sie verschoben
sich darin Und schlugen ihre Augen nieder,
als ich sie betrachten wollte, Und sie hatten Angst, dass man sie
jetzt verkaufen würde, Und ich war allein mit ihnen, Und ich griff in ihren Schoss, der
war sehr Weiblich, Und ich zahlte auch dafür. |
Die letzten Worte, die mich trafen, waren gut
gemeint, Sie hatten sich verletzt auf ihrem
Weg zu mir, Sie rissen nun die alten Wunden wieder auf um derentwillen
ich im Rücken zu dir lebte, Und du wusstest, dass ich ständig
unter Vergewaltigung durch rote Farben
litt. |
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Ich eilte an den See, von dort her kamen Rufe, Und es schien mir, dass sie nicht
vom Ufer kamen, sondern von der großen Fläche, die war rosa-gelblich
angelaufen, Und ich sah nun endlich deinen
Mund, in Spiegelung verdoppelt, Und er trank vom Rande Milch und Honig, Und er schwamm darin Und rief und rief und rief, Ich konnte nichts verstehen, Und die Arme reichten doch nicht hin und
her. |
Jemand sagte auch, es wäre gut,
dass ich Geständig sei, man sprach von mir
als einer Drittperson, Ich musste meinen ganzen Großmut
zeigen, Und ich fragte dich, die Frau, die seinerzeit von mir
empfangen hatte, Und du gabst den andren recht, Auch sei ich dir zu oft gekommen, Und es bliebe fast nichts zu
gestehen, Wenn ich dich ein wenig Schneller drehen würde, sagtest
du, Entstünden völlig neue
Farbenringe, die im Raum ganz einfach stehen bleiben
würden. |
Es fiel feiner Regen, Um mich her blieb Nacht, Und andre sagten gleich, dass ich
mich irrte, Denn der Tag war überall, die Tropfen sanken nicht zu Boden sondern hielten sich als Lichtschwarm vor den Lampen, Glatt und nass stieg eine rosa
Küste auf, der Haaransatz stieß nicht auf deinen
Mantel, Und du standst von mir in einer
langen Reihe, Dich würd ich so nicht erreichen. |
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Die Straße grenzte an den Abhang, Dort wuchs dichtes Gras, in dem die Sonne stand, Verschiedenes Getier bewegte sich, Und eine Grille fing mich ein, Ein Vogel schoss an mir vorbei, Ich sah noch, dass er aus einem Notenblatt geschaffen war, Er ließ sich in den Ästen meines nahen Schattens
nieder, Zahm war diese Stille, voller
Eigenheiten, Eine junge Frau saß an den Stamm gelehnt, Sie sah nach oben in ein Grünbild, Das bewegte sie in sich. |
Ich sah wie du dich über einen Holztisch beugtest, du bemaltest
einen Damenfächer mit den Miniaturen, Das war eine klare Liebesschrift, sehr gut zu lesen, Später hörte ich, dass dieses
ganze Bild vor mir nicht mehr lebendig
war Und seit Jahrhunderten verschwunden,
unauffindbar in Museumskellern lebte, Und ich selbst stach mir mit einer Schere in den Arm, bis es mich schmerzte, Und ich hatte keine andre Garantie. |
Ihr wart in kleiner Runde, jeder legte hier sein Herz auf einen Tisch, Es durfte ruhig weiter schlagen, Ich kam neu hinzu, das machte euch
nichts aus, In vielen andren Fällen, hörte ich
mich sagen, Sei es umgekehrt gewesen, Und ich blieb verschlossen, Niemand führte Protokoll, Es machte wirklich gar nichts aus. |
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Hoch im Baum sah ich die materielle
Landschaft Angehäuft, sie war als Nest schwer
auszumachen, Und ich sah es nur von unten, Drinnen konnte man ein Leben nicht
vermuten, Nichts flog ein und aus, kein Zugeständnis fiel herab, Und alles war mit allem Fest verbunden, fest vernagelt und
verschnürt, Und ich empfand die Bürde einer ungewollten Zuneigung gleich doppelt, Und du legtest dich ganz offen auf
den Rücken, Und ich nahm dich an und wehrte
mich dagegen, Das war innerlich, Zuweilen traf ein Haarriss bis nach außen, an die Oberfläche. |
Der Regen hatte plötzlich
aufgehört, Es war die Trockenheit, die dein Gesicht
befiel, Du wendetest dich hoch vom Tisch zu mir, Und, selbst ein Mittelpunkt, wurdst du zur Mitte deiner selbst, Die Sonne kam, obwohl sie sich im Untergang befand, hervor und
brachte satte Farben, Diesmal führte ich kein Protokoll und sprach dich auch
nicht an Und zog mich Tag um Tag ein wenig mehr von dir
zurück. |
Du solltest nur bekennen, Dass ich sehr, sehr müde war, Und ich verlangte doch nicht viel, Du zeigtest mir in einer andren Ecke, dass die Auflösung begonnen
hatte, Das sei kein Verfall, so warf ich
ein, Und jeder, der in dieses Zimmer kam, stand auf derselben
Stelle, Die war ohne Anspruch, Meine Augen hingen an der Tür, Ich wusste, diesmal war es anders,
Weil ich nicht davonkam. |
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Gestern stand ich auf, kam auf mich zu Und grüßte mich, vier Wolkentore
schlossen sich, nachdem ich eine Treppe durch die Luft gegangen war, Die Tore schlossen sich vor mir, ich
hatte meine Ähnlichkeit mit mir erkannt, Dass wir identisch wären, hätte ich nicht
angenommen, Aus dem andren Land erschienen andre scharenweise, Ich verstand mich nicht und öffnete die Schachtel der Identität, Kein Inhalt war dort mehr vorhanden, Jemand aus dem Dorf kam auf mich zu und sprach von
seinem Heimatsee, der wär, das wüsste Jedermann, der von dort käme, mit den Meeren und den andren Seen verbunden, Eines Tages würde man das Adernetz
beweisen können. |
Wieder sprach mich einer an, Von sich aus, sagte er, sein alle Räume farblos, und, dass wir mit unsren Flügeln schlagen, habe einen andren
Grund, Das Lesen der Gedichte sollte nicht ein Rätselraten sein, es sollte zur Begegnung mit dem eignen Menschen führen , Der sei fremd und unerforscht, Man selbst sei dabei ohne Interesse. |
Durch die Gitterstäbe sah ich in den Raubtierkäfig, dort stand einer, der die Tiere zwang, Mit spitzem Mund beküsste
er die Ungeheuer, Jeder war vor jedem auf der Hut, Doch ich blieb mit der Hand am Gitter hängen und verletzte mich,
das Rotblut
schmierte an die Stangen, Bis ich es bemerkte, kam die ganze wilde Schar schon auf mich zu, die Gitterstäbe hoben sich, von dem Dompteur gebändigt, in die Höhe. |
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Ich sah durch helle, bleigefasste Fensterchen in einen Hof, dort lag
der Rest der letzten Nacht, Und zwischen dem Geruch der leeren Weinbehälter Spielte die Zermachmusik, Sie würde sich noch dauernd
wiederholen, Niemand kam und schaltete an
diesem Apparat, Um alles lief ein Kreuzgang, Ich war hier nur Gast, und meine Finger konnten
allenfalls in eine Bleischnur kratzen, Auf dem Sockel stand noch ein Metall, es war der Bronzeabguss
eines Bettlers, Der erbat nichts mehr, Sein Hunger war nun übertragbar,
seine Leiden litten nun die anderen, und
alle Scham stand mir im Angesicht, das war in Blei gefasst. |
Jemand sang ein Lied, die Melodie war harmlos, Texte gab es nicht, Mir fiel es leicht, dir einen Sinn hineinzuwerfen, der war Bunt genug für deine Augen, Soviel sang ich vor: „…der letzte Tag von deinen alten Tagen wäre wert gewesen…“ Und es fehlten diesem Liedchen wirklich wegen seiner Einfachheit die Stimmen, Und die Glocken eines Sonntags übernahmen
alles, Konnte denn das Licht alleine das Metall, das in dem Turm hing, so
in Schwingung bringen? |
Licht im Licht schoss durch das Wageninnere, Und ich befuhr Luftschienen, Zwischen Scherengittern schneller
Schatten lag das Schreibpapier auf meinem Schoß, Es riss sich jedes Wort aus meiner Hand und los, Und ließ sich jagen und
vertreiben, Nur die Blendung blieb, Vom Ufer stieg ein glatter Rasen an und wuchs bis hin zum
Herrenhaus, Geblieben war davon nur die Fassade. |
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Ich konnte es nicht fassen, Andre aßen gleich den Glückskreis auf, so tierisch war
die Nachgeburt des Wohlbehagens, Ich vermied die öffentliche Klage,
im Spaziergang schickte ich Gedanken, die ich hatte, auf die
Weide, Und ich wollte beim Betreten eines öffentlichen Hauses
nicht mehr stolpern, Andrerseits sah man mir immer
öfter ins Gesicht, wenn ich erzählte, meine Sprache sei sehr gut zu trinken,
sagte man, Und nahrhaft sei es allemal vom
frischen Brot ein wenig zu erhalten, Meine Feinde saßen harmlos auf der
Gartenbank, Es gab nichts zu beraten. |
Selbst die Hoffnung, die ich hatte, wurde zum Gemeingut, das verteuerte mir
ungemein die Zeit, Die Sprache schieferte in flachen
Scherben ab Und brach bei jedem Wetter etwas weiter auf, Das Weib, das sich in unsren Betten räkelte und dort die Betten
hütete, Wies alles ab und strahlte seine
unverschämte Wohligkeit mit einem frechen Lächeln lächelnd aus, ein Mord wär angebracht gewesen, hätte
man gewusst… Sie nahm die Hände nicht aus ihrem Schoß Und darin, sah ich, brannte Licht, Es zeigte sich ein Brief, der war unlesbar, Und er wurde grad geschrieben. |
An der Zimmerdecke wuchs ein Schloss, Das nicht zu einer Tür gehörte, Und es steckte tief in ihm ein
Schlüssel, Und du wusstest gleich Bescheid und warst voll Ungeduld, Und du verlangtest, dass ich über Kopf um dieses neue Wachstum einen Zaun errichten sollte, der wär
flach zu halten, Und der hätte nur das Schlimmste zu verhüten, meine Tage liefen rückwärts an. |
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Und dann fiel ich in das Schloss und intressierte
mich von nun an für den Mechanismus zugeschlagner
Türen, aller Anfang war der Mund, der war schon aufgeschraubt Und leicht zu lösen, meine Phantasie hielt ein, zu dürftig
war die Abwelt
die mich sandte, mit dem Finger stieß ich an die Zunge, die
war in Bewegung, stieß an Zähne, Aber sie bewegte nichts, Ich sah auch etwas von dem Schrecken zu zerstören, was sich
nicht mehr Reparieren lassen würde, etwas von
dem Schrecken eines Ausgesetztseins, Heimlich trat ich gegen einen
Stuhl, Trat an den Rahmen, der mich fasste, Und ich hatte vor, die Tür allein mit meinem Kopf zu
öffnen, meine Hände ließ ich übers Türblatt gleiten. |
Jemand sah an mir die schwarzen Flügel, die mich tragen sollten, Noch war ich am Boden, Und ich wollte nichts beklagen, Unter mir entdeckte ich die
kleinen Federn auf der Straße, auch schon
dunkelgrau, Sie stiegen mit dem Windzug auf und sammelten sich
schnell in einem Wirbel, Ich werd lieber wieder eine Jacke über angelegte Flügel
ziehen. |
Dann fragte ich nach einem Glas mit Wasser, Und man reichte es herüber, Und es war gefüllt mit einer Oberfläche, die lag über einer
anderen Und die auf einer weiteren Und fort und fort bis hin zum
Boden, Und darunter fand ich nichts für
mich Zum Trinken. |
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Jemand teilte einen Handbrief aus, ein Flugzeug, dass sich näherte,
zerbarst, und ein Propellerteil drang mir in meine
Stirn, Man wollte immer wieder meinen
Kopf, Doch diesmal tauchte ich
geschickt, der Zettel fiel mir aus der Hand und blieb auf einer
Oberfläche liegen, Kurz sah ich ihm nach, ein wenig Neugier ging mit unter, Dafür brauchte ich mich auch nicht
zu entschuldigen, Ich ging zu einem Schreiber, der saß auf der Treppe, Und er hatte nichts bemerkt, es
war nicht seine Sache, irgendwo Berufung einzulegen. |
Ein anderer erzählte mir von der Geduld, sie könnte schnell zur Hölle vor der Hölle werden, Das verstand ich nicht und hatte
recht verstanden, Denn der Mensch sprach ja von
sich, von jener Teufelei, die mit dem Warten auf Erfüllung einer
Ewigkeit verbunden ist, Er hatte sich dabei vergessen! |
In der Zeitung fand ich eine kleine
Wasserquelle, Die sprang dort aus einem Wort, das war nicht mehr zu lesen, Umgekehrt, ich fragte nach dem
Sinn, wurd eine Trockenheit daraus, die färbte
sich, brach das Papier und sprang und riss und
könnte jeden Augenblick aus sich die Flammen schlagen lassen. |
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Die Zeit der süßen Gummibärchen war
vorbei, Man hielt sich wieder Unkraut in den Gärten, es gedieh
ein Schachtelhalm aus einer Urzeit,
ganz versehentlich, Und überall entstand ein Ursprung, Der war nicht zu übersehen, meinen Wortzaun
sah ich eines Tages, weil er mit verkeilten Ästen hochgerissen war, weit über
mir in einem Baum, Ich kam nur selten her, auf einem Baumstamm, der am Boden lag, saß
eine junge Frau, die hatte ihr Zuhause hier,
ihr Anblick rührte an ein Zartgefühl
in mir, Es war die tiefe Wurzel einer Dankbarkeit, die sich Bewegte. |
Ungeheuer laut empfand ich das Geräusch, das in die Stille stieß,
es war das Plätschern weißen Wassers oder
doch das Frauenlachen hinter vorgehaltner
Hand, Dann schob sich Ruhe wieder
aufeinander, Meinen Atem hielt ich an und
kannte meinen Willen, So entschlossen, wie ich war in
diesem Augenblick, war ich bereit, mich
ohne jeden Handgriff zu Ersticken. |
Über mir hing eine Leuchte, die war ganz aus Glas, Und hing an einem Draht und klirrte leise, Und sie würde fallen müssen, Und sie war gefährlich, Und ich saß doch unter ihr, ihr Singsang würde, würde sie erst
stürzen, Schweigen, Jemand sprach mich an und fragte
nach dem Weg. |
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Die Zeit, da Kinder aus dem Abfall Spielzeug schufen, ist
vorbei, der Überfluss ist überall und Abfall, Und die Kinder selbst erkennen sich in
jeder Tageszeitung wieder, Und sie sehen, wohin sie gehören; Nur zerbrochene Geräte bringen etwas Einigkeit,
die huscht dann Ratlos zwischen den Erwachsenen
und ihnen hin und her, Hier gibt es nicht instand zu
halten; Einmal sah ich, dass ein Junge einem Mädchen eine Feder in
die Haare steckte, Das berauschte alle Welt, Es wurd
ein großes Leiden. |
An der Wand hing noch ein Teller, der war
blau, Du sprachst von ihm und zeigtest
draußen auf die blaue Sonne, sieh, es ist die Wahrheit, die ich schreibe,
zwischen meinem Teller und der Sonne war kein
Unterschied, Sie strahlten beide in der
gleichen, glühend weißen Farbe, wie du sagtest, Und sie hingen beide irgendwie
befestigt an der Wand, die würde niemals etwas
tragen. |
Früher gab es Tüten, die man aufblies, Kinder ließen sie zerknallen, Heute musste ich mit meinen
ausgestreckten Händen wieder Fenster in die Landschaft schneiden, das schafft Raum und bildet eine
Schutzfassade, Hinter der verbringe ich den neuen Abstand. |
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Allen Dingen wuchsen Hälse, dass man sie
von ihren Köpfen schlagen konnte, Andrerseits, je näher ich den Einzelheiten kam und sie
entdeckte, Desto größer wurde die Entfernung, bis zur
Unerreichbarkeit, Ich sah durchs Glas, das noch vergrößerte, Und unermesslich wurde eine
Nichtigkeit, Am Kiosk stand ein Mann, Der hatte sich verirrt im Garten seiner Worte, Und in einer meiner Hände sah ich eine Pore, die sich schloss und
öffnete, Und deine Fragen solltest du nun stellen,
weil ich hören konnte, Und in zwei Minuten, wusste ich, Würd mich kein Wort erreichen,
dann wär deine Frage unter Glas. |
Es schwankte dieser große, schwere Kerzenleuchter auf dem Tisch Und fiel nicht um, Und das Geräusch drang in das Tischholz, Jemand kam mit langen Schritten
auf mich zu, Die anderen berichteten von
schlimmer Essgewohnheit, die man noch im
Ausland pflege, meinen Körper hielt man sorgsam
angegurtet, Und dort draußen gab es Lebendessenden Verzehr, Und man umstand mich Und erzählte viel davon mit roten Wangen und mit hektischen
Bewegungen. |
Es wurde auch von einem Liebespaar erzählt, das hatte
nicht die Schlachterei bemerkt, in der es heimlich
zueinander fand, Und keiner fragte je den anderen Nach dem Beruf, und Nächte gab es für die beiden Nicht in ihren Zwischenwänden. |
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Ah und Oh Und Blah
und Bloh, zum Zeichen deiner Sprache hältst du
deinen Mund geöffnet, deine Augen waren deine Ohren, Und die Ohren schwiegen nun schon
über Fünfundzwanzig Jahre, ganz genau
betrachtet brach der Fenstersturz, der über deinen Augen saß, schon aus der Stirn, Und täglich kamst du heim und
gingst zurück in das Geschirr, das war dein eigenes, Ein jugendliches Haar, das in dem Fensterrahmen
stand, Erzählte plötzlich alles von der Welt und ließ nichts aus, Und erstmals blieb die Sprache in der Rede liegen, Und du schwiegst erneut betreten, Ich entdeckte dich Bei Tisch, wo du den Unterschlupf genommen hattest. |
Auf dem Stuhl lag immer dieses weiße Tuch, man sollte sich darin den Mund, die Finger reinigen, Ich sah dir zu: Für dich war es im rechten Augenblick die weiße Fahne, Die hobst du umsonst, Man lachte über dich, weil man
dich liebte, Und es wehte hier bei Tisch kein Wind, Unsichtbar bliebst du in der
Todeszone. |
Weit ins Ausland sollte eure Reise führen,
in der größten Höhe fand ich euch, ihr spracht
von weißen Kerzen, die in einem Flugzeug tropffrei brennen
konnten, Hier an meinem Katzentisch, so würde man im
Volksmund sagen, Zündete ich meine Kerzen unten an, die brannten in
die Höhe, Meine Speise stand bei Tisch stets unterm Tisch. |
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Ich lebte unter langen, großen Menschen, In den Ästen der Gelenke saßen
kleine Vögel, Früher kannte ich sie noch mit Namen, heute war ihr Singsang
keine Warnung mehr für mich, Ich wusste selbst genug Und dass das Leben so nicht
ausreicht, Oft sah ich nach oben in die Kronen, wo die Frauen Strickzeug
hielten, Leise klapperten die Nadeln, Aus dem Korb an meinem Arm bot ich die Ware an, es waren Fotografische Erinnerungen, die
ich zeigte und So hoch wie möglich hielt, Nur einmal kam ein großes Vogeltier, das riss mir eine aus
der Hand, Die ging verloren. |
Ich sah auch meinen Reichtum, alles hatte ich einst Katalogisiert und angebunden, Heute stand ich fest verschnürt
und pries mein Glück in einem fort, ich konnte
die Mechanik nicht verhindern, Drüben sah ich, wie ein Ast im Laufe dieser kurzen Jahre
sich in einen Zaun Gewachsen hatte, seine Hilfe kam mir viel zu spät. |
Du sahst nur einmal auf, in deinen Augen standen gleich zwei dunkle Ringe, die erklangen aus Metall,
die Schwingung stand in meinem Ohr, Ich hatte früher Ringe dieser Art sich auf den Tischen tanzen, drehen lassen, Hart war das Gespräch mit ihnen, Immer endete es mit dem Stillstand. |
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Es wollte nicht in meinen Kopf, dein Atelier war mit
Erlebnissen gefüllt, Du schlugst sie in den Stein, Auch wenn sie sich noch nicht
einmal ereignet hatten Suchtest du nach einem scharfen Werkzeug, um sie festzuhalten, die Beharrlichkeit saß dir zur Seite,
mich verfolgte eine Kamera, die brauchte einen
Vorwand, hinter einem Schlüsselloch entdeckte sie die
umgekehrten Zeichen, Und sie lieferte nach draußen Bilder einer schlimmen Herrschaft,
die ließ keine Diener zu, mein Ferienaufenthalt
in dem Hotel Ging schnell zu Ende. |
Ich war einfach, meine Rede stumm: Ich sagte einmal „Ja“ und einmal
„Nein“, Das ließ ich auch zur Auswahl
stehen, Manches Missgeschick entstand
dadurch und mancher Glücksgriff ging daraus hervor, Und ein Versehen war nicht
möglich, Ich misstraute nicht mehr mir, Ich ging zum Apfelbaum und führte Klage gegen
seine Blüten Und vor allen Dingen gegen deren
Duft, Denn der war abzusehen, Und ich war davon besessen. |
Abends hörte ich noch ein Gespräch, es redete ein junger mit
seiner Frau, sie ließ ihn sich das „Ja“
von ihren Lippen rauben, er gestand in ihrem
Schoß Die räuberischen Ziele, die er
hatte, Und sie rissen das Papier, auf dem sie standen, in
ganz kleine Stückchen, die sie in die Höhe
warfen, Und darunter badeten sie beide in
dem Schnee |
|
Ich hatte deinen Namen ganz vergessen, Alles, was du meintest, dass ich
von dir wissen müsste, Fremd warst du, ein Bausatz, den ich nicht
zusammenbrachte, Ich enttäuschte dich, aus mir
stieg Unglaubwürdigkeit und rief in dir
Verachtung wach, Ein leiser Zweifel schlich sich noch auf
deiner Seite ein, es könnte sich bei mir
um Seelengröße handeln, die vergaß so
leicht, Und in dem Tischholz war ein kleines, rundes Loch, darin erkannte ich die glatt
rasierte Schädeldecke, die war noch an
einem Tier, das war von unten
angebunden, Und ich protestierte gegen diese
dumme Quälerei, Und jemand schlug mit einem Silberhammer diesen Schädel ein Und löffelte daraus. |
Schwer war der Spaziergang unter Toten, Ihnen war verboten worden, sich
noch weiterhin zu lieben, Und sie hatten eine Sehnsucht, die war unerklärlich,
mörderisch Und auf die Dauer wirklich tötend, Dann begann erst das Verbot. |
Über meine Haut wuchs Lack, der war
natürlich, Und er gab mir eine neue Freiheit, Die bewährte sich von ganz
alleine, auch im Schlaf blieb gar nichts an mir
haften, Morgens fand ich einen Zettel vor
mit wichtigen Begebenheiten, und sie gingen mich
nichts an, Sie wurden auch nach Kurzem immer
weniger, ein Wort jedoch kam häufiger als
früher vor, Es war das „Ich“ vor meinem Namen. |
|
Neben mir, so sah ich, bückten
sich die Frauenhände, um Blüten
auszuzupfen, Atem wurde Morgentau, der stand
ein wenig in der Luft, Die Hände würden gut gedeihen,
meine Gegenwart stand abseits, Und ich wagte nicht, sie
anzusprechen, In mir lebte die Idee der alten
Tür von deren Art es keinen Handgriff geben
würde, Und dahinter konnte man ganz
sicher sein, die Blumen schale stand mit Pflanzen angefüllt zu deinen
Füßen, Einsam ist ein Garten ohne Zaun. |
Die Augen streichelten die Rosigkeit
der Wangen, Mehr wär viel zu viel, In einem alten Zimmer lief ein
Spielfilm, der war so: Noch während man ihn zeigte, Konnte er sich ganz und gar
verändern, Und er blieb nicht, wie man ihn
vielleicht zuvor gesehen hatte, Sondern nahm ein völlig unbekanntes
Ende, davon wusste niemand etwas, Als ich in den Apfel biss, stieß ich auf Holz. |
Drüben lauerte ein Mensch, der sah zu mir, Ich mochte stören oder auch
gemeint sein, meine Augen schickte ich voraus, ein Zeichen meiner Unterlegenheit, Sie blieben unbehelligt und
entdeckten nichts besonderes, Solange ich das Futter in den Händen hielt, war
ich geschützt, Und in dem Gitter gab es kleine Türchen, die man blitzschnell
öffnen konnte, Wenn man sie im rechten Augenblick in seinen Händen hatte. |
|
Ich ging allein spazieren, Und die Straßen waren voller
Menschen, Hinter Glasfassaden lagen
Angebote, Und ich sah hinein und in die Steinigung des falschen Mannes,
draußen gingen Leute im Protest, sie wiesen auf
die Ungerechtigkeit, Die konnte man nicht übersehen, Jemand fragte nach dem Unterschied von Mann und Frau, Und viele gaben Antwort und nicht einer gab die
Antwort, Und ich sagte noch, der Käfig ist doch nicht die Heimat
eines Vogels, und, Was wissen wir von dem Gesang, Ich riss der Taube ihren Kopf vom Leib, Und weiter gurrte es aus ihrem
Hals. |
Meine Jacke zog ich aus, ich legte sie
in meinen Schoß, der war es, der die Wärme
brauchte, Zwischen meine Füße rollte nun ein Fußball, Niemand war zu sehen, keine Kinder
kamen, Und ich ließ ihn liegen, Da begann er ganz allein mit sich
zu spielen Und sprang ab, vielleicht zu
andren Leuten. |
Schilder standen nicht mehr
aufrecht, Alle waren abgeknickt, vernichtet, Umgebracht, verstoßen,
fortgeschafft und hingeworfen, Und man fragte weniger als sonst, Und es entstand ein völlig neues
Selbstverständnis, Schwere Straßendecken wurden von
den Wurzeln junger, wilder Birken angehoben und ihr schnelles Opfer. |
|
Ich hatte es gelernt, mir lautlos
das Papier vom Block zu reißen, Um das Wort, das ich drauf schreiben
wollte, legte ich die goldne Kante schwarzer Sonnenwolken, Sie war voll von Regen, Ganz geheim musst ich die Tage
überleben, Und ich lebte unter euch, Ihr merktet nichts, mein Wintervorrat war für euch nicht
sichtbar, Um so
deutlicher erfragtet ihr Wovon ich mich ernähren wollte, Mit dem Rücken stand ich an der Wand, Und unter mir tat sich der Himmel
auf, Von mir aus sollte sich der Regen
darin sammeln, Und tief in der Pfütze sah ich, was ich euch
beschrieb. |
Man dachte sich das ganze so: die Vielzahl der Getreidekörner würde
uns ernähren, Und ich hatte einen Ast von einem Baum gesägt, der
aber diente Vögeln, um zu ihrem Nest zu
kommen, Und ich band ihn wieder fest, Auch weil ich in dem Fenster meines Reisezuges
windbewegte Blätter sah, Die spiegelten sich blass von
links nach rechts In einem See, Der nahm sie auf und kümmerte sich
nicht um sie. |
Jemand fragte nach dem Buch, in dem er lesen wollte, Und ich sah den Fahrer eines Fahrzeugs, das stand
still, der Mann las in dem Buch, Ich sprach ihn an, Und es war ganz umsonst, man hatte
diese Kammer grade erst geöffnet, und
die Gegenstände und die Menschen, die noch darin saßen,
waren in Jahrhunderten zerfallen, und der Rest bei meinem Eintritt, Lange, lange und vergeblich baute
ich an einem Kartenhaus. |
|
Das Kind sitzt auf dem Ast, der Vater trägt den Baum, und dessen Vater macht den Buckel krumm, Dass man drauf gehen kann, Wer weiß noch wie es war; In einem Schuh drückt mich eine Stein, Den schütte ich mit mir heraus,
ein Mensch schreit unter Qualen: „Schlagt mich einfach tot!“ So ist die Gottgefälligkeit; In diesem Fall half die Natur, In einem anderen verlor die Technik einen ihrer roten Fäden, Jeder trägt den Stecker in der
Hand, um Billigschuhe, Grünland zu
verschenken. |
Damals, das war gestern und für
mich erst morgen, Weil ich es nicht schnell genug
begriffen hatte, Heute seh
ich voller Scham auf eine Zukunft, ich trag
einen Ring, den zog man einem andren von
der Hand, vielleicht stahl man ihn
auch, Vielleicht ließ man ihn einfach
nicht zu Boden fallen, in den Schlamm, Und ich trag ihn in Ehren, Wenn man kommt und ihn zurück
verlangt, Geb ich ihn her, Mich rötet dauernd. |
Ja, ich habe Kinder, Und ich muss darauf gefasst sein, Dass sie mit mir reden wollen, Dass sie mir erklären wollen, was
verloren ging, Ich habe sie um ein Geschenk gebracht, um ein Vermächtnis, Alles, alles holen sie nun selber
nach, Sie fragen die Maschinen, wie es
ist im Sterbeland, dort wo der Krieg
läuft, Und mit meinem Leben, das noch währte, Konnten sie nicht viel Beginnen. |
|
Ich sprach von nie gelesnen Büchern, die ich dauernd in den
Händen hielt, Ein junges Mädchen übte einen Tanzschritt, Und es musste ausruhn, Und es musste stehen bleiben in
dem Schritt, Und eine Uhr hielt an, Ich sah ganz deutlich einen Stillstand der Bewegung, Und viel schlimmer sah ich die Bewegung eines Stillstands, Sie durchraste dieses Scheibchen Zeit in Greisenhaltung
bis zum Tod, Ich fuhr in einem Übungsraum auf der Maschine, Und der Motor schwieg den
Augenblick, Ich war verkleidet. |
Mein Gedächtnis kam zurück, Sie trug am Finger einen Perlenring, Und ihre Hand fuhr über meine
Wange, ihre Waschung tat mir gut, die Perle kehrte erstmals heim in eine Heimat, Und sie würde weiter wachsen. |
Sonst verschwieg ich meine Sinnlichkeit und sprach nur mit
dem Frauenbild, das trat für mich aus
seinem Rahmen, Und es zeigte keinen Ehrgeiz, mich zu sich zu zwingen, Und es kehrte um, wenn ich es
wollte, Und verließ mich, ohne dass ich es
verlassen konnte, Meine Rahmen hielt ich auch vor ihm Verborgen. |
|
Du sprichst zu mir von dem Versagen deiner Liebe, dass die Liebe nicht mehr reichte, den zu
lieben, Den du liebtest, Und die Straße steigt einwenig
hügelan, Und was dahinter liegt, verrät ein
übergroßer Spiegel, deshalb sieh zurück und
geh bergab, der Hügel wird dir folgen, neige dich
der Straße zu, sie ist dir zugetan, du
findest keine Schuld in Zärtlichkeit des
Herzens, Und aus großer Höhe stellt kein Wesen die
Erhebungen und die Vertiefungen mehr fest, man ortet
heute alles mit den Strahlenmessern, die sind Beiderseits und an den Enden
scharf geschliffen, jeder Handgriff, sie zu führen, fehlt. |
Dann sehe ich den regennassen Nacken, einen Ausschnitt eines
Menschen, So, stell ich mir vor, ist auch
die Mitte der Erinnerung, vielleicht
der Mittelpunkt von dem Gedächtnis, Später wird der Kragen
hochgeschlagen, Und es war nicht Zeit, mit einem trocknen Tuch zu
helfen, Und es war genügend Zeit, das Tuch lag auch bereit, Und Schuld an allem war die Lähmung. |
Das Leben ging auch weiter, Und ich fand an meinem Finger die Verletzung, sah ins
rohe Fleisch, so sehr getrennt von mir
war ich auf Existenz bedacht und schirmte
diese Stelle ab, die Satellitenaugen sahen weiter und
zuletzt in alle Richtungen. |
|
Nur eine Frage hätt ich noch an dich, Springt dir dein Haar noch immer
durch die Finger, strömt es immer noch als Schnelle durch den Kamm, der
diesen Ansturm kaum erfassen kann, Ist es noch immer dieses gelbe Leichtgewicht, das sich bei jedem Lüftchen hebt und senkt und das im Windhauch auf und nieder schwingt, Sag mir, bevor die Sprechverbindung abbricht, Sage mir, besitzt du immer noch
das Kopfgold,
welches mich so gierig machte, So unsagbar lähmte in Begierde,
dass ich dich Beinah bestohlen hätte, Dass ich mich beinah um dich Bestohlen hätte. |
Einige der Blitze standen fest und hielten
sich sekundenlang, Und andre schlugen in mich ein, Sie blieben nur ein Weißlicht um mich her, Sie waren das Geräusch, das zwischen einer Stille und der andren stand, mein Kopf wurd
von den Kräften hin und her gerissen, Und in jeder Frau erhoffte ich dich zu
erkennen, Alles stilisierte sich nach deiner
Art, Man hielt mir einen Junghund
hin, ein anderer verlangte von mir Mitleid, jemand klagte gar vor
mir, ich weiß nicht über was, Die Räder liefen glatt, Und ich war Fahrer. |
Deine Hand lag auf dem Buch Und alles, alles war zu lesen, Blaue Schrift und rote Schrift, Und Hautpapier, dass sich darüber
spannte, trug ein Silberfell aus dünnsten Härchen. |
|
So entstand ein Oberflächenschaum, der war mit
Nägeln an die Wand geschlagen, Oder ich erklär es so: Es war der Augenblick als ich in neue Kleidung schlüpfte, die saß warm
und angenehm Und hatte meine Farbe, Und du hattest sie gekauft, Für mich gekauft und wortlos
hingelegt, Ich lebte also unter Menschen, Und ich konnte ihre Wichtigkeit nicht teilen, Und ich teilte plötzlich ihre
Wichtigkeit, Die rührte mich so wohlig an, ein Untergang, der würde mich einst
überleben, Jemand schnitt das Grüngras, das in meinem Zimmer
wuchs, mit einer Gartenschere. |
Manchmal glaubte ich an eine
kleine Liebe, Und ich dachte, dass sie möglich
wäre, Und ich hoffte, dass mir das Geschick die fremden, weichen Frauenhaare auf die Lippen wehen
würde, Dich, an meiner Seite, würde ich für diesen Mord nicht gern zum Zeugen wählen, Nach mir würdest du gewiss und
lange von der Zeit mit mir erzählen wollen, Und die Einzelheiten blieben dir
auch so, Mir gingen sie verloren noch bevor
sie Eingetreten waren. |
Für den Sommer suchte ich mir ein Quartier, das sollte an der Küste
liegen, Und ich fand es schnell, die Küste war die Grenze zu den fernen
Räumen, Die erwarteten mich nicht und
schlugen nicht mit Strandgeplätscher an den Morgen, Und von dort, vermutete ich
gleich, Kam auch mein hoffnungsloses Lachen über mich Zurück. |
|
Heute war schon wieder alles
anders, Du erinnertest von gestern kaum
den Kampf, Und mein Zuhause waren Reisezüge, die du
unterbrochen hattest, Und ich war nun heimatlos, am Bahnhof stand ich leer und
ausgeschüttet, Und ich blieb der einzige, Es kam nur jemand, der den letzten
Müll zusammen sammelte und
forttrug, Der sah mich von unten an, Wir fragten nicht, Und jeder wusste von dem anderen
genug, Mich hielt dort nur Verzweiflung, die wich keinen
Schritt, Und aus dem Müllkorb
tropfte noch ein Saft auf Gehwegplatten. |
Zweifach stand ein Weißpunkt in der Blauheit über mir, die Möwen flogen hoch, und dort, so
dachte ich, Beginnt die Möglichkeit den Himmel
aufzuknöpfen, Jemand bot mir eine Feier an, die fand dort oben
statt, Und er versprach mir eine Leiter, um hinauf zu kommen, Ich nahm an, Für einen lächerlichen Preis und
meinetwegen, Drehte man den Himmel in die Erde, Und ich glitt nach unten, Nichts war aufzuknöpfen, Und die Zeit war mir verloren. |
In dem Zimmer lag die Jacke über einem
Stuhl, Und ich sah, dass ihr Knöpfe fehlten, abgeschnitten
lagen sie auf einem Tisch, sie waren bunt und
schimmerten Und schillerten und wurden mir zu
kleinen Inseln großer, außerordentlicher Zärtlichkeiten. |
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Meine Füße hängen in den Schlaufen einer Panik, Ganz umsonst, ganz umsonst; Ich baue einen Nottisch
auf und biete alles feil was mich bedrängt: „Ihr Leute könnt es gut
gebrauchen,“ Verschenken würde ich, Wenn man auch dann noch nähme,
meine Zähne beiße ich zusammen, in dem Mundraum,
der mir bleibt, rollt eine Kirsche hin und her, ich darf sie
nicht zertreten, Und ich habe auf das Pappplakat geschrieben, warum ich
nicht reden darf, Man hat Verständnis, ganz zum Schluss verbleibt mir immer noch
der Kern. |
In der Straße ist ein Sandloch, das ist
nicht zu sehen, Und verrät sich nicht, Ich weiß davon und werfe einen Stein, der gleich versinkt,
hinein, Ich streife mir mit meiner Hand durchs Haar, ergreife mich, Die Uhr muss abgelaufen sein, Bei mir hat alles seinen Grund, Und nichts darf ohne mich
ertrinken. |
In der Sonne, hörte ich, soll alles eng
sein, Jeder stößt an jeden, das bedingt
ihr Leuchten, Irgendjemand, der von dort kam, |