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/ deutsch - englisch, was ist das?
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(6. Brief) Die
Frau, die mich versorgte, War
sehr lieb zu mir. Ich
glaube nicht, dass sie mich einfach Liebte,
es war viel, viel mehr. Ihr
Blick verriet mir, dass sie sich Geborgen
bei mir fühlte, Dass
sie meine Nähe suchte. Eines
Tages schaute sie mich an Und
bat mich, sie ins Inselland Zu
führen. Ich
war überglücklich, Und
es war die Sehnsucht nach dem Schönen,
die mich leitete. Ich
traute ihr und legte ihren Arm In
meinen. Sie
bedankte sich mit einem Mädchenhaften
Blick zu mir, Doch
den verstand ich nicht. |
Sie
schlug mir einen Kurzweg vor Und
führte uns in einen Garten voller Unbekannter
Blumen. Schwere
Blütendolden streiften unsre Arme,
strichen über die Gesichter Als
ein leiser Hauch Von
zartester Berührung. Deren
Leichtigkeit und warmer Duft Verführten
uns, dass wir uns an den Händen
halten wollten. Sie
stand plötzlich still Und
schloss, mir zugewandt, die Augen. Als
in einer leeren Kirche standen wir In
feierlicher Ruhe, Und
ich gab ihr einen Kuss Und
wusste nicht mehr, Dass
sie sich vier Männern teilte. |
Diesen
sechsten Brief schrieb ich Nicht
auf. Er
hing trotzdem bei meiner Rückkehr An
der Innenwand der Tür zu meinem Raum Und
wurde auch nicht abgeholt Wie
all die anderen. Die
Frau, die mich versorgte Spielte
nebenan auf einer Okarina
ihre Melodien. |
Harald Birgfeld, aus: Namenlos von meiner Insel
Copyright 2011 beim Autor, Harald Birgfeld.