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*         Societ lyrics / deutsch - englisch, was ist das?


 

König Drosselbart

 

Ihr Vater hätte gern gesehen,

Dass sie sich verloben würde.

Die Gesellschaft fände das als gutes

Zeichen, und sie brauchte ja

Nicht gleich zu heiraten.

Die Firma lief sehr gut, so richtig gut,

Dass es ein Jammer wäre, wenn..

 

Er hatte auch schon Kandidaten für sie

Ausgesucht und wusste, dass das sehr

Gefährlich werden konnte:

Seine Tochter war in alle Richtungen

Verwöhnt und sehr verzogen.

Das war seine Schuld.

Das Risiko schien groß, denn sie nahm seinen Reichtum

Als ganz selbstverständlich hin,

Tat selber nur, was ihr gefiel und allen andren

Zwang sie ihren Willen auf.

Sie sah nicht ein, dass sie sich binden sollte.

Besser könnte sie es nur bei einem wirklich Reichen haben.

Männer waren ihr somit nicht wichtig,

Und sie hatte nur noch Spott und Hohn für sie.

Schon Äußeres, wie Kleidung, und die Sprache

Eines stillen Werbers, zog sie laut ins Lächerliche.

 

 

 

Dann, aus Übermut nahm sie sich einmal einen

Lückenbüßer, einen armen Musikanten.

Der gefiel ihr, weil er sein Gesicht

Versteckt hielt hinter einem Bart.

Trotzdem verspottete sie ihn als König Drosselbart.

Der Vater war darüber sehr erbost und schmiss sie raus und

Setzte sie, zwei Mittellose, einfach auf die Straße.

Das quittierte die Gesellschaft mit viel Schadenfreude.

 

Notgedrungen hielt sie bei ihm aus, zunächst als

Besserwisserin:

„In meines Vaters Haus wär ich jetzt reich“,

Doch willigte sie dann, zum Schluss,

In eine Heirat mit ihm ein,

Die war so ärmlich wie ihr ganzes, neues Leben,

Ohne weißes Kleid und ohne Strauß.

Nach Hause traute sie sich nicht zurück.

 

 

 

Ihr Mann war gut zu ihr und half ihr sehr

Und hatte selber nichts.

So lernte sie den Müllcontainer eines Supermarktes

Sehr zu schätzen.

Doch dann gab sie sich geschlagen und erkannte ihrer beider Not.

Sie floh deshalb von ihm und

Hatte Glück mit einer Arbeit in der Küche eines

Herrschaftlichen Hauses.

Dort bereitete man sich auf eine große Hochzeit vor.

Den Herrn des Hauses hatte sie noch nie gesehen,

Wer das Brautpaar war, blieb allen ein Geheimnis.

Daran war sie aber gar nicht intressiert, sie dachte jetzt

Nur noch in Liebe an den eignen Mann, den sie verlassen

Und wie unrecht sie an ihm gehandelt hatte.

 

An dem Tag der Heirat wurde sie zu ihrem

Herrn gerufen, der sah sehr gut aus und war ihr plötzlich

Wohlbekannt.

Der nahm sie diesmal richtig an die Hand

Als seine Braut im weißen Kleid mit einem Strauß

Aus roten Rosen und Rapunzeln und viel Schleierkraut.

 

 


 

Harald Birgfeld, aus: and I said to myself what a wonderful world.

 

Copyright 2011 beim Autor, Harald Birgfeld.