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*         Societ lyrics / deutsch - englisch, was ist das?


 

Namenlos von meiner Insel

(1. Brief)

 

Alles ging sehr schnell.

In einem nahen, fernen Ausland, wo ein

Menschenleben rasch verblühte,

Nahm man mich gefangen.

Einer Schuld war ich mir nicht bewusst,

Ich wurde nicht befragt,

Und ich gestand.

Man fällte noch in meiner Gegenwart das

Urteil:

Tod durch Erhängen,

Und dann, als ein Kader Zweifel hatte,

Wegen einer Sprachverwirrung:

Lebenslängliche Verbannung.

 

 

 

 

Meinen Namen hatte man mir aberkannt

Und schickte mich auf eine

Dieser kleinen Inseln tief im Süden, ohne

Anschluss an die Welt.

Ich durfte unter wenig Menschen leben.

Man versicherte, mit keinem über meine

Schuld zu reden.

 

Einmal jährlich darf ich einen Text

Verfassen, der erscheint, wie dieser,

Irgendwo und ohne meinen Namen.

 

 

 

 

Jetzt, mit dieser kleinen Freiheit,

Wende ich mich an die Präfektur,

An jede Obrigkeit,

Und frage nach:

Warum, weshalb, aus welchem Grund

Hat man mir Solches angetan.

Es geht mir wirklich gut auf meiner Insel

Und ich klage nicht

Und spreche schon mit einer Frau,

Die mich versorgt,

Und sicher bin ich schuldig,

Aber ich erfahre nichts

Und bitte die, die über mich Gericht gehalten haben,

Zu verzeihen:

„Geben Sie mir meinen Namen

Wieder.“

 

 


 

Harald Birgfeld, aus: Namenlos von meiner Insel

 

Copyright 2011 beim Autor, Harald Birgfeld.