Buchtitel, ISBN 3-937264-04-3
Lyrik.
Harald Birgfeld
Copyright 2002 beim Autor, Harald Birgfeld, alle Rechte vorbehalten.
Kein Teil dieser Veröffentlichung darf ohne schriftliche Erlaubnis des
Herausgebers, Harald Birgfeld, reproduziert werden. Das gilt insbesondere für
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Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Herausgeber, Autor, Redakteur: Harald
Birgfeld, e-mail:.
Inhaltsverzeichnis
|
Schwarzgeschrieb'ne Zahlen. Tätowierung, die sich im Gesicht bewegt. |
Ein Durchlauf durch das Lichtfeld Des Projektors. |
|
|
Wär ich meiner Sache sicher... Rechner - Frage -
Rechner - Frage... |
Irgendwo hat er
mich aufgenommen Und gespeichert,
abgelegt Und abgesichert. |
Rechner - Frage:
meine Daten. Sonst bin ich
ganz sicher. Weiter fehlt mir
nichts. |
|
Seine Eltern
kenn' ich nicht. Ich nenne es:
"Strom-fließt, fließt-nicht". Ich habe seine
Speicherdaten, Die gab ich dazu. |
Es lernt sehr
schnell, Es lernt ganz
fehlerfrei, Es lernt mich
kennen. |
Unsre Sprache, Wenn wir uns
verstehen werden, Wird so schwer
sein, wie sein Leben: "Ja"
und "Nein" und "Ja"
und "Nein" und "Ja"
und "Nein" |
|
Auf das Gehäuse Deines
Bildschirms, Liebe ist in
deinem Blick, Der fällt in
meine Augen. |
Ja, jetzt seh ich's auch: Du hast ein Bild
von mir Gespeichert, Das steht fest im
Schirm, Und deine Fehlersuche Hast du grad'
beendet. |
|
|
Mit der
Fingerspitze Schreibe ich erst
in die Luft, Dann setze ich
den Finger Auf die
Bildschirmhaut. |
Es stimmt. Wenn ich die
Augen schließe, Und nun weiter
schreibe, Ist es deine
Stirn. Es kommen die
Gedanken Glatt und warm. |
Ich küsse deine
Stirn. Es kann mir
nichts passieren. Nachher werde ich
die Augen Wieder öffnen. |
|
Wir
beenden g'rade... Ich beende g'rade... Das Programm
läuft immer noch. Ich warte. Unerwartet stoße
ich auf eine Schleife, Steige ein... |
Die Frage lautet, Ob ich die
Bedingungen erfülle... Gott bewahre! Wenn das nicht
geschieht... Man fände mich
nie wieder. |
So werd ich den
Schalter, den ich... Gott vergib
mir... Lass mich die
Bedingungen Erfahren.. |
|
Dort liegt noch
mein Ohr Auf dem Gehäuse. Ja, ich lausche
intensiv. |
Ich will und
werde die Maschinensprache
lernen. Ich bin klug und
klug genug. |
Ich werde eines
'Tages Eine unhörbare
Sprache Hören Und sie sprechen. |
|
Werde
"täglich Brot". Nun werde du Maschinentäglich
Brot Und speise dich. |
Ich seh dir ins Gehirn. Direkt und
aufgeklappt vor mir: Gehäuse im
Gehäuse. |
Drüben, auf der
Straße, War ein Unfall. Einer weißen
Masse Mit ein wenig
Flüssigkeit Entnahm man
keinen einzigen Gedanken. |
|
Dass Maschinen
reden, Dass sie
sprechen, Dass sie ihre
Sprache, Ihre eigne
Sprache haben. |
Wir, in unserer
Familie, Leben in
Maschinen. Jeder, der zu uns
gehört, Lebt in Maschinen, Und wir hätten
nie gewagt Uns anders, als
in unsrer Sprache, In
Maschinensprache, Mitzuteilen. |
|
|
Und wusste davon
nichts; Ein Leben voll
von Unbewusstem
Leben. Jemand warf ein
Netz auf mich Und teilte mich
in drei. |
Jetzt spreche ich
mit mir, Jetzt höre ich
auf mich, Jetzt gebe ich
mich frei Und spreche neu
mit mir Und höre neu auf
mich Und geb mich
wieder frei Und spreche
wieder neu mit mir Und.... |
|
|
Verwirrung ist
Gefahr. Ich kannte beides
nicht. Verwirrung konnte
Weg und Pfad Und in der Folge von
Gedanken sein. Mir fiel ein
Schlüssel in die Hand, Der passte. |
Niemand hätte
angepackt Und mir geholfen Oder hätte helfen
können. Die Verwirrung
hätte sich sofort Auf alle
ausgebreitet, Die Verwirrung
hätte dieses schwarze Feld, den Schirm, Als Schild vor
sich gezogen Und kein Wort
gesagt. |
|
|
Der mir Antwort
gab. Der
"Türgriff" heißt zum Beispiel Jenes Zauberwort, Das Einlass gibt. |
Nun war es aber
so, Dass sich
dahinter nicht Das Märchenland
befand. Das Märchenland
war ich, ich selbst, Und alles, alles
Märchenhafte Brachte ich mit
mir Und breitete es
vor mir aus. |
Der
"Türgriff" war an mir. So stieg ich in mich
ein Und fand in mir
das Märchen. "Türgriff" Darf ich nicht
vergessen. |
|
Meine Wohnung ist
ein hartes Haus. Man kühlt von
außen seine Wände. Tiefe Kühlung ist
dort draußen. Hier im Haus
entsteht durchs Haus im Haus die
Wärme. Ich war dort auf
Suche. |
Man hat mir
gesagt, es würden Tausende von
Bahnen durch die Wohnung laufen, Und ich brauchte nur
im rechten Augenblick Hinein zu
schauen, Dann würd ich
unendlich oft Auf die Begegnung
stoßen. Später fand ich
es heraus. |
Das Drängen in
den Bahnen war so groß, darin Die Enge ohne
jeden Raum, darin Das Leben so
gewollt, Dass außer dieser
ungeheuren Wärme in den Bahnen, Nichts in meinem
Haus entstand. Es war und blieb
ein Totenhaus, Bepackt mit
Leiterbahnen. |
|
Einmal sollte ich Bestandsaufnahme Machen. Der Bestand war
aufzunehmen, Und ich wusste
wirklich nicht, Wo ich ihn fände. |
"Der
Bestand", so sagte man, "Ist
unbeständig, Und er existiert
mit dem, Der über ihn
bestimmt. Er nimmt sich von
alleine auf Und übergibt sich
ihm. |
Nun geh und nimm
ihn auf, Du wirst ihn
finden." In der
Überschrift fand ich als erstes Meinen eignen
Namen. |
|
Ich verstand es
letzten Endes immer so, Dass man es
wiederfinden müsste, Wiederfinden
würde. |
Absturz aber war
in diesem Fall, Der Fall ins
schwarze Feld, In eine Schleife, Die nach oben
offen war., Die keinen Abruf
hatte, Die in der Bedingung
über eine Endlichkeit Von sich aus Eine neue
Endlichkeit erreichte Und danach die
nächste Und danach... |
Ein Absturz
dauert lange, Und er ist nicht
aufzuhalten. |
|
Über
hundert Fehler sähe ich hinweg, Wenn
nur, Wenn
du dafür... |
Hier war es
anders. Niemals hätte
irgendwo ein Fehler Existieren
dürfen. Darauf hättest du
sofort Und absolut Mit deiner Selbstzerstörung Reagiert. |
|
|
Dann sah ich, Dass er eigne
Wege ging. Die Automatiktür Entschied sich
auch für ihn Und ließ ihn
durch Und schloss sich
hinter ihm. |
Danach fand ich ihn
wieder, Und er stieß auf
mich Und hing mir
wieder an. |
In diesem Fall War das Programm Ganz fehlerfrei. |
|
Wir saßen vor derselben Tastatur. Wir konnten uns
nicht sehen. Was du sagen
wolltest, War von größter
Wichtigkeit. Ich ahnte deine
Frage, Und ich war im
Sprung. |
Es war schon
fast, Als säßest du
direkt vor mir Und nicht vor mir Und nicht nur vor
derselben Tastatur, Dem Grund,
weswegen wir uns Niemals würden
sehen können. |
Meine Antwort
würdest du sofort danach... Dann Abbruch... Abbruch, weiter
nichts.. Wir hatten uns
noch nicht gesichert... Abbruch ...
niemals wieder... Auf dem
Bildschirm bleibt nichts weiter stehen, Als der
Pulsschlag eines Zeichens... ...ganz neutral,
nicht zu verwerten... |
|
Alles ging so
gut. Ich dachte auch,
wenn ich dich sah, Dass du in meinen
Augen flimmertest, Läg nur an mir. Dann war die
Ahnung, Dann kam der
Verdacht. |
Ich machte einen
Film von dir, Wie du dich
gabst. Den ließ ich
stark verlangsamt Über einen
Bildschirm laufen. Was war noch zu
tun. |
Im Pulsschlag
eines Zeittakts, Der dir
vorgegeben war, Entstand,
verschwand, entstand, verschwand Das Bild von dir,
die Sprache, dein Geruch. Und dabei hatte
ich noch Glück gehabt: Im Gegenrhythmus
hätte ich dich niemals Wahrgenommen. |
|
In deiner Sprache lag ein ähnliches
Geräusch. Ich kannte es Und hörte es heraus. Und hätte es
nicht deuten können. |
Du hast mich vor
dir gewarnt, Nicht wegen
deiner Fehler, deiner Schwächen, Dass ich etwa
Schaden an dir nehmen, Durch dich haben
könnte, Sondern, weil du
selbst Und alles, was du
tatst und deine Sprache Einer zweiten
Selbstkontrolle unterlagen. |
Die ließ niemals,
niemals ... mals ... mals Den kleinsten
Fehler durch. Nur deine Sprache Stand für ein
geschultes Ohr In einem kurzen
Eigenecho. |
|
Einmal trafen wir uns außerhalb. Es war und blieb
dies eine Mal. Ich war so wenig
darauf vorbereitet. |
Dein Gesicht gab
mir den Schrecken Meiner Augen
wieder, Und ich selbst
griff rückwärts Nach der Wand. |
Du konntest immer
sagen, Immer konntest du
erklären, Was, warum zu
etwas kam. Du sagtest: "Weißt du
nichts von meinen Randbedingungen? Hier außerhalb
ist alles programmiert Und denkt wie ich In meinem
Innersten." |
|
Unerwartet ludst du mich zu dir. Ich hatte lange
drauf gewartet Und dann
aufgegeben, Und nun schriebst
du mir Und ludst mich
ein zu dir. Ich sollte erst
zu dir Und dann zu dir Und dann zu dir
nach Hause kommen. Drei Adressen
gabst du an* Es sei so, wie es
sei. |
Ich sollte kommen Und du seist zu
deiner Sicherheit Aus Sicherheit In einer
Sicherheit. Ich würde dich
mit Sicherheit In jeder der
Adressen finden, Und du freutest dich
auf mich. |
So hörte ich
heraus, Dass du die ganze
Zeit In Angst gewartet
hattest Und sie auch vor
mir Nicht überwandst. |
|
Das tat ich Tag
für Tag. Nun sah ich aber
erstmals auf die Hand, Die ich dir gab. Sie war mir
Schiff, Das legte an In einem kleinen
Hafenbecken, Deiner Hand. |
Nun sah ich aber
erstmals deine Hand. Sie war Maschine,
Steuerwerk Und Rechenwerk in
einem Und gab sich mir
hin. |
So steuerlos, So ohne jeden
Sinn, Hab ich dich nie
begrüßt. |
|
Wir würden uns nie kennenlernen, Würden uns nie
kennenlernen können. Unser Leben
floss, floss nicht. Von außen sah uns
niemand etwas an., Wir lebten wie
die anderen. Wir sagten
nichts. |
Ich legte alles
darauf an, Die andren zu
erforschen. Das war ganz
umsonst. Die andren lebten
so wie ich. |
Die Kenntnis, Die ich von dir
hatte, War im letzten
Schluss Auch nur
Vermutung. |
|
War letzter
Rückschluss. Letzter
Rückschluss Aber war Bestätigung. So ging es fort
und fort und fort. |
Ich schloss in
einem fort Auf mich zurück. So war ich im
Programm Geschrieben. |
|
|
Die Art, von der
ich spreche, War mir fremd. Du warst nicht im
Besitz. Es gab nichts,
niemanden, der dich besaß, Und anders noch
und schlimmer noch, Du hattest diese
Art und Eigenart, Das, was dich
ausgemacht, gestaltet hätte, Durch dich durch
zu lassen Und nicht an zu
nehmen. |
Nur als Schrift,
in Zahlen, Zeichen, Warst du in der
Wirklichkeit. Die Art blieb
fremde Eigenart Und war die
einzige, die ich besaß, Um mit dir
umzugehen. |
|
|
Man musste deine Körper kühlen. Sie befanden sich
in dunklem Glas Und in Gehäusen. Überall stieß man
auf sie. |
Du explodiertest
langsam Und so schnell
und weit, Dass deine
äußersten Regionen Mit dir selbst
zusammenstießen. |
Überall standst du
mit deinen Körpern Im Verbund. Ich wartete auf
deine Rückkehr Nach der Mitte. |
|
Das war Hohn. Wie kann man die
Mechanik Eines
ausgestreckten Armes grüßen. |
Andrerseits
stimmt folgendes: Mein Arm stammt
nicht von mir, Und er bewegt
sich einwandfrei. Sein Vorbesitzer wird
wohl schon Verstorben sein. Ich nehm die
Grüße für ihn an. |
|
|
Einmal sprach mich die Maschine an. Ich hätte und ich
hatte Nichts bemerkt. Nur, als wir
wieder auseinander gingen, Schaltete sie
plötzlich ab. |
Ich hatte nichts
vergessen, Und ich hätte
keinen Grund gehabt Sie wieder
anzusprechen. |
So, Weil ich sie
nicht mehr intressierte, Stieß ich doch
auf sie. Ich kannte
jemanden., Der konnte mit
Maschinen Sprechen. |
|
Sind Gespräche
mit Maschinen, Weil sie alles
wissen. Eine andere
Maschine Übernahm die
Überprüfung. |
Dreißig Jahre, so
erinnere ich mich, Befragte die
Maschine die Maschine Ohne
Unterbrechung. Immer wieder
horchte ich hinein. |
Die Fragen und
das Wissen Waren völlig
gleich. Sie sprachen
"Ja" und "Nein" und "Ja-ja-ja"
und "Nein-nein" und "Ja-ja-nein"
und "Nein-nein-ja-nein" Und .... |
|
Zu mir. Ein Mensch war
eine Frau. Den Tag belegte
dieser Mensch Mit einer Uhrzeit Und mit einem
Datum. Beides gab ich
ihm. |
Mich fragte eine
Frau noch mehr. Ich wusste alles, Was sie wissen
wollte. Eine Frau, Die eines Tages
kam Und mich
befragte, Musste alles
selber wissen, Was sie von mir
hören wollte. |
Sie bestätigte
mir jede Antwort, Dass sie richtig
sei. Sie sagte auch zu
mir, Es könnte keine
Antwort geben, Wenn die Frage
selbst Nicht richtig
sei. Ein Mensch, hab
ich gelernt, Ist eine Frau. |
|
Mich überraschte die Erkenntnis. Jemand hatte
angewiesen, Hatte anderen
erklärt: "Dies ist
ein Gegenstand, Der logisch
denken kann, Den man
gebrauchen muss, Der wegen seiner
strengen Logik Nie Erkenntnis
haben wird." |
Es gibt nur
wenige von meiner Sorte, Die sich an den
eignen Tod Erinnern können. |
|
|
Entstand ein
Feuer. Ich bedachte die
Gefahr. Es war ein
kleines Feuer. Du verschlucktest
es. |
Ich lernte
später, Dass es kalte
Feuer gibt. Trotzdem entstand Noch kein
Zusammenhang. |
Vom Mund zum
Feuer zur Gefahr zur Speise, Selbst, wenn die
Gefahr entfiele, Blieben Mund und
Feuer, Das zur Speise
wurde. |
|
"Das, was du
spürst, Ist Wirklichkeit
von etwas, Ja, sie eilt
voraus." Ich wusste nicht
von wem, nicht was, Und spürte, wie
man sagte, Eine Wirklichkeit, Der wollte ich
auch glauben. |
Wenn zwei Knöpfe
nahe beieinander liegen Sind sie wahr und
sind doch Lüge, Bis sie ihren
Halt erhalten. Eigenartig ist
es, Angenäht zu sein Und auf den Halt
zu warten. |
Als du
eintrafst., Fehlte dir Gefühl. Das war schon
wieder unterwegs. Den Schalter fand
ich gleich In deinem Rücken. |
|
Drinnen im Gehäuse gab es eine Warnung. Die Gefahr ging
von den Zahlen aus. Ich hatte einen
eignen Namen, Den verschloss
ich, Weil wir nicht zu
trennen waren. |
Im Gehäuse würde
jede Zahl Den Überfall auf
ganze Namen Und auf
Namensteile machen. Was dann käme, Das versteht sich
wohl Von ganz alleine. |
|
|
Lernte ich als
erstes Die Mechanik
einer Logik. Das war nur durch
eine Logik Zu erfassen. |
Zwischen Logik
und Mechanik Ist davor und
auch danach Kein Unterschied. |
|
|
Kam ich an den
Ausgangspunkt Zurück. Der Platz für Anfang
und für Ende War derselbe, War für beides
reserviert. Dazwischen war
kein Abstand. Dann begriff ich
endlich diesen Zwischenraum Als nicht mehr
räumlich, Dass er wirklich
gar nicht existierte. |
So erfuhr ich
körperlich Die erste
Dimension, Die über allen
andren lag. Von nun an, nicht
von hier aus, War es nur ein
Schritt. So kam ich immer
wieder an den Ausgangspunkt Zurück. |
Der Platz für
Anfang und für Ende War derselbe, Wer für beides
reserviert. Dazwischen war
kein Abstand. Dann begriff
ich... |
|
Man schenkte mir
zur Strafe Eine Reise an ein
Meer. |
Das Meer war
selbstverständlich Ohne Wasser, Und statt Palmen
an der Küste Standen eng an
eng Als Gitterstäbe
an dem Rand Versteinerungen,
alles Menschen, Die sich trotzdem
immer noch Bewegen konnten. |
Aber, welch ein
Leben führten sie. Sie waren völlig
mit sich selbst Beschäftigt, Und sie ließen
mich nicht durch Durch sich. (2009, Bibliothek
deutschsprachiger Gedichte…), |
|
Und ein andrer
fragte diesen Fehler ab Und fand ihn. Alle Fehler, die
man machte, Traten so zu
Tage, Und man konnte
niemals einen Fehler machen. |
Einmal schnitt
ich das Gerät zurück. Es war zu schnell
gewachsen, Und es breitete
sich zu schnell aus. Das war ein
Fehler. |
Jeder Abschnitt Führte ab sofort
ein Eigenleben Und erzeugte
fehlerfreies Dasein. Jeder Abschnitt
wuchs sich aus Zu einem Augenhaus. |
|
Nein, du kannst
beruhigt sein, In Wahrheit riss
kein Blech. Wir stellten
diesen Riss Nur auf dem
Bildschirm her, Weil wir mit
unsrer Rechnerei Das Blech
zerrissen. |
Jemand rief uns
an Und ließ uns
wissen, Dass das Blech
gerissen sei. Das Blech war
nicht so schnell Zu heilen. Nein so bald rief
niemand Wieder an. Wir mussten lange
daran rechnen. |
Während dieser
Zeit War die Gefahr
sehr groß. Wir, außerhalb, Verspürten davon
nichts. |
|
Weil es wichtig ist. Wir suchen alle nach der neuen, Nach der nächsten Dimension. Man soll es so verstehen: Auf dem Bildschirm zeichne ich ein Haus, Dort öffne ich die Tür Ich gehe in das Zimmer, Sehe um die Ecken, Bin im Raum Und überzeuge mich. |
Ich reiße eine Dielenlatte hoch, Sie splittert. Nägel stehen ab, Und ich verletze mich. Ich blute. |
Ja, Von mir will ich nicht reden, Ich bin hier Zuhause, wohne hier. Ich rede nur von uns, Die vor dem Bildschirm stehen. |
|
Dargestellt. Zu Anfang war sie
größer Als die größte
Fläche, Größer noch Und überhaupt
nicht darstellbar. Im Bildschirm
zeigten wir sie Stark
verkleinert, Aber ohne jeden
Rand, Das weitete sie
aus. |
Dann, ohne eine
Krankheit, Riss sie ein und
platzte auf. Sie zeigte uns
von nun an Eine lange Wunde, Die nicht heilen
wollte. |
So verstanden wir
die Fläche Doch als Raum Und suchten
wieder neu Nach einer
Fläche, Die nicht
darzustellen war. |
|
Schalte ab,
schalt ab. Ich suche lange, Wegen dieses
Schalters. |
Ich gerate in ein
Gegenlager, Und man nimmt
mich auf. Man sieht sofort,
dass ich hier richtig bin. |
Ich klettere in
einen Baum, Ich klettere so
hoch ich irgend kann Und halte
Ausschau. |
|
Einem anderen erklärte ich es so: Ich selbst erinner mich an alles, Aber das, was sich erinnern soll, Vergisst sofort. |
Es geht ja nichts in mir verloren, Und ich halte eine gute Ordnung, Aber Ordnung kann sich nicht Erinnern. |
Ich persönlich lebe jetzt, Das ist der nächste Augenblick. Ich kann davon nicht lassen. |
|
Das Gerät war voller Wissbegier. Ich fragte einmal
alle Fragen, Die es hatte, ab. Die Fragen hatten
eine Ordnung, Die zu sehen war. Der Bildschirm
wies sie aus. Sie hatten
Qualität Und stuften sich
nach unten ab, Indem sich eine
Frage Aus zwei anderen
ergab. |
Aus
"Ja" und "Nein" Entstand die
Frage "Ja?' Aus
"Ja" und „Nein" Entstand die
Frage "Nein?" Davor entstand
das erste "Ja" Aus
"Ja" aus "Ja und Nein", Das erste
"Nein" Aus
"Nein" aus "Ja und Nein", Davor... |
Die Frage, die
ich anfangs stellte, War die erste
dieser Fragen. |
|
Jemand fragte mich nach meinem Alter. Das war nicht
mehr festzustellen. Was ich einzig
wusste, war, Dass die Geräte
ihre Sprache In der
Zwischenzeit Gewechselt
hatten, Drei Mal, glaube
ich, Und dass man mich
in vierter Folge Vorfand. |
Nein, ich konnte
mich beim besten Willen Nicht erinnern. |
|
|
An die Zukunft. Was sie wussten, Wussten sie von
mir. Das war nicht
mehr, als das, An was ich mich
erinnern konnte. Alles andre war
Vermutung. |
So ereignete sich
die Begegnung Immer wieder: Ich mit mir in
meiner Vielfalt, Ich-Gerät mit
Mir-Geräten. |
Irgendetwas müsste
diese Zukunft Enden. |
|
Und seh mich um: Es ist
erstaunlich. Die
Bedienungsplätze vor den anderen Geräten Sind nicht mehr
besetzt. |
Ich sehe, Dass sich die
Geräte selbst bedienen. Ein Verdacht
kommt auf. Ich seh mich an, Ich denk an mich, Ich denke, dass
ich mich am besten Durch mich überprüfen
lassen werde. |
Das hält an. Ich werde eines
Tages eine Antwort Wissen. (2009 Frankfurter Bibliothek der Klassikerausgabe
…) |
|
War dieses Loch, Kreisrund Und mit
Verstärkungsring, Dass es nicht
aufriss. |
Mir wär gar
nichts aufgefallen, Aber andre Hatten schon ein
neueres Modell. |
|
|
Der Bildschirm unterscheidet sich Von einem
Spiegel. Bildschirm ist
die Innenfläche Meiner Hand. Der Bildschirm
ist Gesicht, Ist Überraschung, Die mir
widerfährt. Ja, es ist so: Mir widerfährt
der Bildschirm. |
Andrerseits, Wenn's keiner
sieht, Spuck ich auf ihn Und putz ihn
blank. |
Das kenne ich
sonst nur Von Bauarbeitern: Wenn sie schwere
Dinge packen wollen, Spucken sie sich
in die Hände. Ach, Mich ekelt es vor
dem Gedanken. |
|
Was ich in den
Bildschirm eingeschrieben, Eingezeichnet
hatte, Und was sich im
freien Raum darin Bewegen konnte, Unerwartet wurde
alles nach der Mitte In die Tiefe
abgezogen. |
Unerwartet war
ich ganz allein im Raum, Und selbst der
kleine Lichtpunkt, Der noch
Augenblicke flackerte, Der alles in sich
aufgenommen hatte, Gab dann auf. |
|
|
Die Leere um mich
her Ist schwarz. Ich schreibe. |
Würd ich jemals
einen Horizont erreichen, Stieße ich an
Glas, An graues Glas, Das sich nach
außen wölbt. Dahinter, seh ich mich schon jetzt, Sitz ich, auf
mich ins Inn're starrend. |
Draußen, hier bei
mir, Häng ich mir eine
Jacke um die Schultern. Mehr ist nicht
für mich zu tun. |
|
Ich geh weiter. Trotzdem müsste ich
es mir beweisen. Dazu frage ich: Wer kleidet dich, Wer sorgt für
dich, Wer spricht mit
dir, Wer gibt dir
seine Hand um deinetwillen? |
Es ist alles
wahr, Und ich erkenne
mich. So geh ich
weiter. Draußen ist für
mich nicht draußen. Außerdem darf ich
nicht übersehen, Dass ich
nirgendwo alleine bin. |
Ich küsse dazu
deine Hand, Die liegt auf
einer Tatstatur; Berührung deiner
Haut Mit meinem Mund, Die Suche nach
der Suche. Deine Finger
unter meinen Lippen Schreiben weiter. |
|
Abends würden wir uns treffen. Abends schalten
alle Lampen Automatisch. Abends müssten
wir uns deshalb Automatisch
treffen. Du bist
mindestens so klug wie ich, Und deshalb
hinterlass ich Keinerlei
Erklärung. Abends würden wir
uns also nicht mehr Treffen. |
Jemand schreibt
ein anderes Programm für mich, Ein anderer ein
anderes für dich. Es lähmte mich, Dass ich dich
wiedersehen durfte. Du dagegen
wurdest Übertrieben
freundlich, fröhlich. Hinterher schrieb
ich an mich: Es ist
unmenschlich, Dass sich
Menschen, Die sich trostlos
lieben, Weil sie sich
versagen, Dass sich diese
Menschen nicht einmal Mit einem Kuss
begrüßen. |
Selbst wenn sie
der Kuss Verschweißen
würde, wie sie es befürchten, Dass sie über
sich verhungerten, Wär das noch
menschlich. Unsere Programme
waren, Aufeinander
abgestimmt, |
|
Ich brachte Wärme
mit Und setzte mich
vor das Gerät. Das hatte schon
gewartet, Und es sprang
gleich an. Es hatte über
Nacht den Kopf geboren, Der hing nun an
einem langen Faden. |
Ich, So schrieb mich
das Gerät von sich aus an, Sollt' mit dem
Kopf am Faden Über jede Fläche
meines Körpers fahren. Teil um Teil Würd ich in dem
Gerät entstehen. |
Dort, ich fing
gleich an, Wo ich an mir gewesen
war, Blieb Kälte
übrig. Ich brach ab. Wir sitzen uns
nun täglich Ratlos gegenüber. Beide leiden wir An einem starken Temp'raturgefälle. |
|
Spannen sich
hauchdünne Fäden. Anfangs übersah
ich sie, Dann wischte ich
sie mir Als lästige
Berührung Vom Gesicht, Dann klebten sie
an meiner Hand Und legten sich
um meinen Hals. |
Dort rollten sie
sich, Zogen sie sich
eng zusammen. Meine Hände konnt ich grad noch Zwischen Hals und
Schlaufe Quetschen. |
|
|
Diese Frage
stelle ich nicht mehr. An einem älteren
Gerät Hab ich die Frage
mit der Antwort Aufgelöst: |
Ich stach
versehentlich, So hab ich's
jedermann erzählt, Mit einem
stumpfen Ende In das Auge. Das hat nicht
einmal gezuckt Und hat mich
nicht Mit widerlichem
Auslauf, Scherbenvorfall
oder ähnlichem gequält. |
Es sog sich einfach
ein und auf Und schwieg nach
dieser Implosion Als hohler Raum
im Raum. |
|
Das war die
Maschinensprache, Eine der
Maschinensprachen. Die Maschine
sprach von einer Sprache, Das war unsre
Sprache. Lange ging es so, Dann fand ich es
heraus. |
Die eine Sprache,
unsre Sprache, War nur Laut, War Laut im Laut Und tot, wenn sie
gesprochen war, Gleich nach dem
Mund. |
Die andre
Sprache, die Maschinensprache, Kam nicht aus dem
Mund heraus Und war schon tot
Bevor sie nur
geboren war. So sprach ein Tod
mit einem Anderen. |
|
Ein Mal, das war
einfach. Nur ein
"Ja". Ich sah es auf
dem Bildschirm stehen. Dieses
"Ja" stand nun im Fach. Es wird wohl
immer noch dort stehen. |
Mehrere Millionen
Fächer, Und es werden
immer mehr, Weil sie noch
weiter wachsen, Bleiben leer. Das, so meine
ich, Ist einfach. |
|
|
Er durfte nicht
vorbei. Ich saß verkehrt
herum Und konnte ihn
nicht sehen. |
Vorne, auf dem
Bildschirm, Wurde alles
angezeigt. Davor saß ich und
sah hinein Und sah im
Bildschirm, Wie ich vor dem
Bildschirm saß. Dort, sah ich, Ging ein Mensch
an mir vorbei. Das war erlaubt. |
|
|
Ich dachte,
"Mensch" ist doch zu wenig. "Mensch",
so dachte ich, kann alles sein: Ein Mensch zum
Beispiel, Oder jeder
Gegenstand. |
Ja, dies Gerät
zum Beispiel, Das mich
anspricht, Das mir zuhört, Das mir meine
Frage, was ist "Mensch", Gleich aus der
Hand nimmt Und in einem
Speicher ablegt. |
Ich komm' gut
voran. |
|
Wir waren räumlich nicht gebunden. Unser Raum war
klein, War trotzdem Raum
im Raum. |
Man denke so: Das Loch in einer
Wand, nein, Dieser Nadelstich
durch ein Papier Ist mehr als nur
ein Stich ins Auge, Dass die
Blindheit ausläuft. |
Ich, zum
Beispiel, sitze Stunden lang Als Bildschirm
vor dem Bildschirm, Und wir
reflektieren uns in uns Bis in die
Unsichtbarkeit. |
|
Es ist so, Dass ich viel zu
schnell vergesse. |
Meinetwegen
brauchte ich Den Tageshinweis
nicht: "Wir haben
heute... " Das ist doch
vorbei. Wer glaubt denn
noch daran. |
Mein Glaube ist
schon lange Eng an eng
verbunden mit dem Datum, Das mir
ausgegeben wird. Ich kann mich
danach richten, Und ich zähle
mit: "Wir haben
heute Heute." |
|
Es seien Tiere
unterwegs, Man wüsste nicht,
wohin sie gingen, Und man wüsste
nicht, Woher sie kämen. Überhaupt, so
sagte man, Sei ihre Art ganz
unbekannt. Ich saß vor dem
Gerät, Ich hatte Angst. Es dauerte, bis
ich die Angst Vor etwas
Unbekanntem überwunden hatte, Bis ich das Gerät
bediente, Nach dem Schalter
fasste. |
Das Gerät sprang
an, der Strom floss gleich, Und aus der Mitte
kamen sie Und waren
unterwegs Und schon auf mir Und über mir Und über mich
hinweg Und fort, Und hinterließen
mich Mit einer Warnung
für die anderen. |
Ich schreibe fleißig
das Programm. Ich sehe zu, Wie es entsteht. |
|
Die Fremden erst
einmal im Bildschirm. Wenn ich sie dann
wirklich sehe Und begrüße, Können sie das
nicht verstehen. |
Mich erkennen sie
zwar auch, Doch nicht in
Wirklichkeit. |
|
|
Wir wollten
singen. Das war nicht
normal. Ich kannte zwar
die Zahlenwerte, Aber ihre Werte
nicht. |
Gesang und
Melodie sind unberechenbar. Ein Mann erfand
die Tastatur, Die Melodien schrieb,
die komponierte, Musizierte Und die
Zahlenwerte Mit sich selbst
addierte. |
Dieser Rechner Schrieb sich sein
Programm Im Nachhinein. Das war der
Fortschritt. |
|
Wenn‘s mich
danach drängte, Wenn mich Lust
zum Singen überfiel. |
Wir sangen viele Jahre nicht. Ich selbst vergaß
die Kunst Fast völlig. |
|
|
Nur aus zwei
Farben: Grün auf Schwarz
und manchmal Gelb auf Braun
und selten Weiß auf Schwarz. Ich weiß, Es waren keine
Farben. Es war Schrift. Jetzt glaub ich
mir ein wenig mehr. Ich kenne ganz
verschiedene Bildschirmarten. |
Kunst entsteht
durch die Bewegung. Zeichen, die man
schreibt, Die sich bewegen
können, Und die sich
bewegen, Bringen keine neue
Kunst. Nur einmal sah
ich halbe Zeichen Nach der andren
Hälfte irren. |
Keiner der
Bediener kannte ein Programm Dafür. |
|
Nachdem ich mich in meinem Gitter Eingerichtet
hatte, War ich frei. Nun fiel ich
nicht mehr auf. Ich sprach auch
schon die Sprache, Die man sprechen
musste, Um so frei zu
sein. Ich kannte einige
Befehle. |
Einer brachte
mich aus einem Gitterfeld Ins nächste, Und ich könnte,
wenn ich wollte, Daraus in das
nächste, Dann ins
übernächste Nachbarfeld, Und jedes Mal in
einer Auswahl von acht Feldern, Springen. |
Frei zu sein, Bedeutet mir sehr
viel. Die Freiheit
liegt in einer Ebene. |
|
Ich sagte schon, Dass ich im Grunde
keine Farben kenne, Sondern, dass die
Räume, Die ich in den
Räumen schaffe, Die durch ein
Programm im Raum entstehen, Mehr als jede
Farbe leuchten. |
Dieses gelbe Feld Benötigt fremdes
Licht Und liegt in
einer Ebene. |
Es wird von mir, durch
das Programm, zerschnitten Und daraus die
gelbe Räumlichkeit geschaffen.. Die ist ohne
fremdes Licht Und wird als Raum
im Raum begriffen. |
|
Jemand leitete die Ordnung ab, Die Gott gewollte
Ordnung ab Vom Regen. Das verstand ich
nicht. |
Mein Regen zog
sich über meinen Bildschirm hin Und hatte keine
Richtung. |
Gott gewollt, Das hatte ich mir
schon seit langem Eingeredet, Daran glaubte
ich, Sei richtungslos, Sei einfach Kunst, Sei Schöpfung von
ganz Neuem. |
|
Hinter einer Glaswand jagten sich Geräte. Wenn sie sich
berührten, Wurde eines der
Geräte Aufgelöst in
Nichts. Das ging sehr
schnell. |
Nun ist noch
eines der Geräte Übrig, Das jagt weiter. |
Täglich kommen
neue Menschen, Die sich vor der Glaswand
drängen, Die den letzten
Stand Verfolgen. |
|
Die ersten der
Geräte konnten sich Bewegen, Konnten Vorgegebnes denken Und entschieden
einfach. |
Augenblicklich
überließ ich ihnen zur Erprobung Die Entscheidung
über sich. |
Sie riefen: "So beginnt
Befreiung"; riefen es mir zu, Als wär ich einer
von den Ihrigen. |
|
Setzen sie sich
in den Zug Und fahren ab. Zählt man die
Fahrten eines einzigen zusammen, Die beginnen,
enden, neu beginnen, enden, Täglich, täglich
neu, Jahrein, jahraus
beginnen, enden, Dann erwartet man
doch irgendwann, Dass die, die
täglich fahren, Einmal ihren
Durchbruch haben werden. |
Einer stieg nun
nicht mehr ein Und ging zurück. Er kam jetzt
täglich, Stieg nicht ein Und ging zurück. Ein andrer, der
das sah Und täglich fuhr,
wie er gefahren war Und von den
Dingen wusste, Schrieb darüber
ein Programm. |
Er ist nun
sicher, Dass sich diese
Dinge von alleine Regeln werden. Der, der weiter
fuhr, Hat sein Programm
inzwischen eingegeben, Und es läuft sehr
gut. Ein Stillstand,
wie man sagt, Auf beiden
Seiten. |
|
Fand die
Erfindung statt. Von hier rief man
mit einem Zeichen Die Bedienung. Die Bedienung sah
ein Zeichen Auf dem
Bildschirm Und stieg ein. |
Es war dort
drinnen draußen. Drinnen war das
Draußen. Das war ohne
jeden Unterschied, Man war schon
drinnen, Wenn man draußen
war. Das Drinnen war
perfekt, Das Draußen war
Kopie Vielleicht war es
auch umgekehrt. |
Es war die
Pflicht zu warten. Die Bedienung war
verschollen. Die Bedienung saß
auf beiden Seiten. Es war ihre
Pflicht zu warten. Wenn der Leib,
auf dem ich schreibe, zuckt, Verwackelt meine
Schrift. |
|
War körperlich
und greifbar. Sie lag unter ihm Und er lag unter
ihr. |
Sie sah sich so: "An mir ist
alles Körperlich und
greifbar. Er liegt unter
mir Und ich lieg
unter ihm." |
Die neue Ordnung Hat als oberstes
Prinzip Die Ordnung Ihrer Ordnung. |
|
Neue Ordnung, neues Denken, neue Sprache: Eins und eins
sind zwei, Das Oben liegt
dem Unten gegenüber, Und das Früher
ist wie immer Vor dem Später, Und als erstes
wird gelehrt: Das Wort der
Worte ist: "Mama". |
Vor dem Gerät
sitzt dieser neue Mensch. Er weiß, wer vor
ihm sitzt, In wen er sieht. Er weiß, dass
sich aus ihm und der Mama Die Zwei ergibt, Er weiß sich
mitzuteilen Und er sagt: "Was morgen
sein wird, Hab ich auf das
Gestern programmiert." |
Er weiß auch, Dass die neue
Ordnung, Neues Denken,
neue Sprache, über ihm Auf einer höh'ren Eb'ne liegt. Die wird er nie
erreichen können. Nahrung gibt es
reichlich. |
|
Sie kamen alle
heim mit Beute. Frauen saßen
neben Männern, Kinder waren auch
hinzu gekommen. Kinder, gab man
endlich zu, Erbeuteten noch
schneller Und noch mehr als
alle anderen. |
Man würde nächstes
Mal Den Kindern die
Entscheidung Überlassen
müssen. |
Nacheinander
schalteten die Menschen, Abgekämpft und
müde, Die Geräte vor
sich ab, Und schauten sich
das erste Mal seit langem Nacheinander um. |
|
Die Gedanken an
die Kleidung. Kleidung sollte
schmücken. Früher hatte man
sich Wegen seiner
selbst geschmückt. |
Geburten wurden
wieder häufiger. Es gab schon Männermütter, Die das
übernahmen. Später würde man
den Embryo in Tiere pflanzen Und dort wachsen
lassen. |
Kinder waren eine
Art von Schmuck, Und Schmuck ist
eine Art von Künstlichkeit am
Menschen. Wenn sich Tiere
schmücken würden, Könnte man das leicht
verstehen. |
|
Saß vor dem Gerät
ein Wärmemensch. Der schnitt sich
noch die Zahlen Aus der eignen
Haut, Bevor er sie an
das Gerät verfütterte, Woanders, hörte
man, Ernährten Eltern,
die ihr Kind Vor Schlimmerem
bewahren wollten, Dieses Kind mit
ausgewählten Speisen. Davon wuchs auch
der Tumor im Kopf, Dank der
Ernährung. |
Nach dem Anfang,
also jetzt, Wo es zu Ende
geht, Kämpft das Gerät ums
Überleben, Kotzt
sekundenlang, Ja, stundenlang
und tagelang und jahrelang Die Zahlenreihen
aus, Um wieder gut zu
machen. |
Wenn nur eine
Zahl darunter wäre, Die die
Anfangswärme hätte. |
|
Jetzt aufgeteilt In Wärme und in
Mensch. Wir geben alles
ein. Es dauert lange. |
Auch das Leben
des Sekundenvirus Dauert lange. |
Das Programm ist
richtig: Es entsteht der
Kaltmensch. Danke. |
|
In einem Zimmer Wurden alle Wände,
das sind vier, Die Decke und der
Boden, Das sind noch
einmal zwei Wände, Alles große
Wände, Also dieses
Zimmer wurde über alle Flächenwände
dicht an dicht Mit
"Bildschirm neben Bildschirm" Ausgerüstet. |
Außerdem war
dieser Raum Im Raum. |
Es war nur ein
Versuch Die
Schwerelosigkeit Zu überwinden. |
|
Man operierte
einen Bildschirm, Und man
implantierte Vier von seiner
Art, Die waren
kleiner, als er selbst. Man schuf den
Schirm im Schirm. Man schuf vier
Schirme, Die in einem
waren. |
Die bewegten sich
darin. Die konnten sich
verschieben, überlagern, Einer hinter
einem andren liegen, Sich vergrößern
und verkleinern, Alle vier so
messerscharf gestapelt In den
Bildschirmrahmen fügen, Dass man nichts
von ihnen sah. |
Es war nur ein
Versuch, Um den Verdacht
zu wecken. |
|
Hing dieses Bild: An einen Streifen
schräger Striche, Ganz im Gleichmaß
und von gleicher Länge, Die nicht über-
und nicht unterstanden, Schloss sich eine
zweite Reihe gleicher Striche an. Die zweite Reihe
war ein wenig abgewinkelt Von der anderen, Sonst
schwesterngleich. |
Davor ein
Zählgerät. Das schaute den
Besuchern in die Augen, Und es
registrierte. |
Jeder, Der vom
Bildschirm her Das
Fischgrätmuster kannte, Wusste gleich
Bescheid Und grüßte
freundlich. |
|
Saß am Gerät. Sitzt jemand am
Gerät, Erkennt man es an
seinem Blick, Der haftet an der
Nähe des Geschehens Und ist weit
entrückt. |
Zuhause saß die
Frau Sehr oft vor dem
Gerät. Das sah man an
dem Blick. Der traf ganz in
der Nähe Auf die Glastür
der Vitrine. |
Diese Frau blieb
immer in der Nähe Des Gerätes, Das war weit
entrückt. |
|
In dem Gehäuse
des Gerätes, muss man wissen, War der
Bildschirm. Auf die Frage
sagte dieser Mensch: |
"Nein,
zwischen mir und dem Gerät Ist nichts. Ich könnte, wenn
ich wollte, Mit der Nase an
den Bildschirm stoßen." |
Menschen vor dem
Bildschirm Haben keinerlei Verdacht. |
|
Vom Bildschirm Nahm man
keinerlei Erfahrung mit. Erfahrung kann
man nicht Mit einem
Bildschirm übertragen. In dem Haus aus grauen
Kunststoff War ein Eingang, Der war Fenster,
Tür und Ausgang. Durch das Fenster
konnte niemand In das Haus Und nicht nach
draußen schaun, Man sah es
gleich, Das Fensterglas
war trübe. |
Jeder ging
hindurch Und öffnete nicht
eine Tür dabei Und ging und kam Und lebte so
darin. |
Die in dem Haus
aus grauen Kunststoff Wohnten, Kannten sich in
ihm gut aus. Sie hätten sich
in keinem andren Haus Zurechtgefunden. Jedem Aufruf
folgten sie sofort Und zeigten sich Als
Punktesammlung in dem Glas. Das strahlte
unter ihnen Auf. |
|
An einem
Ackerrand Stieß ich auf
einen Mann, Der flickte dort
ein Netz. Ich sah, Dass es ein Netz
war, Wie es Fischer
hatten. Dieser Mann gab
alles zu. Es war kein
Wasser in der Nähe, Und für Vögel war
das Netz Zu schwer. |
Er sagte, dass er
viel zu lange Auf den
Augenblick gewartet hätte, Und er wüsste
nicht mehr recht Bescheid. Wir wurden beide
Zeugen Einer großen
Ungewissheit. Ich verließ ihn, Ohne den Verdacht
im Rücken zu verlieren, Er blieb wo er
war mit der Vermutung, Dass er nun sehr
lange wieder würde Warten müssen. |
Manchmal sitze
ich mir gegenüber, Und ich sehe mich
mit aufgerissenen Augen an. Ich kann mich
nicht Für mich
entscheiden. Bildschirm, Schein der
Zuflucht Für das doppelte
Gesicht. |
|
Baut sich schnell
ein Gitter auf. Es wächst aus
Zeilen Und aus Spalten. Ein Gebet kommt Aus dem Gitter, Es erscheint als
Schrift. |
Es liest sich
vor: "Man habe
keine Eltern und Geschwister, Die von dieser
Art Sind alle von
derselben Sorte. Vielfach." Ende des Gebetes. |
Das Programm
weist hierfür Keine logischen
Befehle auf. |
|
Ein Vorhang über
seine Stirn gezogen. Sie kam auf ihn
zu. Auf ihrem Kopf
ein Hut, Ein Vorhang über
ihre Stirn gezogen. Beide Blicke
gingen Auf dem Boden, Beide gingen
aufeinander zu. |
Dann dieser eine
Schritt vorbei. Den jeder an der
Seite dieses andren machte. Zwanzigtausend
Schritte Fanden wenigstens
zugleich Mit gleicher
Kopfbedeckung In der
Flächeneinheit statt. Von dieser
Flächeneinheit Gab es
hunderttausend, Die allein auf
eine Fingerkuppe passten. |
Würde man nun
eine Taste drücken, Wär der
Bildschirm wieder Völlig frei. |
|
Wie viel
tausendste Vergrößerung Der gold'nen Lötverbindung, Dieses Fadens
eines gold'nen Spinnwebs, Zeigte mehr. |
Man sah zum
Schluss Auf eine gold'ne Säule. Die war rundherum
mit Höhlenmalerei Bedeckt. |
Man hätte sie
erforschen Aber nicht in
eine Ordnung Bringen können. |
|
Nein Trennung
stand bevor. Danach käm dann
die Reise, oder wie? Man sprach zu
denen, die vor dieser Reise standen, Und erklärte
ihnen, Dass der erste
Weg In einen
Liebestunnel führen würde, Und man läge
weich dabei In einem Boot aus
Gummi. Angenehm sei
diese Reise. Das beruhigte. |
In Wahrheit
führte diese Reise Nicht zur
Trennung, Sondern wurde
eine Fahrt, Die ohne Umweg
rückwärts in die größte Mitte reichte, Das hieß, bis zum
Anfang der Verbindung, Wo Verbindung
erst entstand. Der Liebestunnel
sollte wirklich nur Die Schmerzen
dieser Trennung Lindern. |
Jemand schrieb
den Reisenden Was sie im
Notfall, Wenn sie das
Programm nicht mehr erreichte, Machen müssten. Das Programm, von
dem wir dieses alles wissen, Lief nur einmal
durch. Es war ein
Selbstvernichtungsband. |
|
Es kam Regen. Keine Angst und
keine Freude: Dieser Regen war
nicht nass. Nur dieser eine
Umstand fehlte. Sonst war an dem
Regen Gar nichts zu
bemängeln, Oder zu ergänzen. |
Das Gerät war in
der Lage, Seinen Bildschirm
ein zu klappen. Jetzt, im Regen, Spannte es den
Schirm natürlich auf. |
Man kann von den
Geräten Sehr viel lernen. |
|
Mein Kopf war
unter mir. Ich sagte ja, Dass ich von mir
nicht reden wollte. Meinem Kopf
gefiel es gut. Er sah nun alles
anders, Und die Trennung
war von beiden Nicht gewollt. Ich stellte ihm
vor seine Augen einen Würfel, Der war ganz aus
blankem Draht. Die Außenflächen
waren viele Male Wiederum mit
blankem Draht In kleine Felder Aufgeteilt. |
Ich lachte unter
mir Und hörte, wie
ich sagte: "Draht im
Draht Und Feld an
Feld." Es war ein Käfig. Wär mein Kopf auf
mir geblieben, Hätte ich es
gleich erkannt. So fehlte die
Verbindung. Mit dem Kopf
schob sich der Kopf, Als wäre nichts, Durchs Gitter in
den Käfig. Dort blieb er
ermattet liegen. |
Ich war froh. Mit einem
Zweitgerät Verschob ich nun
die dünnen Gitterstäbe, Stieß mit meinem
Rumpf bis an den Bildschirm Und zog so den Kopf,
als wäre nie etwas gewesen, Dort heraus. Es war mir fast, Als zöge ich den
Kopf Aus einer
Schlinge. |
|
Stehen blieb das
Lächeln In den
Augenwinkeln. Aus dem Mund kam
nur ein halbes Wort, Vielleicht ein
wenig mehr. Es war nicht
auszumachen. Selbst der
Schritt Verharrte vor dem
Gleichgewicht. Es ging und ging
nicht weiter. |
Das Programm war auf
der einen Seite Abgelaufen, Auf der andren
Seite Kauerte sich die
Verzweiflung nieder. |
Nichts blieb
übrig, Als sich das
Programm, Soweit es ging, So oft es ging Zu wiederholen Und zu
wiederholen Und zu
wiederholen Und zu... |
|
Ausgewogen
werden. Vor dem
Bildschirm saßen die, Die abzuschätzen
hatten. Dort, wo man
erwog, Erwog man alles
in vier Sprachen. Zwei davon
verstand man gut. |
Die dritte und
die vierte Sprache Wurden aus
Versehen In Maschinensprache
übersetzt Und erstmals
ausgesprochen. |
Das wog viel zu
schwer, Weil es das Herz
herausriss, Und im Zucken
zeigte. |
|
Man wollte einen Wunsch erfüllen Und erfüllte
einen Wunsch. Es durfte sich
ein junger Mann Den Platz im
Bildschirm Mit der
ausgewählten, ihm genehmen Frau, Die er dort
vorfand, Teilen. |
Dazu brauchte er den
Platz vor seinem Bildschirm Mit dem
Wunschplatz Nicht zu
tauschen. Später wurden sie
intim. Das wurde nicht
mehr übertragen, Wegen möglicher
Berührungsängste. |
Er, als Gast, Erhielt sie als
Geschenk. In einem andren
Fall War es dann
umgekehrt. Es suchte immer
jemand die Gelegenheit, Zu tauschen. |
|
Es war Papier,
das schrieb auf anderes Papier, Wenn jemand
darauf schrieb. Man würde niemals
auf dem Bildschirm Einen Helden
zeugen können. Alles war so angelegt, Dass ohne
Unterbrechung Die Kopie Von der Kopie Von der Kopie Von der Kopie Und weiter so Entstand. |
Es wäre anders, Würde dieser
Hall, der Nachhall, Gegen eine Mauer
laufen Und zum Echo
werden. Es entstünde eine
Flut. Die wäre
unerträglich. |
Jeder vor dem
Bildschirm würd zum Helden. Keiner könnte Überleben. |
|
Von Krieg
verstand ich nichts. Ich ging hinein. Man geht in einen
Krieg. So ging ich in
den Krieg. Ich war allein im
Zimmer. Die Gefahr war
groß. Man hatte den
Geräten Ihre Augen
ausgestochen. In den
Augenhöhlen, Dort, wo sonst
der Bildschirm saß, Sah ich Dioden
flackern. |
Eines der Geräte Hatte sich
versteckt gehalten Und es lief und
zeigte ein Programm. Ein Reiter fing dort
einen alten Künstler ein. Der wollte durch
den Wald entkommen. Mit der
Schusterahle Stach er dem die
Augen aus. |
Der Künstler auf
der Flucht, Der Reiter auf
der Jagd. Man geht in einen
Krieg. |
|
Nur eine
Stubenfliege, Ein Gerät mit einem
Bildschirm Und ein Ablauf
über diesen Bildschirm. |
Weiter nichts? Nein, weiter
nichts. Nichts weiter? Sonst war weiter
nichts. |
Das Zimmer war
allein. Idylle. |
|
Auf diesem Platz
steht immer das Gerät. Vor ihm hat hier Ein anderes Gerät
gestanden. Nach ihm wird ein
anderes Gerät Hier stehen. |
Vor dem Platz mit
dem Gerät Der Platz um das
Gerät zu sehen, Um in das Gerät
zu sehen. So hat alles
seinen Platz. |
Der Platz für das
Gerät Und das Gerät Und vor dem Platz Der Platz, um das
Gerät zu sehn. Wenn keiner und
nichts stört, Wird diese
Platzverteilung Lange bleiben. |
|
Über diesen
Bildschirm Laufen sämtliche
Programme. Dieser Vorrat
endet nicht. Dem Bildschirm
gegenüber, Aus derselben
Serie, Steht ein
gleicher Bildschirm, Beide ausgerichtet,
beide aufeinander eingerichtet, Beide zeigen, was
sie zeigen, Aus derselben
Sicht, Und die Programme
sind dieselben. |
Zwischen ihnen
war zu Anfang Abstand. Später legten die
Geräte Bildschirmglas an
Bildschirmglas, Man könnte sagen,
Wange an die Wange. Die Verschmelzung
war nicht aufzuhalten. Heute läuft durch
dieses Zimmer Nur noch eine
Austauschleitung, Die liegt dort
als Ring. |
Von den Geräten
blieb nichts weiter übrig. Man vermutet, Nein, es wird
vermutet, Nein, vermutet wird, Dass immer noch
dieselbe Serie existiert, Dass die
Programme In der
Austauschleitung kreisen, Die hat keinerlei
Verbindung Mehr nach außen. |
|
Die Entdeckung
auf dem Bildschirm: Es entsteht ein
Punkt, der bleibt. Die Stromzufuhr,
das ist gewiss, Ist unterbrochen, Und an
Selbstentzündung Ist noch nicht zu
denken. |
Dort, wo dieser
Bildschirm steht, Wo das Gerät mit
diesem Bildschirm steht, Wo sich der Raum
mit dem Gerät befindet, Ist kein
Bildschirm, Kein Gerät Und auch kein
Raum. |
Man hat von dem
Zusammenhang Durch diesen
Punkt erfahren, Den man selbst
für weiter nichts Als möglich hält. Es hat die Suche
nach dem Raum, Nach dem Gerät, Dem Bildschirm Und dem Punkt
begonnen. |
|
Sie trug einen schönen Mantel. Er war wirklich
schön. Ich glaubte
dieser Schönheit. Es war meine
Schönheit. |
Sie, Das konnte niemand
übersehen, War ein
Sie-Gerät, Das trug den
Mantel gerne. |
|
|
Selbstverwirklichung des Bildschirms. Als er sich aus
großem Abstand sah, Entdeckte er den Ein- und Ausschaltknopf
auf seinem Rücken. |
Er beschloss das
neue Wissen Noch für eine
ganz bestimmte Zeit Zu ignorieren. Danach würde er
den zweiten Schritt Beginnen. |
Die Programme
liefen fehlerfrei. Hier traf ihn
keine Schuld. Das war der
zweite Schritt. Die
Selbstverwirklichung War nicht mehr
aufzuhalten |
|
Im Innern der
Geräte Flackern ständig zwei
Dioden, Das sind
Augenleuchten, Die von innen auf
den Bildschirm schauen. Und nichts sehen. |
Das, so sagt man, Sollte der
Betrachter wissen, Der von außen auf
den Bildschirm sieht, Und sie nicht
sieht. |
Es ist kein
Mitleid angebracht. Auf beiden Seiten
muss man sich Vor Mitleid
hüten. |
|
Das Gerät war abgeschaltet. Ruhe. Keine Zeichen auf
dem Bildschirm. Dort war Nacht. Von dem Gerät war
das Gesicht Zur Wand gewandt. |
Ich sah die ganze
Schönheit im Profil. Ein Frauenkopf im
Schlaf, Der Bildschirm
aufrecht., etwas abgewinkelt, Das Gesicht ein wenig
bodennah, Die Augen sanft
geschlossen. |
Frauenbildnis mit
geneigtem Kopf Und mit
geschlossenen Augen Im Profil. |
|
Dass der Rahmen
Zaumzeug wäre, Risse ich ihn mir Aus dem Gesicht. |
So aber fürchte
ich und fürchte Und befürchte, Dass ich dabei
meinen Halt Verliere. |
Jeder Bildschirm
endet heute noch Mit einem Glas
als Schild. Den muss ein Rahmen
tragen. |
|
Man sprach von einer Wichtigkeit. Die Wichtigkeit
sprach man Nicht aus. Ich irrte weiter,
suchte weiter Wegen dieser
Wichtigkeit. Das war zum
Lachen, wie ich sah. Ich lachte nicht, Ich sah nichts
ein. Mit meinen Augen
sah ich keine Wichtigkeit. |
Ich, der ich mit
den Augen Alles, alles
sehen konnte, Ohne selbst dabei
zu sein, Der über jede
Möglichkeit der Einsicht in den Bildschirm An das Wissen kam Und somit Wissen
hatte, Nein, Ich fand nicht einen
Zipfel dieser Wichtigkeit. |
Ich stieß auf den
Verdacht. Ich fand Verdacht
heraus, Verdacht auf
mich. So einfach endete
die Suche nach der Wichtigkeit. War ich, die
Lüge, eine große Lüge, wichtig? In dem Lachen all
der andren ging mein Lachen Unter. |
|
Damals schrieb ich ein Programm. Ich war allein im
Zimmer. Vor mir das
Gerät. Ich sprach mit
ihm Und sah in seinen
Bildschirm. |
Ich war so
beschäftigt, War so sehr
beschäftigt, Dass ich die
Revolte, Die um mich herum
in diesem Zimmer ausbrach, Nicht bemerkte. |
Als ich endlich
aufsah, War ich ganz
allein im Zimmer. Das, erinnerte
ich mich genau, War nie zuvor der
Fall gewesen. |
|
Anfangs widersprach ich keiner Schönheit. Dann entdeckte
ich in einem Feld, Die Formel. Diese Formel war Veränderbar. Ich schrieb sie
um. Das Feld war nur
ein Feld von vielen Feldern, Die mit dem
Programm beschrieben wurden. |
Viele Felder sind
ja Unvorstellbar
viele. Es kommt dabei
wirklich nicht mehr an Auf eine weit're Hässlichkeit, Auf keine mehr Und keine
weniger. |
Die Änderung der
Formel In dem Feld. |
|
Ich glaubte ihr, Dem, was sie
sagen wollte, Und sie sagte
nichts zu mir. Sie nahm mich
wortlos an die Hand. Sie zog mich
sanft, ein wenig mit Gewalt, Dass ich
verstand, Und stieg in
einen Bildschirm ein. Der nahm sie auf,
so klein er war, Obwohl sie meine
Größe hatte. |
Ihre Hand an
meiner Hand. Ich stieß mit
meinen Fingerspitzen Auf das harte
Glas. Das trennte uns
sofort. |
Ich sage
niemandem, Warum ich immer
wieder meine Fingerspitzen Auf das Glas des
Bildschirms Setze. |
|
Meine Augen suchen sich den Himmel, Der ist
eingetaucht in Nacht. Ich weiß es alles
besser Und seh' nicht hinauf. |
Aus größtem
Abstand Würde man das
Tageslicht als Flackern Über, um die Erde
laufen sehen können. Rundherum ist
Nacht. |
Ich habe nicht
den Mut, Den Bildschirm
einzuschalten. |
|
An dem ich
gestern saß, Mit dem ich
gestern Wirklich und
wahrhaftig sprach, Das mich mit
seinem Bildschirm ansah, Dies Gerät hat
man erhoben. Heute find' ich
es auf einem Sockel. |
Sockel, Die elektrische
Verbindungsschnur Und das Gerät Sind aus dem
vollen Stein In einem Stück
geschlagen. Seht, Ein Meisterwerk. |
Es ist kein
Irrtum, Nein, es ist kein
Irrtum möglich, Jeder Irrtum ist
hier ausgeschlossen. Gestern hab' ich
wirklich Und wahrhaftig Noch an dem Gerät
gesessen, Habe noch mit ihm
gesprochen |
ISBN 3-937264-04-3