..and I said to
myself
what a wonderful
world
Lyrik und Prosa,
2. erweiterte
Auflage
ISBN
978-3-937264-89-9
Copyright,
Urheberrecht 2011 beim Autor, Herausgeber, Redakteur: Harald Birgfeld,
e-mail: Harald.Birgfeld@t-online.de
"Es lohnt sich, einmal einen heutigen Dichter
kennen zu lernen, der mit der deutschen Sprache einen faszinierend fremden Weg
betritt und trotzdem dem Leser Freiraum lässt für eigene Gedankengänge, ohne
dass die Probleme in erhobener Zeigefingermanier zu zeitkritischen
Trampelpfaden werden." (1986: Gutachten)
|
Lyrik Chile, 2010, oder „Seht sie an, die
Schöne, Neue Welt.“ |
Mein schönster Traum von einem Meer |
Mein schönstes San Remo Gedicht |
|
Prosa In Erinnerung an meinen 1986 verstorbenen Bruder |
||
|
Mein schönstes San
Remo Gedicht Du musst dir alles
aufbewahren, Was dir lieb und
wertvoll ist. Es muss nicht
sein, dass ich mit Teer an meinem
blassen Fuß dem Meer entsteige Und den weißen
Strand Und eine
Promenade, ganz aus Edlem Holz, am
Ufer von San Remo Schmierig mache
und veröle. |
In dem Chinaladen Find ich eine
Muschel aus Papier. Die lege ins
Wasser meines Zahnputzglases Und sie öffnet
sich und schenkt mir Zwei, drei
Fischlein, die an Fäden hängen, Und die schwimmen
mir vor Augen Neben einer grünen
Wasserpflanze. |
Durch das Fenster
fällt ein wenig Sonnenschein. |
|
Rapunzel war ihr
kein Begriff, Und deutsche
Märchen las sie nicht, Sie kam aus Polen, Hatte langes,
blondes, offnes Haar, Das trug sie tags
zum Zopf. Im kaum mehr
grünen Feld, von einem Ungarn, der in
Frankreich lebte, Kümmerlich
bestellt, schnitt sie Im morgendlichen,
kalten Wind Den Feldsalat von angefrorner Erde. |
Manchmal kam
jedoch, wenn sie den Rücken streckte,
und den Blick nach vorne hob, Ein innerliches
Glühen über sie, Dann riss sie ihre
Bluse auf und ihren rechten Arm in Siegesgeste
in die Höhe, War „Marianne“,
die sich über Menschen schwang,
und sang in ihrer Heimatsprache: „Ich bin jung und
frei und schön, die Schönste hier aus
meinem Land, Und auch die
Schönste überhaupt, Ich reiße alle,
alles mit!“ |
Danach wurd sie im Bauernhaus zur Wäscherin der
grünen Ernte. |
|
„Ich bin Delfin Und schwimm im
Meer Dahin.“ Das ist ein
Kinderreim, den hat sich Mama für mich
ausgedacht, Sie hat mir auch
noch beigebracht, Dass ich ein wenig
anders bin als andere. |
Ich habe eine
Nylonschnur um meinen Hals, die hatten
wir zu Anfang nicht beachtet, Doch sie wird mich
langsam würgen, Und sie hindert
mich schon jetzt Zu schwimmen und
zu springen Wie die anderen,
und ganz zuletzt Werd ich, obwohl
ich doch Ein Kind des
Wassers bin, An ihr in meinem
Meer, Ertrinken. |
|
|
Heute Morgen Fand ich in der
Tageszeitung Ein modernes, Farbenfrohes Foto
mit Tiefrotgetränkter
Bucht, Mit Jägern, die im
dunkelblauen Wasserschutzanzug
im Himmelblau des
kleinen, umgebauten Fischerbootes
standen, |
Die dort,
abgeschirmt von einem Vorhang Japangrüner
Blätterwände, Silberbäuche
lächelnder Delfine in dem Boot Aufschlitzten, Alles das vor
schönem Felsenhintergrund, Ein Foto, das dem
Fotografen Alle Ehre machte. |
|
|
Und auch der Wurm in mir war
satt. Die Gänge seines
Fressens Hinterließ er
hohl. |
In einem letzten
Winkel hielt ich die Erinnerung an die Berührung mit
Vertrautem Fest. |
Es ging mir
wirklich gut, Sehr gut. |
|
Mein
schönster Traum von einem Meer Ich hatte einen
Traum von Einem Meer. Darin befanden
sich in tiefem Grund, auf Sand
aus Gold, Und eingetaucht in
einen Wald Aus unbewegten
Lichtersäulen, Fast im
Sonnenbaden, Kinder, die ganz
ruhig Und mit
Augenleuchten, Einem ungelesnen, lang verschollnen Märchen lauschten. |
Um sie her ein
Wasserhimmel voller Schmetterlinge,
händegroß und riesenhaft, Grell
reflektierend, grün und gelb und rot, Im Schweben,
Gleiten, ohne jeden Flügelschlag, Ein Stillstand des
Erzählten. Zwischen ihnen und
daneben kleine Flügeltiere, Die, in strengen
Farbenmustern, taumelten, Als Glasstaub
schließlich endlos weit verwehten. |
Über allem hing
ein Dünner, brauner,
zäher, leicht bewegter Film aus Öl Von Horizont zu
Horizont, der brach das Licht in Dunkelgoldne Streifen und in Regenbogenfarben,
die mit Niedertropfendem
Gewölk Bis hier in diese
Tiefe sanken. |
|
Sie war
hinausgegangen auf das Meer, Sehr weit, Und hatte ihn
getroffen. Beide schwammen
nicht Und hatten auch
kein Boot, nichts Was sie hätte
tragen können, Und sie flogen
nicht und schwebten nicht. |
Sie hatte ihn an
ihre Hand genommen Und zu sich nach
Hause. Dort lag er nun
neben ihr Und hatte ihr
schon beigewohnt Und schlief ganz
fest. So konnte sie das
erste Mal Die
Andersartigkeit an ihm Betrachten. |
Sie war stolz auf
sich. Wer geht schon so
weit auf ein Meer Und sichert sich
nicht ab. |
|
Und kam zurück aus
einer Andren Welt, Und niemand lebte
dort für ihn, Für ihn war alles
tot. Die Weisungen
bekam er aus Ihm völlig fremder
Stadt Von einer Frau im
Halbtagsjob, Die vor dem
Bildschirm saß, Und ihn in seiner
Sprache dirigierte, Dass er Ausschau
hielt nach einem Etwas. |
Einmal nur in
dieser langen Zeit, Und nur dies eine
Mal Sah er ein
lichtdurchflutetes Und übergroßes,
menschenüberragendes und Rosafarbenes
Gebilde, das pulsierte als ein Herz, das nach
Umhüllung suchte, Und er meldete es
gleich. Sonst lag er auf
der Lauer, Bis man ihn zurück
nach Hause rief, Und ihn betraf das
alles nicht Und ging ihn auch
nichts an. |
Fast liebevoll
erinnerte er sich dann daran, Dass er zuhause heimlich
an der Rettung wilder Tiere teilgenommen
hatte Und an dem
Versuch, Verirrte
Meerbewohner neu zu orientieren. Das war ihm sehr
nah gegangen, Das ging ihn viel
an. |
|
Hänsel
und Gretel 2010 Sie
war schon groß, So
groß, dass sie den Kleinen
Bruder auf den Armen
tragen könnte, Und
sie hatte auch gehört, Dass
man sich fern in andren Ländern
täglich wusch Und
traute sich und ihrem Brüderchen
im Übermut Mit
ihrem T-Shirt und dem Wasser
einer Pfütze zwischen Fernzuggleisen,
wo sie beide lebten, schliefen, Und
auf Pappen wohnten, Hände
und die Wangen abzuwaschen. |
Sie
war glücklich hier und froh, Und
sie empfand es dankbar, Einer
lockenden, maskierten Frau, Den
Weg erst von dem Brüderchen Und
dann von sich so listig abzuschneiden, Dass
sie sie für dieses Mal und Für
die vielen andren Male Überführen
konnte, Das
mit einem kleinen Stöckchen
unter einem Überzug, Der
Blase eines Fisches, Einem
jungen, alten Trick, Von
dem sie wusste. |
Sicher
käme irgendwann einmal die Mutter
oder gar der Vater Hier
vorbei, Um
sie zu finden. |
|
„Seht
sie an, die Schöne, Neue Welt.“ Ich
trage nur zum Schutz Die
schwarze Sonnenbrille. Ich
war Bergmann unter Tag Und
kam nicht wieder an, Und
ich war nicht allein, Der
Weg zum Tageslicht war eingebrochen, Unumstößlich
sperrte uns ein Steinschlag
für die nächsten Tausend
Jahre ab vom Oben und vom Tageslicht, Kein
Mensch, der unser Leben noch erahnte, Das
verbrachten wir, im schwachen Schutzlicht Und
bei Vorratsteilung, als den Rest
der Tage, und der konnte lange, lange Währen,
und wir waren dreiunddreißig hier im Schacht, Tief
unter jeder Denkbarkeit. |
Wir
gaben uns die Täglichkeit und Nächtlichkeit nach einer Uhr,
die musste einer Führen,
und wir hatten reichlich Wasser, Licht und Luft
und Nahrung, die für Jahre reichen könnten, Wie
zum Spott. Dann,
eines Tages, kam der schwache Schein von Hoffnung,
unser Klopfen hatte man gehört, Doch
dieser Hoffnungsschein entwickelte sich uns zur Hoffnungslosigkeit,
weil er aus Undenkbarem
und Unmöglichem bestand, Zu
tief war unser Schacht gelegen, Und
zu arm war jeder, der uns hätte helfen Wollen.
|
Noch
ahnte niemand unter uns, dass sich Ein
ganzes Volk dort oben und weit über sich hinaus Erhoben
hatte und den Langen
Finger durch die Erde und Gestein Bis
hier nach unten bohrte Und
auch traf und jeden, Wie
in einem Rettungshalm, damit zu sich Empor,
nach oben, zog und nur das eine wollte: „Seht
sie an, die Schöne, Neue Welt.“ |
|
Ich
bin Mensch Und
habe Kompetenz. Wenn
an den fernen Küsten, Inseln
der Karibik oder der Kanaren, starke Winde, Fast
schon Stürme wehen, Jette
ich mit meinen Freunden hin. Wir
wollen Kiten, Surfen oder uns mit Andren
Kräften messen Ohne
uns zu stressen, Was
wir brauchen sind nur Meer
und Wind. Der
Flug dahin geht schnell und Kostet
uns fast nichts und Drei,
vier Tage reichen da. |
Wir
sind sehr kompetent und lehnen Auch
das Fleisch von Tieren gänzlich ab, Nicht
nur, weil man sie oft so furchtbar quält, Bis
sie für uns getötet werden; Nein,
wir essen nur noch echten Lachs und Fleisch von Wirklich
jungen Kälbern, Die
in ordentlichen Boxen standen, oder Wild Und
auch Geflügel, Das
man nur im Freiland hielt. |
Wir
können nicht verstehen, Dass
sich andere nicht danach richten Und,
wie wir, ein ganz klein wenig Auf
ein wenig Mehr verzichten. |
|
Aschenbrödel
geht mit ihrem Rucksack
ins Theater, zum Ballett, Sitzt
dort im Publikum und Trinkt
aus einem Campingbecher Nesseltee. Sie
trägt heut einen kurzen, keuschen Zopf Und
einen roten, selbstgestrickten Pulli Und
darunter gar nichts, Das
fällt auf. Der
Prinz auf ihrer Bühne wird von ihrer Stieffamilie, Mutter und zwei
Schwestern, Arg
bedrängt, Auch
weiß er nichts von ihr. Sie
weint. |
Von
oben lässt man an dem Seil
der Unvernunft ein Kleid und Schuhe Wie
aus Glasstaub nieder. Die
darf sie nun tragen und Betritt
die Bühne, tanzt und nur mit ihrem Prinzen
und bleibt ihm doch fremd. Sie
liebte ihr Zuhause und die Ärmlichkeit, Litt
alle Schmach, die ihre Stieffamilie Über
sie je brachte. Sie
ist brav. Um
Mitternacht ist ihre Zeit vorbei. Das
Seil zieht alle Habe wieder hoch Und
nur ein Schuh fällt in die Hand
des Prinzen. Der
erkennt die Zuversicht der schönen Fremden
und auch seine Leidenschaft, Er
findet ihren Fuß, dem passt der Schuh. |
Die
Bühne ist zu klein für so viel Glücklichsein. Doch
noch im Rampenlicht verurteilt sie Als
Strafgericht die Mutter
und die bösen Schwestern. Dann
geht sie an ihren Platz zurück Zu
ihrem Ehemann. Der
trinkt aus einem zweiten Campingbecher Ihren
Nesseltee. Den
süßt er mit ein wenig Zucker Nach. |
|
Hinten,
weit in meinem Garten, Kündigt
sich der Frühling an Und
lässt auf einem Mauervorsprung Eine
Veilchenblüte wachsen, Die
entdecke ich an ihrem Duft Von
Sinnlichkeit und Liebelei Zuerst. |
Ich
zögere, sie mir zu pflücken, Weil
sie ganz allein dort steht, Und
ich den violetten Hauch im ersten Sonnenlicht
des nahen Frühlingstages Lassen
und noch weiter Lieben
möchte. |
Drinnen
auf dem Küchentisch Hab
ich ja ohnehin den Blütenechten
Strauß von immerfrühen Freesien
stehen, Die
sind leicht verstaubt , Sie
trinken nicht Und
sollen auch demnächst Mit
unauffälligen Aromakapseln überall Erhältlich
sein. |
|
Cora
steht als Weißer
Engel, In
der Größe einer jungen Frau, Auf
einem Sockel, Weithin
sichtbar, gleich am Eingang
und an einem guten Platz. |
Sie
starb, sagt man, an einer Brustvergrößerungs-Op.,
War
viel zu jung Und
viel zu schön für diesen frühen Tod. Ihr
Blick aus Material ist Frauenweich
und menschenfreundlich, Über
ihren Mund huscht leise nur ein Wort,
das kann man kaum Verstehen.
|
Sehr
viel weiter hinten, im Verborgenen, Befindet
sich der „Garten
der Frauen“. |
|
Es ist sehr schwer, Den Eingang in ein Land zu finden, Das den Träumer seine Träume leben
und Die Wachen ihre Träume träumen
lässt. Sobald ein Jemand es jedoch
erreicht, Ist er gleich unter Gleichen. |
Kleidung, Essen, alles Leben, alles Denken werden angefüllt und
angedient Mit Köstlichkeiten eigenen
Begehrens, Was man machen möchte, Ist bereits getan. Es gibt auch keinen Zaun Und keine Grenze um dies Reich. |
Nur selten, Wenn ein Träumer seine Träume nicht
mehr Leben kann und Wenn ein sonst so Wacher seinen
Traum verliert, Wächst still ein Tunnel in ein
wahrhaft Unbegrenztes Land heran. Der wird zum eigentlichen Eingang. Dort, so heißt es, ist man wirklich
Ohnegleichen. |
|
Sie
lebte an der Küste. In
der Liebe hatte sie schon Alles
hinter sich: Zu
lieben und geliebt zu werden. Nun
jedoch hat sie ein Neuland, Das
sich lohnt, entdeckt: Sie
nimmt und gibt Und
gibt und nimmt. Mit
ihrem Körper leiht sie Mutterschaft
an andre aus. |
So
hatte sie beim ersten Mal Den
Garten und das Haus erworben. Doch
beim zweiten Mal Lässt
sie die Eltern warten. Sie
besinnt sich, wie es war, Als
sie mit fünfzehn Jahren Schwanger
wurde von dem Jungen, Der
hier Urlaub machte, Den
sie damals, als er nicht mehr Wiederkam,
in einem regionalen Wochenblatt, Als
wäre es normal, Beschrieb
und suchen ließ. Das
fanden alle süß, Sie
aber fügte sich den Eltern Und
brach ab. |
Jetzt
fand sie in dem neuen Haus Auch
einen alten Balken, Der
war hoch genug und fest Und
hielt das Seil. Das
Kind war nicht zu retten. Man
begrub es ungeboren in dem Garten Unter
dem Wacholderbaum. Nur
so, das war hier Brauch, War
neues Leben möglich. Plötzlich
saß und sang, Wie
aus dem Nichts, ein Feuervogel
in dem Baum, Der
blendete sie alle. Niemand
hatte solches je zuvor Gesehen: Unter
dem Wacholderbaum Lag
ein gesundes Kind. |
|
Die
Welt, in der sie lebte, War
die beste und die einzige. Sie
sprach nur Suaheli und war schwarz. Vom
Nachbarland war sie in dieses Reservat
geflohen, Lebte
dort im Busch Und
fing sich Fleisch in Fallen. |
Mit
der linken Brust Gab
sie dem Säugling reichlich Milch, Die
rechte hatte ein Soldat Ihr
einfach wie aus Lust, Vom
Leib getrennt. Das
dunkle Blut und ihre Haut Ergaben
sich, als er sie nahm. Die
Pergamenthaut ihrer Narbe Hielt
sie stets bedeckt. |
Sie
hatte Unterschlupf in einer Höhle, Und
darin, an einer Wand, zwei übergroße Zeichen, Dass
sie nicht die erste war. Sie
konnte lesen Und
verstand doch nicht den Sinn. Das
eine war ein Bogen, Der
nach oben öffnete, Das
andere ein Blitz, Wie
U und N. |
|
Die
Kinderschaukel Stand
so seltsam ruhig Vor
dem Mond. Im
Garten war es viel zu eng Für
weite Sicht Und
doch glitt er mit Sehnsuchtsvollen
Augen Über
die Gebirge, die er Auf
der weißen Scheibe Sah.
Sie
sollte schon einmal ein Mensch
betreten haben. |
In
das grelle Licht Stieß
eine Stange dieser Schaukel, Daran
hing der Anfang Ein
Seiles. Jetzt
war er dort oben Astronaut
an einem Kraterrand, Zugleich
ein Fremdling, Irgendwo
auf einem Blütenfest. Hier
fesselte zuerst Die
schwingende Bewegung einer Körperkünstlerin Den
Blick, Doch dann verlor
der sich in ihrem Rücken In der Abendsonne, Die war nah und
stand in einem See Und blendete. |
Von
seiner Medizin, die er noch Regelmäßig
nahm, Versprach
er sich sehr viel. |
|
„Wer
schlägt den Löwen, schlägt den Riesen Wer
zwingt jenen und auch diesen…“ Es
sind nicht die schönen Worte, Die
mir meine Narben glätten können, Nicht
die Medizin, die vielversprechend Darauf
tröpfelt, Und
es ist auch nicht das Rosenblütenblatt, Das
lautlos auf sie schneit. Ja,
ich bekenne meine Schuld, Und
ich verlange Strafe, Doch
man sieht sie nicht: „So,
wie du liebst, ist es normal.“ Ich
liebe nicht normal. |
Der
dunkle Rand am schwarzen Loch, Ist
mein Zuhause. Manchmal
wird mir federleicht, Dann
schwebe ich dahin, Dann
liebe ich die Welt Und
möchte mich umarmen. Doch
mit einem Schlag Begegne
ich mir selbst Ganz
tief in mir Und
in der größten Enge, Frage
nach, nach mir Und
dem Warum Und
drehe mich und wende mich Und
finde keinen Sinn. |
Wenn
ich mich selber zwänge… Wüsste
ich nur wie. |
|
Mein
großer Garten liegt Wie
heil In
einer Wald- und Wiesenlandschaft. In
dem Garten Finde
ich ein kleines Nest Mit
fingernagelgroßen Eiern Und
mit einem Kuckucksei darin, Das
überschattet alle, Und
die Vogeleltern Ahnen
nichts von dem Betrug. |
Aus
meinem Zimmer, weit in meinem Rücken, Höre
ich vom Bildschirm Beifall
klatschen. Sicher
ist ein großer Sieg Errungen
worden. |
Spät,
schon in der tiefen Dunkelheit, Weckt
mich aus einem Dämmerschlaf Das
helle Singen einer Nachtigall. Sie
ist mir gleich vertraut, ich kenne sie. Ihr
langes Lied und ihre Melodien, ihr Schluchzen
rühren mich, Ich
gebe gerne mein Versprechen, Dass
ich niemandem auch nur ein Wort
von ihr erzählen Werde. |
|
Sie
zog in den Süden, Wo
die Erde wärmer war, Und
wo das Blühen blühte, Wo
sie Rosen pflanzen, lieben, Atmen
und berühren konnte, Und
sie hatte schnell zwei Rosengärten, einen vor Und
einen hinter ihrem Reihenhaus. Sie
kannte alle Rosennamen, Und
die Blütenpracht in Rot
und Rosa, Weiß Und
ganz besonders warmem Gelb, Verwehte
sanften Duft, Ein
Schatz, den sie tagaus, tagein Als
leichtes Sommerkleid empfand. |
Die
Leute nannten es das Rosenhaus,
weil vorne zwei der Rosen
über Fenster und die ganze Hauswand
bis hinauf aufs Dach
gewachsen waren. Ihre
Welt stand still. An
einem lauen Sonnentag jedoch Durchbrach
ein starker Arm Den
Wall von Dornen bis zu ihr. Mit
seinem ersten Kuss Schloss
er ihr alle Himmel wieder auf Und
sprach von ihren beiden Gärten, Ihren
Rosen, Und
wie lange sie schon Tief
in seinem Herzen wohnte, Und
wie schwer sie aufzufinden war. |
Sie
aber zog ihn langsam zu sich hin Und
flüsterte ihm in sein Ohr: „Ich
hab noch einen dritten Rosengarten,
Der
steht immer ganz in Blüte,“ Und
es wuchsen Schlanke
Ranken ihm um Leib
und Schultern Und
an seinen Mund Und
hatten keine Dornen. |
|
Sie
war Tochter, jung und reich, Die
Welt hielt sie mit Goldenen
Karten in den Händen. Ihre
Spiele waren neu, Vom
Hubschrauberlandeplatz des Höchsten
Hauses ihrer Kette von Hotels schlug sie Den
Golfball, einen nach dem anderen, Auf
weit entfernte Ziele unter sich ins Wasser, Aus
Versehen aber auch die kleine Silberkugel, Die
mit Engelsharfenklang beim Fallen, Und
dem eingebauten Zufallsgenerator, Großes Liebeglück
verkündete. Die
Kugel war ihr Schatz, Ein
Himmel schien mit ihr Für
alle Zeit verloren und sie weinte bitterlich. Sie
schwor, den, der den Schatz ihr wiederbrächte, Selbst
zu ihrem Schatz zu machen. |
In
der Nähe hielt ein Rapper Ausschau
nach ganz neuen Texten, Hörte
ihren Schwur und Ließ
sie ihn erneuern, Sich
dazu noch einen Kuss Und
eine Nacht in ihrem Bett Versprechen. Er
war Frosch, ein Kind des Wassers. Seine
Haare hatte er als Königskrone hochgestellt Und
war mit Heinrich, seinem Freund, Dem
Stummheit seinetwegen eisern seinen Mund verschloss, Voll
Tatendrang. Er hatte ihre Silberkugel schnell entdeckt Und
brachte sie zurück. Als
er auf ihren Schwur bestand, Gab
sie ihm schnell den Kuss Und
stieß ihn dann, Vom
Dach des Hauses in sein Element. Sie
wollte nur die Kugel. |
Dann
jedoch, im letzten Augenblick, Betört
von einem wunderbaren Wandel Seiner
Augen, des Gesichtes, seiner Haut, Riss
sie ihn sich zurück. Sie
fühlte ihm sich plötzlich sehr vertraut Und
war für ihren ganzen Schwur bereit Und
schloss nach Frauenart die Augen. Ganz
behutsam spürte sie Ein
Liebesglück erwachen Und
ihr Herz zur Engelsharfe werden. Ihre
Silberkugel hielt sie fest an sich gedrückt, Und
dem getreuen Heinrich Brach
bei so viel Glück Der
Eisenring von seinem Mund. |
|
Ich
ging auf eine lange Reise, Meine
Hände hielten einen Barren Gold, Den
hatte ich verdient, Der
sollte mir nun Glück bescheren. Auf
der Reise bin ich Einem
Mann begegnet, Der
seit über fünfundvierzig Jahren Einen
Elefantenbullen Wie
sein eignes Leben hütete und pflegte. Dieser
Mann war sehr begabt Und
tauschte Eine
Zeichnung seines Elefanten, Gegen
meinen Barren Gold. |
Das
war mein Glück, Denn
danach traf ich eine Frau, Die
lebte über zwanzig Jahren schon Als
Leittier einer Elefantenherde, Und
sie tauschte mir Ein
leeres Tagebuch, In
das sie gern geschrieben hätte, Gegen
meine Zeichnung Von
dem Elefantenbullen. Und
ich hatte wieder Glück, denn Schließlich
war ich Gast in einer Kleinen
Küche, Dort
erfuhr ich von der Hausfrau, Wenn
sie nur auf diese eine Küchenleiste Klopft,
erscheint, Seit
sie vor drei Jahrzehnten In
dies Haus gezogen sei, Gleich
eine Spinne, Die
lebt dort versteckt. |
Die
Hausfrau tauschte mir ihr Wissen Und
Geheimnis gegen mein Noch
leeres Tagebuch, Sie
wollte darin Alles
niederschreiben. So
traf Glück auf Glück, Denn
als ich endlich heimkam, War
ich unbeschwert und frei Und
dankbar über so viel Glück, Das
ich bei anderen für mich Gefunden
hatte. |
|
Als
wir dich begruben, Warst
du einen Tag verstorben. Beide
großen Kriege hattest du noch miterlebt, Im
zweiten, damals, warst du eine Reife
Frau. Wir
waren hier nur wenige Und
kamen von weit her. Es
war sehr kalt, Der
Himmel strahlend blau, Der
Frost stand in der Luft und in dem Boden, Und
man stellte deinen Sarg nun Ebenerdig
neben eine Stelle, die mit einer Grünen
Plane überdeckt war. Alles
andre sollte später folgen, Wenn
die größere Maschine Für
den Erdaushub gekommen wäre. Das
war uns zu spät, Dann
wären wir schon wieder Abgereist. |
Du
wolltest keine Reden, Nur
ein schlichtes Kreuz aus Holz Und
auch kein Vaterunser. Alles
mussten wir versprechen. Ich
sprach leise einen Kinderreim,
der war in meinem Kopf. Wir
legten unsre Blumen auf den Sarg Und
sprachen übers Wetter, Dass
wir wegen unsrer Eile Keine
Trauerkleidung trugen, Dass
uns Fremde sehr behilflich waren, Und
verließen uns darauf, Dass
sie dich nachher ohne unser Beisein, In
die Erde lassen würden. |
„Mutti“
und den Namen dieses kleinen Ortes
habe ich noch vor der Rückfahrt Abgespeichert. |
|
Sie
erzählte mir die Sache so: Ich
war die Herrin vom Forellenhof Und
er, mein Kai, war damals noch sehr jung. Er
war verliebt in seine Nachbarin, In
Gerda, die war arm wie er Und
wusste nichts von Liebesdingen. Ich
erfüllte ihm die Wünsche, die er hatte, Und
auch meine. Männer
sind so einfach. Erst
war ich die unnahbare Schneeprinzessin. Dann
die „Eisfrau aus dem Baikalsee“. Denn
über diesen See hinweg war er Die
superlangen Trucks gefahren, Wenn
der zugefroren war. Ich
war das Bild in seinem Außenspiegel. Immer
war ich ihm vor Augen, bis der Frost Den
Spiegel abriss und in hunderttausend Stücke
schlug. Davon
traf eines in sein Herz, ein andres in sein Auge. Nun
war ich für ihn die Königin in allen Dingen. Ja,
ich faszinierte ihn. Ich
habe ihn bekommen, nicht die andere. |
Er
hat für mich den Hof verwaltet Und
war Herr der Fische oben in den Bergen. Seine
Liebe hatte er mir fest versprochen, Und
die zugefrorenen Gewässer tief im Winter Wurden
seine Leidenschaft. Dann
sah er durch das klare Eis, Weit
unten auf dem Grund, Forellen
wie erstarrt, wie tot. Das
ging so Jahr für Jahr. Doch
eines Tages las ich in der Zeitung, Dass
er unsren Hof verkaufen wollte, Und
ich wusste nichts davon. Er
schlief auch nicht mehr in den Bergen Bei
den Teichen oder hier bei mir. Wie
ich erfuhr, schlief er seit fast zwei Jahren Bei
der Nachbarin aus alter Zeit. |
Er
hat mir einen Brief geschrieben, Dass
ihm seine erste Jugendliebe, Gerda, Neu
begegnet ist, dass er zu ihr zurückgefunden hat, Dass
sie ihm Herzenswärme schenkt Und
er in ihren Armen wieder weinen kann. Das
habe ihn von mir befreit. Mit
seinem Brief kam ein Geschenk für mich. Nur
eine winzig kleine Spiegelscherbe, Klein
wie Diamantensplitter, als der letzte Stein
im Mosaik des Wortes Ewigkeit. |
|
Du
bist die ersten vierzehn Tage Deines
Lebens auf der Welt Und
heute zeigten uns die Mama
und dein Papa, Dass
du schon wahrhaftig träumst. Wie
schön wär es für uns, Erahnten
wir wovon. Die
Webcam schwenkte leicht An
dir vorbei, damit wir dich im Ausland Besser
sehen konnten, und die Mama sagte, Dass
du schon mit deinen Augen Ihren
Weg verfolgst. Wir
sehen, dass du deine Händchen Ganz
geschickt vom Mund an Deine
winzig kleine Nase führst, Dass
deine Fingerchen sich gegenseitig suchen Und
auch finden. |
Hier,
an unsrem Bildschirm streicheln wir dir Wangen,
Ärmchen und die Hand. Ganz
sicher ist, dass du die Welt erspürst, Wenn
du auf Papas Bauch ganz ruhig liegst Und
seitlich nachschaust, ob sich etwas regt, Wenn
deine Mama dich auf ihre Schulter legt Und
wenn du atmest, was dich schon dein Ganzes
Leben lang als schönster Wohlgeruch
begleitete. Dann
huscht ein Lächeln über dein Gesicht, Das
haben wir, so weit von dir entfernt, genau gesehen, Und
wir fragten fast ein wenig laut: „Was
sie wohl träumt, Wovon,
woran sie jetzt wohl denkt“. |
Die
kleinen Augen bleiben unverhofft In
unsrem Blickfeld stehen, Schauen
für Sekunden und ganz ruhig in die Kamera Als
wollten sie uns Antwort geben, Und
es muss ein großer Augenblick gewesen sein, Denn
du schläfst ein. Doch
noch im Schlafen scheinst du wach Und
uns ganz nah bei dir zu wissen. Träume
deinen Traum. Wir
schalten die Verbindung lautlos ab Und
sind doch selbst noch lange Etwas
Traum von deinem Traum.
|
|
Das kalte Herz Ihr
Herz lag lange schon Versteckt
im Kleiderschrank Zuunterst
bei den Wintersachen, Neben
Briefen, altem Schmuck und einem Amulett, Darin
war Haar von einem Abgelegten,
Der
war ihr noch ganz in Liebe zugetan, Die
er ihr immer wieder eingestand. Trotzdem
trat er ihr nicht zu nah, Vielleicht
aus Eigenschutz. Sie
wusste all das sehr genau. Sie
war Juristin und verdiente äußerst gut Und
lachte laut und oft, wenn Leute Zwischen
Recht und der Gerechtigkeit Nicht
unterscheiden konnten. Sie
erkannte gleich, Dass
es nur eines gab von beiden, Das
war immer Recht, Das
war auch stets auf ihrer Seite, Dafür
lag ihr Herz im Kleiderschrank, Das
hatte zu viel Herz gehabt Sie
hatte es für viele kalte Paragraphen
eingetauscht, Die
schlugen nun in ihrer Brust. |
In
einer Laune junger Fraulichkeit, Ein
wenig auch im Übermut, Gab
sie auf dem Designersofa Ihrer
Lust und auch dem Drängen eines Mannes nach, Der
wunderbar erzählen konnte, Seinen
Worten Sinn und tiefes Fühlen gab, Sie
aber eigentlich mit dem Vibrieren seiner Stimme In
ein Liebesland entführte, Etwas,
dem sie nichts entgegensetzen konnte, Außer
sich und eine nie geahnte Seligkeit,
die ihr erwuchs und die Voll
süßer Schmerzen war. |
Sie
litt das erste Mal in ihrem Leben Liebesqualen
als er sie verließ, Und
sie ihm wenig später in der Stadt Mit
einer anderen begegnete. Er
war sehr freundlich und begrüßte sie Und
schob ihr damit eine Kröte in den Hals. Sie
weinte bitterlich als sie zu Hause war. Das
war ihr neu, sie schämte sich Und
sehnte sich nach ihrem warmen Herz Als
es noch Herz von ihrem Abgelegten war. Der
hatte, wie so oft, mit Blumen bei ihr angeklopft. Als
er sie nun erneut in seine Arme nahm, Lief
sie nicht durch ihn durch. Er
hielt sie fest, und sie entließ ihr Herz
aus seinem Winterschlaf Und
nahm es fest in ihre Hand. |
|
Ihr
Vater hätte gern gesehen, Dass
sie sich verloben würde. Die
Gesellschaft fände das als gutes Zeichen,
und sie brauchte ja Nicht
gleich zu heiraten. Die Firma
lief sehr gut, so richtig gut, Dass
es ein Jammer wäre, wenn.. Er
hatte auch schon Kandidaten für sie Ausgesucht
und wusste, dass das sehr Gefährlich
werden konnte: Seine
Tochter war in alle Richtungen Verwöhnt
und sehr verzogen. Das
war seine Schuld. Das
Risiko schien groß, denn sie nahm seinen Reichtum Als
ganz selbstverständlich hin, Tat
selber nur, was ihr gefiel und allen andren Zwang
sie ihren Willen auf. Sie
sah nicht ein, dass sie sich binden sollte. Besser
könnte sie es nur bei einem wirklich Reichen haben. Männer
waren ihr somit nicht wichtig, Und
sie hatte nur noch Spott und Hohn für sie. Schon
Äußeres, wie Kleidung, und die Sprache Eines
stillen Werbers, zog sie laut ins Lächerliche. |
Dann,
aus Übermut nahm sie sich einmal einen Lückenbüßer,
einen armen Musikanten. Der
gefiel ihr, weil er sein Gesicht Versteckt
hielt hinter einem Bart. Trotzdem
verspottete sie ihn als König Drosselbart. Der
Vater war darüber sehr erbost und schmiss sie raus und Setzte
sie, zwei Mittellose, einfach auf die Straße. Das
quittierte die Gesellschaft mit viel Schadenfreude. Notgedrungen
hielt sie bei ihm aus, zunächst als Besserwisserin: „In
meines Vaters Haus wär ich jetzt reich“, Doch
willigte sie dann, zum Schluss, In
eine Heirat mit ihm ein, Die
war so ärmlich wie ihr ganzes, neues Leben, Ohne
weißes Kleid und ohne Strauß. Nach
Hause traute sie sich nicht zurück. |
Ihr
Mann war gut zu ihr und half ihr sehr Und
hatte selber nichts. So
lernte sie den Müllcontainer eines Supermarktes Sehr
zu schätzen. Doch
dann gab sie sich geschlagen und erkannte ihrer beider Not. Sie
floh deshalb von ihm und Hatte
Glück mit einer Arbeit in der Küche eines Herrschaftlichen
Hauses. Dort
bereitete man sich auf eine große Hochzeit vor. Den
Herrn des Hauses hatte sie noch nie gesehen, Wer
das Brautpaar war, blieb allen ein Geheimnis. Daran
war sie aber gar nicht intressiert, sie dachte
jetzt Nur
noch in Liebe an den eignen Mann, den sie verlassen Und
wie unrecht sie an ihm gehandelt hatte. An
dem Tag der Heirat wurde sie zu ihrem Herrn
gerufen, der sah sehr gut aus und war ihr plötzlich Wohlbekannt.
Der
nahm sie diesmal richtig an die Hand Als
seine Braut im weißen Kleid mit einem Strauß Aus
roten Rosen und Rapunzeln und viel Schleierkraut. |
Prosa
Pina Bausch, Nachruf
…was
Pina Bausch‘s Tod betrifft, hat es mich schwer
erschüttert. Ich hatte zwei Begegnungen mit ihrer Truppe und jedes Mal auch mit
ihr. Schon das erste Mal hatte ich eine meiner Vorahnungen, die ich dir jetzt
etwas komprimiert erzählen möchte.
Damals,
das war tatsächlich etwa um 1984 war sie in Hamburg in der Kampnagel mit ihrem
Stück "Cafe Müller". Die Karten waren schon lange ausverkauft und ich
hatte ca. 2 Stunden vor Beginn eine meiner Eingebungen "...nun kannst du
hingehen, er liegt eine Karte für dich bereit." Das hat mich nicht
überrascht und ich bin hin zur Kampnagel-Fabrik. Dort war alles an der Kasse
leer, nur ein Student oder so, saß da noch herum. Ich bin zu ihm rein und
brauchte nicht zu fragen sondern er bot mir sofort eine Karte an: "Die ist
eben zurückgegeben worden. Die können Sie haben." So bin ich also da rein
gekommen und war total fasziniert von einer für mich neuen künstlerischen Welt.
Sie tanzte mit und auf Stühlen. Ich dachte immer, dass Neumeier Neues brachte,
aber sie setzte allem die Krone auf. Noch in der Nacht habe ich ihr ein
seitenlanges Gedicht meiner neuesten
Fassung zugesandt und natürlich nie wieder etwas von ihr dazu gehört.
Im
Jahr 1991, das war im März, musste ich in die Nähe von Wuppertal, um meine
mündliche Prüfung für meinen Sicherheitsingenieur zu machen. Aus ganz
Deutschland waren etwa 65 Personen eingeladen und ich dachte sofort an P.B. Die
Prüfung konnte mich nicht schrecken, weil ich einfach alles wusste und eine
Wissensprüfung sowieso nicht erfolgen sollte. Schon als ich in den kleinen Ort,
noch vor Elberfeld ankam hatte ich nur noch sie im Kopf. Am nächsten Tag bin
ich also zu der einzigen Vorverkaufsstelle und gleichzeitig Reisebüro gegangen,
um mich nach einer Möglichkeit zu erkundigen. Dass sie etwa nicht spielen
würde, kam mir nicht in den Sinn. Das Geschäft hatte noch auf, und es hing eine
Vorankündigung im Fenster. Darauf stand sie als Ankündigung für eine der
nächsten Tage mit dem Stück: "Nelken", Ende offen, wegen der freien
Inszenierung, Dauer mindestens zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden, und, zu
meinem Schrecken, handelte es sich um eine geschlossenen Gesellschaft, alles
Banker. Der Verkäufer machte mir keine Hoffnung: "Das können Sie wirklich
vergessen, die sind alle unter sich." Punktum. Die Vorstellung sollte am
nächsten oder übernächsten Tag um 20.00 Uhr beginnen. An dem Abend so gegen
18.00 hatte ich wieder eine meiner Eingebungen: "Du kannst jetzt ganz
ruhig losfahren, es ist alles in Ordnung und sehr schön vorbereitet." Von
nun an lief alles wie von Geisterhand. Ich erkundigte mich, wie ich nach
Wuppertal käme und wo so etwas stattfindet. "Die tanzt immer in der Oper.
Erst nehmen Sie den Bus nach Elberfeld und dann die Schwebebahn bis Sie die
Oper sehen, die kann man nicht übersehen." Als ich beim Bushalteplatz
ankam, traf gerade der Bus ein und fuhr gleich los. Die Zeit rann mir unter den
Fingern davon. In Wuppertal-Elberfeld bin ich in die Schwebebahn, die nur auf
mich zu warten schien. Trotzdem war ich erst so um 20.20 Uhr an der Oper. Ich
hatte zwar oft gefragt, nach der Station usw. aber man hat mich immer beruhigt:
"...die ist nicht zu übersehen." Ok. An der Oper stieg ich aus und
ging über einen menschenleeren, wirklich menschenleeren Platz und schaute in
eine große Eingangstür. Es war niemand zu sehen. Dann ging ich weiter zu einer
anderen Tür und sah ziemlich weit hinten, im Dunklen, so eine Art Bedienung
stehen. Es waren drei oder vier Garderobenfrauen, die mich gebannt anschauten.
Ich bin auf die zu, und eine sagte zu mir: "Sie haben Glück, da drinnen
ist noch eine Demo. Sie haben nichts versäumt." Eine andere nahm mir
meinen Mantel ab, gab mir eine Marke, und eine Dritte
öffnete vorsichtig eine Besuchertür, wies auf einen Platz am Rand in der
vierten oder fünften Reihe und wünschte mir viel Spaß. Da habe ich mich
hingesetzt und der Pinguin neben mir sagte: "Es soll jetzt gleich
losgehen. Bisher gab es gar nichts besonderes."
Ich
habe dann P.B. und ihre Tanzgruppe ein zweites Mal gesehen und war wieder total
aufgeregt. Nach etwa eineinhalb Stunden wurde alles unterbrochen und die Banker
überreichten ihr einen Preis, den sie an die Folkwang-Tanzschule weitergab. Das
dauerte sehr lange und danach ging es bis zu einem vorzeitigen Ende weiter.
Dann rief man auf zu einem kleinen Bankett mit Sekt usw. Ich habe mich aber
abgesetzt, um den letzten Bus noch zu bekommen. Das hat alles sehr gut
geklappt. Zuvor, in der Schwebebahn fragte mich ein Herr, der ebenfalls
vorzeitig gegangen war: "Berichten Sie auch für eine Zeitung oder
so?" Ich habe ehrlich geantwortet, dass ich nur durch Zufall dabei gewesen
sei. Das hat ihn aber nicht weiter berührt.
Ja,
lieber Leser, das waren meine beiden Begegnungen mit P.B.
Harald
Birgfeld im Juli 2009
In Erinnerung an meinen 1986 verstorbenen Bruder.
Sie fordern mich also auf, die ganze Geschichte, nein,
eigentlich den Schluss der Geschichte zu erzählen.
Dabei muss ich
zugeben, dass ich gerne sagen würde, dass ich dafür gar keine Zeit hätte oder
so etwas ähnliches. Ja, Sie haben recht,
es geht oder ging schließlich um meinen Bruder, einen meiner Brüder. Wir sind ja fünf Geschwister. Waren es.
Wie alt mein Bruder war, als es passierte? Warten Sie.
Das war vor eineinhalb Jahren. Da
war er 52. Sehen Sie, wir stammen aus
einem Hause, wo jeder seiner eigenen Wege gehen konnte. Ich meine nicht nur im Alltag, sondern auch
in seinen Gedanken. Das mag an der Zeit
gelegen haben, aber mit Sicherheit auch an der oder nicht vorhandenen
Erziehung, oder, heute würde ich sagen, es lag an der Seelenlosigkeit des
Umganges, den wir Kinder miteinander hatten und, während des Krieges und der
ersten fünf Nachkriegsjahre, als mein Vater noch in der russischen
Gefangenschaft war, an der Seelenlosigkeit des Umganges der Mutter mit den
Kindern und noch später an der von beiden, nämlich Vater und Mutter. Nein, Sie
dürfen nicht denken, dass ich Vorwürfe erheben möchte. Lassen Sie mich Ihnen
drei Beispiele geben:
Mein ältester
Bruder, also der, um den es hier geht, goss sich als Jugendlicher Spiritus über
die Hand und auf die Oberschenkel und zündete sich an. Wir kannten ihn und erschraken nicht. Die
kleinen bläulichen Flammen auf seiner Haut konnte er immer wieder löschen.
Mit der Hand machte
er zwei, drei schnelle Bewegungen und schüttelte die Flamme aus. Es roch etwas nach verbrannten Haaren. Mein Bruder war wortkarg. Auf Fragen antwortete er nur, wenn er
wollte. Nein, er sagte immer, dass er
keine Schmerzen empfände. Er stach sich auch eine feine Nadel senkrecht in den
Oberschenkel.
Eine andere
Geschichte erfuhr ich vor noch gar nicht langer Zeit aus dem Munde meiner
Mutter, als sie mit etwas Stolz in der Stimme erzählte: "Meine eignen
Kinder habe ich nie auf dem Schoß gehabt. Das müsst ihr doch noch wissen. Dafür hatten wir immer eine Kinderfrau."
Meine Kindheit zeigt
mir noch meinen andren Bruder. Der saß
oben im zweiten Stock unseres Hauses dauernd vor dem Küchenfenster und malte
die gegenüber liegende Kirche. Wir Geschwister unterhielten uns wenig
miteinander. Sehen Sie, darin, und in
vielen anderen Begebenheiten, erkenne ich heute, im Nachhinein, eine gewisse
Seelenlosigkeit. Ich selbst neige
dazu. Meinen Sie nicht? Na, Sie können das nicht beurteilen, aber ich
bin auch ein Einzelgänger oder besser ein Eigenbrötler. Bin zum Beispiel gern' allein. Sehr gerne.
Na ja, wir werden das Gespräch schon zu Ende führen. Bestimmt.
Wenn ich auch der Meinung bin, dass ich erstens kaum etwas dazu sagen
kann, und es Sie ja eigentlich auch wenig angeht. Nein, ich möchte Ihr Interesse daran wirklich
nicht erfahren.
Damals rief mich
meine Schwester an und lud mich zu einem Konzert ein. Ihre Tochter war auch dabei. Sie hat zwei bildschöne Töchter. Für meine Begriffe bildschön. Sie sind zart mit feinen Gesichtszügen. Das muss ich deswegen sagen, weil ich an interessanten
Gesichtern "kleben" bleibe und viel zu lange hinschaue. Ich bin aber oft so fasziniert, auch von den
Bewegungen, dass ich mich leicht verliere.
Das hat mit Begehren oder so etwas überhaupt nichts zu tun. Es ist eine Art Studium am Objekt. Ich würde zu gerne malen, Natürlich. Entschuldigen Sie, das gehört nicht
hierher. Nach dem Konzert gingen wir
drei in ein sehr schönes Restaurant in einer großen Hotelhalle in der
Innenstadt, und ich musste meiner Schwester noch vor dem Eingang einfach sagen:
"Dafür hab' ich kein Geld." Die beiden Frauen lachten. Ich mag mich nicht gerne aushalten
lassen. Meine Schwester, ihre Tochter
und ich bestellten einen kleinen Nachtteller, mit Salat und wenig Fleisch. Ich meine, es gab auch Wein dazu. Meine Schwester ist in meiner Erinnerung
nicht die "liebe Schwester", sondern die herumerziehende
Schwester gewesen. Deshalb sind wir uns
viele Jahre etwas aus dem Weg gegangen.
Mir fiel nun auf, dass sie sehr viel redete und sich in einem Gespräch
mit ihrer Tochter verfangen hatte. Zu
mir gewandt sagte sie plötzlich: "Sag' doch auch 'mal 'was dazu. Es ist doch auch dein Bruder." Ich nahm
mich zusammen, auch weil ich mich in der Umgebung nicht wohl fühlte. Meine Schwester redete schon wieder. Es ging um meinen ältesten Bruder. Verstehen Sie, sie sprach mich an, aber gab
auch die Antworten selbst. Mein ältester
Bruder war ihr in seinem Verhalten aufgefallen.
Er war ihr zu still geworden und zu zurückgezogen vorgekommen, als wir
alle, also Geschwister mit Anhang, kürzlich bei ihr zu Besuch gewesen
waren. Sie sagte nun: "Man muss
doch irgendetwas für ihn tun können." Ich platzte dazwischen. Ja, so bin ich, und daran sehen Sie meine
eigene Kälte, Gefühllosigkeit: "Was willst du machen, was könnten wir
tun. Er lässt doch niemanden an sich
heran. Er erzählt nichts von sich. Wir wissen nichts von ihm. Viel zu wenig jedenfalls. Kaum, dass ich ihn noch besuche. Und ganz ehrlich, ich habe auch gar kein
Verlangen danach." Meine Schwester gab nicht auf: "Er ist doch unser
Bruder." Ich wieder: "Er läßt sich einfach
gehen. Dem ist doch wirklich alles
egal. Wenn ich mich so verhalten würde,
könnte ich gleich einen Strick nehmen." Meine Schwester: "Meinst du,
er könnte sich etwas antun?..oder würde?" Hören Sie gut zu. Ich sagte: "Das weiß ich doch nicht, und
wenn er sich aufhängt, kannst du auch nichts machen und ich auch nicht. Oder willst du zu ihm hinfahren. Dann müssen wir jetzt sofort aufstehen, ins
Auto steigen, ihn aus dem Bett holen und Händchen halten." Die Tochter kam
dazwischen: "Man kann euch gar nicht zuhören. Mir wird richtig schlecht von eurem
Gerede." Meine Schwester sagte, und glauben Sie mir, es ist die reine
Wahrheit: "Meinst du, dass er sich aufhängen wird?" Und ich Idiot
sagte: "Das weiß ich doch wirklich nicht.
Vielleicht. Vielleicht nimmt er
Tabletten. Vielleicht ist er auch
glücklich so. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht wissen! Ich habe keinen Zugang zu ihm." Der
Abend war schlimm. Sehen Sie, meine
Phantasie ist mein Nachteil. Vielleicht
bin ich meinem Bruder aber auch zu ähnlich, oder er mir. Von nun an dachte ich den ganzen Abend
immerzu ans Aufhängen. Wie das
funktioniert, meine ich. Ich dachte an
Einzelheiten, die zur Hand oder vorbereitet sein müssen. An den Entschluss, es zu tun, dachte ich
dabei nicht eine Sekunde, obwohl es eigentlich das Wichtigste sein müsste.
Wir trennten uns vor
der Haustür meiner Schwester. Ich machte
von dem Abend noch ein paar Notizen und eine kleine Zeichnung, was ich wirklich
nur gelegentlich mache. Hier, sehen
Sie. Ja, die Skizze zeigt uns am Tisch.
Zuhause trank ich noch ein Glas Wein und ging dann schlafen. In meinem Kopf arbeitete es weiter. Gegen 23.40 Uhr habe ich mich hingelegt und
gegen 0.3o, also nicht einmal eine Stunde später, bin ich wieder aufgestanden,
weil ich mich nicht ertragen konnte. Im Halbschlaf hatte ich fortwährend den
Gedanken, mich aufzuhängen. Ich konnte
ihn nicht loswerden, Im Traum suchte ich zunächst nach einem Seil, nach einem
geeigneten Seil. Ich verfiel auf das
Autoabschleppseil, weil sich daran so eine gebogene Stahlschlaufe befand, durch
welche das Seil gut rutschen konnte. Ich
suchte dann nach einem Haken, um das Seil zu befestigen. Nirgends fand ich
etwas Geeignetes, so dass ich die Bohrmaschine holen wollte, um einen Haken
anzubringen. Mein Blick fiel auf eine
Wasserleitung. Die verlief über einem kleinen Schacht im Keller. Alles war plötzlich wie vorbereitet. Von nun an erinnerte ich mich nicht mehr an
Einzelheiten sondern an den Satz: "Ich erhänge mich." Nichts
weiter. Dieser Traum wiederholte sich
ein zweites und wenigstens noch ein drittes Mal. Ich wurde schließlich wach, hellwach, stand
auf und spottete innerlich über mich, dass ich mich durch das "Gefasel der
Weiber" in eine derartige Unruhe hatte versetzen lassen. Meine Frau war
verreist, ich war ganz allein in dem Haus.
Ich schaltete den Fernseher ein.
Daher weiß ich auch die genaue Uhrzeit. Der Apparat lenkte mich ein
wenig ab, und ich konnte schließlich einen neuen Anlauf nehmen. Morgens stand ich früh auf. Ich hatte diese Tage frei oder Urlaub und
hielt mich im Hause auf. Spätestens gegen l0.00 Uhr rief mich mein jüngster
Bruder an. Er war in der Firma. Er sagte
gleich: "Du, es ist etwas ganz Entsetzliches passiert. Unser ältester Bruder hat sich
aufgehängt." Er sagte nicht den Namen unseres Bruders, sondern er
umschrieb ihn, indem er sagte: unser ältester Bruder. Ich sagte: "Nein," aber in meinem
Kopf sagte es: Ja. Er sagte dann: "Jemand muss zu B. Es muss sofort etwas gemacht werden."
Ich sagte. "Das ist ja furchtbar, was sollen wir denn machen?" Hören
Sie zu, wie kopflos man sein kann. Mein
Bruder sagte: "B hat mich eben angerufen, sie weiß nicht, was sie machen
soll. Er hängt vor ihrem
Wohnzimmerfenster an der Kinderschaukel.
Im Nachthemd.." Ich wieder: "Hat denn die Polizei oder ein
Arzt.... " Er: "Du kennst sie doch.
Sie ist eben erst aufgestanden und hat das gesehen." Ich sagte
also: "Gut. Ich kümmere mich darum." Er wieder: "Würdest du zu ihr fahren? Du bist doch der einzige, der Zeit hat."
Ich war auch durcheinander, denn ich fragte ihn nach der Anschrift meines
Bruders. Die hatte er parat. Dann legten wir auf, und ich rief die Polizei
an. Eine ruhige Stimme war in der Leitung.
Ich erklärte, was ich wusste und dass ich hinüberfahren würde.
Es waren knapp sieben Kilometer, also keine Entfernung mit dem Auto. Ich verstehe Sie. Ich weiß genau, was Sie sagen wollen und weswegen Sie möchten, dass ich Ihnen a11es erzähle. Alles jedenfalls, was ich weiß. Ich komme noch auf den Punkt. Ich glaube, wir sind schon nahe dran. Sie müssen auch ... Nein, Sie müssen gar nichts. Also, ich stieg ins Auto und fuhr hinüber. Ich konnte mich nicht in die Lage der Frau versetzen. Ich weiß nicht, wie es ist, wenn der Ehemann vor dem Wohnzimmerfenster erhängt ... Ich meine, das Gefühl habe ich doch nicht nachempfinden können, oder? Meine eignen Gefühle? Darüber sprechen wir ja gerade. Das Bild von dem und die Unsicherheit über das, was mich wohlmöglich erwartete, setzten mir arg zu. Ich hatte wenig Mut zu dem Besuch, das gebe ich zu. Als ich schließlich ankam, wurde mir von einem der Kinder geöffnet. Es war der älteste Junge. Er hatte keine Tränen in den Augen. Auf der Straße, etwas abseits, hatte ich ein Polizeifahrzeug erblickt. Es fiel nicht weiter auf, stand wie zufällig da, so dass ich es fast übersehen hätte. Ich wusste nicht, was ich dem Jungen sagen sollte und fragte nach seiner Mutter. "Die sitzt im Zimmer." Also im Wohnzimmer, dachte ich. Ich ging hinein. Unerwarteterweise saß mein jüngerer Bruder, also der, der mich angerufen hatte, schon bei ihr. Er war also doch gefahren. Wenig später traf meine Schwester ein. Beim Eintreten hatte ich sofort verstohlen aus dem Fenster geschaut. Die Schaukel war leer. Ich wagte nicht nachzufragen. Als ich dann auf meine Schwägerin sah, die mit verquollenen Augen einerseits abwesend zu sein schien und andrerseits hilflos nach einem festen Punkt Ausschau hielt, überkamen mich auch die Tränen. Ich beugte mich zu ihr hinab und nahm sie, so gut es ging, in den Arm. Wir stellten uns beide sehr ungeschickt an. Ich glaube, es war das erste Mal überhaupt, wenn man von einer "Umarmung" bei irgendeinem Tanz einmal absieht. Immerhin kannten wir uns schon über zwei Jahrzehnte. Es ist doch kaum zu glauben, nicht wahr? Sie fasste sich angenehm an. Mir fiel dabei eine Kuriosität aus meinem Elternhaus ein: Zwischen den Eltern und den Kindern, sowie den Kindern untereinander hat es nie körperlichen Kon