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/ deutsch - englisch, was ist das?
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(12. Brief) Die Frau, die mich versorgte, Saß in meinem Zimmer auf dem Stuhl An meinem Bett. Ich stand davor und sah auf sie herab. Ich wusste nicht, wie weit ich ihr Vertrauen durfte, und ich hätte
sie sehr gerne Sehr begehrt. Da stand sie auf und fragte, ob
ich mit ihr Tango tanzen würde, ob ich Tango tanzen könnte. Dabei senkte sie den Kopf und Blickte mich von unten stolz und
sehr ernst an Und legte meinen rechten Arm an
ihre Taille und begann mit ihrem linken
Fuß Den Takt zu stampfen. Ich war irritiert, mir fehlte die
Musik. Doch ihre Schritte und ihr Leib,
und weil ich ihre Körperliche Enge, Haut an Haut,
verspürte, Ließ ich sie sich von mir drehen
und sich an mich reißen, Und ich wurde ihr zum Halt Und sie mir meine einzige Trophäe. |
Sie trug eine luftig weite,
ärmellose, weiße Bluse, Ihre blanke Stirn warf Sonnenlicht
zurück, Und in der Anmut der Bewegungen Ließ sie die Blicke Mir nicht aus den Augen gleiten. So gab sie sich ihrem Tänzer hin, In unsrem Atem waren wir vereint. Wir tanzten kurz und schnell Bis sie sich plötzlich ganz aus
meinen Armen rollte und zurückgedreht,
wie leblos Mir zu Füßen sank. Ich war wie sie erschöpft und half
ihr auf. Es roch nach Sperma. Meine Frage nach Vertrauen stellte
sich nicht mehr. |
Sie tänzelte noch für Minuten
durch den Raum, als müsste sie ein Puzzle Stück für Stück und Schritt für
Schritt Zusammensetzen und zusammenfügen, Eine Kette von zerrissenen
Ereignissen Für sich noch einmal nacherleben. Dann gab sie mir flüchtig einen
Kuss Und stützte sich dabei auf meinen Armen ab. Der zwölfte Brief lag tagelang auf
meinem Tisch, als sollte ich mir alles
gründlich überlegen. Danach war er fort. |
Harald Birgfeld, aus: Namenlos von meiner Insel
Copyright 2011 beim Autor, Harald Birgfeld.