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/ deutsch - englisch, was ist das?
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(7. Brief) Am andren Morgen wurde ich in
aller Frühe wach. Ich hörte Männerstimmen Und die Stimme einer Frau. Man drang in meine Wohnung Und erteilte mir Befehle in der
fremden Sprache. Ich gehorchte und mit etwas Kleidung führte man mich ab ins
Freie. |
Draußen kam die Frau, die mich
versorgte, Ebenfalls aus ihrer Wohnung, Und sie sah mich an und sah durch
mich hindurch. Gelangweilt biss sie ab von einer
Frucht in ihrer Hand. Ich eilte auf sie zu und wollte
etwas sagen, Aber sie blieb fremd und schaute
in die Leere. Gestern hatte ich sie noch
geküsst. Nun lag in ihren Augen
Abgewandtheit, Die mir jedes Wort im Hals
erstickte. An der Mauer stand ein
Reisigbesen. Den sie nahm, damit den Weg zu
fegen, Doch dann stützte sie sich darauf
ab Mit einem neuen Blick auf unsre
Gruppe, So als sähe sie zum ersten Mal ein
Kunstwerk, Über das sie staunte. Ohne sich zu rühren wurde sie auf
diese Weise Selbst zur Kunst im Werk, im Raum. Und ich, zur Namenlosigkeit
verurteilt und zu Lebenslänglicher Verbannung, Konnte nur noch demutsvoll
verharren. |
Wenig später brachten mich die
Männer und die Frau Erst auf ein Boot zum Übersetzen, Dann an einen Zug und in ein Abgesperrtes, isoliertes
Sitzabteil. Man gab mir dort, was ich
benötigte. Die Reise endete nach einem Tag und einer Nacht in ungewisser Fahrerei direkt in einem Berg weit
unter Tage. Hier, in einem großen Raum mit
vielen Menschen und sehr wenig Licht, Erhielt ich eine neue Bleibe. Die war nur ein Drahtgestell als Bett mit festem Stoff bespannt. Als ich mich umsah Fand ich unter dem Gestell in
einem Umschlag Unbeschriebenes Papier und einen
Stift. Ich schrieb den siebten Brief, Den hob mein Bettennachbar wortlos
auf Und trug ihn als ein Bote fort. |
Harald Birgfeld, aus: Namenlos von meiner Insel
Copyright 2011 beim Autor, Harald Birgfeld.