Home

Lyrik/ Prosa/

Literaturgutachten

Ingenieur/

Kleine Fibel

Bildergalerie/

Ausstellungen

Künstlerportrait/

Vita/ Autor

Veröffentlichungen im Buchhandel/in Anthologien

Gedicht der Woche/

Galeriebild der Woche

Besucher/ Presse/

20 Raum-, Zeitgedichte

Impressum

Archiv

 

*         Societ lyrics / deutsch - englisch, was ist das?


 

Alinas Traum

 

Du bist die ersten vierzehn Tage

Deines Lebens auf der Welt

Und heute zeigten uns die

Mama und dein Papa,

Dass du schon wahrhaftig träumst.

Wie schön wär es für uns,

Erahnten wir wovon.

 

Die Webcam schwenkte leicht

An dir vorbei, damit wir dich im Ausland

Besser sehen konnten, und die Mama sagte,

Dass du schon mit deinen Augen

Ihren Weg verfolgst.

 

Wir sehen, dass du deine Händchen

Ganz geschickt vom Mund an

Deine winzig kleine Nase führst,

Dass deine Fingerchen sich gegenseitig suchen

Und auch finden.

 

 

 

Hier, an unsrem Bildschirm streicheln wir dir

Wangen, Ärmchen und die Hand.

 

Ganz sicher ist, dass du die Welt erspürst,

Wenn du auf Papas Bauch ganz ruhig liegst

Und seitlich nachschaust, ob sich etwas regt,

Wenn deine Mama dich auf ihre Schulter legt

Und wenn du atmest, was dich schon dein

Ganzes Leben lang als schönster

Wohlgeruch begleitete.

 

Dann huscht ein Lächeln über dein Gesicht,

Das haben wir, so weit von dir entfernt, genau gesehen,

Und wir fragten fast ein wenig laut:

„Was sie wohl träumt,

Wovon, woran sie jetzt wohl denkt“.

 

 

 

Die kleinen Augen bleiben unverhofft

In unsrem Blickfeld stehen,

Schauen für Sekunden und ganz ruhig in die Kamera

Als wollten sie uns Antwort geben,

Und es muss ein großer Augenblick gewesen sein,

Denn du schläfst ein.

Doch noch im Schlafen scheinst du wach

Und uns ganz nah bei dir zu wissen.

 

Träume deinen Traum.

 

Wir schalten die Verbindung lautlos ab

Und sind doch selbst noch lange

Etwas Traum von deinem

Traum.

 

 


 

Harald Birgfeld, aus: and I said to myself what a wonderful world.

 

Copyright 2011 beim Autor, Harald Birgfeld.